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Bestehende gesetzliche Maßnahmen sind im [[Bundesland Salzburg]] das Salzburger Raumordnungsgesetz und in zweiter Linie auch das Salzburger Bodenschutzgesetz, dessen Zielsetzungen die Erhaltung und der Schutz von Böden und der Bodenfunktionen, die Verbesserung und Wiederherstellung der Bodenfunktionen und die Verhinderung von Bodenerosion und Bodenverdichtung ist. Im Salzburger Raumordnungsgesetz werden unter den Zielen und den Grundsätzen u.a. explizit >die Sicherung des Bodens< und >die haushälterische Nutzung von Grund und Boden< fest gehalten. Es wird u.a. auch eine aktive Bodenpolitik der Gemeinden gefordert und die Vermeidung von Zersiedelung angestrebt. Alle in diesem Gesetz aufgezählten planerischen Maßnahmen und Entwicklungskonzepte haben sich den im Gesetz genannten Zielen und Grundsätzen unterzuordnen.
 
Bestehende gesetzliche Maßnahmen sind im [[Bundesland Salzburg]] das Salzburger Raumordnungsgesetz und in zweiter Linie auch das Salzburger Bodenschutzgesetz, dessen Zielsetzungen die Erhaltung und der Schutz von Böden und der Bodenfunktionen, die Verbesserung und Wiederherstellung der Bodenfunktionen und die Verhinderung von Bodenerosion und Bodenverdichtung ist. Im Salzburger Raumordnungsgesetz werden unter den Zielen und den Grundsätzen u.a. explizit >die Sicherung des Bodens< und >die haushälterische Nutzung von Grund und Boden< fest gehalten. Es wird u.a. auch eine aktive Bodenpolitik der Gemeinden gefordert und die Vermeidung von Zersiedelung angestrebt. Alle in diesem Gesetz aufgezählten planerischen Maßnahmen und Entwicklungskonzepte haben sich den im Gesetz genannten Zielen und Grundsätzen unterzuordnen.
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Der Zielsetzung des Raumordnungsgesetzes stehen aber in der Praxis andere Realitäten gegenüber. Arch. DI Andreas Volker drückt es als Vertreter der Initiative Pinzgauer Architekten und Ingenieurkonsulenten in einem Leserbrief drastisch aus. Er spricht von einer „flächenfressenden Raumordnungspraxis, welche zu einem großen Teil auf Druck der Wirtschaft passiert.“  
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Der Zielsetzung des Raumordnungsgesetzes stehen aber in der Praxis andere Realitäten gegenüber. Arch. DI Andreas Volker drückt es als Vertreter der Initiative Pinzgauer Architekten und Ingenieurkonsulenten in einem Leserbrief drastisch aus. Er spricht von einer "flächenfressenden Raumordnungspraxis, welche zu einem großen Teil auf Druck der Wirtschaft passiert.“  
    
Hier sind einige Fehlentwicklungen zu nennen:  
 
Hier sind einige Fehlentwicklungen zu nennen:  
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Die hier explizit erwähnten Projekte der vergangenen Jahrzehnte stehen allerdings beispielhaft für viele andere Bauten in allen Bezirken des Landes, durch deren Errichtung oft hochwertige, landwirtschaftlich nutzbare Böden ohne Bedenken versiegelt wurden.
 
Die hier explizit erwähnten Projekte der vergangenen Jahrzehnte stehen allerdings beispielhaft für viele andere Bauten in allen Bezirken des Landes, durch deren Errichtung oft hochwertige, landwirtschaftlich nutzbare Böden ohne Bedenken versiegelt wurden.
 
=====Notwendige Maßnahmen=====
 
=====Notwendige Maßnahmen=====
''„Flächenverbrauch stellt eine existenzielle Schädigung der Umwelt dar.“'' So heißt es im sechsten Umweltkontrollbericht auf S. 58. Maßloser Flächen-, bzw. Bodenverbrauch und dessen mittel- und langfristigen Auswirkungen auf Mensch und Natur des Landes müsste gemäß der Dringlichkeit längst im Bewusstsein der Bevölkerung verankert und medial Thema mit hohem Stellenwert sein. Das ist zur Zeit nur dann der Fall, wenn ein Jahrhunderthochwasser wie im Juni 2013 auftritt und zwei Aspekte des Bodenverbrauches - nämlich die Folgen der zunehmenden Versiegelung und die fehlenden Überflutungsräume - zu Tage treten. Es besteht daher großer Aufholbedarf.
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''"Flächenverbrauch stellt eine existenzielle Schädigung der Umwelt dar.“'' So heißt es im sechsten Umweltkontrollbericht auf S. 58. Maßloser Flächen-, bzw. Bodenverbrauch und dessen mittel- und langfristigen Auswirkungen auf Mensch und Natur des Landes müsste gemäß der Dringlichkeit längst im Bewusstsein der Bevölkerung verankert und medial Thema mit hohem Stellenwert sein. Das ist zur Zeit nur dann der Fall, wenn ein Jahrhunderthochwasser wie im Juni 2013 auftritt und zwei Aspekte des Bodenverbrauches - nämlich die Folgen der zunehmenden Versiegelung und die fehlenden Überflutungsräume - zu Tage treten. Es besteht daher großer Aufholbedarf.
    
Um mit der begrenzten und lebenswichtigen Ressource Boden in Hinkunft besser Haus zu halten, sind Maßnahmen wie die Bewertung der Bodenfunktionen aller zur Verfügung stehender Flächen und eine darauf basierende wirksame Lenkung der Flächeninanspruchnahme überfällig.
 
Um mit der begrenzten und lebenswichtigen Ressource Boden in Hinkunft besser Haus zu halten, sind Maßnahmen wie die Bewertung der Bodenfunktionen aller zur Verfügung stehender Flächen und eine darauf basierende wirksame Lenkung der Flächeninanspruchnahme überfällig.
 
==Bodenverbrauch in Österreich im Herbst 2015==
 
==Bodenverbrauch in Österreich im Herbst 2015==
Der Vorstandsvorsitzende der Hagelversicherung, Kurt Weinberger, bezeichnet Österreich als „Europameister“ bei der Zerstörung fruchtbarer Böden. Täglich werde eine Fläche in der Größe von 30 Fußballfeldern verbaut, was einem Bodenverbrauch von 20 Hektar entspricht. Warum diese negative Entwicklung dem Hagelversicherungs-Verantwortlichen Sorgen macht ist evident: die Kosten für Naturkatastrophen, die damit im ursächlichen Zusammenhang stehen, sind stetig steigend.
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Der Vorstandsvorsitzende der Hagelversicherung, Kurt Weinberger, bezeichnet Österreich als "Europameister“ bei der Zerstörung fruchtbarer Böden. Täglich werde eine Fläche in der Größe von 30 Fußballfeldern verbaut, was einem Bodenverbrauch von 20 Hektar entspricht. Warum diese negative Entwicklung dem Hagelversicherungs-Verantwortlichen Sorgen macht ist evident: die Kosten für Naturkatastrophen, die damit im ursächlichen Zusammenhang stehen, sind stetig steigend.
 
==Verlust von Agrarflächen in Österreich - Stand Sommer 2018==
 
==Verlust von Agrarflächen in Österreich - Stand Sommer 2018==
 
''Österreich verliert jährlich 0,5 % seiner Agrarflächen. Bei Fortschreiten dieser Entwicklung gibt es hierzulande bereits in 200 Jahren so gut wie keine Agrarflächen mehr. Zum Vergleich: Deutschland und die Schweiz verbauen jährlich nur je 0,25%, Tschechien nur 0,17% seiner Fläche.'' (Zitat SN v. 3. August 2018)
 
''Österreich verliert jährlich 0,5 % seiner Agrarflächen. Bei Fortschreiten dieser Entwicklung gibt es hierzulande bereits in 200 Jahren so gut wie keine Agrarflächen mehr. Zum Vergleich: Deutschland und die Schweiz verbauen jährlich nur je 0,25%, Tschechien nur 0,17% seiner Fläche.'' (Zitat SN v. 3. August 2018)
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*http://www.educ.eth.ch  
 
*http://www.educ.eth.ch  
 
*Leserbrief v. Arch. Dipl.-Ing. Andreas Volker f. d. Initiative der Pinzgauer Architekten und Ingenieurkonsulenten in den SN v. 10. April 2012
 
*Leserbrief v. Arch. Dipl.-Ing. Andreas Volker f. d. Initiative der Pinzgauer Architekten und Ingenieurkonsulenten in den SN v. 10. April 2012
*„Fleischlastige Ernährung frisst immer mehr Ackerland“, Salzburger Nachrichten, 17. April 2012, S. 27
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*"Fleischlastige Ernährung frisst immer mehr Ackerland“, Salzburger Nachrichten, 17. April 2012, S. 27
*Corinne Stauffinger, Karl Martin Tanner, „Wie die Gemeinden ihren Bodenverbrauch nachhaltig verbessern können – ein Handbuch“, http.//www.vlp-aspan-ch/de  
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*Corinne Stauffinger, Karl Martin Tanner, "Wie die Gemeinden ihren Bodenverbrauch nachhaltig verbessern können – ein Handbuch“, http.//www.vlp-aspan-ch/de  
 
*Dr. Erich Dallhammer, Hoher Bodenverbrauch – reine Geldverschwendung, http://www.tirol.gv.at/raumordnung
 
*Dr. Erich Dallhammer, Hoher Bodenverbrauch – reine Geldverschwendung, http://www.tirol.gv.at/raumordnung
 
*DI Georg Juritsch / DI Elisabeth Neudorfer, Bodenschutz und Bodenbewusstsein, http://www.salzburg.gv.at
 
*DI Georg Juritsch / DI Elisabeth Neudorfer, Bodenschutz und Bodenbewusstsein, http://www.salzburg.gv.at