Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
13 Bytes hinzugefügt ,  08:12, 15. Jan. 2021
keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 2: Zeile 2:  
Die Felshöhe namens '''Weberpalfen''' oder ''Burgstall'' in [[Bruck an der Großglocknerstraße]] ist ein prähistorischer Siedlungsplatz.
 
Die Felshöhe namens '''Weberpalfen''' oder ''Burgstall'' in [[Bruck an der Großglocknerstraße]] ist ein prähistorischer Siedlungsplatz.
   −
==Lage==
+
== Lage ==
 
Der Weberpalfen oder auch Burgstall genannt, liegt in Bruck an der Großglocknerstraße östlich von [[St. Georgen im Pinzgau]] an der orographisch<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Orografie Wikipedia. Orografie]</ref> linken [[Salzach]]seite. Er ragt steil aus dem Talboden auf und hat ein kleines Gipfelplateau. Auf der südlichen Talseite hat der Weberpalfen einen Felsabfall, was ihn vom Salzachtal her schützt. Im Norden befindet sich ein Einschnitt, der künstlich erweitert und vertieft worden ist. Der Name Weberpalfen leitet sich vom nahe gelegenen Webergut ab. Die ebenfalls verwendete Bezeichnung Burgstall weist üblicherweise auf eine mittelalterliche Befestigungsanlage hin.
 
Der Weberpalfen oder auch Burgstall genannt, liegt in Bruck an der Großglocknerstraße östlich von [[St. Georgen im Pinzgau]] an der orographisch<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Orografie Wikipedia. Orografie]</ref> linken [[Salzach]]seite. Er ragt steil aus dem Talboden auf und hat ein kleines Gipfelplateau. Auf der südlichen Talseite hat der Weberpalfen einen Felsabfall, was ihn vom Salzachtal her schützt. Im Norden befindet sich ein Einschnitt, der künstlich erweitert und vertieft worden ist. Der Name Weberpalfen leitet sich vom nahe gelegenen Webergut ab. Die ebenfalls verwendete Bezeichnung Burgstall weist üblicherweise auf eine mittelalterliche Befestigungsanlage hin.
   −
==Geschichte==
+
== Geschichte ==
 
Wie an vielen anderen Stellen hat auch hier [[Martin Hell]] gesucht und ist fündig geworden. Er konnte drei Hüttenstellen lokalisieren und hat auch einen Eisenschmelzplatz entdeckt. Laut Martin Hell gab es auf dem Weberpalfen aber insgesamt drei Besiedelungsperioden.  
 
Wie an vielen anderen Stellen hat auch hier [[Martin Hell]] gesucht und ist fündig geworden. Er konnte drei Hüttenstellen lokalisieren und hat auch einen Eisenschmelzplatz entdeckt. Laut Martin Hell gab es auf dem Weberpalfen aber insgesamt drei Besiedelungsperioden.  
   Zeile 14: Zeile 14:  
Auch aus der [[Hallstattzeit]] konnten Scherben aufgelesen werden. Es gab auch Spuren von Bronzegegenständen aus dieser Siedlungsperiode.
 
Auch aus der [[Hallstattzeit]] konnten Scherben aufgelesen werden. Es gab auch Spuren von Bronzegegenständen aus dieser Siedlungsperiode.
   −
=====Látenezeit=====
+
=====Latènezeit=====
 
Die keltischen [[Ambisonten]] haben auf dem Weberpalfen Eisen geschmolzen. Vom Ofen waren noch angebrannte Steine und Lehmklumpen erhalten. Auch Eisengeräte konnten aufgefunden werden. Darunter waren ein Spieß, ein Messer und ein Meißel.  Es ist anzunehmen, dass das verwendete  Eisenerz aus einem nahe gelegenen Vorkommen stammt.  Neben den größeren Vorkommen wie in [[Dienten am Hochkönig]] finden sich ja auch kleinere Erzausbisse.
 
Die keltischen [[Ambisonten]] haben auf dem Weberpalfen Eisen geschmolzen. Vom Ofen waren noch angebrannte Steine und Lehmklumpen erhalten. Auch Eisengeräte konnten aufgefunden werden. Darunter waren ein Spieß, ein Messer und ein Meißel.  Es ist anzunehmen, dass das verwendete  Eisenerz aus einem nahe gelegenen Vorkommen stammt.  Neben den größeren Vorkommen wie in [[Dienten am Hochkönig]] finden sich ja auch kleinere Erzausbisse.
   Zeile 20: Zeile 20:  
Der Weberpalfen wird auch Burgstall genannt und wurde auch als [[Fliehburg]] genutzt. Martin Hell fand Anzeichen für eine um das Jahr [[580]] erbaute slawische Höhenburg. Es handelte sich um einen hölzernen Burgturm, eine Art [[Festes Haus]]. Eine gemörtelte Mauer war nicht vorhanden, wohl aber eine Ansammlung von Steinen, die für die Anlage zusammengetragen worden war.
 
Der Weberpalfen wird auch Burgstall genannt und wurde auch als [[Fliehburg]] genutzt. Martin Hell fand Anzeichen für eine um das Jahr [[580]] erbaute slawische Höhenburg. Es handelte sich um einen hölzernen Burgturm, eine Art [[Festes Haus]]. Eine gemörtelte Mauer war nicht vorhanden, wohl aber eine Ansammlung von Steinen, die für die Anlage zusammengetragen worden war.
   −
==Umgebungssituation==
+
== Umgebungssituation ==
 
Innerhalb eines weiteren und engeren Umgebungsradius sind zahlreiche Funde aus der [[Bronzezeit]], aus der [[Urnenfelderkultur|Urnenfelderzeit]], aus der  [[Hallstattzeit]] und aus der [[Látenezeit]] bekannt. Der Weberpalfen fügt sich daher mit seinen Funden – abgesehen von denen der Steinzeit, aus der es inner Gebirg noch wenige Hinweise gibt – harmonisch in ein Gesamtbild ein, das zeigt, dass das [[Salzachtal]] und die [[Alpenübergänge|Tauernübergänge]] in prähistorischer Zeit alles andere als unbedeutend waren.  
 
Innerhalb eines weiteren und engeren Umgebungsradius sind zahlreiche Funde aus der [[Bronzezeit]], aus der [[Urnenfelderkultur|Urnenfelderzeit]], aus der  [[Hallstattzeit]] und aus der [[Látenezeit]] bekannt. Der Weberpalfen fügt sich daher mit seinen Funden – abgesehen von denen der Steinzeit, aus der es inner Gebirg noch wenige Hinweise gibt – harmonisch in ein Gesamtbild ein, das zeigt, dass das [[Salzachtal]] und die [[Alpenübergänge|Tauernübergänge]] in prähistorischer Zeit alles andere als unbedeutend waren.  
    
Zu erwähnen sind der [[Götschenberg]] in [[Bischofshofen]], der [[Biberg]] in [[Saalfelden]], das Areal um das [[Schloss Fischhorn]], der [[Bürgkogel]] in [[Kaprun]], das [[Naglköpfl]] in [[Niedernsill]] und der [[Keltendorf Steinerbichl Uttendorf|Steinerbichl]] in [[Uttendorf]], um nur einige der wichtigsten zu nennen.  Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Funde und auch Plätze, die noch nicht näher untersucht werden konnten.
 
Zu erwähnen sind der [[Götschenberg]] in [[Bischofshofen]], der [[Biberg]] in [[Saalfelden]], das Areal um das [[Schloss Fischhorn]], der [[Bürgkogel]] in [[Kaprun]], das [[Naglköpfl]] in [[Niedernsill]] und der [[Keltendorf Steinerbichl Uttendorf|Steinerbichl]] in [[Uttendorf]], um nur einige der wichtigsten zu nennen.  Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Funde und auch Plätze, die noch nicht näher untersucht werden konnten.
   −
==Quellen==
+
== Quellen ==
 
* [[Josef Lahnsteiner]] „Unterpinzgau“,  Zell am See, Taxenbach, Rauris, Selbstverlag Hollersbach 1960
 
* [[Josef Lahnsteiner]] „Unterpinzgau“,  Zell am See, Taxenbach, Rauris, Selbstverlag Hollersbach 1960
 
* „Die Bronzezeit im Saalfeldener Becken“, [[Fritz Moosleitner]], mit einem Beitrag von Manfred Kuntner, in der Reihe „Archäologie in Salzburg“, Hrsg. Amt der Salzburger Landesregierung (Landesarchäologie) gemeinsam mit dem [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]], Schriftleitung: Eva Maria Feldinger und Fritz Moosleitner, Salzburg 1991
 
* „Die Bronzezeit im Saalfeldener Becken“, [[Fritz Moosleitner]], mit einem Beitrag von Manfred Kuntner, in der Reihe „Archäologie in Salzburg“, Hrsg. Amt der Salzburger Landesregierung (Landesarchäologie) gemeinsam mit dem [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]], Schriftleitung: Eva Maria Feldinger und Fritz Moosleitner, Salzburg 1991
 
+
==== Einzelnachweis ====
==Einzelnachweis==
   
<references/>  
 
<references/>  
  
63.246

Bearbeitungen

Navigationsmenü