| − | Es war in den Jahren um 1813, als die Franzosen in Norddeutschland und dabei auch in Hamburg bzw. Altona waren, befehligt vom französischen Marschall Davout. Nach der Schlacht bei Leipzig erhielt der russische General Graf Woronzow den Befehl, den Norden Deutschlands von den Franzosen und die Bewohner vom verhassten Joch zu befreien. General Tettenborn nahm Bremen ein und schnitt dadurch dem französischen Marschall Davout in Hamburg seine letzte Verbindung mit Hamburg ab. Der russische General Graf Woronzow nahm Kassel ein und erhielt den Befehl auf Hamburg zu marschieren und die Stadt einzuschließen. Zu den verantwortlichen Offizieren Woronzows gehörte der damalige Oberst und spätere General Major Woldemar Baron v. Löwenstern (* [[1776]]; † [[1858]])<ref>verheiratet mit Sophie Obreskow, Tochter des Kaiserlich Russischen Generalleutnants Michael Obreskow, Grossgrund- und Gutsbesitzer, Generalmajor des Kaiserlich Russischen Kosakenheeres, Teilnehmer an diversen Schlachten, unter anderem von Wagram; Adjutant des Kriegsministers und Oberbefehlshaber General Barclay de Tolly, Kommandant von Vitray, verantwortlicher Offizier von General Woronzow</ref>, der eine Brigade Kosaken befehligte, die zur ''Avant-Garde''<ref>bezeichnet die Vorhut, also denjenigen Truppenteil, der als Erster vorrückt und somit zuerst Feindberührung hat</ref> ausersehen war und nach Hamburg und Altona vordringen sollte. Georg, sein jüngerer Bruder, befehligte als Brigade-Kommandeur ein weiteres Kosakenheer hatte den Befehl so weit wie möglich auf der Landstraße nach Wandsbek vorzurücken. Dabei musste er sich zunächst gegen eine starke feindliche Übermacht unter General Vichery behaupten und zog sich daraufhin nach Rahlstedt zurück. Ihm gegenüber als Kommandant von Altona war der dänische Generalmajor Hugo von Buchwald aus dem Hause Fresenburg. Diese beiden unterhielten später einen regen Briefwechsel, der in den „''Erinnerungen des Generalmajor von Buchwald an seine Kommandantschaft in Altona im Dezember 1813''“ von Wetzel wiedergegeben ist. | + | Es war in den Jahren um 1813, als die Franzosen in Norddeutschland und dabei auch in Hamburg bzw. Altona waren, befehligt vom französischen Marschall Davout. Nach der Schlacht bei Leipzig erhielt der russische General Graf Woronzow den Befehl, den Norden Deutschlands von den Franzosen und die Bewohner vom verhassten Joch zu befreien. General Tettenborn nahm Bremen ein und schnitt dadurch dem französischen Marschall Davout in Hamburg seine letzte Verbindung mit Hamburg ab. Der russische General Graf Woronzow nahm Kassel ein und erhielt den Befehl auf Hamburg zu marschieren und die Stadt einzuschließen. Zu den verantwortlichen Offizieren Woronzows gehörte der damalige Oberst und spätere General Major Woldemar Baron v. Löwenstern (* [[1776]]; † [[1858]])<ref>verheiratet mit Sophie Obreskow, Tochter des Kaiserlich Russischen Generalleutnants Michael Obreskow, Grossgrund- und Gutsbesitzer, Generalmajor des Kaiserlich Russischen Kosakenheeres, Teilnehmer an diversen Schlachten, unter anderem von Wagram; Adjutant des Kriegsministers und Oberbefehlshaber General Barclay de Tolly, Kommandant von Vitray, verantwortlicher Offizier von General Woronzow</ref>, der eine Brigade Kosaken befehligte, die zur ''Avant-Garde''<ref>bezeichnet die Vorhut, also denjenigen Truppenteil, der als Erster vorrückt und somit zuerst Feindberührung hat</ref> ausersehen war und nach Hamburg und Altona vordringen sollte. Georg, sein jüngerer Bruder, befehligte als Brigade-Kommandeur ein weiteres Kosakenheer hatte den Befehl so weit wie möglich auf der Landstraße nach Wandsbek vorzurücken. Dabei musste er sich zunächst gegen eine starke feindliche Übermacht unter General Vichery behaupten und zog sich daraufhin nach Rahlstedt zurück. Ihm gegenüber als Kommandant von Altona war der dänische Generalmajor Hugo von Buchwald aus dem Hause Fresenburg. Diese beiden unterhielten später einen regen Briefwechsel, der in den "''Erinnerungen des Generalmajor von Buchwald an seine Kommandantschaft in Altona im Dezember 1813''“ von Wetzel wiedergegeben ist. |
| − | Georg Baron v. Löwenstern wurde 1827 in Dänemark „naturalisiert“ und mit Zustimmung des Zaren trat er in Dänische Dienste. Er wurde vom Dänischen König Friedrich VI. durch offenen Brief am [[8. Juni]] 1827 zum ''Oberst à la Suite''<ref>siehe [https://de.m.wikipedia.org/wiki/%C3%80_la_suite de.m.wikipedia.org]</ref> ernannt und in den Dänischen Adels- und Freiherrnstand aufgenommen. Am [[18. Juni]] [[1827]] wurde Georg zum Kammerherren und am [[17. August]] 1827 zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister des Königs von Dänemark Friedrich VI. ernannt. Als Gutsbesitzer und außerordentlicher Gesandten und bevollmächtigter Minister des Königs nahm er zudem eine neue Aufgabe wahr: Zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern sollte er nach Rio de Janeiro ([[Brasilien]]) reisen und einen Handelsvertrag zwischen Brasilien und Dänemark abschließen. Brasilien hatte [[1822]] seine Unabhängigkeit von [[Portugal]] proklamiert und der portugiesische Prinz Pedro wurde als Kaiser Dom Pedro I. installiert. Er war mit der Erzherzogin Leopoldine von Österreich verheiratet. In einer 70-tägigen Reise fuhren sie auf der Bark Galathea nach Brasilien (Ankunft [[26. November]] 1827). Das Handelstraktat wurde am [[5. November]] 1828 geschlossen und am [[14. Februar]] [[1829]] reisten Georg und seine Familie auf dem französischen Linienschiff ''Jean Bart'' zurück und waren am [[19. August]] [[1829]] wieder zurück in Kopenhagen. Hier erhielt er am [[1. November]] 1828 das Commandeur-Kreuz des Dannebrog. In Kopenhagen erwarb er die Villa Christiansholm. | + | Georg Baron v. Löwenstern wurde 1827 in Dänemark "naturalisiert“ und mit Zustimmung des Zaren trat er in Dänische Dienste. Er wurde vom Dänischen König Friedrich VI. durch offenen Brief am [[8. Juni]] 1827 zum ''Oberst à la Suite''<ref>siehe [https://de.m.wikipedia.org/wiki/%C3%80_la_suite de.m.wikipedia.org]</ref> ernannt und in den Dänischen Adels- und Freiherrnstand aufgenommen. Am [[18. Juni]] [[1827]] wurde Georg zum Kammerherren und am [[17. August]] 1827 zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister des Königs von Dänemark Friedrich VI. ernannt. Als Gutsbesitzer und außerordentlicher Gesandten und bevollmächtigter Minister des Königs nahm er zudem eine neue Aufgabe wahr: Zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern sollte er nach Rio de Janeiro ([[Brasilien]]) reisen und einen Handelsvertrag zwischen Brasilien und Dänemark abschließen. Brasilien hatte [[1822]] seine Unabhängigkeit von [[Portugal]] proklamiert und der portugiesische Prinz Pedro wurde als Kaiser Dom Pedro I. installiert. Er war mit der Erzherzogin Leopoldine von Österreich verheiratet. In einer 70-tägigen Reise fuhren sie auf der Bark Galathea nach Brasilien (Ankunft [[26. November]] 1827). Das Handelstraktat wurde am [[5. November]] 1828 geschlossen und am [[14. Februar]] [[1829]] reisten Georg und seine Familie auf dem französischen Linienschiff ''Jean Bart'' zurück und waren am [[19. August]] [[1829]] wieder zurück in Kopenhagen. Hier erhielt er am [[1. November]] 1828 das Commandeur-Kreuz des Dannebrog. In Kopenhagen erwarb er die Villa Christiansholm. |
| | Am [[18. März]] [[1835]] wurde Georg zum General-Major befördert und erhielt vom König Friedrich VI. den Auftrag, nach [[Wien]] zu reisen um Kaiser Ferdinand die Glückwünsche des dänischen Königs für seine Thronbesteigung zu überbringen und als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister des Königreiches Dänemark an diesem Hofe zu wirken und mit Österreich ebenfalls einen Handelsvertrag zu schließen. In dieser Zeit traf er Fürst Metternich und die beiden Familien freundeten sich an. Nach dem Hinscheiden des Königs Friedrich VI. wurde ihm am [[28. Juni]] [[1840]] von König Christian VIII. der Kammerherrn-Schlüssel verliehen. Am Vortag der Krönung von König Christian VIII. wurde Georg am [[27. Juni]] 1840 das Großkreuz des Dannebrog-Ordens verliehen und im Jahre 1845 das Dannebrogs-Mann-Kreuz. Am [[3. März]] [[1846]] erbat er von seinem König seine Entlassung. [[1847]] verließ er zusammen mit seiner Familie Wien. Der österreichische Kaiser verlieh ihm den kaiserlich-österreichischen Orden der Eisernen Krone I. Klasse. | | Am [[18. März]] [[1835]] wurde Georg zum General-Major befördert und erhielt vom König Friedrich VI. den Auftrag, nach [[Wien]] zu reisen um Kaiser Ferdinand die Glückwünsche des dänischen Königs für seine Thronbesteigung zu überbringen und als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister des Königreiches Dänemark an diesem Hofe zu wirken und mit Österreich ebenfalls einen Handelsvertrag zu schließen. In dieser Zeit traf er Fürst Metternich und die beiden Familien freundeten sich an. Nach dem Hinscheiden des Königs Friedrich VI. wurde ihm am [[28. Juni]] [[1840]] von König Christian VIII. der Kammerherrn-Schlüssel verliehen. Am Vortag der Krönung von König Christian VIII. wurde Georg am [[27. Juni]] 1840 das Großkreuz des Dannebrog-Ordens verliehen und im Jahre 1845 das Dannebrogs-Mann-Kreuz. Am [[3. März]] [[1846]] erbat er von seinem König seine Entlassung. [[1847]] verließ er zusammen mit seiner Familie Wien. Der österreichische Kaiser verlieh ihm den kaiserlich-österreichischen Orden der Eisernen Krone I. Klasse. |
| − | * Adelbert (* [[23. März]] [[1817]] auf Gut Jendel; † [[8. März]] [[1879]] in Carlsburg bei Sundacker) war mit Rosamunde, geborene Francke, verheiratet (25. April 1848 in der Nicolai-Kirche zu Flensburg). Sie hatten acht Kinder. Er absolvierte das Studium der Rechtsgelehrsamkeit, war Gutsbesitzer, Besitzer des Baron Löwenstern'schen Fideikommis, Mitbesitzer des Gräflich Schimmelmann'schen Fideikommis, königlich-dänischer Kammerherr und war als königlich-preußischer Auditeur (Militär-Richter) tätig. Sie lebten auf Gut Buckhagen.<ref>Siehe auch ''„Ein Baron sieht Bordesholm“'' vom 15. April 1977 in der Bordesholmer Rundschau.</ref> | + | * Adelbert (* [[23. März]] [[1817]] auf Gut Jendel; † [[8. März]] [[1879]] in Carlsburg bei Sundacker) war mit Rosamunde, geborene Francke, verheiratet (25. April 1848 in der Nicolai-Kirche zu Flensburg). Sie hatten acht Kinder. Er absolvierte das Studium der Rechtsgelehrsamkeit, war Gutsbesitzer, Besitzer des Baron Löwenstern'schen Fideikommis, Mitbesitzer des Gräflich Schimmelmann'schen Fideikommis, königlich-dänischer Kammerherr und war als königlich-preußischer Auditeur (Militär-Richter) tätig. Sie lebten auf Gut Buckhagen.<ref>Siehe auch ''"Ein Baron sieht Bordesholm“'' vom 15. April 1977 in der Bordesholmer Rundschau.</ref> |