| − | Fanni Spängler an Franz Spängler: Krems, 30/8 1890/ Liebster Mann! Indem ich dir das verlangte Buch sammt dem Touristenzeichen sende, benachrichtige ich dich, daß wir gestern wohlbehalten hier ankamen/ Ich danke dir für die genußreichen Tage, welche wir im lieben Triestingthale zubrachten, ich werde stets mich gern ihrer erinnern. Ich habe mich so gefreut, wieder einmal mehr mit dir sein zu können. - Wir sind Alle sehr zufrieden, daß wir wieder daheim sind. Es ist mir lieb, daß ich sehr beschäftigt bin, sonst käme es mir gar zu öde vor, da du nicht hier bist. Auch Franzi fehlt mir. Übrigens haben wir heute schon gekocht, wol sehr einfach, aber zu allseitiger Zufriedenheit. - Von dir und Franzi hoffe ich, daß Ihr vergnügt und wol in Salzburg seid. Eben erhielt ich von meiner Schwester Anna einen Brief, in welchem sie mir anzeigt, daß sie unsere Einladung nach Krems annimmt. - Heute waren wir Otto ausgenommen in der 8 Uhr Messe, dan gieng ich mit den Mädchen einschreiben in die Schule. Was macht dein Fuß, ich sorge mich, daß er schlechter wird. Bitte gehe nicht auf’s Hochkar! - Hier war das Wetter viel schlechter als im Triestingthale, die Donau ist so hoch, daß Wasser in den Auen steht. Dabei ist es so kalt daß ans Baden nicht zu denken ist und die Kinder morgen die Filzhüte ohne Bedenken aufsetzen können. Meine Zeit erlaubt mir nicht, länger zu schreiben. Frau Aigner ist hier und ich muß die Sendung fortschicken. - Guße [Küsse/Grüße] Franzi von mir, sobald ich Zeit habe schreibe ich ihr. Unterhaltet Euch recht gut grüßt Alle und seid gekßt von Eurer Mutter Fanni. - Hansi liegt im Bette, sie scheint sich etwas verkühlt zu haben/ Kein Fieber! - Es scheiner [? scheint] Aphten [?] zu kommen. Wohin soll ich schreiben? Wieder nach Innsbruck? - „Triestingthale“: Pottenstein an der Triesting, Wohnort 1880-1887. „Franzi“ (13 Jahre) ist noch beim Vater; „Hansi“ [Johanna] ist 8 Jahre alt, „Otto“ vier Jahre. | + | Fanni Spängler an Franz Spängler:<br /> ''Krems, 30/8 1890/ Liebster Mann! Indem ich dir das verlangte Buch sammt dem Touristenzeichen sende, benachrichtige ich dich, daß wir gestern wohlbehalten hier ankamen/ Ich danke dir für die genußreichen Tage, welche wir im lieben Triestingthale zubrachten, ich werde stets mich gern ihrer erinnern. Ich habe mich so gefreut, wieder einmal mehr mit dir sein zu können. - Wir sind Alle sehr zufrieden, daß wir wieder daheim sind. Es ist mir lieb, daß ich sehr beschäftigt bin, sonst käme es mir gar zu öde vor, da du nicht hier bist. Auch Franzi fehlt mir. Übrigens haben wir heute schon gekocht, wol sehr einfach, aber zu allseitiger Zufriedenheit. - Von dir und Franzi hoffe ich, daß Ihr vergnügt und wol in Salzburg seid. Eben erhielt ich von meiner Schwester Anna einen Brief, in welchem sie mir anzeigt, daß sie unsere Einladung nach Krems annimmt. - Heute waren wir Otto ausgenommen in der 8 Uhr Messe, dan gieng ich mit den Mädchen einschreiben in die Schule. Was macht dein Fuß, ich sorge mich, daß er schlechter wird. Bitte gehe nicht auf’s Hochkar! - Hier war das Wetter viel schlechter als im Triestingthale, die Donau ist so hoch, daß Wasser in den Auen steht. Dabei ist es so kalt daß ans Baden nicht zu denken ist und die Kinder morgen die Filzhüte ohne Bedenken aufsetzen können. Meine Zeit erlaubt mir nicht, länger zu schreiben. Frau Aigner ist hier und ich muß die Sendung fortschicken. - Guße [Küsse/Grüße] Franzi von mir, sobald ich Zeit habe schreibe ich ihr. Unterhaltet Euch recht gut grüßt Alle und seid gekßt von Eurer Mutter Fanni. - Hansi liegt im Bette, sie scheint sich etwas verkühlt zu haben/ Kein Fieber! - Es scheiner [? scheint] Aphten [?] zu kommen. Wohin soll ich schreiben? Wieder nach Innsbruck?'' |