| Zeile 3: |
Zeile 3: |
| | | | |
| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Herbert von Karajan und sein Bühnenbildner [[Günther Schneider-Siemssen]] hatten sich zum Ziel gesetzt, Opern-Inszenierungen zu schaffen, deren Fokus auf der Musik lag. In den ersten Jahren standen Werke von Richard Wagner im Mittelpunkt, jedes Jahr eine Oper, umrahmt von Orchesterkonzerten mit den [[Berliner Philharmoniker]]n. Schauplatz für sämtliche Aufführungen war immer das [[Großes Festspielhaus|Große Festspielhaus]]. | + | Herbert von Karajan und sein Bühnenbildner [[Günther Schneider-Siemssen]] hatten sich zum Ziel gesetzt, Opern-Inszenierungen zu schaffen, deren Fokus auf der Musik lag. Sie sollten als Gegengewicht zu Bayreuth Wagner auch am Geburtsort [[Wolfgang Amadé Mozart|Mozarts]] in großem Stil gefeiert werden. In den ersten Jahren standen Werke von Richard Wagner im Mittelpunkt, jedes Jahr eine Oper, umrahmt von Orchesterkonzerten mit den [[Berliner Philharmoniker]]n. Schauplatz für sämtliche Aufführungen war immer das [[Großes Festspielhaus|Große Festspielhaus]]. 1967 fand im Großen Festspielhauses zum ersten Mal und in Folge für jeweils zehn Tage hoch, zwischen Samstag vor [[Palmsonntag]] und Ostermontag statt. Oper, Orchester- und Chorkonzerte waren geprägt von Karajans weltumspannender Persönlichkeit und dem exquisit symphonischen Klang der Berliner Philharmoniker. |
| | + | |
| | + | [[1979]] wurden nicht nur Werke von Wagner, sondern auch Verdis "Don Carlos" von Karajan inszeniert in den monumental dekorativen Bühnenbildern von Günther Schneider-Siemssen und den Kostümen von Georges Wakhévitch geboten. Legendär die Besetzung mit Nicolai Ghiaurov als ''König Philipp'', Mirella Freni als ''Elisabeth'', Piero Cappuccilli als ''Marquis Posa'', José Carreras in der Titelrolle, Agnes Baltsa als ''Eboli''. |
| | | | |
| | Die Osterfestspiele konnten lange Zeit ohne staatliche Subventionen auskommen, eine solide Basis von 2 500 Förderern wird heute durch eine kleine Anzahl ausgewählter Sponsoren ergänzt. Über die Jahre entwickelten die Osterfestspiele auch regelmäßig Koproduktionen gemeinsam mit den [[Salzburger Festspiele]]n oder der Wiener Staatsoper. | | Die Osterfestspiele konnten lange Zeit ohne staatliche Subventionen auskommen, eine solide Basis von 2 500 Förderern wird heute durch eine kleine Anzahl ausgewählter Sponsoren ergänzt. Über die Jahre entwickelten die Osterfestspiele auch regelmäßig Koproduktionen gemeinsam mit den [[Salzburger Festspiele]]n oder der Wiener Staatsoper. |
| Zeile 9: |
Zeile 11: |
| | Von [[1967]] bis [[1986]] standen mit Ausnahme der frühen Opern und des ''Tannhäuser'' sämtliche Bühnenwerke Wagners auf dem Programm, Klassiker wie ''Fidelio'', ''La Bohème'', ''Il Trovatore'', ''Don Carlos'', ''Carmen'', ''Don Giovanni'' und ''Tosca'' setzten programmatische Kontrapunkte. | | Von [[1967]] bis [[1986]] standen mit Ausnahme der frühen Opern und des ''Tannhäuser'' sämtliche Bühnenwerke Wagners auf dem Programm, Klassiker wie ''Fidelio'', ''La Bohème'', ''Il Trovatore'', ''Don Carlos'', ''Carmen'', ''Don Giovanni'' und ''Tosca'' setzten programmatische Kontrapunkte. |
| | | | |
| − | Nach Karajans Tod führte seine Mitarbeiterin [[Beate Burchhard]] die Osterfestspiele weiter. Ihr folgten als Geschäftsführer [[1994]] [[Robert Minder]] und [[1998]] [[Michael Dewitte]]. Künstlerischer Intendant des Festivals wurde der jeweils verantwortliche Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Seit [[Claudio Abbado]]s Rückzug [[2003]] ist dies [[Simon Rattle]], der [[2005]] einen England-Schwerpunkt und im darauffolgenden Jahr einen Frankreich-Schwerpunkt etablierte. Seit [[2007]] steht Wagners ''Ring der Nibelungen'' auf dem Programm. | + | Nach Karajans letzter "Tosca" - in deren Engelsburg-Kulisse dem Maestro [[1988]] noch zu dessen 80. Geburtstag auf offener Bühne gehuldigt wurde - begann der Übergang in eine neue Zeit nach einem Interregnum, in dem Kurt Masur, [[Bernard Haitink]] und Sir [[Georg Solti]] kurzzeitig den Takt vorgaben, ehe [[1994]] Karajans Nachfolger als Chef der Berliner Philharmoniker das Szepter übernahm: [[Claudio Abbado]]. Und das gleich mit einem Signaturstück Karajans, "Boris Godunow", allerdings nicht in den gewohnten prunkenden Pelzgewändern, sondern als kühl-emphatische, scharf gezeichnete Politparabel in Regie und Bild von Herbert Wernicke. 1994 wurden neben dem Hauptprogramm auch eine Zeitgenössische-Musik-Schiene unter dem Namen "Kontrapunkte" und ein Sonderkonzert eines Jugendorchesters als Ergänzungen etabliert. |
| | + | |
| | + | Nach Karajans Tod führte seine Mitarbeiterin [[Beate Burchhard]] die Osterfestspiele weiter. Ihr folgten als Geschäftsführer [[1994]] [[Robert Minder]] und [[1998]] [[Michael Dewitte]]. Künstlerischer Intendant des Festivals wurde der jeweils verantwortliche Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Seit [[Claudio Abbado]]s Rückzug [[2003]] ist dies [[Simon Rattle]], der [[2005]] einen [[England]]-Schwerpunkt und im darauffolgenden Jahr einen Frankreich-Schwerpunkt etablierte. Seit [[2007]] steht Wagners ''Ring der Nibelungen'' auf dem Programm. |
| | | | |
| − | [[1994]] wurden neben dem Hauptprogramm auch eine Zeitgenössische-Musik-Schiene unter dem Namen "Kontrapunkte" und ein Sonderkonzert eines Jugendorchesters als Ergänzungen etabliert. | + | Am [[13. Mai]] [[2011]] gaben die Berliner Philharmoniker ab dem Jahr 2013 die Einführung eines Osterfestivals in Baden-Baden und den damit verbundenen Abschied aus Salzburg bekannt. Der geschäftsführende Intendant der Osterfestspiele, [[Peter Alward]], kündigte einen künstlerischen und wirtschaftlichen Neubeginn des Festivals an. Für diesen Neubeginn wurde 2013 [[Christian Thielemann]], der karajan-geprägteste Dirigent der Gegenwart, als Künstlerischer Leiter bis einschließlich [[2017]] engagiert und mit der [[Sächsische Staatskapelle Dresden|Sächsischen Staatskapelle Dresden]] ein neues Stammorchester an Salzburg gebunden. Deren ''Hausgötter'', [[Richard Strauss|Strauss]] und Wagner, passten exakt zur (Klang-)Geschichte der Salzburger Osterfestspiele, auch wenn sich das Programm seit 2013 nicht nur diesen, sondern im Wechsel auch italienischem Repertoire widmete. Das von Philipp Stölzl spektakulär filmisch gedachte und umgesetzte Doppel aus "Cavalleria rusticana" und "I Pagliacci" und [[2019]] die phänomenal musizierten, dem Geist einer sprudelnden Parlando-Komödie verpflichteten "Meistersinger". |
| | | | |
| − | [[2020]] waren die [[Die Salzburger Osterfestspiele und der Coronavirus|Osterfestspiele von den Auswirkungen des Coronavirus]] betroffen. | + | [[2020]] wurden die Osterfestspiele aufgrund der [[Corona Pandemie]] abgesagt. [[2021] wurden die Salzburger Osterfestspiele erneut aufgrund der Corona Pandemie zu Ostern abgesagt. Aus der geplanten Produktion von "Turandot" wurde ohnedies bloß eine konzertante Version, dann erfolgte eine Reduzierung des Programms auf vier Orchesterkonzerte, schließlich eine Verschiebung auf [[Allerheiligen]]. |
| | | | |
| − | =====Osterfestspiele Skandal 2010=====
| + | ====Osterfestspiele Skandal 2010==== |
| − | :''Hauptartikel [[Osterfestspiele Skandal 2010]]'' | + | :''Hauptartikel [[Osterfestspiele Skandal 2010]] |
| | Nachdem im Herbst [[2009]] Gerüchte über eine mögliche Abwanderung der Berliner Philharmoniker nach Auslaufen ihres bestehenden Vertrages im Jahr [[2012]] aufgekommen waren, entschied sich das Orchester am [[14. Dezember]] 2009 in einer Abstimmung jedoch für eine Fortsetzung des Osterengagements in Salzburg. [[2010]] wurden die Osterfestspiele von einem Skandal erschüttert. Geschäftsführer Michael Dewitte und dem technischen Direktor der Salzburger Festspiele, Klaus Kretschmer, wurden Unregelmäßigkeiten vorgeworfen, die den Festspielen bis zu 1,5 Millionen Euro Schaden zugefügt haben sollen. Es folgte eine Umstrukturierung des Kuratoriums. | | Nachdem im Herbst [[2009]] Gerüchte über eine mögliche Abwanderung der Berliner Philharmoniker nach Auslaufen ihres bestehenden Vertrages im Jahr [[2012]] aufgekommen waren, entschied sich das Orchester am [[14. Dezember]] 2009 in einer Abstimmung jedoch für eine Fortsetzung des Osterengagements in Salzburg. [[2010]] wurden die Osterfestspiele von einem Skandal erschüttert. Geschäftsführer Michael Dewitte und dem technischen Direktor der Salzburger Festspiele, Klaus Kretschmer, wurden Unregelmäßigkeiten vorgeworfen, die den Festspielen bis zu 1,5 Millionen Euro Schaden zugefügt haben sollen. Es folgte eine Umstrukturierung des Kuratoriums. |
| − |
| |
| − | =====Neubeginn=====
| |
| − | Am [[13. Mai]] [[2011]] gaben die Berliner Philharmoniker ab dem Jahr 2013 die Einführung eines Osterfestivals in Baden-Baden und den damit verbundenen Abschied aus Salzburg bekannt. Der geschäftsführende Intendant der Osterfestspiele, [[Peter Alward]], kündigte einen künstlerischen und wirtschaftlichen Neubeginn des Festivals an. Für diesen Neubeginn wurde 2013 [[Christian Thielemann]] als Künstlerischer Leiter bis einschließlich [[2017]] engagiert und mit der [[Sächsische Staatskapelle Dresden|Sächsischen Staatskapelle Dresden]] ein neues Stammorchester an Salzburg gebunden.
| |
| | | | |
| | ==Subventionen== | | ==Subventionen== |
| Zeile 76: |
Zeile 77: |
| | {{Homepage|http://www.osterfestspiele-salzburg.at}} | | {{Homepage|http://www.osterfestspiele-salzburg.at}} |
| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | + | * [https://www.sn.at/osterfestspiele-salzburg/salzburger-osterfestspiele-was-vorerst-bleibt-ist-erinnerung-101787010 www.sn.at] ''Salzburger Osterfestspiele: Was vorerst bleibt, ist Erinnerung'', 30. März 2021, ein Beitrag von [[Karl Harb]] |
| | * ''Die Presse'' vom 28. Jänner 2010: ''Festspiele in Salzburg: Herbert von Karajan verbindet'' | | * ''Die Presse'' vom 28. Jänner 2010: ''Festspiele in Salzburg: Herbert von Karajan verbindet'' |
| | * Homepage | | * Homepage |
| Zeile 81: |
Zeile 83: |
| | ==== Einzelnachweis ==== | | ==== Einzelnachweis ==== |
| | <references/> | | <references/> |
| | + | |
| | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] | | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] |
| | [[Kategorie:Kunst]] | | [[Kategorie:Kunst]] |