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==== Brief vom 28. Juni 1874 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler ====
 
==== Brief vom 28. Juni 1874 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler ====
Brief von [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler [geb. Schlegel]:<br />''Salzburg den 28. 6. [18]74: Meine inigst geliebten Theuren! [verkehrt herum: Otto Louise grüßen Euch recht herzlich.] Dießmal muß auch ich mich entschuldigen, wegen des langen Stielschweigen, aber es kamm immer so viel dazwischen, das ich nie zum schreiben kamm, doch heute bin ich von der Kirche nachhauße gegangen, ohne einen Besuch zu machen, und setze mich zum schreiben damit ich doch einmal zu recht komme. bey Otto oben [im selben Haus] gab es so viel unwohl sein, das ich in der that ihnen viel nützlich sein konnte, die kleine Louise war 2 mal sehr krank dan lag die Kleine über 4 Wochen zu Hause krank dan kamm sie ins Spital wo auch täglich jemand hinauß ging um zu fragen wie es geht, es nahm auch viele Zeit in Anspruch sie nahmen wohl eine Außhülfe, die eine alte Person konte es auch nicht lange dermachen, dan wurde die Marie krank an einer starken Halsentzündung mit geschwühr, nun ist die Klara nach St gilgen gefahren, aber es mußte jemmand mit fahren und ein Bett hiere [?], da fuhr die Marie mit und blieb 2 Tage weg da hatten sie oben schon eine ordentliche Köchin aufgenohmen aber es waren halt doch nun 2 Mägde zu Hauße und dieser Tage hatten sie Mauern Tapeziren, und eine Kleidermacherin also läßt es sich leicht denken das man bey solcher Arbeit vor allem sucht die Kinder fortzubringen, so ging ich bald mit den 2 größeren Kindern, oder mit allen 4 Kindern und der Pezi auß wie es kamm- dann hatte ich auch einige Glückwünsche auf Konti und so vergeht mir die Zeit schnel und angenehm vorbey. - Bey Duregger bin ich auch gewöhnlich 3 mal in der Woche Abends geladen, da gehe ich gewöhnlich um 5 Uhr hinauß und genieße noch die herliche Luft in freyen. So sehr mich die Uhr als Geschenk freute so sehr bedaure ich, daß sie noch keinen Tag richtig gegangen ist, ich habe sie schon wider über 8 Tage dort [zur Reparatur], es ist doch schade, wenn man so viel geld für eine Sag[ch]e hergiebt, und man kann keine Freude haben weil sie nie recht geht. Auch ist der Zweck nicht ereicht. Heute werde ich sie wider hollen, und ich gebe so acht darauf, und es bekömmt sie niemand anderes in die Hände. Für die Glückwünsche zu meinen Nammenstag meinen herzlichsten Dank, der liebe Gott möge sie erfüllen ich war zu Mittag bey Otto und Abends bey Duregger, und am Tag darauf bey der Toda. - Wir hatten für Euch recht bange da Otto in der Presse gelesen das in Mödling und Baden ein Wolkenbruch nidergegangen mit starken Hagel bekleidet so das in einer Seite der langen gaße, alle Fenster eingeschlagen wurden, aber Ihr habt ja doch meistens die Palcken [Fensterläden] geschloßen, so hoffe ich wird es Euch nicht so stark getroffen haben. Heute haben wir den 30te und ich komm erst dazu diesen Brief zu schließen, es kamm neulich als ich gerade im Schreiben war die [!] Anton Spängler von Braunau und, ich mußte diese 2 Tage fast immer mit ihnen zubringen, bis sie gestern Abend fort reisten, und wie ich nachhauße kamm war schon wieder die Post da, ich bin bey Duregger zum Spielen geladen. Gestern Abends traf ich Otto und Louise draußen, welche mir sagten das es dich auch mit den Fenstern getroffen hat, ich bedauere Euch sehr. Bey XXX geht es beßer, gottlob es haben alle die Flecken [!] [verkehrt:] Lebt wohl mit 1000 Küßen Eure euch herzlich küßende Mutter Spángler''
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Brief von [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler und an Fanni Spängler [geb. Schlegel]:<br />''Salzburg den 28. 6. [18]74: Meine inigst geliebten Theuren!'' [verkehrt herum: ''Otto Louise grüßen Euch recht herzlich.''] ''Dießmal muß auch ich mich entschuldigen, wegen des langen Stielschweigen, aber es kamm immer so viel dazwischen, das ich nie zum schreiben kamm, doch heute bin ich von der Kirche nachhauße gegangen, ohne einen Besuch zu machen, und setze mich zum schreiben damit ich doch einmal zu recht komme. bey Otto oben [im selben Haus] gab es so viel unwohl sein, das ich in der that ihnen viel nützlich sein konnte, die kleine Louise war 2 mal sehr krank dan lag die Kleine über 4 Wochen zu Hause krank dan kamm sie ins Spital wo auch täglich jemand hinauß ging um zu fragen wie es geht, es nahm auch viele Zeit in Anspruch sie nahmen wohl eine Außhülfe, die eine alte Person konte es auch nicht lange dermachen, dan wurde die Marie krank an einer starken Halsentzündung mit geschwühr, nun ist die Klara nach St gilgen gefahren, aber es mußte jemmand mit fahren und ein Bett hiere [?], da fuhr die Marie mit und blieb 2 Tage weg da hatten sie oben schon eine ordentliche Köchin aufgenohmen aber es waren halt doch nun 2 Mägde zu Hauße und dieser Tage hatten sie Mauern Tapeziren, und eine Kleidermacherin also läßt es sich leicht denken das man bey solcher Arbeit vor allem sucht die Kinder fortzubringen, so ging ich bald mit den 2 größeren Kindern, oder mit allen 4 Kindern und der Pezi auß wie es kamm- dann hatte ich auch einige Glückwünsche auf Konti und so vergeht mir die Zeit schnel und angenehm vorbey. -''
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''Bey Duregger bin ich auch gewöhnlich 3 mal in der Woche Abends geladen, da gehe ich gewöhnlich um 5 Uhr hinauß und genieße noch die herliche Luft in freyen. So sehr mich die Uhr als Geschenk freute so sehr bedaure ich, daß sie noch keinen Tag richtig gegangen ist, ich habe sie schon wider über 8 Tage dort'' [zur Reparatur] '', es ist doch schade, wenn man so viel geld für eine Sag[ch]e hergiebt, und man kann keine Freude haben weil sie nie recht geht. Auch ist der Zweck nicht ereicht. Heute werde ich sie wider hollen, und ich gebe so acht darauf, und es bekömmt sie niemand anderes in die Hände. Für die Glückwünsche zu meinen Nammenstag meinen herzlichsten Dank, der liebe Gott möge sie erfüllen ich war zu Mittag bey Otto und Abends bey Duregger, und am Tag darauf bey der Toda. - Wir hatten für Euch recht bange da Otto in der Presse gelesen das in Mödling und Baden ein Wolkenbruch nidergegangen mit starken Hagel bekleidet so das in einer Seite der langen gaße, alle Fenster eingeschlagen wurden, aber Ihr habt ja doch meistens die Palcken'' [Fensterläden] ''geschloßen, so hoffe ich wird es Euch nicht so stark getroffen haben. Heute haben wir den 30te und ich komm erst dazu diesen Brief zu schließen, es kamm neulich als ich gerade im Schreiben war die [!] Anton Spängler von Braunau und, ich mußte diese 2 Tage fast immer mit ihnen zubringen, bis sie gestern Abend fort reisten, und wie ich nachhauße kamm war schon wieder die Post da, ich bin bey Duregger zum Spielen geladen. Gestern Abends traf ich Otto und Louise draußen, welche mir sagten das es dich auch mit den Fenstern getroffen hat, ich bedauere Euch sehr. Bey XXX geht es beßer, gottlob es haben alle die Flecken'' [!] [verkehrt:] ''Lebt wohl mit 1000 Küßen Eure euch herzlich küßende Mutter Spángler''
    
„Toda“ auch in einem Brief der Antonia Spängler vom 16. März 1872 und sonst mehrfach genannt; vergleiche Maria de Toda (* 1819; † 1900).
 
„Toda“ auch in einem Brief der Antonia Spängler vom 16. März 1872 und sonst mehrfach genannt; vergleiche Maria de Toda (* 1819; † 1900).