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| | ==== Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | | ==== Fanni Spängler an Franz Spängler ==== |
| − | 1881 Fanni Spängler (Nr.19) an Franz Spängler (Nr.18): Salzburg den 18te Januar 1881/ Liebe Fani! Beinahe ein ganzes Mant [Monat] ist verflossen und ich habe kein Wort von Euren Befinden gehört; noch mehr wie ich findet sich dein Vater, der sehr schwer krank ist, und allein Anschein auch nicht gesund werden wird gekränkt das du dich schriftlich dich nach seinem Befinden erkundiget hast. Er sagte erst vor kurzem, von allen Bekannten kommen Nachfragen nur von der Fanni nicht. - Du hättest recht gut wie ihn vor kurzen dein Man geschrieben hat ein paar Zeilen beyfügen können. Erweun [erwähn] nichts von diesem Brief, und entschuldige so gut du kannst. Ich hoffe das ihr alle Gesund seyd seyd [!] Ich Gott sey Dank, bin zufrieden/ Lebe recht wohl, küße und grüße meine 3 Urenkeln, so auch deinen Mann. Soeben war d Opa da und sagte das dem Vater sehr schlecht ist, sie sind darauf gefaßt ihn bald nicht mehr zu haben. Lebe wohl dieß wünscht deine Großmutter Fanni - „Vater“: Richard Schlegel stirbt am 1.3.1881.
| + | [Nr. 19<ref>"Nr. 19" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] Fanni Spängler an [Nr. 18] Franz Spängler:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 18te Januar 1881/ Liebe Fani! Beinahe ein ganzes Mant [Monat] ist verflossen und ich habe kein Wort von Euren Befinden gehört; noch mehr wie ich findet sich dein Vater, der sehr schwer krank ist, und allein Anschein auch nicht gesund werden wird gekränkt das du dich schriftlich dich nach seinem Befinden erkundiget hast. Er sagte erst vor kurzem, von allen Bekannten kommen Nachfragen nur von der Fanni nicht. - Du hättest recht gut wie ihn vor kurzen dein Man geschrieben hat ein paar Zeilen beyfügen können. Erweun [erwähn] nichts von diesem Brief, und entschuldige so gut du kannst. Ich hoffe das ihr alle Gesund seyd seyd [!] Ich Gott sey Dank, bin zufrieden/ Lebe recht wohl, küße und grüße meine 3 Urenkeln, so auch deinen Mann. Soeben war d Opa da und sagte das dem Vater sehr schlecht ist, sie sind darauf gefaßt ihn bald nicht mehr zu haben. Lebe wohl dieß wünscht deine Großmutter Fanni'' |
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| | + | „Vater“: [[Richard Franz Schlegel]] stirbt am 1. März 1881 in Salzburg. |
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| | ====Franny Kobler an Fanni Schlegel==== | | ====Franny Kobler an Fanni Schlegel==== |
| − | ein Bogen, Brief von Fanny Kobler ([[Franziska Kobler]]), Salzburg 14. Mai 1881, an Fanni Schlegel, verheiratet Spängler ([[Franziska Schlegel]]):<br />''[am Rand:] Von der Pepi einen Handkuß. / Salzburg am 14te Mai 1881 / Liebe Fani! / So lange hab ich von dir schon kein Brief mehr erhalten, das ich schon manchmal ängstlich war es sey eines von Euch krank. Doch der Ge dag [Gedanke?] Kindern [Ver]gnüegen [?] zu leisten und sie Mütterlich zu pflügen [pflegen?] beruhigte mich jedesmal; die Rosa wird dir sehr abgehen; du hätest ihr einen Lohn geben sollen; die Schlegl [Katharina Arrigler, verheiratet Schlegel] sagte erst vor kurzen, die Rosa muß auch etwas verdienen lernen; jetzt kommt die Mina ja auch wieder zu Haus, bis sie eine Stelle hat als Lehrerin. Schlegel sagte nochmals zu mir meine Beiden müssen so erzogen werden, das sie in der Welt fort kommen. Vielleicht würde sie wieder zu dir kommen wenn du ihr einen Lohn geben würdest. und wenn es dan[n] nicht der Fall ist, so nehme dir so bald als möglich ein anderes Mädchen das sich die Kinder jetzt schon bis zu euerer Umsidlung gewöhnen. Das ihr alle Gottlob gesund seyd ist ein großes Glück, wofür [ich] den lieben Gott Täglich danke. Mir Gott sey Dank geht es auch zimmlich gut; mein Leben ist wohl nicht einsam; was kann ich mit der Lisi werden. zur Arbeit ist sie braf. Die Frau von Clausniz ist so freundlich und besucht mich in der Woche ein paarmal. Das Fest ist bey uns großartrig gefeuert [!] worden; Beleuchtung und der Facklzug warn auserordentlich schön wie man es in Salzburg noch nie gesehen hat, es soll bey 20000 tausent Gulden dafür ausgegeben worden sein Frau v: Angermeyer und auch meine Bekannten haben von meinen Fenstern alles recht gut gesehen, man hätte ein paar Tage spätter noch auf den Köpfen der Zuschauer geh’n können; das Wetter war gut, 2 Tage haben wir wieder Regen und Schnee. Wir hatten schon ein wares Frühjahr Wetter. Grüße mir deinen guten Mann recht herzlich, bey uns heist es immer das er doch Bezirksrichter von Bottenstein [Pottenstein] werden wird.<ref>[[Franz Xaver Gregor Spängler]] ist bereits im Oktober 1880 zum Bezirksrichter in Pottenstein an der Triesting ernannt worden, er tritt seine Stelle im November an; im Juni 1881 zieht die Familie nach Pottenstein.</ref> Der liebe Gott wird alles recht machen. Der guten Betti geht es auch noch immer nicht gut. Der Ther[e]s ihre Zimmerfrau ist gestorben und eine andere Partheie hat den Boden gemiethet sie hatte ein schöns Zimmer aber die neue Partheie braucht es selbst, mit aller Mühe könn wir wird[er] erfragen, sie ist sehr heikel; ihre Füße sind immer in gleichen Zustand. Wenn es die Witterung einmal erlaubt wird sie wied[er] nach Gastein reisen. Heut den 14ten wird die Frau v: Trickl [?] begraben sie ist nach lange Leiden an der Wassersucht gestorben. Ihr Mann ist gelämt muß immer auf einen Tragßeßel sitzen. Wie war die schöne Frau inn Hellbrunn immer so heitter. – Lebe wohl meine liebe Fani, im Herbst werdet ihr doch heuer wieder kommen mit deinen 3 Kindern; ich freue mich schon so sehr euch alle, alle wieder zu sehn. Küße deine Kinder tausentmal, und sag ihnen sie sollt recht braf sein, damit sie wieder kommen dürfen zu ihrer Urgroßmutter Fanni.'' [auf Seite 2 oben abgesetzt:] ''Einen Gruß an die Anna von mir wird sie nicht mit Euch gehn.'' | + | ein Bogen, Brief von [Nr. 79] Fanny Kobler ([[Franziska Kobler]]), Salzburg 14. Mai 1881, an [Nr. 19] Fanni Schlegel, verheiratet Spängler ([[Franziska Schlegel]]):<br /> |
| | + | ''[am Rand:] Von der Pepi einen Handkuß. / Salzburg am 14te Mai 1881 / Liebe Fani! / So lange hab ich von dir schon kein Brief mehr erhalten, das ich schon manchmal ängstlich war es sey eines von Euch krank. Doch der Ge dag [Gedanke?] Kindern [Ver]gnüegen [?] zu leisten und sie Mütterlich zu pflügen [pflegen?] beruhigte mich jedesmal; die Rosa wird dir sehr abgehen; du hätest ihr einen Lohn geben sollen; die Schlegl [Katharina Arrigler, verheiratet Schlegel] sagte erst vor kurzen, die Rosa muß auch etwas verdienen lernen; jetzt kommt die Mina ja auch wieder zu Haus, bis sie eine Stelle hat als Lehrerin. Schlegel sagte nochmals zu mir meine Beiden müssen so erzogen werden, das sie in der Welt fort kommen. Vielleicht würde sie wieder zu dir kommen wenn du ihr einen Lohn geben würdest. und wenn es dan[n] nicht der Fall ist, so nehme dir so bald als möglich ein anderes Mädchen das sich die Kinder jetzt schon bis zu euerer Umsidlung gewöhnen. Das ihr alle Gottlob gesund seyd ist ein großes Glück, wofür [ich] den lieben Gott Täglich danke. Mir Gott sey Dank geht es auch zimmlich gut; mein Leben ist wohl nicht einsam; was kann ich mit der Lisi werden. zur Arbeit ist sie braf. Die Frau von Clausniz ist so freundlich und besucht mich in der Woche ein paarmal. Das Fest ist bey uns großartrig gefeuert [!] worden; Beleuchtung und der Facklzug warn auserordentlich schön wie man es in Salzburg noch nie gesehen hat, es soll bey 20000 tausent Gulden dafür ausgegeben worden sein Frau v: Angermeyer und auch meine Bekannten haben von meinen Fenstern alles recht gut gesehen, man hätte ein paar Tage spätter noch auf den Köpfen der Zuschauer geh’n können; das Wetter war gut, 2 Tage haben wir wieder Regen und Schnee. Wir hatten schon ein wares Frühjahr Wetter. Grüße mir deinen guten Mann recht herzlich, bey uns heist es immer das er doch Bezirksrichter von Bottenstein [Pottenstein] werden wird.<ref>[[Franz Xaver Gregor Spängler]] ist bereits im Oktober 1880 zum Bezirksrichter in Pottenstein an der Triesting ernannt worden, er tritt seine Stelle im November an; im Juni 1881 zieht die Familie nach Pottenstein.</ref> Der liebe Gott wird alles recht machen. Der guten Betti geht es auch noch immer nicht gut. Der Ther[e]s ihre Zimmerfrau ist gestorben und eine andere Partheie hat den Boden gemiethet sie hatte ein schöns Zimmer aber die neue Partheie braucht es selbst, mit aller Mühe könn wir wird[er] erfragen, sie ist sehr heikel; ihre Füße sind immer in gleichen Zustand. Wenn es die Witterung einmal erlaubt wird sie wied[er] nach Gastein reisen. Heut den 14ten wird die Frau v: Trickl [?] begraben sie ist nach lange Leiden an der Wassersucht gestorben. Ihr Mann ist gelämt muß immer auf einen Tragßeßel sitzen. Wie war die schöne Frau inn Hellbrunn immer so heitter. – Lebe wohl meine liebe Fani, im Herbst werdet ihr doch heuer wieder kommen mit deinen 3 Kindern; ich freue mich schon so sehr euch alle, alle wieder zu sehn. Küße deine Kinder tausentmal, und sag ihnen sie sollt recht braf sein, damit sie wieder kommen dürfen zu ihrer Urgroßmutter Fanni.'' [auf Seite 2 oben abgesetzt:] ''Einen Gruß an die Anna von mir wird sie nicht mit Euch gehn.'' |
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| | ==== Postkarte ==== | | ==== Postkarte ==== |
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| | ==== Fanni Spängler an Fanny Kobler ==== | | ==== Fanni Spängler an Fanny Kobler ==== |
| − | Fanni Spängler an Fanny Kobler: Brief aus Pottenstein 26.10.1881:<br /> ''Liebe Großmutter! Ich habe hiermit die Ehre, mich dir als ungewählte Vorsteherstellvertreterin des Pottensteiner Frauenwolthätigkeitsvereines aufzuführen und in dieser, meiner neuen Würde erlaube ich mir, dich recht schön zu bitten, du mögest mir die Freude machen, und diesem Verein als Mitglied beitreten. Der Jahresbeitrag ist 2 fl und die Eintrittstaxe beträgt 1 fl, doch werden Überzahlungen dankbarst angenommen. Solltest du geneigt sein, meine Bitte zu gewähren, so werde ich dir sofort die Statuten schicken, und falls du gleich beitreten und den oben genannten Betrag /: oder mehr:/ widern wolltest, auch sofort die Mitgliedskarte.'' [...weiter mit Spaß über den Familienverein] für Toni und Franzi Wintermäntel genäht, für Roserl ein weißes Winterhäubel gehäkelt; Ausbesserung der Bettwäsche, dazu Wollleinen in Wien gekauft. Dr.Lorinser mit der Franzi sehr zufrieden, „doch muß sie noch die Maschine [Schiene] fort tragen“. Im Sitzzimmer und Schlafzimmer eigenhändig Böden lackiert. „Mein Mann ist fleißig in der Kanzlei. [...] deine Enkelin kk. XXX Betteldirndl.“ | + | [Nr. 19] Fanni Spängler an [Nr. 79] Fanny Kobler: Brief aus Pottenstein 26.10.1881:<br /> ''Liebe Großmutter! Ich habe hiermit die Ehre, mich dir als ungewählte Vorsteherstellvertreterin des Pottensteiner Frauenwolthätigkeitsvereines aufzuführen und in dieser, meiner neuen Würde erlaube ich mir, dich recht schön zu bitten, du mögest mir die Freude machen, und diesem Verein als Mitglied beitreten. Der Jahresbeitrag ist 2 fl und die Eintrittstaxe beträgt 1 fl, doch werden Überzahlungen dankbarst angenommen. Solltest du geneigt sein, meine Bitte zu gewähren, so werde ich dir sofort die Statuten schicken, und falls du gleich beitreten und den oben genannten Betrag /: oder mehr:/ widern wolltest, auch sofort die Mitgliedskarte.'' [...weiter mit Spaß über den Familienverein] für Toni und Franzi Wintermäntel genäht, für Roserl ein weißes Winterhäubel gehäkelt; Ausbesserung der Bettwäsche, dazu Wollleinen in Wien gekauft. Dr.Lorinser mit der Franzi sehr zufrieden, „doch muß sie noch die Maschine [Schiene] fort tragen“. Im Sitzzimmer und Schlafzimmer eigenhändig Böden lackiert. „Mein Mann ist fleißig in der Kanzlei. [...] deine Enkelin kk. XXX Betteldirndl.“ |
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| | ==== Franziska Spängler an Antonia Lürzer ==== | | ==== Franziska Spängler an Antonia Lürzer ==== |
| | FRANZISKA SPÄNGLER (18.6.1877-1962; Nr.9 a): vor 1882 „Liebe Urgroßmutter [Antonia Lürzer, verh. Spängler, 1803-15.3.1882 in Salzburg, Nr.37]. Wir freuen uns schon sehr, dich in Salzburg besuchen zu dürfen. Es küßt dir die Hände deine dank-bare Urenkelin Franziska.“ [Kinderschrift, ohne Datum, ca. 5 Jahre alt!] | | FRANZISKA SPÄNGLER (18.6.1877-1962; Nr.9 a): vor 1882 „Liebe Urgroßmutter [Antonia Lürzer, verh. Spängler, 1803-15.3.1882 in Salzburg, Nr.37]. Wir freuen uns schon sehr, dich in Salzburg besuchen zu dürfen. Es küßt dir die Hände deine dank-bare Urenkelin Franziska.“ [Kinderschrift, ohne Datum, ca. 5 Jahre alt!] |
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| − | siehe auch Oktober bis Dezember 1871 = „1871 und 1884, 1887“ Briefe [...] Brief 30.12.1881/31.12. von Franz und Fanni, Pottenstein, an die Großmutter in Salzburg Nr.79 Fanny Kobler. | + | siehe auch Oktober bis Dezember 1871 = „1871 und 1884, 1887“ Briefe [...] Brief 30.12.1881/31.12. von Franz und Fanni, Pottenstein, an die Großmutter in Salzburg Nr. 79 Fanny Kobler. |
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| | == Quelle == | | == Quelle == |