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| | Schon vorher fand eine vom MVCS organisierte Veteranen-Rallye im Land Salzburg statt: die "5. Int. Motorveteranen-Rallye um den blauen Donaupokal der MARTHA" vom [[18. September | 18.]] bis [[20. September]] [[1970]]. Die Strecke führte von Salzburg nach [[Glasenbach]], wo die erste Zeitetappe begann, die über [[Hallein]], durch das [[Wiestal]] zum Fahrerlager am Salzburgring führte. Die nächste Zeitetappe führte von [[Fuschl am See]] nach [[St. Gilgen]] und über die [[Scharflinger Höhe]] nach [[Mondsee (Ort)|Mondsee]]. Die nächste Zeitetappe begann in Zell am Moos und führte über [[Straßwalchen]], [[Neumarkt am Wallersee]], [[Köstendorf]] nach [[Mattsee (Ort)|Mattsee]] bis [[Obertrum am See]], wo eine "ländliche Jause im [[Braugasthof Sigl]]" auf die Teilnehmer wartete. Die letzte Etappe schließlich begann in Obertrum und brachte die Teilnehmer über [[Elixhausen]], [[Lengfelden]], [[Bergheim]] und die [[Plainbrücke]] zum Ziel in Salzburg-[[Itzling]] bei der ARAL-Tankstelle der "MARTHA" in der [[Raiffeisenstraße]]. | | Schon vorher fand eine vom MVCS organisierte Veteranen-Rallye im Land Salzburg statt: die "5. Int. Motorveteranen-Rallye um den blauen Donaupokal der MARTHA" vom [[18. September | 18.]] bis [[20. September]] [[1970]]. Die Strecke führte von Salzburg nach [[Glasenbach]], wo die erste Zeitetappe begann, die über [[Hallein]], durch das [[Wiestal]] zum Fahrerlager am Salzburgring führte. Die nächste Zeitetappe führte von [[Fuschl am See]] nach [[St. Gilgen]] und über die [[Scharflinger Höhe]] nach [[Mondsee (Ort)|Mondsee]]. Die nächste Zeitetappe begann in Zell am Moos und führte über [[Straßwalchen]], [[Neumarkt am Wallersee]], [[Köstendorf]] nach [[Mattsee (Ort)|Mattsee]] bis [[Obertrum am See]], wo eine "ländliche Jause im [[Braugasthof Sigl]]" auf die Teilnehmer wartete. Die letzte Etappe schließlich begann in Obertrum und brachte die Teilnehmer über [[Elixhausen]], [[Lengfelden]], [[Bergheim]] und die [[Plainbrücke]] zum Ziel in Salzburg-[[Itzling]] bei der ARAL-Tankstelle der "MARTHA" in der [[Raiffeisenstraße]]. |
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| − | ==Die Veranstaltung== | + | ==Die Geschichte der Veranstaltung== |
| | + | ==== Die Termine ==== |
| | Am [[5. Mai]] [[1974]] und am [[4. Mai]] [[1975]] fand die Veranstaltung zunächst im Rahmen des Motorrad-Weltmeisterschaftslaufes [[Großer Preis von Österreich]] statt, dann als eigene Veranstaltung zunächst einmal nur als Tagesveranstaltung, dann an ganzes Wochenende lang. | | Am [[5. Mai]] [[1974]] und am [[4. Mai]] [[1975]] fand die Veranstaltung zunächst im Rahmen des Motorrad-Weltmeisterschaftslaufes [[Großer Preis von Österreich]] statt, dann als eigene Veranstaltung zunächst einmal nur als Tagesveranstaltung, dann an ganzes Wochenende lang. |
| | : 1. Oldtimer Grand Prix: [[11. September]] [[1976]], nur Samstag, der erste eigenständig veranstaltete Grand Prix | | : 1. Oldtimer Grand Prix: [[11. September]] [[1976]], nur Samstag, der erste eigenständig veranstaltete Grand Prix |
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| | : 8. Oldtimer Grand Prix: [[5. September|5.]] und [[6. September]] [[1987]] | | : 8. Oldtimer Grand Prix: [[5. September|5.]] und [[6. September]] [[1987]] |
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| | + | ==== Der Ablauf ==== |
| | Es gab Bewerbe für Automobile und für Motorräder, jeweils in Jahrgangsklassen und Hubraum unterteilt. Es handelte sich dabei um Gleichmäßigkeitsbewerbe: eine Zeit/Geschwindigkeit, die nach einer Startrunde gemessen/gefahren wurde, musste möglichst ohne Abweichungen weitere drei Runden gefahren werden. Somit kam ein Lauf auf fünf Runden (vor der ersten gemessenen Runde gab es eine Runde mit stehendem Start), je Runde 4,2 Kilometer. Es wurden je Klasse zwei Läufe absolviert. Sieger war derjenige, der die kleinste Zeitabweichung in beiden Läufen hatte. | | Es gab Bewerbe für Automobile und für Motorräder, jeweils in Jahrgangsklassen und Hubraum unterteilt. Es handelte sich dabei um Gleichmäßigkeitsbewerbe: eine Zeit/Geschwindigkeit, die nach einer Startrunde gemessen/gefahren wurde, musste möglichst ohne Abweichungen weitere drei Runden gefahren werden. Somit kam ein Lauf auf fünf Runden (vor der ersten gemessenen Runde gab es eine Runde mit stehendem Start), je Runde 4,2 Kilometer. Es wurden je Klasse zwei Läufe absolviert. Sieger war derjenige, der die kleinste Zeitabweichung in beiden Läufen hatte. |
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| | Bereits am Freitagnachmittag kamen die ersten Teilnehmer im Fahrerlager an. Der Samstag war der technischen Abnahme (Sicherheits- und Markenkontrolle) und dem Training gewidmet, der Sonntag den beiden Gleichmäßigkeitsläufen. An diesen Wochenenden kamen bis zu 10 000 Zuschauer an den Ring. | | Bereits am Freitagnachmittag kamen die ersten Teilnehmer im Fahrerlager an. Der Samstag war der technischen Abnahme (Sicherheits- und Markenkontrolle) und dem Training gewidmet, der Sonntag den beiden Gleichmäßigkeitsläufen. An diesen Wochenenden kamen bis zu 10 000 Zuschauer an den Ring. |
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| | + | ==== Die Geschichte des originalen "Oldtimer Grand Prix" ==== |
| | + | Die erste Veranstaltung am [[5. Mai]] 1974 fand bei strömenden [[Regen]] statt. |
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| | + | 1979, am Wochenende [[8. September|8.]] und [[9. September]], feierte man gleich zwei Jubiläen: "50 Jahre [[Gaisbergrennen]]" (das letzte fand [[1969]] statt) und "40 Jahre TT-Sieg Schorsch Meier", und man gedachte der 25jährige Wiederkehr des Todestag des bisher einzigen österreichischen Solo-Motorrad-Weltmeisters [[Rupert Hollaus]] ([[11. September]] [[1954]]). Bei den Automobilen war der 68-Jährige, ehemalige fünffache Weltmeister Juan Manuel Fangio mit dem Mercedes-Benz W 196 "Silberpfeil", dem Weltmeisterauto von 1954, zum ersten Mal in Österreich zu Gast. Diese Veranstaltung war auch gleichzeitig der Höhepunkt in der Geschichte des originalen "Oldtimer Grand Prix". |
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| | + | Ab 1979 wurde der "Oldtimer Grand Prix" nur mehr alle zwei Jahre veranstaltet. |
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| | + | 1981 konnte man eine Reihe prominenter ehemaliger Rennfahrer erleben: John Surtees ([[GBR]], Vincent „Black Lightning“), Bill Lomas (GBR, Moto Guzzi), [[Luigi Taveri]] ([[SUI]], Honda), František „Franta“ Šťastný ([[CSSR]], Jawa) oder Walter Zeller ([[GER]], BMW RS). [[Niki Lauda]] pilotierte einen Mercedes-Benz "Silberpfeil". Bei den Automobilen wurde erstmals um die „[[Mercedes Benz Trophäe Alfred Neubauer|Alfred-Neubauer-Trophäe]]“ gefahren. |
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| | + | 1983 stand unter dem Motto „60 Jahre BMW-Motorräder“. |
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| | + | Beim letzten „Oldtimer Grand Prix“ der „alten Art“ im September 1987 war nochmals die „alte Garde“ angetreten schreibt Helmut Krackowizer bei einem Bild: Hein Thorn-Prikker (GER), Sammy Miller (Trial-Weltmeister, GBR), John Surtees (GBR), Walter Zeller (GER), Luigi Taveri (SUI), Hans Haldemann (SUI), Gert von Woedtke (GER) und H. O. Buthenuth (GER). |
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| | + | ==== Ausklang und Ende der legendären Veranstaltung ==== |
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| − | Die erste Veranstaltung am [[5. Mai]] 1974 fand bei strömenden [[Regen]] statt. 1979, am Wochenende [[8. September|8.]] und [[9. September]], feierte man gleich zwei Jubiläen: "50 Jahre [[Gaisbergrennen]]" (das letzte fand [[1969]] statt) und "40 Jahre TT-Sieg Schorsch Meier", und man gedachte der 25jährige Wiederkehr des Todestag des bisher einzigen österreichischen Solo-Motorrad-Weltmeisters [[Rupert Hollaus]] ([[11. September]] [[1954]]).
| + | Der "Oldtimer Grand Prix" konnte dann 1989 dann aufgrund von verschärften Lärmschutzbestimmungen des [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Landes Salzburgs]] nicht mehr stattfinden. |
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| − | Der "Oldtimer Grand Prix" konnte dann 1989 dann aufgrund von verschärften Lärmschutzbestimmungen des [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Landes Salzburgs]] nicht mehr stattfinden. Auch weil die österreichische oberste Sportkommission (OSK) die letzte Veranstaltung 1994 in letzter Minute mit einem verstaubten Passus aus der Sportgesetzgebung abzuwürgen versuchte: bei Veteranenveranstaltungen ist nur eine maximale Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h erlaubt (Anmerkung: 1981 wurde Spitzengeschwindigkeiten von 200 km/h gefahren, Durchschnittsgeschwindigkeiten von 137 km/h!).
| + | Am [[15. September|15.]] und [[16. September]] [[1990]] fand dann ein "Oldtimer Grand Prix" auf dem steirischen Österreichring statt, wo die Bezirkshauptmannschaft Knittelfeld mit Bescheid vom [[22. März]] 1990 diese Veranstaltung genehmigt hatte. Dieser "Oldtimer Grand Prix" stand unter dem Motto "Schorsch Meier, BMW erfolgreichster Motorrad-Rennfahrer, feiert heuer seinen 80. Geburtstag." |
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| − | Helmut Krackowizer in einem Interview nach der Veranstaltung 1994 mit Andy Schwietzer: "''...wir fuhren die Veranstaltung und schlossen am Ende halt alle Teilnehmer aus, um den Bestimmungen der OSK Genüge zu tun...''" - So endete der wohl bekannteste Oldtimer Grand Prix Mitteleuropas! | + | Bei einer als "Oldtimer Grand Prix" betitelten Veranstaltung, die am [[14. September|14.]] und 15. September 1991 auf dem Salzburgring stattfand, handelte es sich aber um einen zur Europameisterschaft zählenden Lauf für Automobile der [[1950er]]- und [[1960er]]-Jahre.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=JIcVtYKZAdNl0shmnjEoLgN%2FlY7VNSiQ9AqJa9FC4sfeBSvg9pPdwUxvcOa%2F9g%2BSVwJp6UHGRrVHiwCZokbHc%2F6kWxpJoFouNOsPvkO31sA3j1%2F30YzFih9RIrXAHc2R&id1=19910914_29&q=%2522Oldtimer%2520Grand%2520Prix%2522#slide29 www.sn.at], Archiv der ''Salzburger Nachrichten'', Ausgabe vom 14. September 1991, Seite 29</ref> |
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| | + | [[1992]] fand anstelle des "Oldtimer Grand Prix" vom [[19. Juni|19.]] bis [[21. Juni]] der [[Lungauer Bergpreis am Fanningberg]] statt. Im Herbst gab es eine Veranstaltung auf dem Salzburgring, die ebenfalls in Medien als "Oldtimer Grand Prix" betitelt wurde (siehe [[Oldtimer Grand Prix 1992]]). Dabei handelte es sich aber um den FIA-Cup-Lauf für historische Sport- Tourenwagen sowie um Demonstrationsrunden von [[Niki Lauda]] in einem Mercedes-Benz Rennwagen "Silberpfeil" und von Hans Stuck in einem CanAm-Porsche 917 aus dem Jahr 1972.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=hE%2FgF9YVrgABUjWiJlBrwmhfY4rrTfGcRTQrVQzrC3VBgcSvnS0k52DD%2FFwB4iIpDEC2aA1R3QEhUxWwxg7%2Bl%2BjKvsdmAtqnHfgLWbKHuCW2wT5Vep%2FhpzALWaygV%2Bq8&id1=19920921_21&q=%2522Oldtimer%2520Grand%2520Prix%2522#slide21 www.sn.at], Archiv der ''Salzburger Nachrichten'', Ausgabe vom 21. September 1992, Seite 21</ref> |
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| | + | Offenbar änderten sich dann die Verhältnisse im Land Salzburg wieder und 1994 konnten noch einmal Motorräder bei einem "Oldtimer Grand Prix" auf dem Salzburgring starten. An dieser Veranstaltung nahmen 149 Motorräder teil. Sie war Teil des FIA-Cup-Laufs für historische Sport- Tourenwagen. Bei den Motorradfahrern konnte man noch einmal Luigi Taveri, John Surtees und Hans-Georg Anscheidt erleben.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=WL1rT5BUhDKOeDnpe%2B6ioZtqCcp5pX0i16pOfK3yhRJEEiM8qqQ%2BcwZHhLHWMYDcnEwc%2FpK4SKjl7cwFQZeEO9a4tpnkQ6nRUGaQANtXaYXjrwEknPMDpBCBoqE889B1&id1=19940908_30&q=%2522Oldtimer%2520Grand%2520Prix%2522#slide30 www.sn.at], Archiv der ''Salzburger Nachrichten'', Ausgabe vom 8. September 1994, Seite 30</ref> |
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| | + | Doch die österreichische oberste Sportkommission (OSK) versuchte die letzte Veranstaltung in letzter Minute mit einem verstaubten Passus aus der Sportgesetzgebung abzuwürgen: Bei Veteranenveranstaltungen ist nur eine maximale Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h erlaubt (Anmerkung: 1981 wurde Spitzengeschwindigkeiten von 200 km/h gefahren, Durchschnittsgeschwindigkeiten von 137 km/h!). Helmut Krackowizer in einem Interview nach der Veranstaltung 1994 mit dem Journalisten Andy Schwietzer: "...wir fuhren die Veranstaltung und schlossen am Ende halt alle Teilnehmer aus, um den Bestimmungen der OSK Genüge zu tun..." |
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| | + | So endete der wohl bekannteste Oldtimer Grand Prix Mitteleuropas! |
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| | ==Die Teilnehmer== | | ==Die Teilnehmer== |