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| | Der wohl folgenschwerste Bergsturz ereignete sich am [[16. Juli]] [[1669]]. In den frühen Morgenstunden, wohl zwischen der zweiten und der dritten Stunde, bewegte sich die Erde und eine Felswand des Mönchsbergs stürzte auf die eng an ihn gebauten Gebäude der [[Gstättengasse]]. Die meisten Menschen wurden im Schlaf von dem Unglück überrascht – nur wenigen gelang die Flucht. Der Lärm weckte die Nachbarschaft, viele eilten den verzweifelten Opfern zu Hilfe. Plötzlich kam es zu einem Nachsturz – es löste sich ein weiterer Teil des Berges. Eine ungefähr 2.000 Zentner schwere Steinlast stürzte auf die Gstättengasse nieder und begrub nun auch die Rettenden. | | Der wohl folgenschwerste Bergsturz ereignete sich am [[16. Juli]] [[1669]]. In den frühen Morgenstunden, wohl zwischen der zweiten und der dritten Stunde, bewegte sich die Erde und eine Felswand des Mönchsbergs stürzte auf die eng an ihn gebauten Gebäude der [[Gstättengasse]]. Die meisten Menschen wurden im Schlaf von dem Unglück überrascht – nur wenigen gelang die Flucht. Der Lärm weckte die Nachbarschaft, viele eilten den verzweifelten Opfern zu Hilfe. Plötzlich kam es zu einem Nachsturz – es löste sich ein weiterer Teil des Berges. Eine ungefähr 2.000 Zentner schwere Steinlast stürzte auf die Gstättengasse nieder und begrub nun auch die Rettenden. |
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| − | Erst im Lauf der nächsten Tage war es möglich, das Ausmaß der Katastrophe vollständig zu erfassen – die Markus-Kirche, das Kirchlein zu „Unserer Lieben Frau am Bergl“ (dieses gibt es heute nicht mehr), das Priesterseminar und an die 13 Häuser der Gstättengasse wurden zerstört. Es gab über 220 Tote zu beklagen. 1778 wurden der Berufsstand der [[Bergputzer]] ins Leben gerufen. | + | Erst im Lauf der nächsten Tage war es möglich, das Ausmaß der Katastrophe vollständig zu erfassen – die [[Ursulinenkirche St. Markus|Markus-Kirche]], das Kirchlein zu „Unserer Lieben Frau am Bergl“ (dieses gibt es heute nicht mehr), das Priesterseminar und an die 13 Häuser der Gstättengasse wurden zerstört. Es gab über 220 Tote zu beklagen. 1778 wurden der Berufsstand der [[Bergputzer]] ins Leben gerufen. |
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| | + | Etwa 80 Tonnen lockeres Material werden jedes Jahr von den Wänden der [[Salzburger Stadtberge]]n von den Bergputzern abgetragen. |
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| | ==Land Salzburg== | | ==Land Salzburg== |
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| | Nach einem Bergsturz in [[Fusch an der Großglocknerstraße]] am [[21. Jänner]] [[2004]] mussten zwei Familien evakuiert werden. Am Südwesthand des Kaserecks in Fusch sind rund 20.000 Tonnen Gestein in Bewegung geraten. Autogroße Blöcke stürzten ins Tal und verfehlten nur knapp mehrere Häuser im Bereich Perleben. Der [[Pinzgau]]er Katastrophenreferent Kurt Reiter und der Landesgeologe Gerhard Valtentin sorgten nach einem Lokalaugenschein für die sofortige Evakuierung von zwei Familien im Gefahrenbereich. Grund für den Felssturz waren vermutlich die heftigen Niederschläge im Jänner 2004. Es dauerte mehrere Wochen bis die Familien in ihre Häuser zurückkehren konnten. | | Nach einem Bergsturz in [[Fusch an der Großglocknerstraße]] am [[21. Jänner]] [[2004]] mussten zwei Familien evakuiert werden. Am Südwesthand des Kaserecks in Fusch sind rund 20.000 Tonnen Gestein in Bewegung geraten. Autogroße Blöcke stürzten ins Tal und verfehlten nur knapp mehrere Häuser im Bereich Perleben. Der [[Pinzgau]]er Katastrophenreferent Kurt Reiter und der Landesgeologe Gerhard Valtentin sorgten nach einem Lokalaugenschein für die sofortige Evakuierung von zwei Familien im Gefahrenbereich. Grund für den Felssturz waren vermutlich die heftigen Niederschläge im Jänner 2004. Es dauerte mehrere Wochen bis die Familien in ihre Häuser zurückkehren konnten. |
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| − | Am [[Kniepass]] in [[Unken]] wurde am [[1. März]] [[2008]] ein Mann bei einem Felssturz in Folge des [[Orkan Emma|Orkans Emma]] getötet, als Felsbrocken ein Auto trafen. Oberhalb der Straße waren Bäume entwurzelt worden. Es handelte sich um einen 47-jährigen britischen Staatsangehörigen, der in einem stehenden Taxi saß. | + | Am [[Kniepass]] in [[Unken]] wurde am [[1. März]] [[2008]] ein Mann bei einem Felssturz in Folge des [[Orkan Emma|Orkans Emma]] getötet, als Felsbrocken ein Auto trafen. Oberhalb der Straße waren Bäume entwurzelt worden. Es handelte sich um einen 47-jährigen britischen Staatsangehörigen, der in einem stehenden Taxi saß. Im April des gleichen Jahres wurde die [[Dientener Straße]] L216 zwischen [[Dienten]] und [[Lend]] mit bis zu zehn Meter hohen Geröllmassen verschüttet. Zwei Wochen dauerte es, bis dieser Straßenabschnitt wieder gefahrlos befahrbar war. |
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| | + | In [[Neukirchen am Großvenediger]] im Ortsteil [[Sulzau]] im [[Untersulzbachtal]] donnerte im Jänner 2010 ein 40-Tonnen-schwerer Fels zu Tal und traf beinahe das [[Schaubergwerk Hochfeld]]. Im September [[2010]] stürzten Felsbrocken zwischen [[Ofenauer Tunnel|Ofenauer]]- und [[Hieflertunnel]] auf die [[Tauernautobahn]]. Dabei wurde ein Auto beschädigt. Im März 2011 brachen mehrere Felsbrocken oberhalb der [[Lammertal Straße]] B162 ab und verfehlten ein Auto nur knapp. Die Dientener Straße war ebenfalls im März 2011 abermals Schauplatz eines Felssturzes. Sie wurde auf einer Länge von zehn Meter verschüttet. In die Felsmassen prallte ein 22-jähriger PKW-Lenker mit seinem Fahrzeug, blieb aber unverletzt. |
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| | ==In Grenzregionen== | | ==In Grenzregionen== |
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| | == Literatur und Quellen == | | == Literatur und Quellen == |
| | * Katrin Hauer: ''Der plötzliche Tod. Bergstürze in Salzburg und Plurs kulturhistorisch betrachtet'', Wien: LIT-Verlag 2009. [http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-50039-7] | | * Katrin Hauer: ''Der plötzliche Tod. Bergstürze in Salzburg und Plurs kulturhistorisch betrachtet'', Wien: LIT-Verlag 2009. [http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-50039-7] |
| | + | * {{Quelle SN|22. März 2011}} |
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| | [[Kategorie:Katastrophen]] | | [[Kategorie:Katastrophen]] |