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| | Über Verwandte erhielt Johanna 1918 eine Lehrstelle als Köchin im Gasthof Wiesinger in Nußdorf am Attersee, zu dem auch eine Fleischhauerei gehörte. Dort kehrte sehr gerne der Gastwirt und Fleischhauer Matthias Engljähringer aus [[Strobl]] am [[Abersee (See)|Abersee]] ein. Da Johanna bereits recht passabel kochen konnte, fragte er sie einmal, ob sie nicht bei ihm kochen möchte. Johanna, durch nichts mehr an den Attersee gebunden, nahm an und fuhr nach Strobl. Die Fahrt von Nußdorf nach Strobl mit einem Fuhrwerk dauerte einen halben Tag. | | Über Verwandte erhielt Johanna 1918 eine Lehrstelle als Köchin im Gasthof Wiesinger in Nußdorf am Attersee, zu dem auch eine Fleischhauerei gehörte. Dort kehrte sehr gerne der Gastwirt und Fleischhauer Matthias Engljähringer aus [[Strobl]] am [[Abersee (See)|Abersee]] ein. Da Johanna bereits recht passabel kochen konnte, fragte er sie einmal, ob sie nicht bei ihm kochen möchte. Johanna, durch nichts mehr an den Attersee gebunden, nahm an und fuhr nach Strobl. Die Fahrt von Nußdorf nach Strobl mit einem Fuhrwerk dauerte einen halben Tag. |
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| − | In Strobl blieb Johanna Raudaschl bis Herbst 1928. Am 1. November des Jahres trat sie eine neue Stelle als Köchin und Wirtschafterin im Sägewerk Hollweger in [[St. Lorenz]] am [[Mondsee (See)|Mondsee]] an. Dort musste sie für 20 bis 30 Personen kochen, manchmal auch für Jagdgesellschaften. So weilte im Herbst 1930 Baron von Trapp im [[Salzkammergut]], und als Gast Hollwegers lernte er Johanna und ihre Kochkünste kennen. Auf der Stelle wollte er sie mitnehmen nach Salzburg, wo er in [[Aigen]] die [[Trapp-Villa]] besaß. Die 25jährige Johanna willigte ein, bat aber um einige Zeit Geduld, bis ihr Arbeitgeber Ersatz für sie gefunden hatte. | + | In Strobl blieb Johanna Raudaschl bis Herbst 1928. Am 1. November des Jahres trat sie eine neue Stelle als Köchin und Wirtschafterin im Sägewerk Hollweger in [[St. Lorenz]] am [[Mondsee (See)|Mondsee]] an. Dort musste sie für 20 bis 30 Personen kochen, manchmal auch für Jagdgesellschaften. So weilte im Herbst 1930 [[Georg Ludwig von Trapp|Baron von Trapp]] im [[Salzkammergut]], und als Gast Hollwegers lernte er Johanna und ihre Kochkünste kennen. Auf der Stelle wollte er sie mitnehmen nach Salzburg, wo er in [[Aigen]] die [[Trapp-Villa]] besaß. Die 25jährige Johanna willigte ein, bat aber um einige Zeit Geduld, bis ihr Arbeitgeber Ersatz für sie gefunden hatte. |
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| | ====Köchin in der Trapp-Villa==== | | ====Köchin in der Trapp-Villa==== |
| − | Rund zwei Monate und einige Tage nach dem Treffen mit Baron von Trapp begann Johanna Raudaschl am 6. Juni 1931 ihren Dienst im Hause des Barons. Einen neuen Hut um 16 Schilling und ein neues Kleid um 29 Schilling kaufte sie sich für den Dienstbeginn. Im Haus des Barons waren bereits neun Kinder und weitere Bedienstete neben den Herrschaften, die Johanna verpflegen musste. Die Baronin schätzte schon bald Johannas Anwesenheit. Einerseits lag der Baronin das Führen des Haushalts nicht so sehr (sie liebte es umso mehr, sich voll und ganz ihrer Familie zu widmen), andererseits mögen Parallelen in der Kindheit beider für ein gegenseitiges Verstehen und Annehmen die Gründe gewesen sein. Baronin von Trapp verlor früh ihre Eltern und wuchs in einem Pensionat auf, bevor sie zu den Benediktinerinnen im [[Stift Nonnberg]] in Salzburg kam. | + | Rund zwei Monate und einige Tage nach dem Treffen mit Baron von Trapp begann Johanna Raudaschl am 6. Juni 1931 ihren Dienst im Hause des Barons. Einen neuen Hut um 16 Schilling und ein neues Kleid um 29 Schilling kaufte sie sich für den Dienstbeginn. Im Haus des Barons waren bereits neun Kinder und weitere Bedienstete neben den Herrschaften, die Johanna verpflegen musste. [[Maria Augusta Kutschera|Die Baronin]] schätzte schon bald Johannas Anwesenheit. Einerseits lag der Baronin das Führen des Haushalts nicht so sehr (sie liebte es umso mehr, sich voll und ganz ihrer Familie zu widmen), andererseits mögen Parallelen in der Kindheit beider für ein gegenseitiges Verstehen und Annehmen die Gründe gewesen sein. Baronin von Trapp verlor früh ihre Eltern und wuchs in einem Pensionat auf, bevor sie zu den Benediktinerinnen im [[Stift Nonnberg]] in Salzburg kam. |
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| | Aber schon Ende 1931 bat Johanna Raudaschl um Abschied von der von ihr sehr geschätzten Familie von Trapp. Man nimmt an, dass sie damals schon ihren späteren Mann, Johann Georg Hemetsberger, kennengelernt hatte und eine Familie gründen wollte. Am 2. Jänner 1932 beendete Johanna ihren Dienst beim Baron und kehrte an den Attersee zurück. Am 15. Mai 1933 heirateten die beiden, und Johanna wurde Erbhofbäuerin am Niedermayrhof. | | Aber schon Ende 1931 bat Johanna Raudaschl um Abschied von der von ihr sehr geschätzten Familie von Trapp. Man nimmt an, dass sie damals schon ihren späteren Mann, Johann Georg Hemetsberger, kennengelernt hatte und eine Familie gründen wollte. Am 2. Jänner 1932 beendete Johanna ihren Dienst beim Baron und kehrte an den Attersee zurück. Am 15. Mai 1933 heirateten die beiden, und Johanna wurde Erbhofbäuerin am Niedermayrhof. |
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| | ==Kochbuch== | | ==Kochbuch== |
| − | [[Irmgard Wöhrl]], ihre Enkelin, brachte 2010 ''Das Trapp Kochbuch'' im [[Verlag Anton Pustet]] mit Rezepten und der Lebensgeschichte ihrer Großmutter heraus. Auf mehr als 40 der rund 120 Seiten wird das einfache und doch interessante Leben von Johanna Raudaschl geschildert. 28 ganzseitige anregende Bilder von Landschaften und Gerichten, acht Rezepte für Vorspeisen, Suppen und Beilagen, neun für Hauptgerichte und 20 für süße Nachspeisen bilden den Rest des Buches. | + | [[Irmgard Wöhrl]], ihre Enkelin, brachte 2010 ''[[Das Trapp-Kochbuch]]'' im [[Verlag Anton Pustet]] mit Rezepten und der Lebensgeschichte ihrer Großmutter heraus. Auf mehr als 40 der rund 120 Seiten wird das einfache und doch interessante Leben von Johanna Raudaschl geschildert. 28 ganzseitige anregende Bilder von Landschaften und Gerichten, acht Rezepte für Vorspeisen, Suppen und Beilagen, neun für Hauptgerichte und 20 für süße Nachspeisen bilden den Rest des Buches. |
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| | ==Quellen und Fußnoten== | | ==Quellen und Fußnoten== |
| | <references/> | | <references/> |
| − | * [[Das Trapp-Kochbuch]], Irmgard Wöhrl, 2010, Verlag Anton Pustet Salzburg, ISBN 978-3-7025-0615-5 | + | * [[Das Trapp-Kochbuch]] |
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| | [[Kategorie:Person|Raudaschl, Johanna]] | | [[Kategorie:Person|Raudaschl, Johanna]] |
| | [[Kategorie:Person (Geschichte)|Raudaschl, Johanna]] | | [[Kategorie:Person (Geschichte)|Raudaschl, Johanna]] |
| | [[Kategorie:Privatperson|Raudaschl, Johanna]] | | [[Kategorie:Privatperson|Raudaschl, Johanna]] |