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== Die Gründe für die Salzburger Bauernaufstände  ==
 
== Die Gründe für die Salzburger Bauernaufstände  ==
In einer im Mai [[1522]] von Matthäus Lang einberufenen [[Salzburger Provinzialsynode]] in [[Mühldorf am Inn]] befasste man sich mit den kirchlichen Zuständen im Erzstift. Dabei wurden (zum wiederholten Mal) schwere Missstände schonungslos aufgezeigt und besprochen. Es ging um die schlechte Ausbildung der ''Gesellenpriester'' (Kooperatoren), Vikare und selbst der Pfarrer, um überhöhte Gebühren für kirchliche Riten wie Taufen, Hochzeiten, Begräbnisse, um das Verhalten genannter Personenkreise (Konkubinen, Säufer, Raufbolde, Diebe), fehlenden Religionsunterricht u. a. Die bei der Synode beschlossenen Maßnahmen und Anordnungen verhallte jedoch ungehört. Die Bevölkerung war weiterhin unzufrieden mit ihrer geistlichen Betreuung. Dazu kam, dass ihre Forderungen nach Messen in deutscher Sprache (es galt der lateinische Ritus) und das Singen deutscher Lieder bei Messen, von den Erzbischöfen nicht erfüllt wurden. Martin Luther kritisierte genau diese Punkte. So war er u. a. der Meinung, die Messen müssen in deutscher Sprache und die Predigten verständlich für das Volk gehalten sein.  
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In einer im Mai [[1522]] von Matthäus Lang einberufenen [[Salzburger Provinzialsynode]] in [[Mühldorf am Inn]] befasste man sich mit den kirchlichen Zuständen im Fürsterzbistum. Dabei wurden (zum wiederholten Mal) schwere Missstände schonungslos aufgezeigt und besprochen. Es ging um die schlechte Ausbildung der ''Gesellenpriester'' (Kooperatoren), Vikare und selbst der Pfarrer, um überhöhte Gebühren für kirchliche Riten wie Taufen, Hochzeiten, Begräbnisse, um das Verhalten genannter Personenkreise (Konkubinen, Säufer, Raufbolde, Diebe), fehlenden Religionsunterricht u. a. Die bei der Synode beschlossenen Maßnahmen und Anordnungen verhallte jedoch ungehört. Die Bevölkerung war weiterhin unzufrieden mit ihrer geistlichen Betreuung. Dazu kam, dass ihre Forderungen nach Messen in deutscher Sprache (es galt der lateinische Ritus) und das Singen deutscher Lieder bei Messen, von den Erzbischöfen nicht erfüllt wurden. Martin Luther kritisierte genau diese Punkte. So war er davon überzeugt, die Messen müssten in deutscher Sprache und die Predigten verständlich für das Volk gehalten sein.  
    
Bei einer im März [[1523]] durchgeführten Überprüfung der Umsetzung bei der Synode in Mühldorf beschlossenen Maßnahmen wurde festgestellt, dass kein einzige Punkt umgesetzt worden war. Als dann 1525 Fürsterzbischof Lang von der Stadt Salzburg 1.000 [[Gulden]] als Beitrag zur [[Weihsteuerliste|Weihsteuer]] verlangte und darüber hinaus noch ein [[Ungeld]] zur Deckung seiner Kosten der Reisen anlässlich der Krönung Karls V. in Aachen und zum [[immerwährender Reichstag in Regensburg]] verlangte, war "das Fass voll". Es kam zu Zusammenrottungen der Bürger und Lang musste einen offenen Ausbruch von Feindseligkeiten befürchten.
 
Bei einer im März [[1523]] durchgeführten Überprüfung der Umsetzung bei der Synode in Mühldorf beschlossenen Maßnahmen wurde festgestellt, dass kein einzige Punkt umgesetzt worden war. Als dann 1525 Fürsterzbischof Lang von der Stadt Salzburg 1.000 [[Gulden]] als Beitrag zur [[Weihsteuerliste|Weihsteuer]] verlangte und darüber hinaus noch ein [[Ungeld]] zur Deckung seiner Kosten der Reisen anlässlich der Krönung Karls V. in Aachen und zum [[immerwährender Reichstag in Regensburg]] verlangte, war "das Fass voll". Es kam zu Zusammenrottungen der Bürger und Lang musste einen offenen Ausbruch von Feindseligkeiten befürchten.
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Er befahl, die Festung Hohensalzburg in den Verteidigungszustand zu bringen und warb eine Truppe von 1 000 Söldnern in Tirol an. Lang zog über [[Lofer]] und [[Reichenhall]] gegen die Stadt Salzburg und nur die Vermittlung durch Bischof [[Berthold Pürstinger|Berthold von Chiemsee]] und [[Äbte der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Abt]] [[Johann von Staupitz]] konnte einen offenen Kampf verhindern. Aber Fürsterzbischof Lang nutzte diesen Vorteil wieder aus: Die beiden [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Virgil Fröschlmoser]] und Wolfgang Knoll mussten kniend vor dem Fürsterzbischof um Verzeihung bitten, die Stadt musste auf ihre Rechte und Freiheiten verzichten und dem Fürsterzbischof ein Darlehen von 4.000 Gulden gewähren, sowie eine [[Getränkesteuer]] einführen. Damit wollte der Fürst seine Kriegskosten decken.
 
Er befahl, die Festung Hohensalzburg in den Verteidigungszustand zu bringen und warb eine Truppe von 1 000 Söldnern in Tirol an. Lang zog über [[Lofer]] und [[Reichenhall]] gegen die Stadt Salzburg und nur die Vermittlung durch Bischof [[Berthold Pürstinger|Berthold von Chiemsee]] und [[Äbte der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Abt]] [[Johann von Staupitz]] konnte einen offenen Kampf verhindern. Aber Fürsterzbischof Lang nutzte diesen Vorteil wieder aus: Die beiden [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Virgil Fröschlmoser]] und Wolfgang Knoll mussten kniend vor dem Fürsterzbischof um Verzeihung bitten, die Stadt musste auf ihre Rechte und Freiheiten verzichten und dem Fürsterzbischof ein Darlehen von 4.000 Gulden gewähren, sowie eine [[Getränkesteuer]] einführen. Damit wollte der Fürst seine Kriegskosten decken.
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Die Unzufriedenheit der Bevölkerung steigerte sich abermals, als Lang am [[5. Oktober]] [[1524]] ein Mandat in Religonsanlegenheiten erließ. Dieses sollte zur endgültigen Ausrottung der evangelischen Lehre im Erzstift führen. Alle Religionsvergehen wurden mit harten Strafen bedroht (z. B. Kerker oder Landesverweisung). Die Todesstrafe wurde jenen angedroht, die die Jungfräulichkeit Marias leugneten, die Lehre vom Fegefeuer ablehnten u. a. Delikte. Noch im März 1525 versuchte Lang durch eine neuerliche Verordnung die Pfarrer zur Besserung zu bewegen. Aber zu diesem Zeitpunkt war es schon zu spät, um die bereits gärende Bauernaufstände verhindern zu können.
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Die Unzufriedenheit der Bevölkerung steigerte sich abermals, als Lang am [[5. Oktober]] [[1524]] ein Mandat in Religonsanlegenheiten erließ. Dieses sollte zur endgültigen Ausrottung der evangelischen Lehre im Fürsterzbistum führen. Alle Religionsvergehen wurden mit harten Strafen bedroht (z. B. Kerker oder Landesverweisung). Die Todesstrafe wurde allen jenen angedroht, die die Jungfräulichkeit Marias leugneten, die Lehre vom Fegefeuer ablehnten u. für weitere ähnliche Delikte. Noch im März 1525 versuchte Lang durch eine neuerliche Verordnung die Pfarrer zur "Besserung" zu bewegen. Aber zu diesem Zeitpunkt war es schon zu spät, um die bereits gärende Bauernaufstände verhindern zu können.
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Die Beschränkungen der Rechte und Freiheiten, die Verbote gegenüber Evangelischen, die ins Unermessliche steigenden Steuern und die zunehmend maßloser werdenden Forderungen der Priester ließen die Unruhe in der Bevölkerung immer mehr werden. Die Bauern bezogen sich auf die Schrift "Die Freiheit des Christenmenschen" von Martin Luther, die sie jedoch falsch interpretierten. Es fehlte nur mehr der Funke zum Brand.
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Die Beschränkungen der Rechte und Freiheiten, die Verbote gegenüber Evangelischen, die ins Unermessliche steigenden Steuern und die zunehmend maßloser werdenden Forderungen der Priester ließen die Unruhe in der Bevölkerung immer größer werden. Die Bauern bezogen sich dabei auch auf die Schrift "Die Freiheit des Christenmenschen" von Martin Luther, die sie jedoch falsch interpretierten. Es fehlte nur mehr der Funke zum Brand.
    
== Ausbruch der Bauernaufstände 1525 ==
 
== Ausbruch der Bauernaufstände 1525 ==
Eustachius von Heiterwang, ein Tiroler Priester, benannt nach seinem Geburtsort nahe Reutte, war von der Tiroler Regierung wegen dessen evangelischer Gesinnung dem Salzburger Fürsterzbischof überstellt worden. Lang verurteilte Eustachius zu lebenslanger Kerkerhaft im [[Schloss Mittersill]] im [[Oberpinzgau]]. Auf seinem Transport dorthin wurde er aber in [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] in [[Grödig]] von mutigen Männern befreit. Es konnte wohl nicht alle an der Befreiungsaktion beteiligte Personen ausgeforscht werden, aber zwei wurden festgenommen: Der Bauer Hans Stöckl aus [[Bramberg]] und eine namentlich nicht bekannte Person. Ohne über sie Gericht zu halten ließ Lang die beiden am Fuß der Festung Hohensalzburg unterhalb des [[Schartentor]]s in [[Nonntal]] hinrichten. Diese Aktion verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Erzstift. Nun zogen die Brüder des enthaupteten Stöckl von Ort zu Ort und schürten den Aufstand.  
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Eustachius von Heiterwang, ein Tiroler Priester, benannt nach seinem Geburtsort nahe Reutte, war von der Tiroler Regierung wegen dessen evangelischer Gesinnung dem Salzburger Fürsterzbischof überstellt worden. Lang verurteilte Eustachius zu lebenslanger Kerkerhaft im [[Schloss Mittersill]] im [[Oberpinzgau]]. Auf seinem Transport dorthin wurde er aber in Schellenberg nächst  [[Grödig]] von mutigen Männern befreit. Es konnte wohl nicht alle an der Befreiungsaktion beteiligte Personen ausgeforscht werden, aber zwei wurden festgenommen: Der Bauer Hans Stöckl aus [[Bramberg]] und eine namentlich nicht bekannte Person. Ohne über sie Gericht zu halten, ließ Lang die beiden am Fuß des Festungsberges unterhalb des inneren [[Schartentor]]s in [[Nonntal]] hinrichten. Diese außergerichtliche Strafmaßnahme verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Fürsterzbistum. Der Bruder des enthaupteten Stöckl wurde zu einem der Anführer der Aufständischen.  
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Die [[Gewerke]]n (Bergbauunternehmer) von [[Bad Gastein|Gastein]] und [[Rauris]], die durch eine umfassende Waldordnung und andere restriktive Gesetze des Kardinals ihre wirtschaftliche Position gefährdet sahen, hatten sich an die Spitze der Bewegung gestellt. Ende Mai bildete sich auch in [[Zell am See]] eine Gruppe unzufriedener Bauern. Am [[25. Mai]] 1525 kamen im [[Gasteinertal]] Vertreter der Knappen und Gewerken  zu einem Treffen zusammen, bei dem sie über einen Aufstand gegen ihren Landesherrn, den Fürsterzbischof Kardinal Lang, berieten. In 14 Artikeln formulierten sie ihre Forderungen. Die Hauptforderungen der Aufständischen galten der freien Predigt des Evangeliums, der freien Pfarrerwahl und der Abschaffung der Leibeigenschaft, jedoch die Beibehaltung des Respektes vor der von Gott eingesetzten Obrigkeit und auch die Beibehaltung des Zehents, jedoch keine Erhöhungen. Die Bauern forderten außerdem die Allmende wieder - Gemeinschaftsbesitz abseits der parzellierten, in Fluren aufgeteilten landwirtschaftlichen Nutzfläche-  und ein freies Jagd- und Fischrecht.  
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Die [[Gewerke]]n (Bergbauunternehmer) von [[Bad Gastein|Gastein]] und [[Rauris]], die durch eine umfassende Waldordnung und andere restriktive Gesetze des Kardinals ihre wirtschaftliche Lage gefährdet sahen, hatten sich an die Spitze der Bewegung gestellt. Am [[25. Mai]] 1525 kamen im [[Gasteinertal]] Vertreter der Knappen und Gewerken  zu einem Treffen zusammen, bei dem sie über einen Aufstand gegen ihren Landesherrn, den Fürsterzbischof Kardinal Lang, berieten. Ende Mai bildete sich auch in [[Zell am See]] eine Gruppe unzufriedener Bauern. In 14 Artikeln formulierten sie ihre Forderungen. Die Hauptforderungen der Aufständischen galten der freien Predigt des Evangeliums, der freien Pfarrerwahl und der Abschaffung der Leibeigenschaft, jedoch die Beibehaltung des Respektes vor der von Gott eingesetzten Obrigkeit und auch die Beibehaltung des Zehents, jedoch ohne eine Erhöhung derselben. Die Bauern forderten außerdem die Allmende wieder - Gemeinschaftsbesitz abseits der parzellierten, in Fluren aufgeteilten landwirtschaftlichen Nutzfläche-  und ein freies Jagd- und Fischrecht.  
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Die Versammlung beschloss gegen die Stadt Salzburg zu ziehen. Sie besetzten die [[Festung Hohenwerfen]], konnten in Folge den [[Pass Lueg]] einnehmen und ihr Weg in die Landeshauptstadt war frei. Die Bürgerschaft Salzburgs zeigte eine eher freundlich Gesinnung gegenüber den Aufständischen, nur die radikale Bürgerschaft der [[Stadt Salzburg]] forderte die Beseitigung der geistlichen Landesherrschaft. Der [[Salzburger Stadtrat]] bot in letzter Minute dem Fürsterzbischof die Unterstützung der Stadt an, wenn dieser der Stadt alle ihr 1523 genommenen Rechte und Privilegien wieder gäbe. Aber trotz der aussichtslosen Lage des Kardinals lehnte er strikt diese Forderung ab und zog sich in die für eine Belagerung gut ausgestattete [[Festung Hohensalzburg]] zurück.  
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Die Versammlung beschloss gegen die Stadt Salzburg zu ziehen. Sie besetzten die [[Festung Hohenwerfen]], konnten in Folge den [[Pass Lueg]] einnehmen ihr Weg in die Landeshauptstadt war damit frei. Die Bürgerschaft Salzburgs zeigte eine freundliche Gesinnung gegenüber den Aufständischen, eine radikale Bürgerschaft der [[Stadt Salzburg]] forderte nun sogar die Beseitigung der geistlichen Landesherrschaft. Der [[Salzburger Stadtrat]] bot in letzter Minute dem Fürsterzbischof die Unterstützung der Stadt an, wenn dieser der Stadt alle ihr 1523 genommenen Rechte und Privilegien wieder gäbe. Aber trotz der aussichtslosen Lage des Kardinals lehnte er strikt diese Forderung ab und zog sich in die für eine Belagerung gut ausgestattete [[Festung Hohensalzburg]] zurück.  
    
=== Salzburg wird besetzt ===
 
=== Salzburg wird besetzt ===
Am Pfingstmontag, den [[5. Juni]] 1525, waren die aufständischen Bauern dann in der Stadt Salzburg durch das [[Steintor]] gelangt, das von den Salzburger Bürgern geöffnet worden war. Das [[St. Peter|Benediktiner-Erzstift St. Peter]] und die [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] konnten Plünderungen durch hohe Geldzahlungen verhindern. Die [[Alte Residenz|erzbischöfliche Residenz]] wurde allerdings geplündert. Nun ließ Lang von der Festung aus die Altstadt mit Kanonen beschießen und die Bauern zogen sich nach Nonntal und auf den [[Rainberg]] zurück.
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Am Pfingstmontag, den [[5. Juni]] 1525, waren die aufständischen Bauern dann in der Stadt Salzburg durch das [[Steintor]] gelangt, das von den Salzburger Bürgern geöffnet worden war. Das [[St. Peter|Benediktiner-Erzstift St. Peter]] und die [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] konnten Plünderungen durch hohe Geldzahlungen verhindern. Die [[Alte Residenz|erzbischöfliche Residenz]] wurde allerdings geplündert. Nun ließ Lang von der Festung aus die Altstadt mit Kanonen beschießen und die Bauern zogen sich ins Nonntal und auf den [[Rainberg]] zurück.
    
Die Belagerung der Festung Hohensalzburg dauerte bis zum [[31. August]] 1525.
 
Die Belagerung der Festung Hohensalzburg dauerte bis zum [[31. August]] 1525.
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In der Zwischenzeit hatte Kardinal Lang auf Hilfe von außen gehofft. Herzog Wilhelm von Bayern hatte bereits Kontakt mit den Aufständischen aufgenommen gehabt und erklärten, sie würden nicht gegen sie kämpfen. Den Vorschlag der Salzburger Bürger, Matthäus Lang abzusetzen und den Wittelsbacher [[Ernst Herzog von Bayern]] zum Erzbischof zu wählen. Nun kam es zu Verhandlungen zwischen den Aufständischen und dem Fürsterzbischof. Dieser bot sogar an, das Erzstift zu [[Säkularisierung|säkularisieren]] und zu einem Herzogtum zu machen. Aber der Hass der Bevölkerung gegen Lang war so groß, dass sie nicht auf seinen Vorschlag eingingen.  
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In der Zwischenzeit hoffte Kardinal Lang auf Hilfe von außen. Herzog Wilhelm von Bayern hatte allerdings bereits Kontakt mit den Aufständischen aufgenommen gehabt und erklärt, die Bayern würden nicht gegen sie kämpfen. Vorgeschlagen wurde von Salzburger Bürger auch, Matthäus Lang abzusetzen und den Wittelsbacher [[Ernst Herzog von Bayern]] zum Erzbischof zu wählen. Nun kam es zu Verhandlungen zwischen den Aufständischen und dem Fürsterzbischof. Dieser bot sogar an, das Erzstift zu [[Säkularisierung|säkularisieren]] und zu einem Herzogtum zu machen. Aber der Hass der Bevölkerung gegen Lang war zu groß, um auf diesen Vorschlag einzugehen.  
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Die Belagerung wurde fortgesetzt. Mitte 1525 erhielten die Salzburger Aufständischen Verstärkung durch die Flüchtlinge aus dem obersteirischen Gebieten. Von dort kam auch [[Michael Gruber (Salzburger Bauernaufstandsführer)|Michael Gruber]], der sich als Bauern- und Knappenführer schon in der Steiermark einen Namen gemacht hatte. Auf Vermittlung von Erzherzog Ferdinand von Österreich kam es Anfang Juli zu einem einwöchigen Waffenstillstand. Lang ging in den folgenden Verhandlungen auf die Forderung ein, Ernst Herzog von Bayern als seinen Koadjutor anzuerkennen. Später wird die Geschichte festhalten, dass es zu diesem Schritt aber nie kam. 
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Die Belagerung wurde daher fortgesetzt. Mitte 1525 erhielten die Salzburger Aufständischen Verstärkung durch Flüchtlinge aus dem obersteirischen Gebieten. Von dort kam auch [[Michael Gruber (Salzburger Bauernaufstandsführer)|Michael Gruber]], der sich als Bauern- und Knappenführer schon in der Steiermark einen Namen gemacht hatte. Auf Vermittlung von Erzherzog Ferdinand von Österreich kam es Anfang Juli zu einem einwöchigen Waffenstillstand. Lang ging in den folgenden geheimen Verhandlungen auf die Forderung ein, Ernst Herzog von Bayern als seinen Koadjutor anzuerkennen.  
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Jedoch wurde die Belagerung der Festung fortgesetzt. Einen neuerlichen Waffestillstand lehnte Lang ab und begann am [[4. August]] wieder die Stadt Salzburg zu beschießen. Die aufständischen Salzburger Bauern wichen auch nicht, als Truppen des Schwäbischen Bundes unter dem Landsknechtführer [[Georg von Frundsberg]] eintrafen. Und obwohl die Bayern die Bauern von beiden Seiten der [[Salzach]] angriffen, konnten sie nicht den Abzug der Bauern erreichen. In Erkenntnis auf beiden Seiten, dass militärisch kein Sieg zu erringen werden kann, begannen neuerlich Verhandlungen, die mit einem Vertrag vom [[31. August]] 1525 den Aufstand beendeten. Wie öfter in der Geschichte hielt sich Fürsterzbischof Kardinal Lang aber nicht lange an die Abmachungen und brach sie.
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Die Belagerung der Festung wurde fortgesetzt. Einen neuerlichen Waffenstillstand lehnte Lang ab und begann am [[4. August]] wieder die Stadt Salzburg zu beschießen. Die aufständischen Salzburger Bauern wichen auch nicht, als Truppen des Schwäbischen Bundes unter dem Landsknechtführer [[Georg von Frundsberg]] eintrafen. Obwohl die Bayern die Bauern von beiden Seiten der [[Salzach]] angriffen, konnten sie nicht den Abzug der Bauern erreichen. In der Erkenntnis, dass militärisch nur mit sehr hohen Opfern ein Sieg zu erringen war, begannen neuerlich Verhandlungen, die mit einem Vertrag vom [[31. August]] 1525 den Aufstand beendeten. Wie öfter in der Geschichte hielt sich Fürsterzbischof Kardinal Lang aber nicht lange an die Abmachungen und brach sie.
    
Für den bayrischen Beistand hatte der Fürsterzbischof rund 45.000 [[Gulden]] zu bezahlen.<ref name="Geißmayer">[[Eine Leiche in Habsburgs Keller]], Seite 150ff</ref>
 
Für den bayrischen Beistand hatte der Fürsterzbischof rund 45.000 [[Gulden]] zu bezahlen.<ref name="Geißmayer">[[Eine Leiche in Habsburgs Keller]], Seite 150ff</ref>
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Durch die Steuerlast und zerstörten landwirtschaftlichen Betrieben stiegen Hungersnot, was zur Teuerung aller Produkte im Erzstift führte. Sogar Kardinal Lang musste sich einschränken und verkaufte alles Silbergeschirr seines [[Salzburger Fürstenhof|Fürstenhofes]].
 
Durch die Steuerlast und zerstörten landwirtschaftlichen Betrieben stiegen Hungersnot, was zur Teuerung aller Produkte im Erzstift führte. Sogar Kardinal Lang musste sich einschränken und verkaufte alles Silbergeschirr seines [[Salzburger Fürstenhof|Fürstenhofes]].
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== Auswirkungen der Sanktionen auf die Protestanten ==
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== Auswirkungen der Sanktionen für die Protestanten ==
Aus einer Sozialrevolution mit Begründungen ermeintlicher biblischer und evangelischen Glaubensgrundsätzen wurde in der Not danach eine echte und starke religiöse Bewegung. Den gequälten und um ihre Hoffnungen betrogenen Salzburger Knappen und Bürger erschloss sich nun die wahre Botschaft des Evangeliums.  
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Aus einer ersten Sozialrevolution mit vermeintlichen evangelischen Glaubensgrundsätzen wuchs in der Not danach eine echte und starke religiöse Bewegung. Den gequälten und um ihre Hoffnungen betrogenen Salzburger Knappen und Bürger erschloss sich nun die wahre Botschaft des Evangeliums.  
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Auch der Fürsterzbischof hatte eine Erkenntnis. Da weder das Einwirken von Geistlichen noch die Anwendung von Gewalt das Luthertum in seinem Erzstift aufhalten hatte können, beschloss er einen neuen Weg zu gehen. Er ließ nun doch alle Klagen seiner Untertanen über die Missstände bei der Geistlichkeit genau prüfen und behob einige von ihnen. Friede in seinem Land konnte er nur durch die Behebung der Ursachen der Unruhen bringen, erkannte er. Und die Furcht vor weiteren kriegerischen Auseinandersetzungen dürfte eine weitere Überlegung gewesen sein.  
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Auch der Fürsterzbischof hatte eine Erkenntnis: Da weder das Einwirken von Geistlichen noch die Anwendung von Gewalt das Luthertum in seinem Erzstift aufhalten hatte können, beschloss er einen neuen Weg zu gehen. Er ließ nun doch alle Klagen seiner Untertanen über die Missstände bei der Geistlichkeit genau prüfen und behob einige von ihnen. Friede in seinem Land konnte er nur durch die Behebung der Ursachen der Unruhen bringen, erkannte er. Und die Furcht vor weiteren kriegerischen Auseinandersetzungen dürfte eine weitere Überlegung gewesen sein.  
    
In einem Mandat vom [[20. November]] 1526 kündigte er im Einvernehmen mit den den [[Hohe Salzburger Landschaft|Landständen]] Maßnahmen an, "die zur Aufrechterhaltung guten Gehorsams, des Friedens und der Ruhe im Stift dieser Zeit notwendig seien".  
 
In einem Mandat vom [[20. November]] 1526 kündigte er im Einvernehmen mit den den [[Hohe Salzburger Landschaft|Landständen]] Maßnahmen an, "die zur Aufrechterhaltung guten Gehorsams, des Friedens und der Ruhe im Stift dieser Zeit notwendig seien".  
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