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| | ==Einrichtung== | | ==Einrichtung== |
| | Die Einrichtung eines solchen Abortes ist spartanisch, besteht zur Gänze aus Holz und beinhaltet ein Sitzpodest mit einer waagrechten Sitzfläche mit runder Ausnehmung, die meist mit einem Klappdeckel versehen ist. An der Wand befindet sich heute ein WC-Papierhalter mit Toiletpapier, früher verwendete man statt dessen Zeitungspapier, soferne vorhanden, das in gleichmäßige Teile gerissen, manchmal in einer an der Wand befestigten Stofftasche aufbewahrt wurde. Noch heute bestehende derartige Abortanlagen sind manchmal mit elektrischem Licht versehen. Früher musste es eine tragbare Lampe oder ein Kerzenleuchter tun, sofern überhaupt eine Lichtquelle zur Verfügung stand. | | Die Einrichtung eines solchen Abortes ist spartanisch, besteht zur Gänze aus Holz und beinhaltet ein Sitzpodest mit einer waagrechten Sitzfläche mit runder Ausnehmung, die meist mit einem Klappdeckel versehen ist. An der Wand befindet sich heute ein WC-Papierhalter mit Toiletpapier, früher verwendete man statt dessen Zeitungspapier, soferne vorhanden, das in gleichmäßige Teile gerissen, manchmal in einer an der Wand befestigten Stofftasche aufbewahrt wurde. Noch heute bestehende derartige Abortanlagen sind manchmal mit elektrischem Licht versehen. Früher musste es eine tragbare Lampe oder ein Kerzenleuchter tun, sofern überhaupt eine Lichtquelle zur Verfügung stand. |
| − | Manche dieser Örtlichkeiten hatten zwei Sitzplätze: einen für einen Erwachsenen und daneben einen mit kleinerer Ausnehmung für ein Kind. Was heute niedlich aussehen mag, hatte ganz praktische Gründe, die man sich leicht denken kann. Man stelle sich beispielsweise ein vielleicht fünfjähriges Kind vor, das nachts allein in einer außer dem Haus liegenden, kalten, zugigen, unbeleuchteten und wegen der Öffnung im Sitzpodest auch nicht ungefährlichen Örtlichkeit seine Notdurft verrichten soll. | + | Manche dieser Örtlichkeiten hatten zwei Sitzplätze: einen für einen Erwachsenen und daneben einen mit kleinerer Ausnehmung für ein Kind. Was heute niedlich aussehen mag, hatte ganz praktische Gründe, die man sich leicht denken kann. Man stelle sich beispielsweise ein vielleicht fünfjähriges Kind vor, das nachts allein in einer außer dem Haus liegenden, kalten, zugigen, unbeleuchteten und wegen der Öffnung im Sitzpodest auch nicht ungefährlichen Örtlichkeit seine Notdurft verrichten soll. Aus diesem Grund befanden sich auch sog. "Kacheln" in den Schlafzimmern, die von Frauen und Kindern während der Nacht benutzt wurden. |
| − | Die Fäkaliengrube wurde nach Bedarf entleert und deren Inhalt üblicherweise als Dung auf die Felder ausgebracht. | + | |
| | + | Die Fäkaliengrube wurde nach Bedarf entleert und deren Inhalt üblicherweise als Dung auf die Felder ausgebracht. Von einem Hof in [[Bad Hofgastein]] im [[Gasteinertal]] erzählt [[Rosa Gruber]], dass dort zwischen dem Abort im Obergeschoß und dem Plumpsklo im Parterre ein Betonrohr als Verbindungsstück angebracht war, das im Winter bei länger anhaltenden Minustemperaturen immer höher hinauf zufror, bis der Abort im ersten Stock nicht mehr benutzt werden konnte. |
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| | ==Gegenwart== | | ==Gegenwart== |
| | Mit dem Aufkommen moderner Sanitäreinrichtungen, das sich durch den wachsenden Fremdenverkehr in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschleunigte, kam diese Art von Abort immer mehr ab und was bleibt ist das Plumpsklo als ein Erinnerungsort an manch schaurige Geschichte: neben Beinahe-in-den Abort-Stürzen von Kindern war es die ungeschützte und unbeleuchtete Außenlage der Örtlichkeit, die manch einem ehemaligen Benutzer auch älteren Jahrgangs – sei es wegen der Kälte oder wegen sonstiger verstörender Ereignisse - noch im Nachhinein einen Schrecken einjagt. | | Mit dem Aufkommen moderner Sanitäreinrichtungen, das sich durch den wachsenden Fremdenverkehr in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschleunigte, kam diese Art von Abort immer mehr ab und was bleibt ist das Plumpsklo als ein Erinnerungsort an manch schaurige Geschichte: neben Beinahe-in-den Abort-Stürzen von Kindern war es die ungeschützte und unbeleuchtete Außenlage der Örtlichkeit, die manch einem ehemaligen Benutzer auch älteren Jahrgangs – sei es wegen der Kälte oder wegen sonstiger verstörender Ereignisse - noch im Nachhinein einen Schrecken einjagt. |