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| − | Die '''Gnadenalm''' ist eine Hochalm zwischen [[Untertauern]] und [[Obertauern]] und liegt am Fuße des [[Radstädter Tauern]]. Sie liegt auf einer Höhe von 1 250 [[m ü. A.]] hoch. | + | [[File:Gnadenalm im Sommer.jpg|thumb|Gnadenalm im Sommer.]] |
| | + | [[File:Gnadenalm im Winter.jpg|thumb|Gnadenalm im Winter, Blick nach Südosten Richtung Radstädter Tauernkamm.]] |
| | + | Die '''Gnadenalm''' ist eine Hoch[[alm]] im [[Pongau]] zwischen [[Untertauern]] und [[Obertauern]] und liegt am Fuße des [[Radstädter Tauern]]. |
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| | == Geografie == | | == Geografie == |
| − | Die Gnadenalm befindet sich im Südosten des [[Salzburg (Bundesland)|Bundeslandes Salzburg]] an der Nordseite des [[Radstädter Tauernpass]]es. Die Gebirgsgruppe um Obertauern gehört zu den [[Niedere Tauern|Niederen Tauern]]. Auf einer Seehöhe von 1 275 m ü. A. beginnend, erstreckt sich der Talboden auf einer Fläche von ca. 400 ha. Die gesamte Fläche der Gnadenalm befindet sich im [[Landschaftsschutzgebiet Obertauern]] und ein großer Teil im Pflanzenschutzgebiet. | + | Die Gnadenalm befindet sich im Südosten des [[Salzburg (Bundesland)|Bundeslandes Salzburg]] an der Nordseite des [[Radstädter Tauernpass]]es. Die Gebirgsgruppe um Obertauern gehört zu den [[Niedere Tauern|Niederen Tauern]]. Auf einer Seehöhe von 1 275 m ü. A. beginnend, erstreckt sich der Talboden auf einer Fläche von ca. 400 ha bis in eine Höhe auf etwa 1 350 m ü. A. Die gesamte Fläche der Gnadenalm befindet sich im [[Landschaftsschutzgebiet Obertauern]] und ein großer Teil in einem Pflanzenschutzgebiet. |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Bis zum [[17. Jahrhundert]] war die Gnadenalm im Besitz des [[Erzbistum Salzburg|Erzbistums Salzburg]]. Im 17. Jahrhundert vermachte der damalige [[Fürsterzbischof]] größeren Bauern im nördlichen [[Taurachtal]] die Gnadenalm. Die Alm wurde in zwei Teile aufgeteilt, die Vordergnadenalm und die Hintergnadenalm. Für die vordere und die hintere Gnadenalm wurden jeweils vier Bauern ausgewählt. Seit jeher wurde die Alm im Sommer zur Viehwirtschaft genutzt. Bis in die [[1980er]] Jahre wurde die Milch zur Gänze auf der [[Alm]] zu Butter und Käse verarbeitet. Heute wird die Milch zum Teil verarbeitet und zum anderen Teil an Milchgenossenschaften abgeliefert. Bereits in den [[1920er]] und [[1930er]] Jahren wurde die Weissenhofhütte auf der Hintergnadenalm als Skiheim betrieben und war eine von vier Unterkünften für die ersten Skifahrer in Obertauern. Zu Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde die Gnadenalm nur noch für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. In den [[1990er]] Jahren eröffnete im Bereich der Vordergnadenalm ein Restaurant, die „Gnadenalm“. Seither hat sich die Gnadenalm auch im Winter als touristisch sehr wertvoll für die Skiregion Obertauern entwickelt. | + | Bis zum [[17. Jahrhundert]] war die Gnadenalm im Besitz des [[Erzbistum Salzburg|Erzbistums Salzburg]]. Im 17. Jahrhundert vermachte der damalige [[Fürsterzbischof]] größeren Bauern im nördlichen [[Taurachtal]] die Gnadenalm. Die Alm wurde in zwei Teile aufgeteilt, die Vordergnadenalm und die Hintergnadenalm. Für die vordere und die hintere Gnadenalm wurden jeweils vier Bauern ausgewählt. Seit jeher wurde die Alm im Sommer zur Viehwirtschaft genutzt. Bis in die [[1980er]]-Jahre wurde die Milch zur Gänze auf der [[Alm]] zu Butter und Käse verarbeitet. Heute wird die Milch zum Teil verarbeitet und zum anderen Teil an Milchgenossenschaften abgeliefert. Bereits in den [[1920er]]- und [[1930er]]-Jahren wurde die Weissenhofhütte auf der Hintergnadenalm als Skiheim betrieben und war eine von vier Unterkünften für die ersten Skifahrer in Obertauern. Zu Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde die Gnadenalm nur noch für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. In den [[1990er]]-Jahren eröffnete im Bereich der Vordergnadenalm ein Restaurant, die „Gnadenalm“. Seither hat sich die Gnadenalm auch im Winter als touristisch sehr wertvoll für die Skiregion Obertauern entwickelt. |
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| | == Fremdenverkehr == | | == Fremdenverkehr == |
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| | === Winter === | | === Winter === |
| | Besonders populär ist das [[Langlaufen]], denn die Gnadenalm verfügt über ca. 15 km Loipen. Darüber hinaus wird eine beleuchtete Rodelbahn mit ca. 1,5 km Länge angeboten. Weitere auf der Gnadenalm praktizierbare Wintersportarten sind das Schlittschuhlaufen und das Eisstockschießen. Zudem verfügt die Gnadenalm über eine Langlaufschule und ein [[Biathlon]]-Camp. In den letzten Jahren nahm die Zahl der Ski-Tourengeher stark zu. Seit den 1990er Jahren werden auf der Alm Pferdeschlittenfahrten angeboten, die sich großer Beliebtheit erfreuen. | | Besonders populär ist das [[Langlaufen]], denn die Gnadenalm verfügt über ca. 15 km Loipen. Darüber hinaus wird eine beleuchtete Rodelbahn mit ca. 1,5 km Länge angeboten. Weitere auf der Gnadenalm praktizierbare Wintersportarten sind das Schlittschuhlaufen und das Eisstockschießen. Zudem verfügt die Gnadenalm über eine Langlaufschule und ein [[Biathlon]]-Camp. In den letzten Jahren nahm die Zahl der Ski-Tourengeher stark zu. Seit den 1990er Jahren werden auf der Alm Pferdeschlittenfahrten angeboten, die sich großer Beliebtheit erfreuen. |
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| | + | === Probleme === |
| | + | [[Datei:Katschberg Straße Risch-Lau.jpg|thumb|An der Katschberg Straße in Richtung [[Radstädter Tauernpass]] bei der [[Gnadenbrücke]] auf Höhe der Vordergnadenalm. Eine Aufnahme in den [[1950er]]- oder [[1960er]]-Jahren.]] |
| | + | Seit vielen Jahren (Stand März 2021) besteht im Bereich der Gnadenalm ein Parkchaos. Besonders an schönen Sommer- oder Winterwochenendtagen parken die Autos sogar entlang der [[Katschberg Straße]] (B 99). Der Ansturm der Gäste sei kaum bewältigbar, so [[Bürgermeister der Gemeinde Untertauern|Bürgermeister]] [[Johann Habersatter (Bürgermeister)|Johann Habersatter]] (Liste Habersatter). Auch während der [[Winter 2020/2021|Wintersaison 2020-2021]] waren an Spitzentagen Hunderte Langlauf-, Skitouren- oder Schneeschuhwanderer in den Bergen rund um die Alm unterwegs. |
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| | + | Geplant ist daher - eigentlich bereits seit [[2012]] - ein neuer Parkplatz mit 80 Stellplätzen, der das Abstellen von Autos in geordnete Bahnen lenken soll. Dafür soll auch eine eigene Zufahrtsstraße, etwas weiter oben als bisher, Richtung Gnadenalm gebaut werden. Die Parkplätze sollen allerdings voraussichtlich gebührenpflichtig werden. |
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| | + | Naturschützer wie Winfrid Herbst vom Naturschutzbund sprechen sich gegen einen neuen Parkplatz aus, sie rechtfertigen dies mit der sensiblen Landschaft und fordern Alternativen durch Förderungen des öffentlichen Verkehrs dorthin. Direkt an der Landesstraße gibt es bereits eine Postbushaltestelle.<ref>[[Pongauer Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/salzburg/chronik/neuer-parkplatz-und-aussichtsplattform-101916190 3. April 2021]</ref> |
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| | == Weblinks == | | == Weblinks == |
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| | * Wikipedia | | * Wikipedia |
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