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| | == Wetter in Salzburg == | | == Wetter in Salzburg == |
| | + | === Geschichte === |
| | + | Nachstehend ein Beitrag von Fritz Zeller aus dem Jahr 1935 über die Geschichte des Wetters um den [[Untersbergstock]], veröffentlicht in der [[Salzburger Chronik]]:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19350702&seite=5&zoom=33 ANNO], Salzburger Chronik, Ausgabe vom 2. Juli 1935, Seite 5</ref> |
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| | + | * Die älteste Aufzeichnung über heiße Wetterunbilden in Salzburg reicht zurück ins Jahr [[823]], wo der Sommer so große Hitze brachte, dass alles ausdorrte und eine große Hungersnot entstand. |
| | + | * [[997]] drückten das Land wieder Hunger und Pest, welche ein heißer Sommer mit sich gebracht hatte. |
| | + | * Auch [[1157]] hatte der trockene Sommer die [[Pest]] im Gefolge und ein großer Hagel mit brausendem Sturm verdarb viele Frucht. Viele Häuser wurden beschädigt. |
| | + | * [[1221]] war ein so trockener Sommer, dass man über die Flüsse gehen konnte. Durch viele Wochen war der Verkehr der [[Salzschifffahrt|Salzschiffe]] auf der [[Saalach]] und [[Salzach]] unterbrochen. Das [[Salz]] musste auf Salzkarren und durch [[Säumer|Saumpferde]] nach [[Herzogtum Bayern|Bayern]] und [[Österreich]] gebracht werden. |
| | + | * [[1249]] war wieder große Trockenheit. |
| | + | * [[1270]] war dann eine so große Dürre, dass alles Getreide samt der Fütterei verbrannte und eine große Hungersnot entstand, nur der [[Wein]] geriet gut. Die Leute litten arg unter der „''großen Haißen''". |
| | + | * [[1296]] hungerten durch Trockenheit Menschen und Vieh. |
| | + | * [[1332]] zündete der Sonnenbrand die Bergwälder um [[Reichenhall]] und [[Großgmain]] an; den ganzen Sommer rauchten die Berge und arge Verwüstungen sah man ringsum. |
| | + | * [[1338]] verdarben während des heißen Sommers die Heuschrecken alles in ganz Deutschland. |
| | + | * [[1343]] herrschte große Teuerung wegen Trockenheit. |
| | + | * [[1348]] wütete während der heißen Zeit der schwarze Tod (Pest). In [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] starben in kurzer Zeit 1 400 Personen. Ungeheure Heuschreckenschwärme, welche in so dichten Massen kamen, dass sie die Sonne verfinsterten, hatten den Anfang der furchtbaren Heimsuchungen gemacht. Die Menschen glaubten das Ende der Welt nahe. Um diese Zeit wurden in Salzburg die [[Juden]] grausam verfolgt, weil man sie beschuldigte, sie hätten durch Vergiftung der Brunnen die schreckliche Pest verursacht. |
| | + | * [[1473]] zeichnete sich das Jahr aus, dass es den ganzen Sommer hindurch nie regnete, wodurch eine solche Dürre entstand, das sich der Erdboden spaltete und der ganze [[Untersberg]] zu brennen anfing. Auch war große Furcht vor den Türken, weil ein Komet erschien mit einem ausfallend lanzenförmigen Schweife, welcher als der Vorbote eines Türkeneinfalles gehalten wurde. |
| | + | * [[1482]] entstand während der Trockenheit eine Seuche, welche in der [[Stadt Salzburg]] allein 4 500 Menschen dahin raffte. |
| | + | * [[1490]] gab es einen sehr trockenen Sommer, dass sich der Erdboden spaltete, die Fluren brannten und der Untersberg rauchte. |
| | + | * [[1540]] war der Sommer heiß und so anhaltend trocken, dass die Feldfrüchte und Bergwälder von der Sonnenhitze entzündet wurden. Der Wald am Untersberg von Großgmain bis [[Grödig]] fing zu brennen an. Einige hundert Bauern von den [[Pfleggericht]]en [[Burg Radeck|Plain]] und [[Pfleggericht Glanegg|Glanegg]] wurden aufgeboten, durch Aufreißen des Bodens und Wegschlagen der Bäume dem umsichgreifenden Brand vorzubeugen. |
| | + | * [[1616]] war der Sommer so heiß, dass das Vieh vor Hitze tot umfiel. |
| | + | * [[1636]] gab es einen sehr heißen Sommer, dass die Brunnen austrockneten - Bergwälder und große Flächen des Untersberg-Moores fingen zu brennen an. Die Wiesen waren versengt. Die Hitze währte vom März bis Juli. Am [[2. August]] ging ein furchtbares Gewitter nieder, begleitet von Wolkenbruch und Überschwemmung. Der Hagel fiel wie faustgroße Steine. Das Vieh und Wild wurde erschlagen. Obstbäume und Wälder wurden erbärmlich zugerichtet. |
| | + | * [[1664]] große Hitze. Die schweren [[Unwetter|Gewitter]] richteten erheblichen Schaden an. |
| | + | * [[1693]]. Größe Trockenheit und Hungersnot. Heuschreckenplage. Die Heuschreckenschwärme verfinsterten im Fluge die Sonne. Wo sie sich niederließen, verwüsteten sie das Land und fraßen die Fluren kahl. Es wurde eine arge Teuerung und musste das Getreide mit großen Unkosten aus Österreich und [[Ungarn]] eingeführt werden. Die [[Bauernhöfe]] wurden nach versteckten Getreidevorräten durchsucht. |
| | + | * [[1719]] war wieder heißer Sommer; zwei furchtbare Gewitter, wobei jedes Mal der [[Blitz]] im Turm der [[Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau]] in Großgmain einschlug; |
| | + | * [[1749]] kamen im heißen Sommer Heuschreckenschwärme über Österreich her in das [[Erzstift]]. Die betroffenen Gemeinden machten [[Wallfahrt]]en nach Großgmain um Abwendung der Plage. |
| | + | * [[1751]]. Hitzewelle im August. Am [[29. August]] furchtbares Gewitter. Um 7 Uhr abends schlug der Blitz in den Turm der Pfarrkirche zu Großgmain ein und fuhr durch die ganze Kirche. |
| | + | * [[1810]] gab es eine dreimonatliche Dürre, welche die Heuernte vereitelte und den Bäumen ihre Fruchtansätze raubte. Futternot, sodass die Bauern ihren Viehstand vermindern und das Vieh an die Metzger verschleudern mussten. |
| | + | * [[1911]] war ein sehr trockener Sommer. Mangel an [[Trinkwasser]]; viele Bäche wurden trocken gelegt. Die Bauern mussten Wasser fahren. Die Gemüsegärten wurde dürr gelegt. Auf den Wiesen sah man rote Brandflecken. Wo abgemäht, wuchs kein Halm mehr nach. Auf den [[Alm]]en am Untersberg herrschte die Viehseuche. |
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| | + | === Allgemeines === |
| | Das [[Bundesland Salzburg]] befindet sich überwiegend im Einflussbereich des atlantisch-maritimes Klima, das durch milde Winter und mäßig warme Sommer mit ganzjährigen Niederschlägen gekennzeichnet ist. Durch eine Veränderung des Klimas kommt es seit etwa [[2000]] häufiger zu Extremen. | | Das [[Bundesland Salzburg]] befindet sich überwiegend im Einflussbereich des atlantisch-maritimes Klima, das durch milde Winter und mäßig warme Sommer mit ganzjährigen Niederschlägen gekennzeichnet ist. Durch eine Veränderung des Klimas kommt es seit etwa [[2000]] häufiger zu Extremen. |
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