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Der '''Salzburger Kommunalfriedhof''' liegt an der Grenze der Stadtteile [[Gneis]] und [[Morzg]] und ist mit etwa 20.000 Grabstellen der größte [[Friedhof]] der [[Salzburg|Stadt]] und des [[Salzburg (Bundesland)|Landes Salzburg]]. Er wurde am [[1. Jänner]] [[1879]] eröffnet und seither kontinuierlich erweitert.

Jedes Jahr finden dort etwa 1.300 Menschen ihre letzte Ruhestätte, etwa ein Drittel davon in einer Feuerbestattung. Der Friedhof verfügt über eine Fläche von 25 ha und dient vielen Salzburgern auch als Naherholungsgebiet. Neben den eigentlichen Gräberanlagen finden sich am Kommunalfriedhof ein anonymes Urnenfeld, Kriegsgräberanlagen, ein niederländischer Soldatenfriedhof, eine Anlage mit Ehrengräbern und ein moslemischer Friedhof.

Für den Betrieb und die Gestaltung zeichnet sich die Städtische Friedhofsverwaltung zuständig, die neben dem Kommunalfriedhof auch die Stadtteilfriedhöfe in [[Gnigl]], [[Maxglan]], [[Aigen]] und [[Morzg]] betreut. Im Gegensatz zu den Stadtteilfriedhöfen verfügt der Kommunalfriedhof über Öffnungszeiten und zwar in der Regel zwischen 08:00 und 16:30 Uhr. Der Friedhof ist gut an das öffentlich Verkehrsnetz angeschlossen und mit den [[Stadtbus|StadtBus]]-Linien {{Symbol-Obuslinie|5|#00C0F3}} (Haltestelle Kommunalfriedhof) und 22 ([[Georg-von-Nissen-Straße]]) zu erreichen.

==Geschichte==
Gegen Ende des [[19. Jahrhundert]]s wurden die kleinen Stadtteilfriedhöfe aufgrund des Bevölkerungswachstums zu klein. Als Erweiterungspläne bestehender Friedhofsanlagen am Widerstand der Anrainer scheiterten erwarben die Stadtväter in der damals noch eigenständigen, südlichen Nachbargemeinde [[Morzg]] das [[Sandbichlgut]] mit den dazugehören Feldern für die geplante neue Friedhofsanlage. Der Kommunalfriedhof fand sein Vorbild im [[1877]] eröffneten Ohlsdorfer Waldfriedhof in Hamburg und wurde bereits im Vorfeld als Teil der Stadtdurchgrünung und neben einem Ort des Gedenkens auch als Erholungsraum für die Bevölkerung konzipiert.

Der Ausbruch einer Cholera-Epidemie machte [[1873]] die ersten Bestattungen noch vor der Errichtung des Friedhofsgeländes notwendig. Erst ein Jahr darauf erfolgte die Vermessung des Grundstücks samt Einteilung der Grabfelder. Durch Auseinandersetzungen über die Reihenbeerdigung ohne Ansehen der Konfession der Verstorbenen verzögerte sich die Fertigstellung um weitere Jahre.

Nach der Eröffnung am [[1. Jänner]] [[1879]] wurden im ersten Jahr seines Bestehens 378 Beerdigungen abgehalten. [[1914]] folgte die Errichtung der von [[Jakob Ceconi]] geplanten Leichenhalle und [[1931]] der Bau des von [[Karl Ceconi]] konzipiertzen ersten Salzburger Krematoriums, womit das Ausweichen bei Feuerbestattungen in die oberösterreichischen Städte Linz und Steyr ein Ende fanden. Bis zum Jahr [[2005]] fanden am Salzburger Kommunalfriedhof rund 150.000 Menschen ihre letzte Ruhestätte.

==Gestaltung==
Von der Friedhofsanlage aus sind die [[Festung Hohensalzburg]] und im Süden die Gebirgsketten [[Tennengebirge]], [[Hagengebirge]] und der [[Untersberg]] an der Stadtgrenze zu sehen. Geprägt wird der Friedhof, der seit seiner Eröffnung seinen ursprünglichen Charakter erhalten konnte, von etwa 1.600 teils sehr alten und imposanten Bäumen im inneren des Geländes und rund 200 Bäumen die als Umrandung der Anlage dienen. Die reichliche Verwendung von Laubhölzern und -bäumen sorgt im Einklang mit der künstlerischen und gärtnerischen Gestaltung der Anlage für ein farbenfrohes Bild eines Naherholungsgebietes, das einzig die wenigen Nadelhölzer noch als Stätte der Trauer erkennen lassen.

Von kulturhistorischem Interesse sind das noch im Originalbestand erhaltene Hauptportal, das Mauerwerk aus roh behauenen Konglomeratsteinsockel und geschlemmten Wienerbergziegeln und die Arkaden. Das Torgitter des Hauptportals wurde [[1885]] von [[Josef Salb]] entworfen und von Karl Fiedler aus Rundeisen geschmiedet. Es weist getriebene Ornamente auf und wird noch heute als ein hervorragendes Werk der Salzburger Schlosserkunst bezeichnet. In Zusammenarbeit mit Christoph Obermair und der [[Halleiner Fachschule für Steinmetze]] entstand [[2003]] der Friedhofsbrunnen dessen Rundweg mit vier Abgängen aus Kopfsteinpflaster die Wandlung vom Leben zum Tod symbolisieren sollen und zu den vier Elementen Wasser, Erde, Feuer und Luft führen.

==Persönlichkeiten==

===Ehrengräber der Stadt Salzburg===
{|border="0" cellpadding="3"
|- valign="top"
|
* [[Alfred Bäck]]
* [[Hermann Bahr]]
* [[Anna Bahr-Mildenburg]]
* [[Rudolf Biebl]] <sup>('''[[#1|1]]''')</sup>
* [[Jan Brandts-Buys]]
* [[Hans Donnenberg]]
* [[Nico Dostal]]
* [[Eberhard Fugger]]
* [[Ignaz Harrer]]
* [[Franz von Hueber]] <sup>('''[[#1|1]]''')</sup>
* [[Georg Jung]]
* [[Franz Ledwinka]]
* [[Hans Lepperdinger]]
* [[Josef August Lux]]
|
* [[Josef Mayburger]]
* [[Anton Neumayr]]
* [[Max Ott]] <sup>('''[[#1|1]]''')</sup>
* [[Stanislaus Pacher]]
* [[Franz von Pausinger]]
* [[Franz Peyerl]]
* [[Ludwig Purtscheller]]
* [[Johann Michael Sattler]]
* [[Hubert Sattler (Maler)|Hubert Sattler]]
* [[Erich Schenk]]
* [[Hans Schmid]]
* [[Alois Taus]]
* [[Franz Wallack]]
|}

<div id="1"><sup>'''1'''</sup> Private Grabanlage mit Ehrengrabstatus

===Private Grabanlagen===
{|border="0" cellpadding="3"
|- valign="top"
|
* [[Karl Adrian]]
* [[Anton Aicher]]
* [[Ladislaus Almásy|Laszlo Ede Almásy]]
* [[Oscar Baumann]]
* [[Werner Berg]]
* [[Franz Berger]]
* [[Alice Brandl]]
* [[Gustav Canaval]]
* [[Max Dasch senior|Max Dasch sen.]]
* [[Helmut Eder]]
* [[Igo Etrich]]
* [[Cornelia Fischer]]
* [[Paul Fürst (Konditor)|Paul Fürst]]
* [[Siegfried Gmelin]]
* [[Robert Ritter von Greim]]
* [[Julius Haagn]]
* [[Sophie Haibel]]
* [[Wilfried Haslauer]]
* [[Rudolf Krammer]]
|
* [[Julius Leisching]]
* [[Frank Linke-Crawford]]
* [[Joseph Messner]]
* [[Otto Müller (Verleger)|Otto Müller]]
* [[Franz Muxeneder]]
* [[Josef Preis]]
* [[Rudolf Ramek]]
* [[Hanna Reitsch]]
* [[Oscar Fritz Schuh]]
* [[Albert Schumacher]]
* [[Manfred Stengl]]
* [[Sebastian Stief]]
* [[Eduard Paul Tratz]]
* [[Irma von Troll-Borostyáni]]
* [[Friedrich Welz]]
* [[Alois Winkler]]
* [[Joseph Freiherr von Weiß]]
|}

==Quellen==
* Homepage der Stadt Salzburg
* Friederike Zaisberger, Reinhard R. Heinisch (Hg.): ''Leben über den Tod hinaus. Prominente im Salzburger Kommunalfriedhof''. Verlag der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Salzburg 2006

==Weblinks==
* [http://www.stadt-salzburg.at/internet/stadtverwaltung/betriebsverwaltung/t2_85218/t2_85216/t2_94542/t2_85427/t2_85433/p2_152972.htm Stadt Salzburg Online: Kommunalfriedhof]
* [http://www.stadt-salzburg.at/internet/stadtverwaltung/betriebsverwaltung/t2_85218/t2_85216/t2_94542/t2_85427/t2_85433/p2_39015.htm Stadt Salzburg Online: Anonymes Urnenfeld im Kommunalfriedhof]
* [http://www.stadt-salzburg.at/internet/stadtverwaltung/betriebsverwaltung/t2_85218/t2_85216/t2_94542/t2_85427/t2_85433/p2_42251.htm Stadt Salzburg Online: Öffnungszeiten]

[[Kategorie:Friedhof]]
[[Kategorie:Salzburg]]
[[Kategorie:Morzg]]
Anonymer Benutzer