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Stadtpfarrkirche zum hl. Paulus (Quelltext anzeigen)
Version vom 5. April 2007, 23:07 Uhr
, 23:07, 5. Apr. 2007keine Bearbeitungszusammenfassung
Die Gestaltung des '''Altarraums''' wurde Prof. Hubert Schmalix übertragen, aufgrund eines Wettbewerbs, der im Jahr 1992 ausgeschrieben worden war, noch vor dem Bau der Kirche. Die Arbeiten von Prof. Hubert Schmalix haben die Kirche von St.Paul weit über die Grenzen Salzburgs hinaus bekannt gemacht. Sein Werk in St.Paul umfasst vor allem Altar, Ambo und Tabernakel sowie das große Fresko an der Altarrückwand mit 115 m².
Die Gestaltung des '''Altarraums''' wurde Prof. Hubert Schmalix übertragen, aufgrund eines Wettbewerbs, der im Jahr 1992 ausgeschrieben worden war, noch vor dem Bau der Kirche. Die Arbeiten von Prof. Hubert Schmalix haben die Kirche von St.Paul weit über die Grenzen Salzburgs hinaus bekannt gemacht. Sein Werk in St.Paul umfasst vor allem Altar, Ambo und Tabernakel sowie das große Fresko an der Altarrückwand mit 115 m².
=== Fresko ===
==== Fresko ====
Manchen erscheint die Formensprache von Prof. Hubert Schmalix unzugänglich oder zumindest gewöhnungsbedürftig. Das Bedeutende an der Gestaltung dieses Kirchenraums ist aber, dass der Künstler von den Wurzeln her denkt und fühlt. Er versucht, dem Selbstverständnis des Paulus auf den Grund zu gehen, so wie er uns wirklich in seinen Briefen begegnet. Gerade die dem Bild eigene Spur von Ironie zeigt einen Weg der Annäherung an die schwierige Persönlichkeit des Paulus. Möglicherweise findet, wer sich mit diesem Werk auseinandersetzt, etwas von sich und seiner eigenen religiösen Erfahrung wieder.
Manchen erscheint die Formensprache von Prof. Hubert Schmalix unzugänglich oder zumindest gewöhnungsbedürftig. Das Bedeutende an der Gestaltung dieses Kirchenraums ist aber, dass der Künstler von den Wurzeln her denkt und fühlt. Er versucht, dem Selbstverständnis des Paulus auf den Grund zu gehen, so wie er uns wirklich in seinen Briefen begegnet. Gerade die dem Bild eigene Spur von Ironie zeigt einen Weg der Annäherung an die schwierige Persönlichkeit des Paulus. Möglicherweise findet, wer sich mit diesem Werk auseinandersetzt, etwas von sich und seiner eigenen religiösen Erfahrung wieder.
=== Weitere Gegenstände im Altarraum ===
==== Weitere Gegenstände im Altarraum ====
Altar, Ambo und Tabernakelsockel sind aus einem feinkörnigen durchgefärbten Beton, hergestellt von Facharbeitern der Firma Ferro-Betonit. Der Betonguß ist in dieser Struktur und Färbung sicher einzigartig. Altar, Ambo und Tabernakel sind übrigens so im Altarraum positioniert, dass ihr gemeinsamer Schwerpunkt auf der Symmetrieachse der Kirche liegt. Dadurch soll zum Ausdruck gebracht werden, dass nach der Liturgiekonstitution des II.Vatikanischen Konzils der Tisch des Wortes und der Tisch des Brotes gleichwertig sind.
Altar, Ambo und Tabernakelsockel sind aus einem feinkörnigen durchgefärbten Beton, hergestellt von Facharbeitern der Firma Ferro-Betonit. Der Betonguß ist in dieser Struktur und Färbung sicher einzigartig. Altar, Ambo und Tabernakel sind übrigens so im Altarraum positioniert, dass ihr gemeinsamer Schwerpunkt auf der Symmetrieachse der Kirche liegt. Dadurch soll zum Ausdruck gebracht werden, dass nach der Liturgiekonstitution des II.Vatikanischen Konzils der Tisch des Wortes und der Tisch des Brotes gleichwertig sind.
=== Altar ===
==== Altar ====
Im '''Altar''' sind in Nischen zwölf Köpfe aus Bronze eingearbeitet. Zwölf ist die Zahl des Bundesvolkes. Das Bundesvolk des Alten und Neuen Testaments feiert mit der Gemeinde und die Gemeinde ist unterwegs mit dem Bundesvolk. Vom Alten Testament aus gesehen stehen die Köpfe für die zwölf Stämme Israels, vom Neuen Testament aus gesehen für die Apostel. Das Besondere daran ist, dass durch die konkrete Ausführung der Köpfe nicht nur zwölf Männer im Palästina von vor 2000 Jahren angesprochen sind, sondern dass der Begriff Apostel geöffnet wird für Menschen – Männer und Frauen – aller Zeitepochen und aller Kulturen.
Im '''Altar''' sind in Nischen zwölf Köpfe aus Bronze eingearbeitet. Zwölf ist die Zahl des Bundesvolkes. Das Bundesvolk des Alten und Neuen Testaments feiert mit der Gemeinde und die Gemeinde ist unterwegs mit dem Bundesvolk. Vom Alten Testament aus gesehen stehen die Köpfe für die zwölf Stämme Israels, vom Neuen Testament aus gesehen für die Apostel. Das Besondere daran ist, dass durch die konkrete Ausführung der Köpfe nicht nur zwölf Männer im Palästina von vor 2000 Jahren angesprochen sind, sondern dass der Begriff Apostel geöffnet wird für Menschen – Männer und Frauen – aller Zeitepochen und aller Kulturen.
=== Ambo ===
==== Ambo ====
Im '''Ambo''' sind fünf Köpfe eingelassen, einer und vier. An dem Ort, an dem die Hl. Schrift vorgelesen wird, geht es um alle, die geschrieben haben. Vom Alten Testament her gesehen, sind es die vier großen Propheten (Jesaja, Jeremia, Ezechiel, Daniel), vom Neuen Testament her die vier Evangelisten. Der oberste Kopf stellt natürlich Paulus dar, als Kirchenpatron und als Verfasser seiner Briefe.
Im '''Ambo''' sind fünf Köpfe eingelassen, einer und vier. An dem Ort, an dem die Hl. Schrift vorgelesen wird, geht es um alle, die geschrieben haben. Vom Alten Testament her gesehen, sind es die vier großen Propheten (Jesaja, Jeremia, Ezechiel, Daniel), vom Neuen Testament her die vier Evangelisten. Der oberste Kopf stellt natürlich Paulus dar, als Kirchenpatron und als Verfasser seiner Briefe.
=== Tabernakel ===
==== Tabernakel ====
Der '''Tabernakel''' ist aus Bronze gefertigt und tiefschwarz patiniert. Mit der auf das Einfachste reduzierten Form und der schwarzen Farbe wollte der Künstler auf die Schwierigkeit hinweisen, über Gott etwas auszusagen. Die einfachste dreidimensionale Form ist der Würfel, – hier ist sogar darauf geachtet worden, dass keine Scharniere und Angeln sichtbar sind, – und Schwarz ist die Farbe, die Licht- und Wärmestrahlen absorbiert. Innen ist der Tabernakel vergoldet, was auf die Herrlichkeit Gottes hinweist. Das Gold sammelt das Licht aus der Kirche selbst noch in der Dämmerung. Diese Ausführung, die auf jede Verzierung verzichtet, verleiht dem Tabernakel eine kraftvolle Ausstrahlung. Sie erinnert an das alttestamentliche Bilderverbot wie auch an den innersten, leeren und fensterlosen Raum des Tempels in Jerusalem, der Wohnstätte der Herrlichkeit Gottes. Durch einen Kristall unter dem Tabernakel leuchtet das Ewige Licht, das die Gegenwart Christi in der Eucharistie andeutet.
Der '''Tabernakel''' ist aus Bronze gefertigt und tiefschwarz patiniert. Mit der auf das Einfachste reduzierten Form und der schwarzen Farbe wollte der Künstler auf die Schwierigkeit hinweisen, über Gott etwas auszusagen. Die einfachste dreidimensionale Form ist der Würfel, – hier ist sogar darauf geachtet worden, dass keine Scharniere und Angeln sichtbar sind, – und Schwarz ist die Farbe, die Licht- und Wärmestrahlen absorbiert. Innen ist der Tabernakel vergoldet, was auf die Herrlichkeit Gottes hinweist. Das Gold sammelt das Licht aus der Kirche selbst noch in der Dämmerung. Diese Ausführung, die auf jede Verzierung verzichtet, verleiht dem Tabernakel eine kraftvolle Ausstrahlung. Sie erinnert an das alttestamentliche Bilderverbot wie auch an den innersten, leeren und fensterlosen Raum des Tempels in Jerusalem, der Wohnstätte der Herrlichkeit Gottes. Durch einen Kristall unter dem Tabernakel leuchtet das Ewige Licht, das die Gegenwart Christi in der Eucharistie andeutet.
=== Leuchter ===
==== Leuchter ====
Die vier '''Leuchter''', die am Boden um den Altar stehen, erinnern an das uralte, archaische Bild von den „Hörner des Altars“, die uns in den Psalmen noch begegnen. Sie wurden ebenso wie der Osterleuchter auch von Prof. Hubert Schmalix geschaffen und wie alle Bronzeteile in der Gießerei Noack in Berlin gegossen.
Die vier '''Leuchter''', die am Boden um den Altar stehen, erinnern an das uralte, archaische Bild von den „Hörner des Altars“, die uns in den Psalmen noch begegnen. Sie wurden ebenso wie der Osterleuchter auch von Prof. Hubert Schmalix geschaffen und wie alle Bronzeteile in der Gießerei Noack in Berlin gegossen.
=== Kreuz ===
==== Kreuz ====
Im '''Vortrags- und Kirchenkreuz''' wird eine Verbindung zwischen dem gekreuzigten und dem auferstandenen Christus ausgedrückt. Auf ganz schlichte Weise wird vom Künstler vermittelt, dass es keine Auferstehung gibt ohne durch das Leiden gegangen zu sein und dass nie das Kreuz das Endgültige, sondern die Auferstehung unser Ziel ist.
Im '''Vortrags- und Kirchenkreuz''' wird eine Verbindung zwischen dem gekreuzigten und dem auferstandenen Christus ausgedrückt. Auf ganz schlichte Weise wird vom Künstler vermittelt, dass es keine Auferstehung gibt ohne durch das Leiden gegangen zu sein und dass nie das Kreuz das Endgültige, sondern die Auferstehung unser Ziel ist.
=== Sedilien und Gabentische ===
==== Sedilien und Gabentische ====
Auch die '''Sedilien''', die Sitze für Priester, Ministrantinnen und Ministranten sowie die Gabentische sind von Prof. Hubert Schmalix entworfen. Sie weisen als einziges Dekorationselement zwei kreisrunde Öffnungen in den Seitenteilen auf.
Auch die '''Sedilien''', die Sitze für Priester, Ministrantinnen und Ministranten sowie die Gabentische sind von Prof. Hubert Schmalix entworfen. Sie weisen als einziges Dekorationselement zwei kreisrunde Öffnungen in den Seitenteilen auf.