| | *Die Schweizer Pfingstmission wirkte aber auch schon ab 1928 im Salzkammergut. Gemeinden entstanden in [[Fuschl am See]], [[St. Wolfgang]] und [[Bad Ischl]]. Historische Wurzel und älteste Pfingstgemeinde Westösterreichs ist die 1928 gegründete kleine Gemeinde in Fuschl am See, die heute Teil der Pfingstgemeinde (Vogelweiderstraße) ist. | | *Die Schweizer Pfingstmission wirkte aber auch schon ab 1928 im Salzkammergut. Gemeinden entstanden in [[Fuschl am See]], [[St. Wolfgang]] und [[Bad Ischl]]. Historische Wurzel und älteste Pfingstgemeinde Westösterreichs ist die 1928 gegründete kleine Gemeinde in Fuschl am See, die heute Teil der Pfingstgemeinde (Vogelweiderstraße) ist. |
| − | *Die klassische Pfingstbewegung in Österreich war von Anfang an besonderen Härten (Diskriminierung, keine klare rechtliche Stellung vor Behörden und Staat, etc.) ausgesetzt. In der [[Zwischenkriegszeit]] hatten Freikirchen allgemein keine leichten Bedingungen.<ref>Volk, Ludwig (2000:15162): „Die Kirche in den einzelnen Ländern“. In: Jedin, Hubert (Hg.): Handbuch der Kirchengeschichte. Band 35: VII. Dritter Abschnitt. Freiburg: Verlag Herder.</ref> In einer Zuspitzung wurde es beispielsweise den Pfingstgläubigen in Fuschl am See vom Pfarrer verwehrt, verstorbene Gemeindeglieder am Ortsfriedhof zu bestatten, und erst nach einem klärenden Schreiben der Bezirkshauptmannschaft (vom [[18. November]] [[1930]]) wurde dies wieder erlaubt. Das von Dollfuß (1932 – [[1934]]) eingeleitete und von Schuschnigg (1934 – 1938) fortgeführte Experiment eines christlichen Ständestaats brachte zudem ein Versammlungsverbot für damals nicht staatlich anerkannte Kirchen mit sich, das den Pfingstgemeinden in der [[Zwischenkriegszeit]] verbot, sich öffentlich zu versammeln.<ref>Adriányi, Gabriel (2000:15048): „Die Kirche in den einzelnen Ländern“. In: Jedin, Hubert (Hg.): Handbuch der Kirchengeschichte. Band 35: VII. Dritter Abschnitt. Freiburg: Verlag Herder.</ref> Die Pfingstgemeinden bekamen später auch den Druck des Naziregimes und die Folgen des Krieges hart zu verspüren, so dass auch im Salzburger Land die Gemeinden bis nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] verschwanden. | + | *Die klassische Pfingstbewegung in Österreich war von Anfang an besonderen Härten (Diskriminierung, keine klare rechtliche Stellung vor Behörden und Staat, etc.) ausgesetzt. In der [[Zwischenkriegszeit]] hatten Freikirchen allgemein keine leichten Bedingungen.<ref>Volk, Ludwig (2000:15162): „Die Kirche in den einzelnen Ländern“. In: Jedin, Hubert (Hg.): Handbuch der Kirchengeschichte. Band 35: VII. Dritter Abschnitt. Freiburg: Verlag Herder.</ref> In einer Zuspitzung wurde es beispielsweise den Pfingstgläubigen in Fuschl am See vom Pfarrer verwehrt, verstorbene Gemeindeglieder am Ortsfriedhof zu bestatten, und erst nach einem klärenden Schreiben der Bezirkshauptmannschaft (vom [[18. November]] [[1930]]) wurde dies wieder erlaubt. Das von Dollfuß (1932 – [[1934]]) eingeleitete und von Schuschnigg (1934 – 1938) fortgeführte Experiment eines christlichen Ständestaats brachte zudem ein Versammlungsverbot für damals nicht staatlich anerkannte Kirchen mit sich, das den Pfingstgemeinden in der [[Zwischenkriegszeit]] verbot, sich öffentlich zu versammeln.<ref>Adriányi, Gabriel (2000:15048): „Die Kirche in den einzelnen Ländern“. In: Jedin, Hubert (Hg.): Handbuch der Kirchengeschichte. Band 35: VII. Dritter Abschnitt. Freiburg: Verlag Herder.</ref> Die Pfingstgemeinden bekamen später auch den Druck des Naziregimes und die Folgen des Krieges hart zu verspüren, so dass auch im Salzburger Land die Gemeinden bis nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] verschwanden. |
| | *Die oben beschriebenen befreienden Tendenzen der Pfingstbewegung schlugen sich aber auch im Österreich der Nachkriegszeit durch Gründung etlicher Pfingstgemeinden in Flüchtlingsbaracken nieder. Viele jugoslawisch-deutschstämmige Kriegsflüchtlinge suchten und fanden soziale Annahme vor und gründeten einige bis heute bestehende Pfingstgemeinden (obwohl zwei Drittel der pfingstlichen Angehörigen der Nachkriegszeit von Österreich aus weiter nach [[Kanada]] auswanderten und in Übersee deutschsprachige, pfingstliche Gemeinden gründeten), die bis dato von festem familiärem Zusammenhalt (unter Österreichern und Migranten aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Generationen) gekennzeichnet sind.<ref>vgl. Ma, Wonsuk, Ökumenischer Rat der Kirchen 2005 „Wenn die Armen entflammt werden: Die Rolle der Pneumatologie in der Pfingst- und Charismatischen Mission“, www.oikoumene.org/de/dokumentation, besucht am 2. Jänner 2010.; vgl. Fiausch, Immanuel (2010:12): Der Beitrag der Pfingstbewegung zur Missionstheologie der Ökumene. Facharbeit: University of Wales, Lampeter.</ref> | | *Die oben beschriebenen befreienden Tendenzen der Pfingstbewegung schlugen sich aber auch im Österreich der Nachkriegszeit durch Gründung etlicher Pfingstgemeinden in Flüchtlingsbaracken nieder. Viele jugoslawisch-deutschstämmige Kriegsflüchtlinge suchten und fanden soziale Annahme vor und gründeten einige bis heute bestehende Pfingstgemeinden (obwohl zwei Drittel der pfingstlichen Angehörigen der Nachkriegszeit von Österreich aus weiter nach [[Kanada]] auswanderten und in Übersee deutschsprachige, pfingstliche Gemeinden gründeten), die bis dato von festem familiärem Zusammenhalt (unter Österreichern und Migranten aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Generationen) gekennzeichnet sind.<ref>vgl. Ma, Wonsuk, Ökumenischer Rat der Kirchen 2005 „Wenn die Armen entflammt werden: Die Rolle der Pneumatologie in der Pfingst- und Charismatischen Mission“, www.oikoumene.org/de/dokumentation, besucht am 2. Jänner 2010.; vgl. Fiausch, Immanuel (2010:12): Der Beitrag der Pfingstbewegung zur Missionstheologie der Ökumene. Facharbeit: University of Wales, Lampeter.</ref> |