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Die Bezeichnung ''Königsseeache'' oder ''Königssee-Ache'' ist erst seit Mitte des [[19. Jahrhundert]] gebräuchlich.  
 
Die Bezeichnung ''Königsseeache'' oder ''Königssee-Ache'' ist erst seit Mitte des [[19. Jahrhundert]] gebräuchlich.  
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Der Salzburger Abschnitt, der vor der Regulierung ein wertvolles Fischwasser war, wurde auch als ''Niederalm'' oder ''Almbach'' bezeichnet.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18610806&seite=6&zoom=33&query=%22Niederalm%22%2B%22ache%22 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 6. August 1861, Seite 6</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19060814&query=%22Berchtesgadener%22+%22Ache%22+%22Niederalm%22&seite=4 ANNO], Reichspost, 14. August 1906, Seite 4</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19361201&query=%22K%c3%b6nigssee-Ache%22&seite=8 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 1. Dezember 1936, Seite 8</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vob&datum=19380712&query=%22K%c3%b6nigssee-Ache%22&seite=9 ANNO], Völkischer Beobachter, 12. Juli 1938, Seite 9</ref><ref>[http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=1963&page=40&size=45 LGBl.Nr. 23/1963]</ref>
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Der Salzburger Abschnitt, der vor der Regulierung ein wertvolles Fischwasser war, wurde auch als ''Niederalm'' oder ''Almbach'' bezeichnet.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18610806&seite=6&zoom=33&query=%22Niederalm%22%2B%22ache%22 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 6. August 1861, Seite 6</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19060814&query=%22Berchtesgadener%22+%22Ache%22+%22Niederalm%22&seite=4 ANNO], Reichspost, 14. August 1906, Seite 4</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19361201&query=%22K%c3%b6nigssee-Ache%22&seite=8 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 1. Dezember 1936, Seite 8</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vob&datum=19380712&query=%22K%c3%b6nigssee-Ache%22&seite=9 ANNO], Völkischer Beobachter, 12. Juli 1938, Seite 9</ref><ref>[http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=1963&page=40&size=45 LGBl.Nr. 23/1963]</ref>
    
Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist jedenfalls historisch nicht alt und ist in der Aussprache zwischen Oberlauf und Unterlauf wenig erkennbar. Der gleiche Benennung eines Baches vom Oberlauf bis zur Mündung ist eine sinnhafte und weitum übliche sprachliche Regelung.   
 
Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist jedenfalls historisch nicht alt und ist in der Aussprache zwischen Oberlauf und Unterlauf wenig erkennbar. Der gleiche Benennung eines Baches vom Oberlauf bis zur Mündung ist eine sinnhafte und weitum übliche sprachliche Regelung.   
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[[Datei:Koengsseeache Hochwasser Juni 2009.jpg|thumb|Hochwasser in der Königsseeache zwischen Niederalm und Rif im Juni 2009.]]
 
[[Datei:Koengsseeache Hochwasser Juni 2009.jpg|thumb|Hochwasser in der Königsseeache zwischen Niederalm und Rif im Juni 2009.]]
 
[[Datei:Koenigsseeache_August_2011_001.JPG|thumb|Die Königsseeache als Naherholungsgebiet. Hier unterhalb der [[Niederalm Brücke]] im Sommer 2011.]]
 
[[Datei:Koenigsseeache_August_2011_001.JPG|thumb|Die Königsseeache als Naherholungsgebiet. Hier unterhalb der [[Niederalm Brücke]] im Sommer 2011.]]
Der Fluss nährte bis in die [[Eiszeit]] ein Hoch[[moor]], das vom [[Untersbergstock]] bis zum [[Leopoldskroner Moor]] hinaus reichte. Indem die Ache nach Osten zur Salzach durchbrach und ihren Verlauf stark verkürzte, trocknete ihr altes Bett aus und es bildeten sich Senken und Mulden, die sich mit Wasser füllten. Die [[Schleinlacke]] war eine davon. Daran erinnert heute noch die [[Schleinlackenstraße]].<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1864&page=4&qid=ZRBOSHP4DH9KPMEL0EE0EXGBZKP7LO&size=45 Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1864, seite 6]</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dna&datum=19170004&query=(((text:Berchtesgadener)+AND+(text:Ache)+AND+(text:Niederalm)))&seite=4 ANNO]. Der Naturfreund, 1917, Seite 4</ref>
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Der Fluss nährte bis in die [[Eiszeit]] ein Hoch[[moor]], das vom [[Untersbergstock]] bis zum [[Leopoldskroner Moor]] hinaus reichte. Indem die Ache nach Osten zur Salzach durchbrach und ihren Verlauf stark verkürzte, trocknete ihr altes Bett aus und es bildeten sich Senken und Mulden, die sich mit Wasser füllten. Die [[Schleinlacke]] war eine davon. Daran erinnert heute noch die [[Schleinlackenstraße]].<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1864&page=4&qid=ZRBOSHP4DH9KPMEL0EE0EXGBZKP7LO&size=45 Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1864, seite 6]</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dna&datum=19170004&query=(((text:Berchtesgadener)+AND+(text:Ache)+AND+(text:Niederalm)))&seite=4 ANNO]. Der Naturfreund, 1917, Seite 4</ref>
    
Im [[Mittelalter]] musste die [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] das [[Salz]] der [[Saline Schellenberg]] auf der Ache nach [[Niederalm]] transportieren. Dort wurde es auf [[Salzschifffahrt|Salztransporte auf der Salzach]] umgeladen und bis an die [[Donau]] verschifft. Dazu war aber die Genehmigung der [[Salzburger Erzbischöfe]] und der [[Guetrater]] notwendig. An der Mündung der Königsseeache in die Salzach wurde auch die Errichtung eines Salzlagers, des Salzstadels genehmigt.
 
Im [[Mittelalter]] musste die [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] das [[Salz]] der [[Saline Schellenberg]] auf der Ache nach [[Niederalm]] transportieren. Dort wurde es auf [[Salzschifffahrt|Salztransporte auf der Salzach]] umgeladen und bis an die [[Donau]] verschifft. Dazu war aber die Genehmigung der [[Salzburger Erzbischöfe]] und der [[Guetrater]] notwendig. An der Mündung der Königsseeache in die Salzach wurde auch die Errichtung eines Salzlagers, des Salzstadels genehmigt.
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Im Mittelalter gab es eine Ableitung von der Königsseeache, den Mühlbach, der zwei Mühlen antrieb: Die obere Mühle, das nicht mehr bestehende [[Sagmüllergut|Sa(a)gmüllergut]] und die untere Mühle an Stelle des Bäckerhauses der heutigen Bäckerei Ebner.  
 
Im Mittelalter gab es eine Ableitung von der Königsseeache, den Mühlbach, der zwei Mühlen antrieb: Die obere Mühle, das nicht mehr bestehende [[Sagmüllergut|Sa(a)gmüllergut]] und die untere Mühle an Stelle des Bäckerhauses der heutigen Bäckerei Ebner.  
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[[1870]] wurde das natürliche verlaufende Flussbett der Ache mit Schotterbänken und Auwald durch eine ''Almbach-Regulierung'' unterhalb von [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] bis zur [[Niederalm Brücke]] verändert und die Flussufer beidseits mit Flussbausteinen und [[Buhne]]n befestigt.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700125&query=%22Niederalm-Br%c3%bccke%22&seite=5 ANNO], Salzburger Zeitung, 25. Januar 1870, Seite 5</ref>
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[[1870]] wurde das natürliche verlaufende Flussbett der Ache mit Schotterbänken und Auwald durch eine ''Almbach-Regulierung'' unterhalb von [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] bis zur [[Niederalm Brücke]] verändert und die Flussufer beidseits mit Flussbausteinen und [[Buhne]]n befestigt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700125&query=%22Niederalm-Br%c3%bccke%22&seite=5 ANNO], Salzburger Zeitung, 25. Januar 1870, Seite 5</ref>
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[[1910]] wurde durch die [[Lawine]]n- und [[Wildbachverbauung]] mit einem Kostenaufwand von 192.340 [[Krone]]n eine weitere Regulierung vorgenommen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ofb&datum=19100145&query=(((text:Berchtesgadener)+AND+(text:Ache)+AND+(text:Niederalm)))&seite=9 ANNO], Österreichische Monatsschrift für den öffentlichen Baudienst, 1910, Seite 665</ref>
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[[1910]] wurde durch die [[Lawine]]n- und [[Wildbachverbauung]] mit einem Kostenaufwand von 192.340 [[Krone]]n eine weitere Regulierung vorgenommen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ofb&datum=19100145&query=(((text:Berchtesgadener)+AND+(text:Ache)+AND+(text:Niederalm)))&seite=9 ANNO], Österreichische Monatsschrift für den öffentlichen Baudienst, 1910, Seite 665</ref>
    
Die ältesten Flussbau-Maßnahmen an der Berchtesgadener Ache dienten vielfach zur Verbesserung der [[Holztrift]] für das [[Salzbergwerk Berchtesgaden]] und der ehemalige [[Saline Schellenberg|Saline]] in [[Marktschellenberg]]. Nach Einstellung der Holztrift um [[1950]] wechselte die Zielsetzung der wasserbaulichen Maßnahmen zum Objektschutz.
 
Die ältesten Flussbau-Maßnahmen an der Berchtesgadener Ache dienten vielfach zur Verbesserung der [[Holztrift]] für das [[Salzbergwerk Berchtesgaden]] und der ehemalige [[Saline Schellenberg|Saline]] in [[Marktschellenberg]]. Nach Einstellung der Holztrift um [[1950]] wechselte die Zielsetzung der wasserbaulichen Maßnahmen zum Objektschutz.
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Um [[1948]] bestand am ''Salzachspitz'' in Niederalm die Schottergewinnungsanlage von Josef Klappacher.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svz&datum=19481206&query=%22Niederalm%22+%22Fluss%22&seite=3 ANNO], Salzburger Volkszeitung, 6. Dezember 1948, Seite 3</ref>
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Um [[1948]] bestand am ''Salzachspitz'' in Niederalm die Schottergewinnungsanlage von Josef Klappacher.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svz&datum=19481206&query=%22Niederalm%22+%22Fluss%22&seite=3 ANNO], Salzburger Volkszeitung, 6. Dezember 1948, Seite 3</ref>
    
Aus dem Flussbett der Königsseeache im Bereich Niederalm-Rif wurden 2008 rund 30&nbsp;000 m³ Sand und Kies ausgebaggert, im Winter 2009/2010 waren es nochmals 10&nbsp;000 m². Diese Aktionen dienten auch dem Schutz vor [[Hochwasser]]. Angesichts der stetigen Eintiefung der regulieren Salzach war die Ausbaggerung eines Salzachzubringers aus Gründen des Hochwasserschutzes aber nicht direkt nachvollziehbar.
 
Aus dem Flussbett der Königsseeache im Bereich Niederalm-Rif wurden 2008 rund 30&nbsp;000 m³ Sand und Kies ausgebaggert, im Winter 2009/2010 waren es nochmals 10&nbsp;000 m². Diese Aktionen dienten auch dem Schutz vor [[Hochwasser]]. Angesichts der stetigen Eintiefung der regulieren Salzach war die Ausbaggerung eines Salzachzubringers aus Gründen des Hochwasserschutzes aber nicht direkt nachvollziehbar.