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* Sebastian Kneipp (* 1821 in Stefansried; † 1897 in Wörishofen), katholischer Priester, Begründer des nach ihm benannten Naturheilverfahrens mit Wasserkuren
 
* Sebastian Kneipp (* 1821 in Stefansried; † 1897 in Wörishofen), katholischer Priester, Begründer des nach ihm benannten Naturheilverfahrens mit Wasserkuren
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<big>'''Baiern, Bayern und Salzburg - eine Übersicht'''</big>
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== Baiern, Bayern und Salzburg - eine Übersicht ==
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== Regionen mit Salzburg-Bezügen ==
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=== Regionen mit Salzburg-Bezügen ===
 
Bis [[1802]] gehörte die Enklave [[Mühldorf am Inn]] zu Salzburg. Der bis [[1816]] zu Salzburg gehörende [[Rupertiwinkel]] galt als die ''Kornkammer'' der Stadt Salzburg.
 
Bis [[1802]] gehörte die Enklave [[Mühldorf am Inn]] zu Salzburg. Der bis [[1816]] zu Salzburg gehörende [[Rupertiwinkel]] galt als die ''Kornkammer'' der Stadt Salzburg.
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==Städte mit Salzburg-Bezügen==
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===Städte mit Salzburg-Bezügen===
 
Salzburg-Bezüge haben insbesondere
 
Salzburg-Bezüge haben insbesondere
 
* [[Augsburg]], Heimat von Persönlichkeiten wie [[Fürsterzbischof]] [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und [[Leopold Mozart]];
 
* [[Augsburg]], Heimat von Persönlichkeiten wie [[Fürsterzbischof]] [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und [[Leopold Mozart]];
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* [[Freising]], [[Passau]] und [[Regensburg]] als Zentren anderer, lange Zeit zur Salzburger Kirchenprovinz gehörender Bistümer und Zentren geistlicher Reichsfürstentümer
 
* [[Freising]], [[Passau]] und [[Regensburg]] als Zentren anderer, lange Zeit zur Salzburger Kirchenprovinz gehörender Bistümer und Zentren geistlicher Reichsfürstentümer
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== Baiernherzöge in Salzburg ==
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=== Baiernherzöge in Salzburg===
:'' Hauptartikel [[Baiernherzöge in Salzburg]]''
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:'' Hauptartikel [[Baiernherzöge in Salzburg]]
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== Klöster mit Salzburgbezügen ==
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=== Klöster mit Salzburgbezügen ===
 
Aus [[Benediktiner]]<nowiki>klöstern</nowiki> stammten viele Professoren, die an der [[Benediktineruniversität]] in Salzburg unterrichteten, so beispielsweise aus den Klöstern [[Benediktinerabtei Ettal|Ettal]], [[Kloster Benediktbeuern|Benediktbeuern]] oder [[Benediktinerabtei St. Emmeram|St. Emmeram]].
 
Aus [[Benediktiner]]<nowiki>klöstern</nowiki> stammten viele Professoren, die an der [[Benediktineruniversität]] in Salzburg unterrichteten, so beispielsweise aus den Klöstern [[Benediktinerabtei Ettal|Ettal]], [[Kloster Benediktbeuern|Benediktbeuern]] oder [[Benediktinerabtei St. Emmeram|St. Emmeram]].
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==Geschichtliche Salzburg-Bezüge==
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===Geschichtliche Salzburg-Bezüge===
=== Gemeinsame Geschichte bis 1328 ===
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==== Gemeinsame Geschichte bis 1328 ====
:''siehe auch [[Bajuwaren]]''
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:''siehe auch [[Bajuwaren]]
 
Die Beziehungen Salzburgs zum Bayrischen Raum gehen mehr als 2000 Jahre in die [[Römer|römische]] und vorrömische Zeit zurück. Der Verwaltungsbezirk von [[Iuvavum]] (Salzburg) umfasste auch das heute bayerische Gebiet östlich des [[Inn]]s.
 
Die Beziehungen Salzburgs zum Bayrischen Raum gehen mehr als 2000 Jahre in die [[Römer|römische]] und vorrömische Zeit zurück. Der Verwaltungsbezirk von [[Iuvavum]] (Salzburg) umfasste auch das heute bayerische Gebiet östlich des [[Inn]]s.
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Die Erzbischöfe waren zwar Reichsfürsten, aber ihr Herrschaftsgebiet galt immer noch als ein Teil des Herzogtums Bayern. Als [[Fürsterzbischof]] [[Friedrich III.]] [[1328]] eine eigene [[Salzburger Landesordnung|Landesordnung]] erließ, löste er damit seine Besitzungen vom Mutterland Baiern. Aus Salzburg war ein eigenständiges Land innerhalb des „[[Reich#Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]]" geworden. In einer [[1342]] ausgestellten Urkunde sprach Erzbischof [[Heinrich von Pirnbrunn]] erstmals von seinem „Land“.
 
Die Erzbischöfe waren zwar Reichsfürsten, aber ihr Herrschaftsgebiet galt immer noch als ein Teil des Herzogtums Bayern. Als [[Fürsterzbischof]] [[Friedrich III.]] [[1328]] eine eigene [[Salzburger Landesordnung|Landesordnung]] erließ, löste er damit seine Besitzungen vom Mutterland Baiern. Aus Salzburg war ein eigenständiges Land innerhalb des „[[Reich#Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]]" geworden. In einer [[1342]] ausgestellten Urkunde sprach Erzbischof [[Heinrich von Pirnbrunn]] erstmals von seinem „Land“.
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=== Bayern und Salzburg als Nachbarn und als Teile des Bayrischen Verwaltungskreises===
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==== Bayern und Salzburg als Nachbarn und als Teile des Bayrischen Verwaltungskreises====
    
Spätestens seit dem [[12. Jahrhundert]] wurde [[Holz]] aus den so genannten [[Bayerische Saalforste|Bayerischen Saalforste]] zur Saline Reichenhall [[Holztrift|getriftet]]. Die im salzburgischen [[Pinzgau]] gelegenen Wälder gehörten seit alters her den Salinenbetreibern und ab Anfang des [[16. Jahrhundert]]s dem bayerischen Staat. Kaiser Ludwig der Baier ordnete [[1333]] an, dass das Salz aus [[Hallein]] nur mehr zu Wasser transportiert werden dürfe. [[Laufen an der Salzach]] gewann damit als Schifferstadt an Bedeutung. Kaiser [[Maximilian I.]] ließ das Heilige Römische Reich Deutscher Nation im Jahr [[1500]] in so genannte Reichskreise einteilen. Das [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] gehörte daraufhin bis [[1806]] zum Bayerischen Reichskreis.  
 
Spätestens seit dem [[12. Jahrhundert]] wurde [[Holz]] aus den so genannten [[Bayerische Saalforste|Bayerischen Saalforste]] zur Saline Reichenhall [[Holztrift|getriftet]]. Die im salzburgischen [[Pinzgau]] gelegenen Wälder gehörten seit alters her den Salinenbetreibern und ab Anfang des [[16. Jahrhundert]]s dem bayerischen Staat. Kaiser Ludwig der Baier ordnete [[1333]] an, dass das Salz aus [[Hallein]] nur mehr zu Wasser transportiert werden dürfe. [[Laufen an der Salzach]] gewann damit als Schifferstadt an Bedeutung. Kaiser [[Maximilian I.]] ließ das Heilige Römische Reich Deutscher Nation im Jahr [[1500]] in so genannte Reichskreise einteilen. Das [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] gehörte daraufhin bis [[1806]] zum Bayerischen Reichskreis.  
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Das „[[Reich#Heiliges Römisches Reich|Heilige Römische Reich Deutscher Nation]]“, dem Salzburg und Bayern angehörten, wurde [[1806]] aufgelöst.
 
Das „[[Reich#Heiliges Römisches Reich|Heilige Römische Reich Deutscher Nation]]“, dem Salzburg und Bayern angehörten, wurde [[1806]] aufgelöst.
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=== Salzburg als Teil des Königreichs Bayern 1810−1816 ===
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==== Salzburg als Teil des Königreichs Bayern 1810−1816 ====
: Hauptartikel: [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern]]''
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:'' Hauptartikel [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern]]  
Das [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] kam am [[19. September]] [[1810]] zusammen mit der ehemaligen [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] an das Königreich Bayern. Der [[Salzachkreis]] war einer der neun bayerischen Verwaltungsbezirke, der neben altbayerischen Gebieten das Land Salzburg, einen Teil [[Oberösterreich]]s (darunter das südliche [[Innviertel]]) und das Landgericht Kitzbühel in Tirol umfasste. Geführt wurde die Verwaltung des Salzachkreises vom Generalgouverneur Kronprinz [[Ludwig von Bayern]], dem späteren König Ludwig I., welcher im [[Schloss Mirabell]] in Salzburg, der Hauptstadt des Salzachkreises, residierte.  
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Das [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] kam am [[19. September]] [[1810]] zusammen mit der ehemaligen [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] an das Königreich Bayern. Der [[Salzachkreis]] war einer der neun bayerischen Verwaltungsbezirke, der neben altbayerischen Gebieten das Land Salzburg, einen Teil [[Oberösterreich]]s (darunter das südliche [[Innviertel]]) und das Landgericht [[Kitzbühel]] in Tirol umfasste. Geführt wurde die Verwaltung des Salzachkreises vom Generalgouverneur Kronprinz [[Ludwig von Bayern]], dem späteren König Ludwig I., welcher im [[Schloss Mirabell]] in Salzburg, der Hauptstadt des Salzachkreises, residierte.  
    
Die neue Staatszugehörigkeit und die damit verbundenen einschneidenden Veränderungen wurden aber vor allem von der Bevölkerung im Gebirge abgelehnt. Diese projizierte ihren Reichspatriotismus auf den österreichischen Kaiser Franz I., der zuvor als Franz II. Kaiser des 1806 untergegangenen „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ gewesen war. Zudem hatten in der österreichischen Zeit von [[1806]] bis [[1809]] die Behörden im Land selbst kaum Veränderungen vorgenommen. Die Beibehaltung des so genannten „alten Herkommens“ war den Bauern weitaus lieber als die Reformflut der bayerischen Verwaltung. In der Stadt Salzburg machten sich die Bayern unter anderem durch die Auflösung der [[Hohe Salzburger Landschaft|Hohen Salzburger Landschaft]] und der [[Benediktineruniversität Salzburg|Universität Salzburg]] unbeliebt. Dabei dürfte der Anschluss an Bayern anfangs im ''Flachen Land'' weitgehend akzeptiert und in der Stadt sogar begrüßt worden sein. In der Stadt Salzburg waren nämlich private Transparente mit Aufschriften wie etwa „''Retour nach Baiern''“ zu lesen und die [[Salzburger Zeitung]] erblickte den Tag, „''...wo uns der Zeitenlauf wieder zu dem alten Vaterhause bringt, dem wir einst angehörten''“.  
 
Die neue Staatszugehörigkeit und die damit verbundenen einschneidenden Veränderungen wurden aber vor allem von der Bevölkerung im Gebirge abgelehnt. Diese projizierte ihren Reichspatriotismus auf den österreichischen Kaiser Franz I., der zuvor als Franz II. Kaiser des 1806 untergegangenen „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ gewesen war. Zudem hatten in der österreichischen Zeit von [[1806]] bis [[1809]] die Behörden im Land selbst kaum Veränderungen vorgenommen. Die Beibehaltung des so genannten „alten Herkommens“ war den Bauern weitaus lieber als die Reformflut der bayerischen Verwaltung. In der Stadt Salzburg machten sich die Bayern unter anderem durch die Auflösung der [[Hohe Salzburger Landschaft|Hohen Salzburger Landschaft]] und der [[Benediktineruniversität Salzburg|Universität Salzburg]] unbeliebt. Dabei dürfte der Anschluss an Bayern anfangs im ''Flachen Land'' weitgehend akzeptiert und in der Stadt sogar begrüßt worden sein. In der Stadt Salzburg waren nämlich private Transparente mit Aufschriften wie etwa „''Retour nach Baiern''“ zu lesen und die [[Salzburger Zeitung]] erblickte den Tag, „''...wo uns der Zeitenlauf wieder zu dem alten Vaterhause bringt, dem wir einst angehörten''“.  
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Die Reformen des Ministers Maximilian von Montgelas basierten auf der Bayerische Konstitution vom 1. Mai 1808, die einerseits eine Vereinheitlichung und Konzentration des Staates, andererseits demokratische Grundrechte wie Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz (gleiche Steuerpflicht, gleicher Zutritt zu allen Staatsämtern), Sicherheit der Person und des Eigentums, Gewissens- und Religionsfreiheit, Pressefreiheit im Rahmen bestimmter Zensurgesetze beinhaltete. Dazu kamen Bestimmungen über Beamte, die Unabhängigkeit der Richter, eine neue Gerichtsverfassung sowie die Schaffung einheitlicher Bestimmungen über Straf- und Zivilrecht für das ganze Königreich und schließlich das Militär.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Konstitution_(Bayern) Wikipedia.de/Konstitution (Bayern)]</ref>  
 
Die Reformen des Ministers Maximilian von Montgelas basierten auf der Bayerische Konstitution vom 1. Mai 1808, die einerseits eine Vereinheitlichung und Konzentration des Staates, andererseits demokratische Grundrechte wie Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz (gleiche Steuerpflicht, gleicher Zutritt zu allen Staatsämtern), Sicherheit der Person und des Eigentums, Gewissens- und Religionsfreiheit, Pressefreiheit im Rahmen bestimmter Zensurgesetze beinhaltete. Dazu kamen Bestimmungen über Beamte, die Unabhängigkeit der Richter, eine neue Gerichtsverfassung sowie die Schaffung einheitlicher Bestimmungen über Straf- und Zivilrecht für das ganze Königreich und schließlich das Militär.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Konstitution_(Bayern) Wikipedia.de/Konstitution (Bayern)]</ref>  
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Die Durchsetzung der Reformen ließ die anfänglich sehr hohe Sympathie für den Verbleib bei Bayern  schwinden. Ziel des zentralistischen Staates war es, durch die Aufweichung der alten Strukturen und der Eigenart, ein nach verwaltungstechnischen Gesichtspunkten gestaltetes Land zu schaffen. Der Name "Salzburg" wich damals - wie auch später unter oberösterreichischer Herrschaft dem Begriff "Salzachkreis". Der bayrische Thronprinz Ludwig, der Salzburg leidenschaftlich liebte, residierte damals im Schloss Mirabell und versprach das Land künftig besonders zu fördern.  
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Die Durchsetzung der Reformen ließ die anfänglich sehr hohe Sympathie für den Verbleib bei Bayern  schwinden. Ziel des zentralistischen Staates war es, durch die Aufweichung der alten Strukturen und der Eigenart, ein nach verwaltungstechnischen Gesichtspunkten gestaltetes Land zu schaffen. Der Name "Salzburg" wich damals - wie auch später unter oberösterreichischer Herrschaft dem Begriff "[[Salzachkreis]]". Der bayrische Thronprinz Ludwig, der Salzburg leidenschaftlich liebte, residierte damals im [[Schloss Mirabell]] und versprach das Land künftig besonders zu fördern.  
    
In den folgenden Jahren erfolgten der Ausbau von Straßen, die Einführung der staatlichen Post und Neuerungen in der Landwirtschaft. Das Schul- und Bildungswesen und die medizinische Versorgung wurden verbessert. Schwere Belastungen für die Bevölkerung aber stellten die Erhöhung von Steuern und Abgaben sowie die Truppenaushebungen dar. Trotz der kriegerischen Ereignisse kümmerte man sich um kulturelle Angelegenheiten: Die Bayerische Akademie der Wissenschaften begann [[1815]] mit der Ausgrabung der bekannten [[Römer|römischen]] [[Palastvilla in Loig]].  
 
In den folgenden Jahren erfolgten der Ausbau von Straßen, die Einführung der staatlichen Post und Neuerungen in der Landwirtschaft. Das Schul- und Bildungswesen und die medizinische Versorgung wurden verbessert. Schwere Belastungen für die Bevölkerung aber stellten die Erhöhung von Steuern und Abgaben sowie die Truppenaushebungen dar. Trotz der kriegerischen Ereignisse kümmerte man sich um kulturelle Angelegenheiten: Die Bayerische Akademie der Wissenschaften begann [[1815]] mit der Ausgrabung der bekannten [[Römer|römischen]] [[Palastvilla in Loig]].  
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Durch den [[Münchner Vertrag]]  fiel das Land Salzburg am [[1. Mai]] [[1816]] an [[Österreich]] – allerdings nicht zur Gänze: Mit den Ämtern [[Waging am See|Waging]], [[Tittmoning]], Laufen und [[Teisendorf]] auf der linken Seite von [[Salzach]] und [[Saalach]] blieb das Gebiet des heutigen [[Rupertiwinkel]]s bei Bayern.
 
Durch den [[Münchner Vertrag]]  fiel das Land Salzburg am [[1. Mai]] [[1816]] an [[Österreich]] – allerdings nicht zur Gänze: Mit den Ämtern [[Waging am See|Waging]], [[Tittmoning]], Laufen und [[Teisendorf]] auf der linken Seite von [[Salzach]] und [[Saalach]] blieb das Gebiet des heutigen [[Rupertiwinkel]]s bei Bayern.
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===Befreundete Nachbarn seit dem 19. Jahrhundert ===
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=0==Befreundete Nachbarn seit dem 19. Jahrhundert ===0
 
Salzburg und Bayern gehörten dem [[1815]] gegründeten „Deutschen Bund“ ([[1866]] aufgelöst) an,  der unter der Führung Österreichs stand.
 
Salzburg und Bayern gehörten dem [[1815]] gegründeten „Deutschen Bund“ ([[1866]] aufgelöst) an,  der unter der Führung Österreichs stand.
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Der Münchner Komponist und Dirigent [[Richard Strauss]] war dann [[1920]] einer der Mitbegründer der [[Salzburger Festspiele]].  
 
Der Münchner Komponist und Dirigent [[Richard Strauss]] war dann [[1920]] einer der Mitbegründer der [[Salzburger Festspiele]].  
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Durch den so genannten „[[Anschluss]]“ Österreichs an das [[[Nationalsozialismus|nationalsozialistische Deutsche Reich]] im Jahre [[1938]] gehörten Salzburg und Bayern bis [[1945]] zum selben Staat.
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Durch den so genannten „[[Anschluss]]“ Österreichs an das [[Nationalsozialismus|nationalsozialistische Deutsche Reich]] im Jahre [[1938]] gehörten Salzburg und Bayern bis [[1945]] zum selben Staat.
    
Die Salinenkonvention von 1829 wurde 1958 durch einen neuen Vertrag bestätigt.
 
Die Salinenkonvention von 1829 wurde 1958 durch einen neuen Vertrag bestätigt.
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===Kirchliche Bezüge 696–1816===
 
===Kirchliche Bezüge 696–1816===
[[Rupert von Worms]], der Gründer der [[Salzburger Kirche]] ([[696]]) und erfolgreichster Missionar im Herzogtum Bayern gilt als „Apostel der Bayern“. Der Überlieferung  nach hat er den bayerischen Herzog [[Theodo II.]] in Regensburg getauft.
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[[Rupert von Worms]], der Gründer der [[Salzburger Kirche]] ([[696]]) und erfolgreichster Missionar im [[Herzogtum Bayern]] gilt als „Apostel der Bayern“. Der Überlieferung  nach hat er den [[Bayerische Herzöge in Salzburg|bayerischen Herzog]] [[Theodo II.]] in Regensburg getauft.
    
Die [[739]] gegründete Diözese Salzburg wurde [[798]] zum [[Erzdiözese Salzburg|Erzbistum]] erhoben damit zum Mittelpunkt der neuen bairischen Kirchenprovinz ([[Salzburger Kirchenprovinz]]). Dem Erzbistum Salzburg unterstanden die [[Suffraganbistum|Suffraganbistümer]] [[Regensburg]], [[Passau]], [[Freising]] und [[Brixen|Säben (Brixen)]]. Die Salzburger Kirchenprovinz deckte damit fast das gesamte Gebiet des Herzogtums Bayern ab. Die [[Erzdiözese Salzburg]] selbst umfasste auch Gebiete im heutigen Bayern. Von [[1816]] bis [[1822]] wurden die Diözesangrenzen an die Staatsgrenzen angeglichen. Der [[Rupertiwinkel]] und das bayerische Gebiet östlich des Inns, die seit jeher kirchlich zur Erzdiözese Salzburg gehört hatten, fielen nun in die Zuständigkeit des Erzbistums München-Freising.  
 
Die [[739]] gegründete Diözese Salzburg wurde [[798]] zum [[Erzdiözese Salzburg|Erzbistum]] erhoben damit zum Mittelpunkt der neuen bairischen Kirchenprovinz ([[Salzburger Kirchenprovinz]]). Dem Erzbistum Salzburg unterstanden die [[Suffraganbistum|Suffraganbistümer]] [[Regensburg]], [[Passau]], [[Freising]] und [[Brixen|Säben (Brixen)]]. Die Salzburger Kirchenprovinz deckte damit fast das gesamte Gebiet des Herzogtums Bayern ab. Die [[Erzdiözese Salzburg]] selbst umfasste auch Gebiete im heutigen Bayern. Von [[1816]] bis [[1822]] wurden die Diözesangrenzen an die Staatsgrenzen angeglichen. Der [[Rupertiwinkel]] und das bayerische Gebiet östlich des Inns, die seit jeher kirchlich zur Erzdiözese Salzburg gehört hatten, fielen nun in die Zuständigkeit des Erzbistums München-Freising.  
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Innerhalb der Erzdiözese Salzburg existierte von [[1215]] bis [[1817]] das Salzburger [[Bistum Chiemsee]]. Der Sitz der [[Bischöfe von Chiemsee]] war das [[Kloster Herrenchiemsee|Augustiner-Chorherrenstift Herrenwörth]] auf der [[Herreninsel]] im [[Chiemsee]]. Sie waren die [[Weihbischof|Weihbischöfe]] der Salzburger Erzbischöfe und hatten deshalb in Salzburg eine ständige Residenz, den [[Chiemseehof]]. Das Bistum Chiemsee umfasste nur zehn Pfarreien westlich und südlich des Chiemsees: [[Herrenchiemsee]], Prien, Eggstätt, Söllhuben und Grassau in Bayern, Söll, Kirchdorf, St. Johann in Tirol, [[Brixen im Thale]] und St. Ulrich am Pillersee in [[Tirol]].
 
Innerhalb der Erzdiözese Salzburg existierte von [[1215]] bis [[1817]] das Salzburger [[Bistum Chiemsee]]. Der Sitz der [[Bischöfe von Chiemsee]] war das [[Kloster Herrenchiemsee|Augustiner-Chorherrenstift Herrenwörth]] auf der [[Herreninsel]] im [[Chiemsee]]. Sie waren die [[Weihbischof|Weihbischöfe]] der Salzburger Erzbischöfe und hatten deshalb in Salzburg eine ständige Residenz, den [[Chiemseehof]]. Das Bistum Chiemsee umfasste nur zehn Pfarreien westlich und südlich des Chiemsees: [[Herrenchiemsee]], Prien, Eggstätt, Söllhuben und Grassau in Bayern, Söll, Kirchdorf, St. Johann in Tirol, [[Brixen im Thale]] und St. Ulrich am Pillersee in [[Tirol]].
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====Literatur und Quellen für den Abschnitt 'Geschichtliche Salzburg-Bezüge' ====
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===Literatur und Quellen für den Abschnitt 'Geschichtliche Salzburg-Bezüge' ===
 
* [[Hermann Dannheimer|Dannheimer, Hermann]]; [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]: ''Die [[Bajuwaren]]'', Katalog Landesausstellung des Freistaates Bayern und des Landes Salzburg 1988
 
* [[Hermann Dannheimer|Dannheimer, Hermann]]; [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]: ''Die [[Bajuwaren]]'', Katalog Landesausstellung des Freistaates Bayern und des Landes Salzburg 1988
 
* Dopsch, Heinz: ''[[Kleine Geschichte Salzburgs]]'', Salzburg 2001
 
* Dopsch, Heinz: ''[[Kleine Geschichte Salzburgs]]'', Salzburg 2001