Geplante Bahnverbindung zwischen Lofer und Bad Reichenhall: Unterschied zwischen den Versionen

Zeile 10: Zeile 10:
Im Mai 1898 beantragte die Landesregierung die Herstellung einer normalspurigen Lokalbahn von Saalfelden nach Lofer und begründete dies mit einer damit zu erreichenden engeren Bindung des sehr an Bayern orientierten Landesteils ans Land Salzburg, mit einer damit verbundenen Erleichterung der Administration.<ref>ebd., S. 1f</ref> Das Ministerium begrüßte vorerst das Vorhaben und empfahl die Bildung eines Aktionskomitees zur Durchführung der technischen Vorarbeiten, zur Aufstellung eines Kostenvoranschlags und zur Beschaffung von Daten über die Rentabilität des Vorhabens. Dieses Komitee wurde auch bald darauf gegründet. In dieser Zeit entstand auch eine Bewegung zugunsten der Herstellung einer Eisenbahnverbindung von Reichenhall über Lofer nach St. Johann in Tirol, deren Existenz dem Ministerium zu Ohren kam. Am 6. November 1898 fasste das Aktionskomitee den folgenschweren Beschluss, sich mit dem anderen Aktionskomitee ins Einvernehmen zu setzen und beide Projekte als untrennbares Ganzes anzusehen und auf den gleichzeitigen Ausbau beider Linien hinzuarbeiten.  Erkundungen des Ministeriums führten jedoch zum Ergebnis, dass eine Bahnstrecke zwischen Reichenhall und St. Johann i. T. auf die bestehende Staatsbahnstrecke Salzburg - Bischofshofen - St. Johann i. T. einen enorm ungünstigen Einfluss nehmen würde, ohne selbst eine volle Gewähr für eine ausreichende Rentabilität zu bieten.<ref>ebd., S. 2</ref>
Im Mai 1898 beantragte die Landesregierung die Herstellung einer normalspurigen Lokalbahn von Saalfelden nach Lofer und begründete dies mit einer damit zu erreichenden engeren Bindung des sehr an Bayern orientierten Landesteils ans Land Salzburg, mit einer damit verbundenen Erleichterung der Administration.<ref>ebd., S. 1f</ref> Das Ministerium begrüßte vorerst das Vorhaben und empfahl die Bildung eines Aktionskomitees zur Durchführung der technischen Vorarbeiten, zur Aufstellung eines Kostenvoranschlags und zur Beschaffung von Daten über die Rentabilität des Vorhabens. Dieses Komitee wurde auch bald darauf gegründet. In dieser Zeit entstand auch eine Bewegung zugunsten der Herstellung einer Eisenbahnverbindung von Reichenhall über Lofer nach St. Johann in Tirol, deren Existenz dem Ministerium zu Ohren kam. Am 6. November 1898 fasste das Aktionskomitee den folgenschweren Beschluss, sich mit dem anderen Aktionskomitee ins Einvernehmen zu setzen und beide Projekte als untrennbares Ganzes anzusehen und auf den gleichzeitigen Ausbau beider Linien hinzuarbeiten.  Erkundungen des Ministeriums führten jedoch zum Ergebnis, dass eine Bahnstrecke zwischen Reichenhall und St. Johann i. T. auf die bestehende Staatsbahnstrecke Salzburg - Bischofshofen - St. Johann i. T. einen enorm ungünstigen Einfluss nehmen würde, ohne selbst eine volle Gewähr für eine ausreichende Rentabilität zu bieten.<ref>ebd., S. 2</ref>
Das Ministerium empfahl dem Komitee das Vorhaben auf den ursprünglichen Zweck einer Lokalbahn zwischen Saalfelden und Lofer zurückzuführen. Die vereinigten Komitees beschlossen jedoch, dass eine normalspurige Verbindung zwischen Saalfelden über Lofer nach St. Johann i. T.  und eine Schmalspurbahn zwischen Reichenhall und Lofer errichtet werden soll.  
Das Ministerium empfahl dem Komitee das Vorhaben auf den ursprünglichen Zweck einer Lokalbahn zwischen Saalfelden und Lofer zurückzuführen. Die vereinigten Komitees beschlossen jedoch, dass eine normalspurige Verbindung zwischen Saalfelden über Lofer nach St. Johann i. T.  und eine Schmalspurbahn zwischen Reichenhall und Lofer errichtet werden soll.  
Darüber in der Österreichischen Touristenzeitung in ihrer Ausgabe von 1899 wie folgt berichtet: <ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=otz&datum=18990004&query=((text:%22Hermann+Schmidtmann%22))&ref=anno-search&seite=73 ANNO], Österreichische Touristenzeitung, Ausgabe 1899, Seite 73</ref><blockquote>''Bahnverbindung zwischen Lofer-[[Saalfelden]]-[[St. Johann in Tirol|St. Johann i. T.]] und [[Reichenhall]]. Bei der am [[31. Dezember|31. December]] [[1898|v. J.]] in [[Lofer]] stattgefundenen Sitzung des »Salzburg-Tiroler Actions-Comités« zur Verwirklichung der vorgenannten  Bahnprojecte wurde nachfolgender Beschluss gefasst: Die heutige Versammlung der Interessenten (Actions-Comités) der Eisenbahn Saalfelden-Lofer-St. Johann i. T. und Lofer-Reichenhall erklärt und beschliesst einstimmig, dass nach dem Ergebnisse der Audienz bei Sr. Excellenz dem Herrn k. k. Eisenbahn Eisenbahnminister ­mit allem Nachdruck die Herstellung der Eisenbahn Saalfelden-Lofer-St. Johann i. T. als normalspurige Vollbahn unbedingt anzustreben ist, dass ferner die Linie Lofer-Reichenhall als schmalspurige Bahn gleichfalls anzustreben ist, wenn diese als normalspurige Vollbahn nicht erreichbar sein sollte. Doch soll in diesem Falle das Project Lofer-Reichenhall derart ausgearbeitet werden, dass die Schmalspur ohne besondere Abweichungen in die Normalspur umgewandelt werden kann, wobei ganz besonders auf die Brücken, Durchlässe, Tunnels, Bögen und Steigungen Rücksicht genommen werden soll. Herr [[Hermann Schmidtmann]] auf [[Schloss Grubhof]] erklärte die Kosten der Projectirung beider Linien einstweilen zu bestreiten.</blockquote>
Darüber wurde in der Österreichischen Touristenzeitung in ihrer Ausgabe von 1899 wie folgt berichtet: <ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=otz&datum=18990004&query=((text:%22Hermann+Schmidtmann%22))&ref=anno-search&seite=73 ANNO], Österreichische Touristenzeitung, Ausgabe 1899, Seite 73</ref><blockquote>''Bahnverbindung zwischen Lofer-[[Saalfelden]]-[[St. Johann in Tirol|St. Johann i. T.]] und [[Reichenhall]]. Bei der am [[31. Dezember|31. December]] [[1898|v. J.]] in [[Lofer]] stattgefundenen Sitzung des »Salzburg-Tiroler Actions-Comités« zur Verwirklichung der vorgenannten  Bahnprojecte wurde nachfolgender Beschluss gefasst: Die heutige Versammlung der Interessenten (Actions-Comités) der Eisenbahn Saalfelden-Lofer-St. Johann i. T. und Lofer-Reichenhall erklärt und beschliesst einstimmig, dass nach dem Ergebnisse der Audienz bei Sr. Excellenz dem Herrn k. k. Eisenbahn Eisenbahnminister ­mit allem Nachdruck die Herstellung der Eisenbahn Saalfelden-Lofer-St. Johann i. T. als normalspurige Vollbahn unbedingt anzustreben ist, dass ferner die Linie Lofer-Reichenhall als schmalspurige Bahn gleichfalls anzustreben ist, wenn diese als normalspurige Vollbahn nicht erreichbar sein sollte. Doch soll in diesem Falle das Project Lofer-Reichenhall derart ausgearbeitet werden, dass die Schmalspur ohne besondere Abweichungen in die Normalspur umgewandelt werden kann, wobei ganz besonders auf die Brücken, Durchlässe, Tunnels, Bögen und Steigungen Rücksicht genommen werden soll. Herr [[Hermann Schmidtmann]] auf [[Schloss Grubhof]] erklärte die Kosten der Projectirung beider Linien einstweilen zu bestreiten.</blockquote>


Dies führte zur Ablehnung des gesamten Vorhabens, was dem Obmann des Aktionskomitees, dem Gutsbesitzer und Industriellen [[Hermann Schmidtmann]] schriftlich mitgeteilt wurde.<ref>ebd., S. 2</ref>
Dies führte zur Ablehnung des gesamten Vorhabens, was dem Obmann des Aktionskomitees, dem Gutsbesitzer und Industriellen [[Hermann Schmidtmann]] schriftlich mitgeteilt wurde.<ref>ebd., S. 2</ref>