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Erst die Wahlen von [[1931]] brachten einen Umschwung, die Koalition von christlichsozialen, großdeutschen und nationalsozialistischen Parteien zerbrach. Streitigkeiten und offensichtliche Meinungsverschiedenheiten innerhalb der nationalen Gruppen führten zu einer Spaltung in ein Großdeutsches Lager und den nationalen Flügel der Hitlerbewegung. Nach drei dramatischen Wahlgängen bekam nach internen Absprachen überraschend der Sozialdemokrat Anton Werber (nach 1919 erneut) eine Mehrheit, Josef Ernst zog sich bald darauf aus der Politik zurück.
 
Erst die Wahlen von [[1931]] brachten einen Umschwung, die Koalition von christlichsozialen, großdeutschen und nationalsozialistischen Parteien zerbrach. Streitigkeiten und offensichtliche Meinungsverschiedenheiten innerhalb der nationalen Gruppen führten zu einer Spaltung in ein Großdeutsches Lager und den nationalen Flügel der Hitlerbewegung. Nach drei dramatischen Wahlgängen bekam nach internen Absprachen überraschend der Sozialdemokrat Anton Werber (nach 1919 erneut) eine Mehrheit, Josef Ernst zog sich bald darauf aus der Politik zurück.
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In der nun zweiten Amtsperiode von Anton Werber (April [[1931]] bis Mai [[1933]]) eskalierte indes die seit Jahren angespannte Situation. Die Zeller Gemeindevertretung schaltete sich – vergleichbar mit den Vorgängen im Parlament in Wien – ebenso gleichsam selbst aus. Nach einem Misstrauensvotum gegen Werber entstand ein Zustand „ex lege“, mit [[Bezirkshauptmann]] Dr. [[Rudolf Hanifle]] musste von der [[Landesregierung]] ein Regierungskommissär anstelle eines gewählten Bürgermeisters mit der Führung der Amtsgeschäfte beauftragt werden. Hanifle übergab im Dezember 1933 diese Aufgabe an Regierungsrat [[Leo Weißengruber]], der diese Funktion bis Juni [[1934]] ausübte. Noch zwei weitere Jahre blieb Zell unter Aufsicht des Landes, Kommissär war Dr. [[Adalbert Mueller]]. Zell war in den beginnenden [[1930er]] Jahren zur notleidendsten Gemeinde des ganzen Landes geworden, zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung mussten 1933 sogar Militäreinheiten angefordert und stationiert werden. Erst im Mai [[1936]] konstituierte sich wieder eine Gemeindevertretung, der über den einzelnen Lagern stehende Gastwirt [[Sebastian Hörl]] nahm 1936 nach langem Zögern das Amt an. Mit ihm stand nun – für zwei Jahre - wieder ein (von der [[Gemeindevertretung]]) gewählter Bürgermeister an der Spitze der Stadt.
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In der nun zweiten Amtsperiode von Anton Werber (April [[1931]] bis Mai [[1933]]) eskalierte indes die seit Jahren angespannte Situation. Die Zeller Gemeindevertretung schaltete sich – vergleichbar mit den Vorgängen im Parlament in Wien – ebenso gleichsam selbst aus. Nach einem Misstrauensvotum gegen Werber entstand ein Zustand „ex lege“, mit [[Bezirkshauptmann]] Dr. [[Rudolf Hanifle]] musste von der [[Landesregierung]] ein Regierungskommissär anstelle eines gewählten Bürgermeisters mit der Führung der Amtsgeschäfte beauftragt werden. Hanifle übergab im Dezember 1933 diese Aufgabe an Regierungsrat [[Leo Weißengruber]], der diese Funktion bis Juni [[1934]] ausübte. Noch zwei weitere Jahre blieb Zell unter Aufsicht des Landes, Kommissär war Dr. [[Adalbert Mueller]]. Zell war in den beginnenden [[1930er]]-Jahren zur notleidendsten Gemeinde des ganzen Landes geworden, zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung mussten 1933 sogar Militäreinheiten angefordert und stationiert werden. Erst im Mai [[1936]] konstituierte sich wieder eine Gemeindevertretung, der über den einzelnen Lagern stehende Gastwirt [[Sebastian Hörl]] nahm 1936 nach langem Zögern das Amt an. Mit ihm stand nun – für zwei Jahre - wieder ein (von der [[Gemeindevertretung]]) gewählter Bürgermeister an der Spitze der Stadt.
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Die im Juli 1931 verhängte [[100-Mark-Steuer]] hatte dem [[Fremdenverkehr]] in Zell am See und im übrigen Pinzgau schweren Schaden zugefügt. Ein volles Drittel der üblichen Frequenz aus dem Deutschen Reich blieb aus. Hatte die Stadt Zell am See im Jahr [[1928]] noch 168&nbsp;000 Fremden-Nächtigungen erzielt, so sank diese Ziffer im Jahre 1931 auf 93&nbsp;000. Die Zimmerlosung eines bestimmten Zeller Hotels hatte 1928 64.000 [[Schilling]] betragen, 1931 ergab sie bloß 27.000. Der stärkere Zustrom österreichischen Publikums, beson­ders aus [[Wien]], vermochte den schweren Ausfall teilweise wettzumachen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19320510&query=%22B%c3%bcro+f%c3%bcr+Fremdenverkehr%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 10. Mai 1932, Seite 4</ref>
    
== 1938 bis 1945 ==  
 
== 1938 bis 1945 ==  

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