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| | ====Waldrappkolonien Kuchl und Burghausen==== | | ====Waldrappkolonien Kuchl und Burghausen==== |
| | An der felsigen Westseite des [[Georgenberg (Kuchl)|Georgenberges]] in [[Kuchl]] wurde im Jahr [[2014]] eine Waldrappkolonie angesiedelt. Dazu wurde dort auch eine Voliere errichtet. Wegen aggressiver Angriffe eines [[Uhu]]s musste die kleine Brutkolonie [[2017]] nach Burghausen übersiedelt werden. Ein neuer Versuch mit besserer Absicherung wurde [[2018]] in Kuchl umgesetzt. Dabei wurde die alte Holzkonstruktion durch eine Kunstfelswand mit Brutnischen ersetzt. Diese sind den Felsen am Georgenberg nachempfunden und sollen den Waldrappen eine natürlichere Umgebung zum Brüten bieten. Die ersten Waldrappe waren in den ersten Apriltagen angekommen. | | An der felsigen Westseite des [[Georgenberg (Kuchl)|Georgenberges]] in [[Kuchl]] wurde im Jahr [[2014]] eine Waldrappkolonie angesiedelt. Dazu wurde dort auch eine Voliere errichtet. Wegen aggressiver Angriffe eines [[Uhu]]s musste die kleine Brutkolonie [[2017]] nach Burghausen übersiedelt werden. Ein neuer Versuch mit besserer Absicherung wurde [[2018]] in Kuchl umgesetzt. Dabei wurde die alte Holzkonstruktion durch eine Kunstfelswand mit Brutnischen ersetzt. Diese sind den Felsen am Georgenberg nachempfunden und sollen den Waldrappen eine natürlichere Umgebung zum Brüten bieten. Die ersten Waldrappe waren in den ersten Apriltagen angekommen. |
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| | + | ==== "Flugtrainings-Center" ==== |
| | + | 2021: Seit dem Frühjahr werden jene 28 Waldrappe, die im April im Tierpark in Rosegg in [[Kärnten]] geschlüpft waren, in [[Seekirchen am Wallersee]] aufgezogen. Am Hof von Paul Ackerl in Gezing<ref>Lage auf [https://www.openstreetmap.org/search?query=Seekirchen%20am%20Wallersee#map=17/47.91774/13.13021 www.openstreetmap.org]</ref> wurden die Jungtiere von ihren Ziehmüttern Helena Wehner und Katharina Huchler früh mit dem Lärm von Ultraleicht-Fliegern vertraut gemacht, wie Veronika Boschitz vom Waldrapp-Team erzählt: "Denn die Flieger sind relativ laut; wir spielen ihnen das Fluggeräusch aber schon als Küken über das Handy vor. Und später wird das Gerät vor die Voliere gestellt und gestartet, damit sich die Jungvögel an das Motorengeräusch gewöhnen." |
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| | + | Seit Wochen wurden die Tiere mittels Rundflügen auf ihre große Reise ins rund 800 Kilometer entfernte Orbetello in der Südtoskana vorbereitet, wie Boschitz schildert: "Hinten in den Ultraleichtflugzeugen sitzen auch die beiden Ziehmütter drinnen, die die Küken kennen, seit sie drei bis zehn Tage alt sind. Das sind ihre Bezugspersonen, zu denen sie eine starke Bindung haben. Und wenn die Ziehmütter im Fluggerät sitzen, folgen ihnen die Jungvögel auch." |
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| | + | Vor ihrer großen Reise in den Süden stand ein Rundflug über dem [[Flachgau]] ins angrenzende [[Oberösterreich]] auf dem Trainingsprogramm: "Wir sind zunächst bis nach [[Straßwalchen]] geflogen. Da haben wir eine Zwischenlandung gemacht. Dann ging es weiter zum [[Mondsee (See)|Mondsee]] und zum [[Attersee]] und über den [[Fuschlsee]] dann zurück nach Seekirchen. Es waren rund 70 Kilometer Luftlinie", sagt Boschitz. Pilotiert wUrden die zwei Fluggeräte von Profi-Flieger Walter Holzmüller und Waldrapp-Projektleiter Johannes Fritz, der dafür extra den Flugschein absolviert hat. |
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| | + | Diese ersten längeren Flugerfahrungen konnten die Jungvögel auch als Vorbereitung für ihre Italien-Reise gut brauchen. Boschitz begleitete den großen Flug per Auto: "Wir brauchen dafür stabiles Schönwetter. Denn die Flugzeuge fliegen nur mit 40 km/h, daher sollte möglichst kein Gegenwind sein. Und auch bei Regen fliegen wir nicht. Wir fliegen in sechs Etappen von je 110 bis 190 Kilometern; also drei bis vier Stunden pro Tag." Die Reise ist auch eine logistische Herausforderung: Denn nach drei bis spätestens vier Stunden müssen die Maschinen aufgetankt werden. Und auch die Zwischenstopps könne man nicht immer ganz genau im Voraus planen, sagt Boschitz: "Daher können wir auch keine Wiese organisieren. Aber wenn es einen Flugplatz in der Nähe gibt, fragen wir dort, ob wir landen können. Das muss spontan entschieden werden. Daher gibt es ständigen Funkkontakt vom Begleitfahrzeug am Boden mit den beiden Piloten." Fix sei aber zumindest der erste Zwischenstopp in Radfeld in Tirol, sagte die 32-jährige Boschitz. Sie fungiert im Waldrapp-Team als Camp-Managerin: "Denn für die Übernachtung der Mannschaft haben wir Campingbusse und Zelte mit." Denn zusätzlich zu den 14 Mitgliedern des Waldrapp-Teams wird auch ein Filmteam die große Reise begleiten.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/waldrappe-fliegen-diese-woche-von-seekirchen-nach-italien-108049606 www.sn.at], 16. August 2021</ref> |
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