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Zu Beginn des Wintersemesters 1969/70 übersiedelte das Geographische Institut in die für ein zehnjähriges Provisorium gedachten Plattenbauten in die Akademiestraße. Es war damals geplant, die gesamte Universität auf den Freisaal-Wiesen als Campus-Universität neu zu errichten. Mit dieser Übersiedlung hatten die beiden Professoren und deren Assistenten genügend Räumlichkeiten. Der zweite Stock des südlichen Gebäudeteils entlang der Akademiestraße gehörte dem Geographischen Institut, im ersten Stock waren die Germanisten untergebracht und im Gebäudeteil entlang des Mühlbacherhofweges waren die Psychologen beheimatet. Die beiden Gebäudeteile waren durch einen großen Hörsaal verbunden, der von allen drei Instituten genutzt wurde. Im Erdgeschoß des Gebäudeteils entlang der Akademiestraße waren im Erdgeschoß östlich des großen Hörsaals die Räumlichkeiten der Pedelle, dann folgte in der Mitte des Gebäudes die Stiege in die beiden oberen Stockwerke. Östlich der Stiege waren in den beiden oberen Stockwerken die Dienstzimmer der Professoren und Assistenten, im Erdgeschoß die Institutsbibliothek der Germanistik. Im Westteil des Gebäudeteils waren in den beiden oberen Stockwerke Hörsääle, Seminarräume und beim Geographischen Institut auch die Institutsbibliothek.
 
Zu Beginn des Wintersemesters 1969/70 übersiedelte das Geographische Institut in die für ein zehnjähriges Provisorium gedachten Plattenbauten in die Akademiestraße. Es war damals geplant, die gesamte Universität auf den Freisaal-Wiesen als Campus-Universität neu zu errichten. Mit dieser Übersiedlung hatten die beiden Professoren und deren Assistenten genügend Räumlichkeiten. Der zweite Stock des südlichen Gebäudeteils entlang der Akademiestraße gehörte dem Geographischen Institut, im ersten Stock waren die Germanisten untergebracht und im Gebäudeteil entlang des Mühlbacherhofweges waren die Psychologen beheimatet. Die beiden Gebäudeteile waren durch einen großen Hörsaal verbunden, der von allen drei Instituten genutzt wurde. Im Erdgeschoß des Gebäudeteils entlang der Akademiestraße waren im Erdgeschoß östlich des großen Hörsaals die Räumlichkeiten der Pedelle, dann folgte in der Mitte des Gebäudes die Stiege in die beiden oberen Stockwerke. Östlich der Stiege waren in den beiden oberen Stockwerken die Dienstzimmer der Professoren und Assistenten, im Erdgeschoß die Institutsbibliothek der Germanistik. Im Westteil des Gebäudeteils waren in den beiden oberen Stockwerke Hörsääle, Seminarräume und beim Geographischen Institut auch die Institutsbibliothek.
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1970 wechselte Franz Zwittkovits nach Wien und Riedl stellte an dessen Stelle am 1.3.1970 Erich Stocker für die geomorphologischen Übungen ein. Stocker promovierte am 5.2.1970 in Graz mit einer Arbeit über Hanguntersuchungen in der Kreuzeckgruppe in Kärnten <ref>Riedl 2021, S. 63</ref> . Erich Stocker konnte auf Grund der räumlichen Möglichkeiten sogar ein geomorphologisches Labor einrichten, in dem mit Sandkästen und Beregnungseinrichtungen Erosions- und Denudationsexperimente durchgeführt werden konnten.
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1970 wechselte Franz Zwittkovits nach Wien und Riedl stellte an dessen Stelle am 1.3.1970 [[Erich Stocker]] für die geomorphologischen Übungen ein. Stocker promovierte am 5.2.1970 in Graz mit einer Arbeit über Hanguntersuchungen in der Kreuzeckgruppe in Kärnten <ref>Riedl 2021, S. 63</ref> . Erich Stocker konnte auf Grund der räumlichen Möglichkeiten sogar ein geomorphologisches Labor einrichten, in dem mit Sandkästen und Beregnungseinrichtungen Erosions- und Denudationsexperimente durchgeführt werden konnten.
Im Jahr 1970 löste Josef Goldberger den bisher für die Unterrichtslehre wirkenden Ferdinand Prillinger ab. Da es die Aufgabe des Lehrenden für die Didaktik auch war, den Studierenden die Wirtschaftskunde zu vermitteln, hatte er eine tragende Rolle in der Ausbildung der Gymnasiallehrer für Geographie und Wirtschaftskunde <ref>ebd., S. 72</ref> .
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Im Jahr 1970 löste [[Josef Goldberger]] den bisher für die Unterrichtslehre wirkenden Ferdinand Prillinger ab. Da es die Aufgabe des Lehrenden für die Didaktik auch war, den Studierenden die Wirtschaftskunde zu vermitteln, hatte er eine tragende Rolle in der Ausbildung der Gymnasiallehrer für Geographie und Wirtschaftskunde <ref>ebd., S. 72</ref> .
 
Am 28. April 1970 hielt Helmut Riedl seine Antrittsvorlesung mit dem Titel „Wesen und Bedeutung der Bodengeographie.“ In dieser Vorlesung stellte er den Bezug zwischen der Bodengeographie und der Landschaftsanalyse und den anderen Teilgebieten der Physischen Geographie auf Grundlage der Integrationsstufenlehre von Hans Bobek her <ref>Riedl 1973</ref> . Aus siedlungsgeographischer Hinsicht sind Riedls Analyse bezüglich der Flurformen im Kapitel „Beziehungen der Bodengeographie zur Anthropogeographie“ wieder ganz aktuell und geben wertvolle Hinweise für die gerade Österreich weit stattfindenden Diskussionen zur Eindämmung der Versiegelung von Agrarflächen und zur fachlichen Begründung der Festlegung von landwirtschaftlichen Vorrangflächen im Rahmen der Landesplanung <ref>ebd., S. 16-21</ref> .
 
Am 28. April 1970 hielt Helmut Riedl seine Antrittsvorlesung mit dem Titel „Wesen und Bedeutung der Bodengeographie.“ In dieser Vorlesung stellte er den Bezug zwischen der Bodengeographie und der Landschaftsanalyse und den anderen Teilgebieten der Physischen Geographie auf Grundlage der Integrationsstufenlehre von Hans Bobek her <ref>Riedl 1973</ref> . Aus siedlungsgeographischer Hinsicht sind Riedls Analyse bezüglich der Flurformen im Kapitel „Beziehungen der Bodengeographie zur Anthropogeographie“ wieder ganz aktuell und geben wertvolle Hinweise für die gerade Österreich weit stattfindenden Diskussionen zur Eindämmung der Versiegelung von Agrarflächen und zur fachlichen Begründung der Festlegung von landwirtschaftlichen Vorrangflächen im Rahmen der Landesplanung <ref>ebd., S. 16-21</ref> .
    
Dies führte auch zu neuen Schwerpunkten sowohl in der Lehre als auch in der Forschung, als welche Helmut Riedl neben dem bereits bestehenden glaziologischen Schwerpunkt die Speläologie und Karstmorphologie und die Bodengeographie als Schwerpunktsetzung seiner Habilitierungspolitik vor dem UOG 1975 bezeichnet <ref>Riedl 2008, S. 57-60</ref> .
 
Dies führte auch zu neuen Schwerpunkten sowohl in der Lehre als auch in der Forschung, als welche Helmut Riedl neben dem bereits bestehenden glaziologischen Schwerpunkt die Speläologie und Karstmorphologie und die Bodengeographie als Schwerpunktsetzung seiner Habilitierungspolitik vor dem UOG 1975 bezeichnet <ref>Riedl 2008, S. 57-60</ref> .
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Die frühen 1970er Jahre werden durch den relativ jungen Ordinarius Helmut Riedl entscheidend geprägt und bringen viele neue Innovationen in das Geographische Institut. In dieser Zeit wird Wolfgang Kern als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut angestellt <ref>Riedl 2021, S. 67</ref> .
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Die frühen 1970er Jahre werden durch den relativ jungen Ordinarius Helmut Riedl entscheidend geprägt und bringen viele neue Innovationen in das Geographische Institut. In dieser Zeit wird [[Wolfgang Kern]] als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut angestellt <ref>Riedl 2021, S. 67</ref> .
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Mit Karl Albrecht Kubinsky bringt Helmut Riedl einen ihm aus Graz bekannten Sozialgeographen ans Institut, der fast zehn Jahre lang in Salzburg unterrichtete und neben Sozialgeographie auch Politische Geographie unterrichtete und eine ganze Studentengeneration mit soziologischen Erhebungstechniken vertraut machte <ref>Riedl 2021, S. 74</ref> .
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Mit [[Karl Albrecht Kubinsky]] bringt Helmut Riedl einen ihm aus Graz bekannten Sozialgeographen ans Institut, der fast zehn Jahre lang in Salzburg unterrichtete und neben Sozialgeographie auch Politische Geographie unterrichtete und eine ganze Studentengeneration mit soziologischen Erhebungstechniken vertraut machte <ref>Riedl 2021, S. 74</ref> .
 
Als erste Dissertation bei Helmut Riedl verfasste Wolfgang Kern eine wirtschafts- und sozialgeographische Untersuchung über das obere Mühlviertel <ref>Kern 1972</ref> . Wolfgang Kern wurde in der Folge nach Heinz Slupetzky und Erich Stocker der dritte Assistent in der Lehrkanzel von Helmut Riedl <ref>Bobek et al 1974</ref> . 
 
Als erste Dissertation bei Helmut Riedl verfasste Wolfgang Kern eine wirtschafts- und sozialgeographische Untersuchung über das obere Mühlviertel <ref>Kern 1972</ref> . Wolfgang Kern wurde in der Folge nach Heinz Slupetzky und Erich Stocker der dritte Assistent in der Lehrkanzel von Helmut Riedl <ref>Bobek et al 1974</ref> . 
 
Am 18.7.1972 wurde Heinz Slupetzky nur zweieinhalbjahre nach seiner Promotion für das Teilgebiet "Hydrogeographie"  <ref>Riedl 2021, S. 43</ref>.  Zu den Umständen, die zur Einschränkung dieser Venia führten, bestehen unterschiedliche Wahrnehmungen. Für Heinz Slupetzky selbst, hatte diese (unberechtigt) zu enge Venia den Vorteil, dass er damit nur geringe Chancen auf einen Ruf an eine andete Universität hatte,  was ihm aufgrund seiner Forschungsschwerpunkte und seines Lebensmittelpunkts durchaus recht war <ref>Slupetzky 2022, S. 71</ref> .
 
Am 18.7.1972 wurde Heinz Slupetzky nur zweieinhalbjahre nach seiner Promotion für das Teilgebiet "Hydrogeographie"  <ref>Riedl 2021, S. 43</ref>.  Zu den Umständen, die zur Einschränkung dieser Venia führten, bestehen unterschiedliche Wahrnehmungen. Für Heinz Slupetzky selbst, hatte diese (unberechtigt) zu enge Venia den Vorteil, dass er damit nur geringe Chancen auf einen Ruf an eine andete Universität hatte,  was ihm aufgrund seiner Forschungsschwerpunkte und seines Lebensmittelpunkts durchaus recht war <ref>Slupetzky 2022, S. 71</ref> .
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Über die Jahre 1973 bis 1974 berichtet der 35. Geographische Jahresbericht aus Österreich <ref>Arnberger et al. 1977</ref> . Alleine die Besprechungen der Dissertation zeigen nun eine deutliche Verschiebung der Forschungsaktivitäten zur Lehrkanzel von Helmut Riedl. Als neue Lehrbeauftragte tauchen in diesem Bericht die Namen Helmut Hartl (Vegetationsgeographie), Wolfgang Schwackhöfer (Agrargeographie) und Peter Weichhart. Letzterer griff die fachinternen Diskussionen in der Folge der Kieler-Wende zur Wissenschaftlichkeit der Länderkunde und des Landschaftskonzepts auf und schlug in seiner Dissertation als Alternative zur drohenden Teilung des Faches in die Physische Geographie und in die Humangeogasphie einen neuen ökogeographischen Ansatz als Grundgerüst des Faches vor, den er als "Komplexe Geographie" bezeichnete <ref>Weichhart 1973</ref>.
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Über die Jahre 1973 bis 1974 berichtet der 35. Geographische Jahresbericht aus Österreich <ref>Arnberger et al. 1977</ref> . Alleine die Besprechungen der Dissertation zeigen nun eine deutliche Verschiebung der Forschungsaktivitäten zur Lehrkanzel von Helmut Riedl. Als neue Lehrbeauftragte tauchen in diesem Bericht die Namen [[Helmut Hartl]] (Vegetationsgeographie), [[Wolfgang Schwackhöfer]] (Agrargeographie) und [[Peter Weichhart]]. Letzterer griff die fachinternen Diskussionen in der Folge der Kieler-Wende zur Wissenschaftlichkeit der Länderkunde und des Landschaftskonzepts auf und schlug in seiner Dissertation als Alternative zur drohenden Teilung des Faches in die Physische Geographie und in die Humangeogasphie einen neuen ökogeographischen Ansatz als Grundgerüst des Faches vor, den er als '''Komplexe Geographie''' bezeichnete <ref>Weichhart 1973</ref>.
 
Anfang 1973 erscheint die Festschrift für Hanns Tollner als dritter Band der Schriftenreihe <ref>Lendl & Riedl 1973</ref> . Dieser von Guido Müller als Schriftleiter koordinierte Sammelband enthält eine Reihe herausragender Beiträge international renommierter Wissenschaftler aus Deutschland, Slowenien und Österreich von der Antarktis- ubd Arktisforschung bis zur regionalen Klimatologie, die auch heute noch von Relevanz sind.
 
Anfang 1973 erscheint die Festschrift für Hanns Tollner als dritter Band der Schriftenreihe <ref>Lendl & Riedl 1973</ref> . Dieser von Guido Müller als Schriftleiter koordinierte Sammelband enthält eine Reihe herausragender Beiträge international renommierter Wissenschaftler aus Deutschland, Slowenien und Österreich von der Antarktis- ubd Arktisforschung bis zur regionalen Klimatologie, die auch heute noch von Relevanz sind.
Hermann Suida wurde als Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut angestellt und arbeitete an einer Dissertation über die damals sehr prosperierende bayrische Stadt Freilassing im Rupertiwinkel.
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[[Hermann Suida]] wurde als Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut angestellt und arbeitete an einer Dissertation über die damals sehr prosperierende bayrische Stadt Freilassing im Rupertiwinkel.
Im Sommer 1973 konnte mit Unterstützung von Hanns Tollner, der ehemaliger Leiter der Salzburger Wetterdienststelle und Mitglied des Hauptausschusses des Salzburger Alpenvereins war, die Sameralm im Tennengebirge vom ÖAV gepachtet und für die Nutzung auch für Lehrveranstaltungen umgebaut werden. Mit Hilfe eines Projektes im UNESCO MaB-Programm konnten die klimatologischen Messgeräte angeschafft werden, die zur Einrichtung von drei Messtationen an der Südflanke des Tennengebirges dienten. Damit wurde ein weiterer, nämlich ein klimageographischer und geländeklimatologischer Forschungsschwerpunkt am Geographischen Institut eingerichtet. Es werden zahlreiche Hausarbeiten und  Dissertationen sein, die sich im Laufe der nächsten Jahre in diesem Forschungsschwerpunkt bewegen werden. In der Folge sollte daraus ein wichtiger Forschungsschwerpunkt mit der Bezeichnung "Alpine Landschaftsökologie - komplexe Geographie" werden <ref>Riedl 1999, S. 13-16</ref> . Am 5.6.1974 wird die Alpine Forschungsstation Sameralm offiziell eröffnet <ref>Riedl 2021, S. 78</ref>. 
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Im Sommer 1973 konnte mit Unterstützung von Hanns Tollner, der ehemaliger Leiter der Salzburger Wetterdienststelle und Mitglied des Hauptausschusses des Salzburger Alpenvereins war, die Sameralm im Tennengebirge vom ÖAV gepachtet und für die Nutzung auch für Lehrveranstaltungen umgebaut werden. Mit Hilfe eines Projektes im UNESCO MaB-Programm konnten die klimatologischen Messgeräte angeschafft werden, die zur Einrichtung von drei Messtationen an der Südflanke des Tennengebirges dienten. Damit wurde ein weiterer, nämlich ein klimageographischer und geländeklimatologischer Forschungsschwerpunkt am Geographischen Institut eingerichtet. Es werden zahlreiche Hausarbeiten und  Dissertationen sein, die sich im Laufe der nächsten Jahre in diesem Forschungsschwerpunkt bewegen werden. In der Folge sollte daraus ein wichtiger Forschungsschwerpunkt mit der Bezeichnung '''Alpine Landschaftsökologie - komplexe Geographie''' werden <ref>Riedl 1999, S. 13-16</ref>. Am 5.6.1974 wird die [[Alpine Forschungsstation Sameralm]] offiziell eröffnet <ref>Riedl 2021, S. 78</ref>. 
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Gerhard Fasching, der als einer der ersten Studierenden neben seinen Verpflichtungen als Leiter des Militärgeographischen Dienstes beim Korpskommando II bei Egon Lendl und Helmut Riedl dissertierte, stellt seine umfassende Arbeit über die Verkehrsgeographie fertig <ref>Fasching 1973 </ref> und übernimmt in der Folge Lehraufträge in Kartographie und Reproduktionstechnik und bringt auch wehrgeographische Aspekte in das Intitutsgeschehen ein. Er übernimmt nach einer Spezialausbildung an der ETH Zürich auch die Schriftleitung der Schriftenreihen und kann damit die Arbeiten an den Veröffentlichungen auf ein modernes Niveau heben.
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Gerhard Fasching, der als einer der ersten Studierenden neben seinen Verpflichtungen als Leiter des Militärgeographischen Dienstes beim Korpskommando II bei Egon Lendl und Helmut Riedl dissertierte, stellte seine umfassende Arbeit über die Verkehrsgeographie fertig <ref>Fasching 1973 </ref> und übernahm in der Folge Lehraufträge in Kartographie und Reproduktionstechnik und brachte auch wehrgeographische Aspekte in das Intitutsgeschehen ein. Er übernahm nach einer Spezialausbildung an der ETH Zürich auch die Schriftleitung der Schriftenreihen und konnte damit die Arbeiten an den Veröffentlichungen auf ein modernes Niveau heben.
Am 20.8.1973 wurde Hubert Trimmel an der Universität Salzburg habilitiert <ref>Riedl 2021 S. 61</ref>,  was zur Stärkung des Speläologischen Schwerpunkts am Institut beitrug. Dies war Helmut Riedl ein wichtiges Anliegen, weil er selbst in seiner Jugend höhlenkundlich tätig war und von Hubert Trimmel gefördert wurde.
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Am 20.8.1973 wurde [[Hubert Trimmel]] an der Universität Salzburg habilitiert <ref>Riedl 2021 S. 61</ref>,  was zur Stärkung des Speläologischen Schwerpunkts am Institut beitrug. Dies war Helmut Riedl ein wichtiges Anliegen, weil er selbst in seiner Jugend höhlenkundlich tätig war und von Hubert Trimmel gefördert wurde.
 
Am 31.8.1973 wurde Guido Müller für das gesamte Fach Geographie habilitiert und bereits fast drei Jahre später, am 19.8.1976, zum Außerordentlichen Universitätsprofessor ernannt <ref>Riedl 2021, S. 45</ref> . Guido Müller war durch seinen ausgleichenden Charakter eine wesentliche Stütze für das damals trotz vieler interner Quereleien nach außen einig auftretende Institut, das trotz der Spaltungstendenzen an vielen deutschen Hochschulen die Fahne der Einheitsgeographie vor sich her trug.
 
Am 31.8.1973 wurde Guido Müller für das gesamte Fach Geographie habilitiert und bereits fast drei Jahre später, am 19.8.1976, zum Außerordentlichen Universitätsprofessor ernannt <ref>Riedl 2021, S. 45</ref> . Guido Müller war durch seinen ausgleichenden Charakter eine wesentliche Stütze für das damals trotz vieler interner Quereleien nach außen einig auftretende Institut, das trotz der Spaltungstendenzen an vielen deutschen Hochschulen die Fahne der Einheitsgeographie vor sich her trug.
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Das Forschungssemester von Helmut Riedl im Sommersemester 1994 nutzte dieser zur Begründung eines regionalen Schwerpunkts in Forschung und Lehre, nämlich der Landeskunde von Griechenland. Dieser, auch bei den Studierenden sehr populäre landeskundliche Schwerpunkt sollte de facto bis zur Emeritierung von Helmut Riedl bzw. der Pensionierung von Herbert Weingartner einer der wichtigsten des Instituts werden. Der Beginn dieses Forschungsschwerpunkts wird zwei Jahre später mit einem Band der Schriftenreihe dokumentiert werden <ref>Riedl 1976</ref> .
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Das Forschungssemester von Helmut Riedl im Sommersemester 1994 nutzte dieser zur Begründung eines regionalen Schwerpunkts in Forschung und Lehre, nämlich der Landeskunde von Griechenland. Dieser, auch bei den Studierenden sehr populäre landeskundliche Schwerpunkt sollte de facto bis zur Emeritierung von Helmut Riedl bzw. der Pensionierung von [[Herbert Weingartner]] einer der wichtigsten des Instituts werden. Der Beginn dieses Forschungsschwerpunkts wird zwei Jahre später mit einem Band der Schriftenreihe dokumentiert werden <ref>Riedl 1976</ref> .
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Hermann Suida promovierte 1974 mit einer Dissertation über die Grenzstadt Freilassing und wird Assistent bei der Lehrkanzel von Egon Lendl und übernimmt das "kulturgeographische Proseminar" von Malvine Stenzel, die in dieser Zeit in den Ruhestand tritt.
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Hermann Suida promovierte 1974 mit einer Dissertation über die Grenzstadt [[Freilassing]] und wird Assistent bei der Lehrkanzel von Egon Lendl und übernimmt das "kulturgeographische Proseminar" von Malvine Stenzel, die in dieser Zeit in den Ruhestand tritt.
    
Mit Beginn des Studienjahres 1975/76 trat das Universitäts-Organisationsgesetz 1975 in Kraft (UOG 1975). Damit wurde die Macht der Professoren wesentlich eingeschränkt und neben dem Mittelbau wurde auch den Studierenden eine Mitsprachemöglichkeit in vielen universitären Gremien eingeräumt. Mit dem UOG 1975 wurde auch die ehemalige philosophische Fakultät in Salzburg in eine Geisteswissenschafltiche und eine Naturwissenschaftliche Fakultät getrennt.  Es wird jedoch noch längere Zeit dauern, bis die Universität Salzburg auch in studienrechtlichen Belangen in das neue System "kippte", wie dieser Wechsel ausgedrückt wurde.
 
Mit Beginn des Studienjahres 1975/76 trat das Universitäts-Organisationsgesetz 1975 in Kraft (UOG 1975). Damit wurde die Macht der Professoren wesentlich eingeschränkt und neben dem Mittelbau wurde auch den Studierenden eine Mitsprachemöglichkeit in vielen universitären Gremien eingeräumt. Mit dem UOG 1975 wurde auch die ehemalige philosophische Fakultät in Salzburg in eine Geisteswissenschafltiche und eine Naturwissenschaftliche Fakultät getrennt.  Es wird jedoch noch längere Zeit dauern, bis die Universität Salzburg auch in studienrechtlichen Belangen in das neue System "kippte", wie dieser Wechsel ausgedrückt wurde.
Am 29.1.1975 wurde Otmar Nestroy habilitiert (Physische Geographie mit besonderer Berücksichtigung der Bodengeographie) und stärkte damit den schon bestehenden bodengeographischen Schwerpunkt für viele Jahre mit bodenkundlichen Vorlesungen und Geländepraktika auf der Alpinen Forschungsstation <ref>Riedl 2008, S. 60</ref>.
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Am 29.1.1975 wurde [[Otmar Nestroy]] habilitiert (Physische Geographie mit besonderer Berücksichtigung der Bodengeographie) und stärkte damit den schon bestehenden bodengeographischen Schwerpunkt für viele Jahre mit bodenkundlichen Vorlesungen und Geländepraktika auf der Alpinen Forschungsstation <ref>Riedl 2008, S. 60</ref>.
    
Der 36. Geographische Jahresbericht für die Jahre 1975-1976 führt nun auch Wolfgang Kern und Hermann Suida als Assistenten, während Peter Weichhart als Lektor bezeichnet wird. Mit der (etwas gekürzten) Veröffentlichung seiner Dissertation im Jahr 1975 und dessen Antwort auf die kritische Rezension von Gerhard Hard an seinem Vorschlag zur „Komplexen Geographie“ konnte sich die Salzburger Geographie sehr kompetent in die fachinterne Theoriediskussion einbringen <ref>Weichhart 1975 und 1976</ref>. 
 
Der 36. Geographische Jahresbericht für die Jahre 1975-1976 führt nun auch Wolfgang Kern und Hermann Suida als Assistenten, während Peter Weichhart als Lektor bezeichnet wird. Mit der (etwas gekürzten) Veröffentlichung seiner Dissertation im Jahr 1975 und dessen Antwort auf die kritische Rezension von Gerhard Hard an seinem Vorschlag zur „Komplexen Geographie“ konnte sich die Salzburger Geographie sehr kompetent in die fachinterne Theoriediskussion einbringen <ref>Weichhart 1975 und 1976</ref>. 
Weichhart wechselte im Jahr 1975 an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er Assistent des in Innsbruch habilitierten Eiszeitforschers Helmut Heuberger wurde. Heuberger hatte sich wie Riedl im Jahr 1968 für die Lehrkanzel Geographie II beworben, scheiterte damals aber an außenpolitischen Bedenken. Heuberger wird sich in der weiteren Folge fünf Jahre später erfolgreich für die verwaiste humangeographische Professur Geographie I bewerben und Peter Weichhart als Assistenten nach Salzburg zurückbringen.
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Weichhart wechselte im Jahr 1975 an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er Assistent des in Innsbruch habilitierten Eiszeitforschers [[Helmut Heuberger]] wurde. Heuberger hatte sich wie Riedl im Jahr 1968 für die Lehrkanzel Geographie II beworben, scheiterte damals aber an außenpolitischen Bedenken. Heuberger wird sich in der weiteren Folge fünf Jahre später erfolgreich für die verwaiste humangeographische Professur Geographie I bewerben und Peter Weichhart als Assistenten nach Salzburg zurückbringen.
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Neben dem bereits erwähnten Karstforscher Hubert Trimmel taucht in der Liste der Lektoren der Klimatologe Werner Mahringer neu auf und übernimmt in der weiteren Folge die Lehrveranstaltungen von Hanns Tollner <ref>Arnberger et al. 1977, S. 163-166</ref>.  
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Neben dem bereits erwähnten Karstforscher Hubert Trimmel taucht in der Liste der Lektoren der Klimatologe [[Werner Mahringer]] neu auf und übernimmt in der weiteren Folge die Lehrveranstaltungen von Hanns Tollner <ref>Arnberger et al. 1977, S. 163-166</ref>.  
    
Am 9. April 1975 wird Josef Schramm zum Außerordentlichen Universitätsprofessor ernannt und gründet im Folgejahr aus seinem Schwerpunkt die Abteilung Länderkunde und Entwicklungsländer. In diesem Schwerpunkt
 
Am 9. April 1975 wird Josef Schramm zum Außerordentlichen Universitätsprofessor ernannt und gründet im Folgejahr aus seinem Schwerpunkt die Abteilung Länderkunde und Entwicklungsländer. In diesem Schwerpunkt
promovierte Peter Aumüller mit einer Dissertation zum Thema "Agrar- und Fremdenverkehrsgeographie von Gambia" und hielt in der Folge für einige Jahre Lehrveranstaltungen mit entwicklungspolitischen Inhalten.
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promovierte [[Peter Aumüller]] mit einer Dissertation zum Thema "Agrar- und Fremdenverkehrsgeographie von Gambia" und hielt in der Folge für einige Jahre Lehrveranstaltungen mit entwicklungspolitischen Inhalten.
 
Als siebter Band der Intitutsschriftenreihe erschien eine kommentierte Zusammenstellung von Guido Müller über geographische und fachverwandte Dissertationen <ref>Müller 1975</ref>.
 
Als siebter Band der Intitutsschriftenreihe erschien eine kommentierte Zusammenstellung von Guido Müller über geographische und fachverwandte Dissertationen <ref>Müller 1975</ref>.
 
Das Geographische Institut nutzt die neuen Möglichkeiten und richtet neben den beiden Professuren für Humangeographie (Geographie I) und Physiogeographie (Geographie II) für die beiden Ao. Professoren und für Heinz Slupetzky drei Abteilungen ein und zwar die Abteilung Länderkunde und Entwicklungsländer (Josef Schramm), die Abteilung "Geographische Seenkunde" (Guido Müller) und die Abteilung "Schnee- und Gletscherkunde" (Heinz Slupetzky).
 
Das Geographische Institut nutzt die neuen Möglichkeiten und richtet neben den beiden Professuren für Humangeographie (Geographie I) und Physiogeographie (Geographie II) für die beiden Ao. Professoren und für Heinz Slupetzky drei Abteilungen ein und zwar die Abteilung Länderkunde und Entwicklungsländer (Josef Schramm), die Abteilung "Geographische Seenkunde" (Guido Müller) und die Abteilung "Schnee- und Gletscherkunde" (Heinz Slupetzky).
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== Quellen==
 
== Quellen==