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'''Fideikommiss''' nennt man das unveräußerliche und unteilbare Vermögen einer Familie, das in einer Art Privatstiftung von einem Stifter eingerichtet wurde.

== Allgemein ==
Das Fideikommiss (von lateinisch ''fidei commissum'': „treuhänderisch anvertraut“) ist
eine auf einer Stiftung beruhende Bindung von Vermögenswerten, zumeist von Grundbesitz, an einen klar definierten Nutznießer. Damit sollte das Familienvermögen ungeteilt in der Hand eines Familienmitglieds bleiben, was die soziale Stellung und die vermögensrechtliche Grundlage der Familie über Generationen hinweg sichern sollte. Im Gegensatz zu einer Familienstiftung entstand dadurch keine juristische Person. Vielmehr war das Fideikommiss ''auf ewig'' angelegt und durfte nur genutzt, also weder verpfändet, noch veräußert werden.

== Geschichte ==
Das Fideikommiss entstand im ausgehenden Mittelalter und verbreitete sich mit der [[Renaissance]] in Mitteleuropa.

Unter dem Einfluss des ''Code Napoléon'' wurden die Fideikommisse in [[Bayern]] aufgelöst, was sich auch auf das [[Salzburg und der Salzachkreis im 19. Jahrhundert|Herzogtum Salzburg]] auswirkte. Mit dem königlichem Edikt vom 22. Dezember 1811<ref>"die bisherigen adelichen Fidei-Kommisse, und künftigen Majorate im Königreiche betreffend"</ref> (in Verbindung mit dem Edikt vom 28. Juli 1808<ref>Organische Edict vom 28. Juli 1808, die künftigen Verhältnisse des Adels betreffend</ref>) wurden die Fideikommisse im Herzogtum Salzburg aufgehoben,<ref name = "MGSLK">Nekrolog auf [[Ernst Leopold Reichsgraf von Firmian]], [[MGSLK]] [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18710006&zoom=2&seite=00000144 MGSL XI, S. 144.]</ref> also in Privateigentum der Nutznießer umgewandelt.

In der [[Habsburgermonarchie]] basierten die Fideikommisse auf dem Kaiserlichen Patent Nr. 946 vom 1. Juni 1811 (Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch), §§ 618-645<ref>[https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=jgs&datum=1012&size=45&page=544 Gesetze und Verfassungen im Justizfache, S. 354.]</ref>. Nach dem [[Anschluss]] wurden alle noch bestehenden Fideikommisse mit Reichsgesetz vom 6. Juli 1938 zum 1. Jänner 1939 für erloschen erklärt.<ref>[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10001873&FassungVom=1999-12-31 dRGBl. I S. 825/1938]</ref>

== Salzburger Fideikommisse ==
Noch [[1806]] bestanden im Herzogtum Salzburg folgende Fideikommisse, die von Salzburger [[Erzbischof|Erzbischöfen]] für ihre Familien gestiftet worden waren:

* [[Kuenburg (Adelsgeschlecht)|Kuenburg]]'sches Fideikommiss (1560 gestiftet von Erzbischof [[Michael von Kuenburg]] für Erasmus (III.) und Christoph (V.) [[Kuenburg (Adelsgeschlecht)|von Kuenburg]])
* [[Lodronsche Primogenitur|Lodron'sches Fideikommiss]] (1637 von Erzbischof [[Paris Graf Lodron]] gestiftet für die Primogenitur)
* [[Lodronsches Sekundogenitur-Majorat|Lodron'sches Fideikommiss]] (1657 von Erzbischof Paris Graf Lodron gestiftet für die Sekundogenitur)
* Kuenburg'sches Fideikommiss (1681 von Erzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] gestiftet für Christoph Graf von Khuenburg)
* Kuenburg'sches Fideikommiss (1719 von Erzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] gestiftet für [[Johann Joseph Graf von Kuenburg]])
* [[Thun und Hohenstein|Thun]]'sches Fideikommiss (1737 von Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein|Johann Ernst Graf Thun]] gestiftet)
* Firmian'sches Fideikommiss (1737 von Erzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian|Leopold Graf Firmian]] gestiftet für die Primogenitur)
* Graf Lützow'sches Fideikommiss (1781 von Erzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo|Graf Colloredo]] gestiftet für die Primogenitur, [[Rudolf Graf von Lützow]] war der Sohn seiner Nichte)

== Quellen ==
* [[Hannes Peter Naschenweng]]: ''Der [[Nepotismus im Fürsterzbistum Salzburg|Nepotismus]] des Salzburger Erzbischofs [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg|Maximilian Gandolf Graf von Khünburg]] (1668-1687).'' In: [https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_144_0099-0144.pdf MGSLK 144, 2004, S. 136.]
* [https://www.jurawiki.de/FideiKommiss www.jurawiki.de], abgerufen am 1. Februar 2021
* Fuchs, Konrad und Heribert Raab: ''dtv Wörterbuch zur Geschichte'', Band 1, S. 259.
* Salzburgwiki
==== Einzelnachweise und Anmerkungen ====
<references/>

[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Recht]]
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