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| | Diese wurden meist durch lokale Beschwerden veranlasst und richteten sich gegen den Grundherrn, niemals gegen Kaiser und [[Reich]]. Manchmal war nur die Veränderung bestehender Zustände die Ursache, wie [[1462]] eine hohe Weihsteuer in der [[Stadt Salzburg]], [[1478]] der ungenügende Schutz vor den Türken in Kärnten, [[1515]] die Anwendung neuer Rechtsgrundsätze in der slowenischen Untersteiermark. | | Diese wurden meist durch lokale Beschwerden veranlasst und richteten sich gegen den Grundherrn, niemals gegen Kaiser und [[Reich]]. Manchmal war nur die Veränderung bestehender Zustände die Ursache, wie [[1462]] eine hohe Weihsteuer in der [[Stadt Salzburg]], [[1478]] der ungenügende Schutz vor den Türken in Kärnten, [[1515]] die Anwendung neuer Rechtsgrundsätze in der slowenischen Untersteiermark. |
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| − | Größeren Umfang erhielt die Bewegung durch die religiösen [[Evangelische Kirche (Gemeinschaft)|Lehren Luthers]] und anderer Reformatoren, vor allem im Anschluss an den großen deutschen Bauernkrieg von [[1525]]. Sie erfasste [[Tirol]] und Salzburg sowie Teile der [[Steiermark]], von [[Niederösterreich]], [[Oberösterreich]] und [[Kärnten]]. Höhepunkte waren die Aktionen [[Michael Gaismair]]s in Tirol und Salzburg (Belagerung von [[Radstadt]]), die Belagerung des Fürsterzbischofs [[Matthäus Lang von Wellenburg]] auf [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]] und die Kämpfe um [[Schladming]]. | + | Größeren Umfang erhielt die Bewegung durch die religiösen [[Evangelische Kirche (Gemeinschaft)|Lehren Luthers]] und anderer Reformatoren, vor allem im Anschluss an den großen deutschen Bauernkrieg von [[1525]]. Sie erfasste [[Tirol]] und Salzburg sowie Teile der [[Steiermark]], von [[Niederösterreich]], [[Oberösterreich]] und [[Kärnten]]. Höhepunkte waren die Aktionen [[Michael Gaismair]]s in Tirol und Salzburg (Belagerung von [[Radstadt]]), die Belagerung des [[Fürsterzbischof]]s [[Matthäus Lang von Wellenburg]] auf [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]] und die Kämpfe um [[Schladming]]. |
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| − | Diese Aufstände wurden [[1526]] durch das Eingreifen des Schwäbischen Bundes unter Salm beendet. In den folgenden Jahren kam es besonders in der [[Steiermark]] und in Salzburg zu einer Anzahl von Krawallen. Ein größerer Aufstand ging [[1594]]/[[1595|95]] von [[Oberösterreich]] aus und dehnte sich [[1596]] wegen der Belastungen durch einen Türkenkrieg und Maßnahmen der Gegenreformation auch auf Teile des westlichen Niederösterreichs aus. | + | Diese Aufstände wurden [[1526]] durch das Eingreifen des Schwäbischen Bundes unter <span style="color:green">Niklas Graf Salm</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Niklas Graf Salm]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> beendet. In den folgenden Jahren kam es besonders in der Steiermark und in Salzburg zu einer Anzahl von Krawallen. Ein größerer Aufstand ging [[1594]]/[[1595|95]] von Oberösterreich aus und dehnte sich [[1596]] wegen der Belastungen durch einen Türkenkrieg und Maßnahmen der Gegenreformation auch auf Teile des westlichen Niederösterreichs aus. |
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| | == Die Gründe für die Salzburger Bauernaufstände == | | == Die Gründe für die Salzburger Bauernaufstände == |
| − | In einer im Mai [[1522]] von Matthäus Lang einberufenen [[Salzburger Provinzialsynode]] in [[Mühldorf am Inn]] befasste man sich mit den kirchlichen Zuständen im Fürsterzbistum. Dabei wurden (zum wiederholten Mal) schwere Missstände schonungslos aufgezeigt und besprochen. Es ging um die schlechte Ausbildung der ''Gesellenpriester'' (Kooperatoren), Vikare und selbst der Pfarrer, um überhöhte Gebühren für kirchliche Riten wie Taufen, Hochzeiten, Begräbnisse, um das Verhalten genannter Personenkreise (Konkubinen, Säufer, Raufbolde, Diebe), fehlenden Religionsunterricht u. a. Die bei der Synode beschlossenen Maßnahmen und Anordnungen verhallte jedoch ungehört. Die Bevölkerung war weiterhin unzufrieden mit ihrer geistlichen Betreuung. Dazu kam, dass ihre Forderungen nach Messen in deutscher Sprache (es galt der lateinische Ritus) und das Singen deutscher Lieder bei Messen, von den Erzbischöfen nicht erfüllt wurden. Martin Luther kritisierte genau diese Punkte. So war er davon überzeugt, die Messen müssten in deutscher Sprache und die Predigten verständlich für das Volk gehalten sein. | + | In einer im Mai [[1522]] von Matthäus Lang einberufenen [[Salzburger Provinzialsynode]] in [[Mühldorf am Inn]] befasste man sich mit den kirchlichen Zuständen im [[Fürsterzbistum]]. Dabei wurden (zum wiederholten Mal) schwere Missstände schonungslos aufgezeigt und besprochen. Es ging um die schlechte Ausbildung der ''Gesellenpriester'' (Kooperatoren), Vikare und selbst der Pfarrer, um überhöhte Gebühren für kirchliche Riten wie Taufen, Hochzeiten, Begräbnisse, um das Verhalten genannter Personenkreise (Konkubinen, Säufer, Raufbolde, Diebe), fehlenden Religionsunterricht u. a. Die bei der Synode beschlossenen Maßnahmen und Anordnungen verhallte jedoch ungehört. Die Bevölkerung war weiterhin unzufrieden mit ihrer geistlichen Betreuung. Dazu kam, dass ihre Forderungen nach Messen in deutscher Sprache (es galt der lateinische Ritus) und das Singen deutscher Lieder bei Messen, von den Erzbischöfen nicht erfüllt wurden. Martin Luther kritisierte genau diese Punkte. So war er davon überzeugt, die Messen müssten in deutscher Sprache und die Predigten verständlich für das Volk gehalten sein. |
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| − | Bei einer im März [[1523]] durchgeführten Überprüfung der Umsetzung bei der Synode in Mühldorf beschlossenen Maßnahmen wurde festgestellt, dass kein einzige Punkt umgesetzt worden war. Als dann 1525 Fürsterzbischof Lang von der Stadt Salzburg 1.000 [[Gulden]] als Beitrag zur [[Weihsteuerliste|Weihsteuer]] verlangte und darüber hinaus noch ein [[Ungeld]] zur Deckung seiner Kosten der Reisen anlässlich der Krönung Karls V. in Aachen und zum [[immerwährender Reichstag in Regensburg]] verlangte, war "das Fass voll". Es kam zu Zusammenrottungen der Bürger und Lang musste einen offenen Ausbruch von Feindseligkeiten befürchten. | + | Bei einer im März [[1523]] durchgeführten Überprüfung der Umsetzung bei der Synode in Mühldorf beschlossenen Maßnahmen wurde festgestellt, dass kein einzige Punkt umgesetzt worden war. Als dann 1525 Fürsterzbischof Lang von der Stadt Salzburg 1.000 [[Gulden]] als Beitrag zur [[Weihsteuerliste|Weihsteuer]] verlangte und darüber hinaus noch ein [[Ungeld]] zur Deckung seiner Kosten der Reisen anlässlich der Krönung Karls V. in Aachen und zum [[immerwährender Reichstag in Regensburg|immerwährenden Reichstag in Regensburg]] verlangte, war "das Fass voll". Es kam zu Zusammenrottungen der Bürger und Lang musste einen offenen Ausbruch von Feindseligkeiten befürchten. |
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| | Er befahl, die Festung Hohensalzburg in den Verteidigungszustand zu bringen und warb eine Truppe von 1 000 Söldnern in Tirol an. Lang zog über [[Lofer]] und [[Reichenhall]] gegen die Stadt Salzburg und nur die Vermittlung durch Bischof [[Berthold Pürstinger|Berthold von Chiemsee]] und [[Äbte der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Abt]] [[Johann von Staupitz]] konnte einen offenen Kampf verhindern. Aber Fürsterzbischof Lang nutzte diesen Vorteil wieder aus: Die beiden [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Virgil Fröschlmoser]] und Wolfgang Knoll mussten kniend vor dem Fürsterzbischof um Verzeihung bitten, die Stadt musste auf ihre Rechte und Freiheiten verzichten und dem Fürsterzbischof ein Darlehen von 4.000 Gulden gewähren, sowie eine [[Getränkesteuer]] einführen. Damit wollte der Fürst seine Kriegskosten decken. | | Er befahl, die Festung Hohensalzburg in den Verteidigungszustand zu bringen und warb eine Truppe von 1 000 Söldnern in Tirol an. Lang zog über [[Lofer]] und [[Reichenhall]] gegen die Stadt Salzburg und nur die Vermittlung durch Bischof [[Berthold Pürstinger|Berthold von Chiemsee]] und [[Äbte der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Abt]] [[Johann von Staupitz]] konnte einen offenen Kampf verhindern. Aber Fürsterzbischof Lang nutzte diesen Vorteil wieder aus: Die beiden [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Virgil Fröschlmoser]] und Wolfgang Knoll mussten kniend vor dem Fürsterzbischof um Verzeihung bitten, die Stadt musste auf ihre Rechte und Freiheiten verzichten und dem Fürsterzbischof ein Darlehen von 4.000 Gulden gewähren, sowie eine [[Getränkesteuer]] einführen. Damit wollte der Fürst seine Kriegskosten decken. |
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| | == Ausbruch der Bauernaufstände 1525 == | | == Ausbruch der Bauernaufstände 1525 == |
| − | Eustachius von Heiterwang, ein Tiroler Priester, benannt nach seinem Geburtsort nahe Reutte, war von der Tiroler Regierung wegen dessen evangelischer Gesinnung dem Salzburger Fürsterzbischof überstellt worden. Lang verurteilte Eustachius zu lebenslanger Kerkerhaft im [[Schloss Mittersill]] im [[Oberpinzgau]]. Auf seinem Transport dorthin wurde er aber in Schellenberg nächst [[Grödig]] von mutigen Männern befreit. Es konnte wohl nicht alle an der Befreiungsaktion beteiligte Personen ausgeforscht werden, aber zwei wurden festgenommen: Der Bauer Hans Stöckl aus [[Bramberg]] und eine namentlich nicht bekannte Person. Ohne über sie Gericht zu halten, ließ Lang die beiden am Fuß des Festungsberges unterhalb des inneren [[Schartentor]]s in [[Nonntal]] hinrichten. Diese außergerichtliche Strafmaßnahme verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Fürsterzbistum. Der Bruder des enthaupteten Stöckl wurde zu einem der Anführer der Aufständischen. | + | Eustachius von Heiterwang, ein Tiroler Priester, benannt nach seinem Geburtsort nahe Reutte, war von der Tiroler Regierung wegen dessen evangelischer Gesinnung dem Salzburger Fürsterzbischof überstellt worden. Lang verurteilte Eustachius zu lebenslanger Kerkerhaft im [[Schloss Mittersill]] im [[Oberpinzgau]]. Auf seinem Transport dorthin wurde er aber in [[Schellenberg]] nächst [[Grödig]] von mutigen Männern befreit. Es konnte wohl nicht alle an der Befreiungsaktion beteiligte Personen ausgeforscht werden, aber zwei wurden festgenommen: Der Bauer Hans Stöckl aus [[Bramberg]] und eine namentlich nicht bekannte Person. Ohne über sie Gericht zu halten, ließ Lang die beiden am Fuß des [[Festungsberg]]es unterhalb des inneren [[Schartentor]]s in [[Nonntal]] hinrichten. Diese außergerichtliche Strafmaßnahme verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Fürsterzbistum. Der Bruder des enthaupteten Stöckl wurde zu einem der Anführer der Aufständischen. |
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| | Die [[Gewerke]]n (Bergbauunternehmer) von [[Bad Gastein|Gastein]] und [[Rauris]], die durch eine umfassende Waldordnung und andere restriktive Gesetze des Kardinals ihre wirtschaftliche Lage gefährdet sahen, hatten sich an die Spitze der Bewegung gestellt. Am [[25. Mai]] 1525 kamen im [[Gasteinertal]] Vertreter der Knappen und Gewerken zu einem Treffen zusammen, bei dem sie über einen Aufstand gegen ihren Landesherrn, den Fürsterzbischof Kardinal Lang, berieten. Ende Mai bildete sich auch in [[Zell am See]] eine Gruppe unzufriedener Bauern. In 14 Artikeln formulierten sie ihre Forderungen. Die Hauptforderungen der Aufständischen galten der freien Predigt des Evangeliums, der freien Pfarrerwahl und der Abschaffung der Leibeigenschaft, jedoch die Beibehaltung des Respektes vor der von Gott eingesetzten Obrigkeit und auch die Beibehaltung des Zehents, jedoch ohne eine Erhöhung derselben. Die Bauern forderten außerdem die Allmende wieder - Gemeinschaftsbesitz abseits der parzellierten, in Fluren aufgeteilten landwirtschaftlichen Nutzfläche- und ein freies Jagd- und Fischrecht. | | Die [[Gewerke]]n (Bergbauunternehmer) von [[Bad Gastein|Gastein]] und [[Rauris]], die durch eine umfassende Waldordnung und andere restriktive Gesetze des Kardinals ihre wirtschaftliche Lage gefährdet sahen, hatten sich an die Spitze der Bewegung gestellt. Am [[25. Mai]] 1525 kamen im [[Gasteinertal]] Vertreter der Knappen und Gewerken zu einem Treffen zusammen, bei dem sie über einen Aufstand gegen ihren Landesherrn, den Fürsterzbischof Kardinal Lang, berieten. Ende Mai bildete sich auch in [[Zell am See]] eine Gruppe unzufriedener Bauern. In 14 Artikeln formulierten sie ihre Forderungen. Die Hauptforderungen der Aufständischen galten der freien Predigt des Evangeliums, der freien Pfarrerwahl und der Abschaffung der Leibeigenschaft, jedoch die Beibehaltung des Respektes vor der von Gott eingesetzten Obrigkeit und auch die Beibehaltung des Zehents, jedoch ohne eine Erhöhung derselben. Die Bauern forderten außerdem die Allmende wieder - Gemeinschaftsbesitz abseits der parzellierten, in Fluren aufgeteilten landwirtschaftlichen Nutzfläche- und ein freies Jagd- und Fischrecht. |
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| − | Die Versammlung beschloss gegen die Stadt Salzburg zu ziehen. Sie besetzten die [[Festung Hohenwerfen]], konnten in Folge den [[Pass Lueg]] einnehmen ihr Weg in die Landeshauptstadt war damit frei. Die Bürgerschaft Salzburgs zeigte eine freundliche Gesinnung gegenüber den Aufständischen, eine radikale Bürgerschaft der [[Stadt Salzburg]] forderte nun sogar die Beseitigung der geistlichen Landesherrschaft. Der [[Salzburger Stadtrat]] bot in letzter Minute dem Fürsterzbischof die Unterstützung der Stadt an, wenn dieser der Stadt alle ihr 1523 genommenen Rechte und Privilegien wieder gäbe. Aber trotz der aussichtslosen Lage des Kardinals lehnte er strikt diese Forderung ab und zog sich in die für eine Belagerung gut ausgestattete [[Festung Hohensalzburg]] zurück. | + | Die Versammlung beschloss gegen die Stadt Salzburg zu ziehen. Sie besetzten die [[Festung Hohenwerfen]], konnten in Folge den [[Pass Lueg]] einnehmen ihr Weg in die Landeshauptstadt war damit frei. Die Bürgerschaft Salzburgs zeigte eine freundliche Gesinnung gegenüber den Aufständischen, eine radikale Bürgerschaft der [[Stadt Salzburg]] forderte nun sogar die Beseitigung der geistlichen Landesherrschaft. Der [[Salzburger Stadtrat]] bot in letzter Minute dem Fürsterzbischof die Unterstützung der Stadt an, wenn dieser der Stadt alle ihr 1523 genommenen Rechte und Privilegien wieder gäbe. Aber trotz der aussichtslosen Lage des Kardinals lehnte er strikt diese Forderung ab und zog sich in die für eine Belagerung gut ausgestattete Festung Hohensalzburg zurück. |
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| | === Salzburg wird besetzt === | | === Salzburg wird besetzt === |
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| | ==== Nebenschauplatz Obersteiermark ==== | | ==== Nebenschauplatz Obersteiermark ==== |
| − | Auch in der Steiermark war die Lage angespannt. Doch noch im Mai des Jahres wurden die obersteirischen Bergbauorte und Schladming zu Hauptaufstandsgebieten. Als größter Erfolg der Aufständischen gilt der Überfall auf das Lager des steirischen Landeshauptmanns <span style="color:green">Siegmund von Dietrichstein</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Siegmund von Dietrichstein]]</ref> während des <span style="color:green">Schladminger Bauern- und Knappenaufstands 1525</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Schladming, die Bauernkriege im Ennstal und die Zerstörung Schladmings#Schladminger Bauern- und Knappenaufstand 1525]]</ref> am [[3. Juli]] 1525. Der siegreiche Bauernhauptmann war Michael Gruber. Nachdem Niklas Graf Salm]] die Aufständischen in mehreren Gefechten besiegt hatte, kapitulierten die letzten Rebellen Mitte Oktober 1526 in Eisenerz. | + | Auch in der Steiermark war die Lage angespannt. Doch noch im Mai des Jahres wurden die obersteirischen Bergbauorte und Schladming zu Hauptaufstandsgebieten. Als größter Erfolg der Aufständischen gilt der Überfall auf das Lager des steirischen Landeshauptmanns <span style="color:green">Siegmund von Dietrichstein</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Siegmund von Dietrichstein]]</ref> während des <span style="color:green">Schladminger Bauern- und Knappenaufstands 1525</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Schladming, die Bauernkriege im Ennstal und die Zerstörung Schladmings#Schladminger Bauern- und Knappenaufstand 1525]]</ref> am [[3. Juli]] 1525. Der siegreiche Bauernhauptmann war Michael Gruber. Nachdem Niklas Graf Salm die Aufständischen in mehreren Gefechten besiegt hatte, kapitulierten die letzten Rebellen Mitte Oktober 1526 in Eisenerz. |
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| | === Die Folgen der Bauernaufstände === | | === Die Folgen der Bauernaufstände === |
| − | Der Fürsterzbischof gestattete den Soldaten des Schwäbischen Bundes Bauernhöfe zu plündern und niederzubrennen. Ganze Ortschaften, wie beispielsweise [[Altenmarkt]] im Pongau, wurden dem Erdboden gleichgemacht. Ganze Familien - Kinder, Mütter und Väter - wurden grausam gemordet. So wurden in [[Radstadt]] 22 Rädelsführer enthauptet. Alle Kirchenglocken im Erzstift mussten abgenommen und in die Stadt Salzburg geliefert werden, wo sie zu Kanonen gegossen wurden. Schon bald wurde eine neue Steuer in der Höhe von 100.000 [[Gulden]] vorgeschrieben (sie war von der Bevölkerung in fünf Jahresraten zu zahlen). | + | Der Fürsterzbischof gestattete den Soldaten des Schwäbischen Bundes Bauernhöfe zu plündern und niederzubrennen. Ganze Ortschaften, wie beispielsweise [[Altenmarkt]] im Pongau, wurden dem Erdboden gleichgemacht. Ganze Familien - Kinder, Mütter und Väter - wurden grausam gemordet. So wurden in [[Radstadt]] 22 Rädelsführer enthauptet. Alle Kirchenglocken im [[Erzstift]] mussten abgenommen und in die Stadt Salzburg geliefert werden, wo sie zu Kanonen gegossen wurden. Schon bald wurde eine neue Steuer in der Höhe von 100.000 Gulden vorgeschrieben (sie war von der Bevölkerung in fünf Jahresraten zu zahlen). |
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| | Durch die Steuerlast und zerstörten landwirtschaftlichen Betrieben stiegen Hungersnot, was zur Teuerung aller Produkte im Erzstift führte. Sogar Kardinal Lang musste sich einschränken und verkaufte alles Silbergeschirr seines [[Salzburger Fürstenhof|Fürstenhofes]]. | | Durch die Steuerlast und zerstörten landwirtschaftlichen Betrieben stiegen Hungersnot, was zur Teuerung aller Produkte im Erzstift führte. Sogar Kardinal Lang musste sich einschränken und verkaufte alles Silbergeschirr seines [[Salzburger Fürstenhof|Fürstenhofes]]. |