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Nach Haftende erhielt Brugger erneut einen  Einberufungsbefehl. Er verweigerte daraufhin den Wehrdienst unter ausdrücklicher Betonung, dass er aus Gewissensgründen keine Waffe in die Hand nehmen könne. Er zielte damit nicht auf eine Änderung der politischen Ordnung ab, sondern verweigerte den Dienst mit der Waffe als >Zeichen des Advents<, des bevorstehenden >Friedensreiches<, das nach seinem reformadventistischen Glauben die Welt grundlegend verändern werde.
 
Nach Haftende erhielt Brugger erneut einen  Einberufungsbefehl. Er verweigerte daraufhin den Wehrdienst unter ausdrücklicher Betonung, dass er aus Gewissensgründen keine Waffe in die Hand nehmen könne. Er zielte damit nicht auf eine Änderung der politischen Ordnung ab, sondern verweigerte den Dienst mit der Waffe als >Zeichen des Advents<, des bevorstehenden >Friedensreiches<, das nach seinem reformadventistischen Glauben die Welt grundlegend verändern werde.
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Das hatte zur Folge, dass Anton Brugger erneut verhaftet und wegen >Zersetzung der Wehrkraft< am [[5. Jänner]] [[1943]] vom Reichskriegsgericht Berlin zum Tod verurteilt wurde.
 
Das hatte zur Folge, dass Anton Brugger erneut verhaftet und wegen >Zersetzung der Wehrkraft< am [[5. Jänner]] [[1943]] vom Reichskriegsgericht Berlin zum Tod verurteilt wurde.
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Anton Brugger wurde am [[3. Februar]] 1943 in Brandenburg-Görden hingerichtet. Am selben Ort, an dem einige Monate später auch Franz Jägerstätter von den NS-Schergen wegen desselben Deliktes ermordet wurde. Während aber Jägerstätter heute ein weithin bekanntes Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsstaates ist, wurde Bruggers Schicksal kaum wahrgenommen. Die Stadt Brandenburg ehrte im Jahr [[1947]] sein Andenken durch die Errichtung eines Ehrenmales mit der namentlichen Beisetzung seiner Urne.
 
Anton Brugger wurde am [[3. Februar]] 1943 in Brandenburg-Görden hingerichtet. Am selben Ort, an dem einige Monate später auch Franz Jägerstätter von den NS-Schergen wegen desselben Deliktes ermordet wurde. Während aber Jägerstätter heute ein weithin bekanntes Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsstaates ist, wurde Bruggers Schicksal kaum wahrgenommen. Die Stadt Brandenburg ehrte im Jahr [[1947]] sein Andenken durch die Errichtung eines Ehrenmales mit der namentlichen Beisetzung seiner Urne.
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==Nachruf==
 
==Nachruf==
 
Anton Brugger, ein gebürtiger Kapruner, war als konsequenter Pazifist kein typischer Repräsentant seiner Glaubensgemeinschaft. Er zählt zur kleinen Gruppe der adventistischen und freikirchlichen Kriegsdienstverweigerer, die während des Nationalsozialismus ihre auf religiöser Basis gründende  Überzeugung konsequent mit dem eigenen Leben bezahlten.
 
Anton Brugger, ein gebürtiger Kapruner, war als konsequenter Pazifist kein typischer Repräsentant seiner Glaubensgemeinschaft. Er zählt zur kleinen Gruppe der adventistischen und freikirchlichen Kriegsdienstverweigerer, die während des Nationalsozialismus ihre auf religiöser Basis gründende  Überzeugung konsequent mit dem eigenen Leben bezahlten.
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