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| | Sie studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule. Ihr erstes Auftreten in Salzburg meldete die „[[Salzburger Volkszeitung]]“ am [[6. August]] [[1925]]: Sie gestaltete das Plakat zur Ausstellung des von [[Anton Faistauer]] gegründeten „[[Sonderbund österreichischer Künstler in Salzburg|Sonderbundes österreichischer Künstler in Salzburg]]“, dessen Mitglied sie war. | | Sie studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule. Ihr erstes Auftreten in Salzburg meldete die „[[Salzburger Volkszeitung]]“ am [[6. August]] [[1925]]: Sie gestaltete das Plakat zur Ausstellung des von [[Anton Faistauer]] gegründeten „[[Sonderbund österreichischer Künstler in Salzburg|Sonderbundes österreichischer Künstler in Salzburg]]“, dessen Mitglied sie war. |
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| − | Aufgrund von Zeitungsmeldungen der [[1920er]]- und [[1930er]]-Jahre ist auf eine rege Künstlerin zu schließen, die bei Ausgestaltung des 1925 gebauten [[Haus für Mozart|Festspielhaus]]es mitwirkte, Plakate gestaltete, als Grafikerin für Wüstenrot tätig war oder Kurse für Aktzeichnen anbot. [[1928]] schuf sie das Wandbild ''Fischer am Zellersee'' am ''Beamtenhaus'' in der [[Hafnergasse (Zell am See|Hafnergasse]] 2 in [[Zell am See]]. Laut „Arbeiterzeitung“ von April [[1933]] war sie in der Ausstellung Wiener Frauenkunst in [[Wien]] vertreten. | + | Aufgrund von Zeitungsmeldungen der [[1920er]]- und [[1930er]]-Jahre ist auf eine rege Künstlerin zu schließen, die bei Ausgestaltung des 1925 gebauten [[Haus für Mozart|Festspielhaus]]es mitwirkte, Plakate gestaltete, als Grafikerin für Wüstenrot tätig war oder Kurse für Aktzeichnen anbot. [[1928]] schuf sie das Wandbild ''Fischer am [[Zeller See|Zellersee]]'' am ''Beamtenhaus'' in der [[Hafnergasse (Zell am See)|Hafnergasse]] 2 in [[Zell am See]]. Laut „Arbeiterzeitung“ von April [[1933]] war sie in der Ausstellung Wiener Frauenkunst in [[Wien]] vertreten. |
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| − | Künstlerinnen waren Anfang des [[20. Jahrhundert]]s benachteiligt. Bis [[1920]] war ihnen das Studium an der Wiener Akademie untersagt. Ihnen blieb nur Privatunterricht oder die Kunstgewerbeschule. Hildegard Fraueneder berichtet im Buch „[[150 Jahre Salzburger Kunstverein]]“, dass in den 1920er- und 1930er-Jahren Kunst von Frauen – egal ob Plastik, Zeichnung oder Holzschnitt – nur als „Kleinkunst“ gegolten habe. | + | Künstlerinnen waren Anfang des [[20. Jahrhundert]]s benachteiligt. Bis [[1920]] war ihnen das Studium an der Wiener Akademie untersagt. Ihnen blieb nur Privatunterricht oder die Kunstgewerbeschule. [[Hildegard Fraueneder]] berichtet im Buch „[[150 Jahre Salzburger Kunstverein]]“, dass in den 1920er- und 1930er-Jahren Kunst von Frauen – egal ob Plastik, Zeichnung oder Holzschnitt – nur als „Kleinkunst“ gegolten habe. |
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| | Von [[1932]] bis [[1943]] war ''Poldi'' Wojtek verheiratet mit dem [[NS]]-Kunstexperten [[Kajetan Mühlmann]] (* [[1898]]; † [[1958]]).<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-dompfarre/TRBXVII/?pg=150 Trauungsbuch der Dompfarre Salzburg, Band XVII, S. 147]</ref> | | Von [[1932]] bis [[1943]] war ''Poldi'' Wojtek verheiratet mit dem [[NS]]-Kunstexperten [[Kajetan Mühlmann]] (* [[1898]]; † [[1958]]).<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-dompfarre/TRBXVII/?pg=150 Trauungsbuch der Dompfarre Salzburg, Band XVII, S. 147]</ref> |
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| | [[1928]], die heute noch auf ''Website'' und Drucksorten der [[Salzburger Festspiele]] prangt. Deren [[Präsidenten der Salzburger Festspiele|Festspielpräsidentin]] [[Helga Rabl-Stadler]], hat versichert: „Dieses Logo ist zeitlos gut.“ | | [[1928]], die heute noch auf ''Website'' und Drucksorten der [[Salzburger Festspiele]] prangt. Deren [[Präsidenten der Salzburger Festspiele|Festspielpräsidentin]] [[Helga Rabl-Stadler]], hat versichert: „Dieses Logo ist zeitlos gut.“ |
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| − | Nicht dank dieses grafischen Coups, sondern wegen ihrer Verstrickung in der [[Nationalsozialismus|NS-Zeit]] ist ihr Name prominent geworden. Jüngst wurde dies wieder skandalisiert: Das Logo müsse weg, forderte der ehemalige [[SPÖ]]-Politiker [[Walter Thaler]] aus [[Zell am See]]. Er bezog sich auf Recherchen der Initiative „''Memory Gaps''“, die die Künstlerin Konstanze Sailer seit 2015 über eine ''Website'' betreibt. Mittels „virtueller Ausstellungen“ würden Debatten über noch immer öffentlich gewürdigte NS-Mitläufer und -Mittäter angeregt, weil beispielsweise Straßen nach ihnen benannt seien, erläutert der Sprecher der Initiative, Dominik | + | Nicht dank dieses grafischen Coups, sondern wegen ihrer Verstrickung in der [[Nationalsozialismus|NS-Zeit]] ist ihr Name prominent geworden. Jüngst wurde dies wieder skandalisiert: Das Logo müsse weg, forderte der ehemalige [[SPÖ]]-Politiker [[Walter Thaler]] aus [[Zell am See]]. Er bezog sich auf Recherchen der Initiative „''Memory Gaps''“, die die Künstlerin Konstanze Sailer seit 2015 über eine ''Website'' betreibt. Mittels „virtueller Ausstellungen“ würden Debatten über noch immer öffentlich gewürdigte NS-Mitläufer und -Mittäter angeregt, weil beispielsweise Straßen nach ihnen benannt seien, erläutert der Sprecher der Initiative, Dominik Schmidt. Etwa ein Dutzend Historiker, Politikwissenschafter und Soziologen recherchierten dazu. |
| − | Schmidt. Etwa ein Dutzend Historiker, Politikwissenschafter und Soziologen recherchierten dazu. | |
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| | Poldi Wojtek wird von „Memory Gaps“ dreifach bezichtigt: | | Poldi Wojtek wird von „Memory Gaps“ dreifach bezichtigt: |