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Ursprünglich im Tischlerhandwerk verankert, verband sie Handwerkstradition mit technischem Fortschritt.<ref name= "AEIOU"/>
 
Ursprünglich im Tischlerhandwerk verankert, verband sie Handwerkstradition mit technischem Fortschritt.<ref name= "AEIOU"/>
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==Genealogie==
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== Genealogie ==
    
Die Familie gliederte sich in zwei Linien, deren ältere bereits um 1720 in Kapfing im [[Tirol]]er [[Zillertal]] nachweisbar ist.<ref name= "AEIOU"/>
 
Die Familie gliederte sich in zwei Linien, deren ältere bereits um 1720 in Kapfing im [[Tirol]]er [[Zillertal]] nachweisbar ist.<ref name= "AEIOU"/>
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*** [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl (Carl)]] (* 1789; † 1844), Orgelbauer in Kapfing (Fügen)
 
*** [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl (Carl)]] (* 1789; † 1844), Orgelbauer in Kapfing (Fügen)
 
**** [[Johann Nepomuk Carl Mauracher|Johann Nepomuk Carl]] (* 1818; † 1884), Orgelbauer in Salzburg
 
**** [[Johann Nepomuk Carl Mauracher|Johann Nepomuk Carl]] (* 1818; † 1884), Orgelbauer in Salzburg
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***** [[Karl Friedrich Mauracher]] (* 1847; † 1912), [[Stiftsvorstände des Kollegiatstifts Seekirchen|Stiftspropst]] von [[Kollegiatstift Seekirchen|Seekirchen]]
 
***** Juliana (* 1850; † 1935) ∞ Major August Schemel Edler von Kühnritt (* 1813; † 1904), Eltern von [[Landeshauptmann]] [[Adolf Schemel]] (* 1880; † 1961)
 
***** Juliana (* 1850; † 1935) ∞ Major August Schemel Edler von Kühnritt (* 1813; † 1904), Eltern von [[Landeshauptmann]] [[Adolf Schemel]] (* 1880; † 1961)
 
***** [[Albert Mauracher|Albert]] (* 1858; † 1917), Orgelbauer in Salzburg
 
***** [[Albert Mauracher|Albert]] (* 1858; † 1917), Orgelbauer in Salzburg
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In historisch-geographischer Hinsicht ist anzumerken, dass das [[Zillertal]] bis 1816 am Westufer des Flusses Ziller zu Tirol, am Ostufer zu Salzburg gehörte. Fügen liegt am Westufer, Zell am Ziller am Ostufer, die Ortschaft Maurach westlich der Flussmündung.
 
In historisch-geographischer Hinsicht ist anzumerken, dass das [[Zillertal]] bis 1816 am Westufer des Flusses Ziller zu Tirol, am Ostufer zu Salzburg gehörte. Fügen liegt am Westufer, Zell am Ziller am Ostufer, die Ortschaft Maurach westlich der Flussmündung.
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==Entwicklungs- und Wanderungsgeschichte==
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== Entwicklungs- und Wanderungsgeschichte ==
    
Der erste Mauracher, der vom Tischlerhandwerk zum Orgelbau überging, war Andreas Mauracher (*1758; † 1824) aus der Fügener Linie, der zweite Mathias Mauracher (* 1788; † 1857) aus der Zeller Linie.
 
Der erste Mauracher, der vom Tischlerhandwerk zum Orgelbau überging, war Andreas Mauracher (*1758; † 1824) aus der Fügener Linie, der zweite Mathias Mauracher (* 1788; † 1857) aus der Zeller Linie.
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Aus der Zeller Linie hatte sich mit Josef Mauracher (*&nbsp;1845; †&nbsp;1907) 1880 eine Zweiglinie in Oberösterreich (St. Florian, dann Linz) niedergelassen, deren Betrieb bis 1955 bestand.  
 
Aus der Zeller Linie hatte sich mit Josef Mauracher (*&nbsp;1845; †&nbsp;1907) 1880 eine Zweiglinie in Oberösterreich (St. Florian, dann Linz) niedergelassen, deren Betrieb bis 1955 bestand.  
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==Die Zeller Linie==
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== Die Zeller Linie ==
 
Der Zillertaler Bauernsohn [[Mathias Mauracher]] (* 1788; † 1857) begann als Tischler, baute u. a. Holzaltäre, versuchte sich ab 1818 als Autodidakt mit dem Bau von Orgeln, Pianofortes und Physharmonikas. Er baute etwa 30 Orgeln in Tirol, Salzburg und der Steiermark. Über dem Bau der Orgel der Franziskanerkirche Graz starb er, das Instrument wurde von seinem Sohn [[Matthäus Mauracher I.|Mathias&nbsp;II. = Matthäus&nbsp;I.]] (*&nbsp;1818; †&nbsp;1884) vollendet. Matthäus&nbsp;I. verlegte 1861 seinen Wohn- und Werkstattsitz nach Salzburg-[[Parsch]]. Bald profilierte sich auch dessen Sohn Josef&nbsp;II. (*&nbsp;1845; †&nbsp;1907) im Betrieb; er entwickelte eine Hängeventillade (Registerkanzellen mit hängenden Ventilen und horizontalem Hebelverschluss), die ab 1870 erprobt und ab 1878 im Betrieb verwendet wurde. Etwa 120&nbsp;Orgeln entstanden, bevor das Unternehmen von den jüngeren Söhnen Hans (*&nbsp;1847; †&nbsp;1900) und [[Matthäus Mauracher II.|Matthäus&nbsp;II.]] (*&nbsp;1859; †&nbsp;1939) – der älteste Bruder Josef hatte sich ja schon 1880 in Oberösterreich niedergelassen – übernommen wurde.<ref name= "Mauracher-Festschrift"/>
 
Der Zillertaler Bauernsohn [[Mathias Mauracher]] (* 1788; † 1857) begann als Tischler, baute u. a. Holzaltäre, versuchte sich ab 1818 als Autodidakt mit dem Bau von Orgeln, Pianofortes und Physharmonikas. Er baute etwa 30 Orgeln in Tirol, Salzburg und der Steiermark. Über dem Bau der Orgel der Franziskanerkirche Graz starb er, das Instrument wurde von seinem Sohn [[Matthäus Mauracher I.|Mathias&nbsp;II. = Matthäus&nbsp;I.]] (*&nbsp;1818; †&nbsp;1884) vollendet. Matthäus&nbsp;I. verlegte 1861 seinen Wohn- und Werkstattsitz nach Salzburg-[[Parsch]]. Bald profilierte sich auch dessen Sohn Josef&nbsp;II. (*&nbsp;1845; †&nbsp;1907) im Betrieb; er entwickelte eine Hängeventillade (Registerkanzellen mit hängenden Ventilen und horizontalem Hebelverschluss), die ab 1870 erprobt und ab 1878 im Betrieb verwendet wurde. Etwa 120&nbsp;Orgeln entstanden, bevor das Unternehmen von den jüngeren Söhnen Hans (*&nbsp;1847; †&nbsp;1900) und [[Matthäus Mauracher II.|Matthäus&nbsp;II.]] (*&nbsp;1859; †&nbsp;1939) – der älteste Bruder Josef hatte sich ja schon 1880 in Oberösterreich niedergelassen – übernommen wurde.<ref name= "Mauracher-Festschrift"/>
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Immerhin bis Ende 1955 bestand in Linz unter den Nachkommen Josef Maurachers die Firma „Gebrüder Mauracher“.<ref>Alfred und Matthias Reichling, ''Lexikon der in Tirol tätigen Orgelbauer'', Eintrag [http://orgeln.musikland-tirol.at/ob/Mauracher-Gebr.html ''„Mauracher, Gebr.“''.]</ref>
 
Immerhin bis Ende 1955 bestand in Linz unter den Nachkommen Josef Maurachers die Firma „Gebrüder Mauracher“.<ref>Alfred und Matthias Reichling, ''Lexikon der in Tirol tätigen Orgelbauer'', Eintrag [http://orgeln.musikland-tirol.at/ob/Mauracher-Gebr.html ''„Mauracher, Gebr.“''.]</ref>
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==Hauptwerke==
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== Hauptwerke ==
 
In Salzburg schufen die Maurachers die Orgel für die [[Kollegienkirche]] und bauten die [[Domorgel]] um. Auch die [[Pfarrkirche Thomatal]] im [[Lungau]] ist im Besitz einer Orgel von Mauracher.
 
In Salzburg schufen die Maurachers die Orgel für die [[Kollegienkirche]] und bauten die [[Domorgel]] um. Auch die [[Pfarrkirche Thomatal]] im [[Lungau]] ist im Besitz einer Orgel von Mauracher.
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* Wien (Maria am Gestade, Lazaristenkirche).<ref name= "AEIOU"/>
 
* Wien (Maria am Gestade, Lazaristenkirche).<ref name= "AEIOU"/>
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==Gedenken==
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== Gedenken ==
 
Die Gräber der Familie befinden sich im aufgelassenen Friedhof an der [[Pfarrkirche Aigen]] und im bestehenden [[Friedhof Aigen]].
 
Die Gräber der Familie befinden sich im aufgelassenen Friedhof an der [[Pfarrkirche Aigen]] und im bestehenden [[Friedhof Aigen]].
    
Nach der Familie ist auch die [[Mauracherstraße]] im Stadtteil [[Parsch]] benannt.
 
Nach der Familie ist auch die [[Mauracherstraße]] im Stadtteil [[Parsch]] benannt.
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==Isabella Mauracher==
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== Isabella Mauracher ==
 
Die Schriftstellerin [[Isabella Mauracher]] (* [[1896]]; † [[1973]]) entstammt ebenfalls der Familie Mauracher, eines ihrer Gedichte thematisiert die Orgel:
 
Die Schriftstellerin [[Isabella Mauracher]] (* [[1896]]; † [[1973]]) entstammt ebenfalls der Familie Mauracher, eines ihrer Gedichte thematisiert die Orgel:
 
:''DIE ORGEL
 
:''DIE ORGEL
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:''Isabella Mauracher, Salzburg''<ref>''DIE ORGEL'' In: [[Hermann Spies]]: ''DIE SALZBURGER GROSSEN DOMORGELN'', Augsburg 1929, S. 5 (nicht paginiert).</ref>
 
:''Isabella Mauracher, Salzburg''<ref>''DIE ORGEL'' In: [[Hermann Spies]]: ''DIE SALZBURGER GROSSEN DOMORGELN'', Augsburg 1929, S. 5 (nicht paginiert).</ref>
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==Literatur==
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== Literatur ==
 
* Alfred Reichling, ''Tiroler Orgelbauer der ersten Hälfte des 19.&nbsp;Jahrhunderts''. In: Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum 78, 1998, S.&nbsp;229-250.
 
* Alfred Reichling, ''Tiroler Orgelbauer der ersten Hälfte des 19.&nbsp;Jahrhunderts''. In: Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum 78, 1998, S.&nbsp;229-250.
 
* ''K. u. k. Hof-Orgelbau-Anstalt Matthäus Mauracher's Söhne'', Salzburg 1892.
 
* ''K. u. k. Hof-Orgelbau-Anstalt Matthäus Mauracher's Söhne'', Salzburg 1892.
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* Alfred Reichling, Artikel ''Mauracher'' in Ludwig Finscher (Hrsg.), ''Die Musik in Geschichte und Gegenwart''. Zweite, neubearbeitete Ausgabe. Personenteil, Bd. 11, Kassel/Stuttgart 2004, Sp. 1373-1376.
 
* Alfred Reichling, Artikel ''Mauracher'' in Ludwig Finscher (Hrsg.), ''Die Musik in Geschichte und Gegenwart''. Zweite, neubearbeitete Ausgabe. Personenteil, Bd. 11, Kassel/Stuttgart 2004, Sp. 1373-1376.
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==Quellen==
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== Quellen ==
 
* Reichling, Alfred und Matthias: [http://orgeln.musikland-tirol.at/orgelbauer.html ''Lexikon der in Tirol tätigen Orgelbauer'']
 
* Reichling, Alfred und Matthias: [http://orgeln.musikland-tirol.at/orgelbauer.html ''Lexikon der in Tirol tätigen Orgelbauer'']
 
* N. N., ''Die Mauracher-Orgel (1890) im Kleinen Michel. Hamburg 2007.'', beruhend auf Alfred und Matthias Reichling aaO, Einträge zu den einzelnen Personen
 
* N. N., ''Die Mauracher-Orgel (1890) im Kleinen Michel. Hamburg 2007.'', beruhend auf Alfred und Matthias Reichling aaO, Einträge zu den einzelnen Personen
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* [[Gerhard Walterskirchen|Walterskirchen, Gerhard]]: ''„… WEIL DER ORGANIST DOCH IMMER AM BESTEN VERSTEHT, WAS SEIN BEDARF IST“''. EIN UNBEKANNTES ORGELGUTACHTEN VON [[Franz Xaver Gruber|FRANZ XAVER GRUBER]], in: ''De Editione Musices''. Festschrift [[Gerhard Croll]] zum 65. Geburtstag, hrsg. von [[Wolfgang Gratzer]] und Andrea Lindmayr, Salzburg 1992, S. 339–347.
 
* [[Gerhard Walterskirchen|Walterskirchen, Gerhard]]: ''„… WEIL DER ORGANIST DOCH IMMER AM BESTEN VERSTEHT, WAS SEIN BEDARF IST“''. EIN UNBEKANNTES ORGELGUTACHTEN VON [[Franz Xaver Gruber|FRANZ XAVER GRUBER]], in: ''De Editione Musices''. Festschrift [[Gerhard Croll]] zum 65. Geburtstag, hrsg. von [[Wolfgang Gratzer]] und Andrea Lindmayr, Salzburg 1992, S. 339–347.
 
* Walterskirchen, Gerhard: ''Orgeln und [[Orgelbauer]] in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg, Dissertation [[Universität Salzburg]] 1982.
 
* Walterskirchen, Gerhard: ''Orgeln und [[Orgelbauer]] in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg, Dissertation [[Universität Salzburg]] 1982.
 
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==== Einzelnachweise ====
==Einzelnachweise==
   
<references/>
 
<references/>
  
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