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[[File:BCamerariaohridella.jpg|thumb|Salzburg, Thalgau, geschlüpft am 1995.03.10 (Zucht aus der Raupe)]]
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'''Cameraria ohridella''' Deschka & Dimic, 1986 ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
[[File:BCamerariaohridellaM2.jpg|thumb|Mine im Durchlicht; im dunklen, mit Kot gefüllten Bereich befindet sich auch der Kokon zur Überwinterung: Salzburg, St. Leonhard, 2000.10.07]]
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[[File:BKastanienbestand.jpg|thumb|Salzburg, Stadt Salzburg, Salzachufer, 2000.10.15: Lebensraum von ''Cameraria ohridella'': Eine Kastanienallee an der Salzach]]
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'''Cameraria ohridella''' Deschka & Dimic, 1986 ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Gracillariidae]].
      
Volkstümliche(r) Name(n): Kastanienminiermotte
 
Volkstümliche(r) Name(n): Kastanienminiermotte
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==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie==
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie==
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''Cameraria ohridella'' ist in Salzburg ein Neozoon, also ein Tier, das erst in jüngster Zeit nach Salzburg gelangt ist. Die Art ist auf dem Balkan beheimatet, wo sie erst 1986 entdeckt und beschrieben worden ist. Wie sie dann nach Mitteleuropa gelangt ist, ist nach wie vor Gegenstand intensiver Diskussionen. Jedenfalls wurden die charakteristischen Fraßspuren der Raupen bereits 1989 in den Gegenden um Linz und Steyr in Oberösterreich festgestellt. Der erste Nachweis aus Salzburg gelang 1994 (Kurz et al. 2010, Kurz & Kurz 2021). In Mitteleuropa hat sich die Art rasend schnell ausgebreitet und bereits 10 Jahre nach ihrem ersten Auftreten war sie in ganz Mitteleuropa verbreitet. Heute kommt sie zumindest von Nordamerika und Island bis in die Türkei und Russland vor (GBIF 2012). In Salzburg wurde sie mittlerweile in allen Landesteilen mit Ausnahme des [[Lungau]]es gefunden (Embacher et al. 2011, Kurz & Embacher 2019). Die Höhenverbreitung ist hier von 400 bis 1250 m dokumentiert, wobei die Art aber in den niedrigsten Lagen besonders häufig auftritt. War sie wegen der Futterpflanze der Raupen, der Rosskastanie, zunächst nur in Siedlungsräumen, Alleen und Parks anzutreffen, so folgt sie heute unmittelbar dem Vordringen der Rosskastanie in natürliche Lebensräume wie Waldränder oder die Auwaldreste entlang der [[Salzach]]. ''C. ohridella'' vermehrt sich sehr rasch. In Salzburg wurden drei Generationen im Jahr festgestellt, mit Faltern besonders im Mai, Juli und September. Dazwischen entwicklen sich die Raupen im Juni und August, sowie im Herbst. Die Puppe überwintert in der Mine im Falllaub unter den Bäumen (Kurz & Kurz 2021).
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''Cameraria ohridella'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] ein [[Glossar Biologie#N|Neozoon]], also ein Tier, das erst in jüngster Zeit nach Salzburg gelangt ist. Die Art ist auf dem Balkan beheimatet, wo sie erst 1986 entdeckt und beschrieben worden ist. Wie sie dann nach Mitteleuropa gelangt ist, ist nach wie vor Gegenstand intensiver Diskussionen. Jedenfalls wurden die charakteristischen Fraßspuren der Raupen bereits 1989 in den Gegenden um [[Linz]] und Steyr in [[Oberösterreich]] festgestellt. Der erste Nachweis aus Salzburg gelang 1994 (Kurz et al. 2010, Kurz & Kurz 2021). In Mitteleuropa hat sich die Art rasend schnell ausgebreitet, und bereits zehn Jahre nach ihrem ersten Auftreten war sie in ganz Mitteleuropa verbreitet. Heute kommt sie zumindest von Nordamerika und Island bis in die [[Türkei]] und [[Russland]] vor (GBIF 2012). In Salzburg wurde sie mittlerweile in allen Landesteilen mit Ausnahme des [[Lungau]]es gefunden (Embacher et al. 2011, Kurz & Embacher 2019). Die Höhenverbreitung ist hier von 400 bis 1250 m dokumentiert, wobei die Art aber in den niedrigsten Lagen besonders häufig auftritt. War sie wegen der Futterpflanze der Raupen, der [[Rosskastanie]], zunächst nur in Siedlungsräumen, Alleen und Parks anzutreffen, so folgt sie heute unmittelbar dem Vordringen der Rosskastanie in natürliche Lebensräume wie [[Wald (Pflanzenformation)|Wald]]<nowiki></nowiki>ränder oder die Auwaldreste entlang der [[Salzach]]. ''C. ohridella'' vermehrt sich sehr rasch. In Salzburg wurden drei Generationen im Jahr festgestellt, mit Faltern besonders im Mai, Juli und September. Dazwischen entwicklen sich die Raupen im Juni und August, sowie im Herbst. Die Puppe überwintert in der Mine im Falllaub unter den Bäumen (Kurz & Kurz 2021).
    
==Biologie und Gefährdung==
 
==Biologie und Gefährdung==
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Die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] sind meist am Morgen und gegen Abend aktiv (dokumentierte Flugaktivität zwischen und 6 und 7 Uhr MEZ, sowie zwischen 19 und 23 Uhr MEZ nach Kurz & Kurz 2021). Die Raupen fressen in charakteristischen Platzminen in den Blättern von Rosskastanie (''[[Aesculus hippocastanum]]''), wobei oft zahlreiche Minen im gleichen Blatt vorkommen können. Auch wenn die Art nach wie vor oft in Massen auftritt und dabei zweifellos die Rosskastanien empfindlich schädigt, haben sich die Befürchtungen hinsichtlich eines weiträumigen Absterbens der Kastanienbäume nicht bewahrheitet. Aus Salzburg fehlen zwar bisher entsprechende Daten, doch kennt man mittlerweile mehrere Fressfeinde der Raupen (Grabenweger et al. 2005), wie Kohlmeise (''[[Parus major]]''), Blaumeise (''[[Parus caeruleus]]''), Sumpfmeise (''[[Parus palustris]]'') oder die südliche Eichenschrecke (''[[Meconema meridionale]]''). Letztere ist ebenfalls ein Neozoon und erst seit etwas mehr als 20 Jahren in Salzburg heimisch. Außerdem wurden bereits mehr als 15 verschiedene Parasiten aus den Gruppen der Erzwespen und Schlupfwesepn gefunden (Baur 2005), die ebenfalls auf natürliche Weise mithelfen, den Bestand der Kastanienminiermotte zu regulieren. Als Nahrungskonkurrent zu den Raupen tritt auch in Salzburg ein parasitischer Pilz an den Blättern auf, der braune Blattflecken verursacht (''[[Guignardia aesculi]]''). Dabei kann das Absterben des Blattgewebes durch den Pilz auch zu einer empfindlichen Schädigung der Raupen führen. Der Bestand von ''Cameraria ohridella'' ist in Salzburg aber trotzdem ungefährdet.
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Die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] sind meist am Morgen und gegen Abend aktiv (dokumentierte Flugaktivität zwischen und 6 und 7 Uhr MEZ, sowie zwischen 19 und 23 Uhr MEZ nach Kurz & Kurz 2021). Die Raupen fressen in charakteristischen Platzminen in den Blättern von Rosskastanie (''[[Aesculus hippocastanum]]''), wobei oft zahlreiche Minen im gleichen Blatt vorkommen können. Auch wenn die Art nach wie vor oft in Massen auftritt und dabei zweifellos die Rosskastanien empfindlich schädigt, haben sich die Befürchtungen hinsichtlich eines weiträumigen Absterbens der Kastanienbäume nicht bewahrheitet. Aus Salzburg fehlen zwar bisher entsprechende Daten, doch kennt man mittlerweile mehrere Fressfeinde der Raupen (Grabenweger et al. 2005), wie Kohlmeise (''[[Parus major]]''), Blaumeise (''[[Parus caeruleus]]''), Sumpf[[meise]] (''[[Parus palustris]]'') oder die südliche Eichenschrecke (''[[Meconema meridionale]]''). Letztere ist ebenfalls ein Neozoon und erst seit etwas mehr als 20 Jahren in Salzburg heimisch. Außerdem wurden bereits mehr als 15 verschiedene Parasiten aus den Gruppen der Erzwespen und Schlupfwespen gefunden (Baur 2005), die ebenfalls auf natürliche Weise mithelfen, den Bestand der Kastanienminiermotte zu regulieren. Als Nahrungskonkurrent zu den Raupen tritt auch in Salzburg ein parasitischer [[Pilz]] an den Blättern auf, der braune Blattflecken verursacht (''[[Guignardia aesculi]]''). Dabei kann das Absterben des Blattgewebes durch den Pilz auch zu einer empfindlichen Schädigung der Raupen führen. Der Bestand von ''Cameraria ohridella'' ist in Salzburg aber trotzdem ungefährdet.
    
==Weiterführende Informationen==
 
==Weiterführende Informationen==
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==Quellen==
 
==Quellen==
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*Baur, H. 2005 (ed.): Determination List of Entomophagous Insects Nr. 14. I-VIII, 1-71. Bulletin OILB srop 28 (11): - URL: http://www.iobc-wprs.org [online 16 April 2012].
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*Baur, H. 2005 (ed.): Determination List of Entomophagous Insects Nr. 14. I-VIII, 1-71. Bulletin OILB srop 28 (11): URL: http://www.iobc-wprs.org [online 16 April 2012].
 
{{Quelle Embacher et al.}}
 
{{Quelle Embacher et al.}}
 
*GBIF 2012. Biodiversity occurrence data accessed through GBIF Data Portal, URL: http://www.gbif.net, [online 17 April 2012].
 
*GBIF 2012. Biodiversity occurrence data accessed through GBIF Data Portal, URL: http://www.gbif.net, [online 17 April 2012].