Änderungen

73 Bytes hinzugefügt ,  17:56, 10. Nov. 2020
K
einen zweifelhaften Satz entfernt, etwas Textkosmetik, linkfix
Zeile 1: Zeile 1:  
{{Salzburgbezug}}[[Datei:Bayern-Regierungsbezirke.png|thumb|Die sieben Bezirke (Regierungsbezirke) Bayerns]]
 
{{Salzburgbezug}}[[Datei:Bayern-Regierungsbezirke.png|thumb|Die sieben Bezirke (Regierungsbezirke) Bayerns]]
 
[[Datei:Wappen des Freistaates Bayern, seit 1950.jpg|thumb|Wappen des Freistaates Bayern]]
 
[[Datei:Wappen des Freistaates Bayern, seit 1950.jpg|thumb|Wappen des Freistaates Bayern]]
Der '''Freistaat Bayern''' ist das flächengrößte Bundesland von [[Deutschland]]. Bayern war bis Mitte des [[14. Jahrhundert]]s der weltliche Regent von Salzburg gewesen.
+
Der '''Freistaat Bayern''' ist das flächengrößte Bundesland [[Deutschland]]s.
    
==Geografie ==
 
==Geografie ==
Zeile 28: Zeile 28:  
Den Buchstaben „y“ im Wort „Bayern“ – anstelle von „i“ – verordnete der bayrische König  [[Ludwig I. von Bayern|Ludwig&nbsp;I.]] im Jahr 1825; seither beziehen sich die Bezeichnungen „Bayern“ und „bayrisch“ auf den Staat bzw. das Bundesland Bayern, „bairisch“ z. B. auf den bairischen Volksstamm und vor allem auf seine in Altbayern und Österreich vorherrschenden Dialekte.<ref>Einen kleinen Einblick in die bairisch-österreichische Dialektgeographie, in der die Staatsgrenze kaum eine Rolle spielt, gewährt u. a. der Artikel „[[Salzburger Dialekte]].“</ref>
 
Den Buchstaben „y“ im Wort „Bayern“ – anstelle von „i“ – verordnete der bayrische König  [[Ludwig I. von Bayern|Ludwig&nbsp;I.]] im Jahr 1825; seither beziehen sich die Bezeichnungen „Bayern“ und „bayrisch“ auf den Staat bzw. das Bundesland Bayern, „bairisch“ z. B. auf den bairischen Volksstamm und vor allem auf seine in Altbayern und Österreich vorherrschenden Dialekte.<ref>Einen kleinen Einblick in die bairisch-österreichische Dialektgeographie, in der die Staatsgrenze kaum eine Rolle spielt, gewährt u. a. der Artikel „[[Salzburger Dialekte]].“</ref>
   −
Die Grenzen der genannten drei Landesteile, und damit auch die Siedlungsgrenzen dreier wohl unterscheidbarer Volksgruppen, stimmen wiederum im Wesentlichen mit den Grenzen der drei [[mittelalter]]lichen Stammesherzogtümer Baiern, Schwaben und Franken überein; diese Stammesherzogtümer wiesen ihre reinste Form im [[10. Jahrhundert]] auf, hatten aber viel ältere Wurzeln und ihre Grenzen existieren, nicht nur im Freistaat Bayern, noch heute. Es lohnt sich daher, kurz einen Bogen vom 10. zum [[21. Jahrhundert]] zu spannen:
+
Die Grenzen der genannten drei Landesteile, und damit auch die Siedlungsgrenzen dreier wohlunterscheidbarer Volksgruppen, stimmen wiederum im Wesentlichen mit den Grenzen der drei [[mittelalter]]lichen Stammesherzogtümer Baiern, Schwaben und Franken überein; diese Stammesherzogtümer wiesen ihre reinste Form im [[10. Jahrhundert]] auf, hatten aber viel ältere Wurzeln und ihre Grenzen existieren, nicht nur im Freistaat Bayern, noch heute. Es lohnt sich daher, kurz einen Bogen vom 10. zum [[21. Jahrhundert]] zu spannen:
    
====Altbayern====
 
====Altbayern====
 
Vom Gebiet des mittelalterlichen Stammesherzogtums Baiern entfällt der kleinere Teil auf Altbayern, der größere auf Österreich.
 
Vom Gebiet des mittelalterlichen Stammesherzogtums Baiern entfällt der kleinere Teil auf Altbayern, der größere auf Österreich.
   −
Dass ein Teil Altbayerns „Oberpfalz“ heißt, geht darauf zurück, dass die eigentliche Pfalz (Kurpfalz, Rheinpfalz) und Baiern jahrhundertelang demselben Herrscherhaus (Wittelsbacher) gehörten und dass im Jahr 1329 bei einer Erbteilung ein Teil Baierns der pfälzischen Linie zugeschlagen wurde. Im Verlauf des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] gewann die katholische Seite, darunter der Herzog von Bayern, vorerst die Oberhand über die protestantische, darunter den pfälzische Kurfürsten, wodurch die Oberpfalz im Jahr 1623 an Bayern fiel (noch viel später erbte ein pfälzischer Kurfürst von seinen bayrischen Verwandten Bayern, und die Rheinpfalz wurde zu einem bayrischen Nebenland).
+
Dass ein Teil Altbayerns „Oberpfalz“ heißt, geht darauf zurück, dass die eigentliche Pfalz (Kurpfalz, Rheinpfalz) und Baiern jahrhundertelang demselben Herrscherhaus (Wittelsbacher) gehörten und dass im Jahr 1329 bei einer Erbteilung ein Teil Baierns der pfälzischen Linie zugeschlagen wurde. Im Verlauf des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] gewann die katholische Seite, darunter der Herzog von Bayern, vorerst die Oberhand über die protestantischen, darunter den pfälzischen Kurfürsten, wodurch die Oberpfalz im Jahr 1623 an Bayern fiel (noch viel später erbte ein pfälzischer Kurfürst von seinen bayrischen Verwandten Bayern, und die Rheinpfalz wurde zu einem bayrischen Nebenland).
   −
Die bayrischen Herzöge setzten in ihrem Herrschaftsgebiet die katholische Konfession durch, die daher in Altbayern, und letztlich in Bayern insgesamt, noch immer die ganz vorherrschende ist.
+
Die bayrischen Herzöge setzten in ihrem Herrschaftsgebiet die [[Katholische Kirche|katholische]] Konfession durch, die daher in Altbayern, und letztlich in Bayern insgesamt, noch immer die ganz vorherrschende ist.
    
====Schwaben====
 
====Schwaben====
Zeile 51: Zeile 51:  
Daher tragen Teile des Bundeslandes Baden-Württemberg noch heute Bezeichnungen wie „Region Heilbronn-Franken“ oder „Badisches Franken“, die Dialekte dieser Gebiete sind größtenteils „südfränkische“.
 
Daher tragen Teile des Bundeslandes Baden-Württemberg noch heute Bezeichnungen wie „Region Heilbronn-Franken“ oder „Badisches Franken“, die Dialekte dieser Gebiete sind größtenteils „südfränkische“.
   −
Der Stamm der Franken bewohnte aber auch noch das sehr große Stammesherzogtum Lothringen, in dem einerseits eben die Franken, andererseits Sprecher des Altfranzösischen (heute Franzosen - „Franzose“ ist eine Ableitung von „Franke“ - und Wallonen) lebten. Noch älter ist die Untergliederung des Stammes (oder Volkes) der Franken in die Salischen Franken und die Uferfranken (oder Ripuarier, von Lateinisch ''ripa'' = Ufer). Heutzutage leben diese historischen Verhältnisse hauptsächlich noch in dialektgeografischen Einteilungen fort, wenn Pfälzisch und Hessisch als ''rheinfränkische'' Dialekte, Köl[ni]sch als nordmittel''fränkisch''er oder ripuarischer Dialekt, andere westdeutsche und [[Niederlande|niederländische]] Dialekte als ''Moselfränkisch'' oder ''niederfränkische'' (zu denen das Flämische gerechnet wird) klassifiziert werden.
+
Der Stamm der Franken bewohnte aber auch noch das sehr große Stammesherzogtum Lothringen, in dem einerseits eben die Franken, andererseits Sprecher des Altfranzösischen (heute Franzosen „Franzose“ ist eine Ableitung von „Franke“ und Wallonen) lebten. Noch älter ist die Untergliederung des Stammes (oder Volkes) der Franken in die Salischen Franken und die Uferfranken (oder Ripuarier, von Lateinisch ''ripa'' = Ufer). Heutzutage leben diese historischen Verhältnisse hauptsächlich noch in dialektgeografischen Einteilungen fort, wenn Pfälzisch und Hessisch als ''rheinfränkische'' Dialekte, Köl[ni]sch als nordmittel''fränkisch''er oder ripuarischer Dialekt, andere westdeutsche und [[Niederlande|niederländische]] Dialekte als ''Moselfränkisch'' oder ''niederfränkische'' (zu denen das Flämische gerechnet wird) klassifiziert werden.
    
[[Datei:Bayern-Regierungsbezirke.png|thumb|Die sieben Bezirke (Regierungsbezirke) Bayerns]]
 
[[Datei:Bayern-Regierungsbezirke.png|thumb|Die sieben Bezirke (Regierungsbezirke) Bayerns]]
Zeile 64: Zeile 64:     
===Franken===
 
===Franken===
* [[Ernst Kussin]] stammte aus Nürnberg, bekannter Salzburger [[Motorradrennfahrer]] der Nachkriegsjahre;
+
* [[Ernst Kussin]], bekannter Salzburger [[Motorradrennfahrer]] der Nachkriegsjahre, stammte aus Nürnberg;
 
* [[Veit Stoß]] (1* 1477; † 1533), Bildhauer
 
* [[Veit Stoß]] (1* 1477; † 1533), Bildhauer
   Zeile 72: Zeile 72:  
* Sebastian Kneipp (* 1821 in Stefansried; † 1897 in Wörishofen), katholischer Priester, Begründer des nach ihm benannten Naturheilverfahrens mit Wasserkuren
 
* Sebastian Kneipp (* 1821 in Stefansried; † 1897 in Wörishofen), katholischer Priester, Begründer des nach ihm benannten Naturheilverfahrens mit Wasserkuren
   −
         <big>'''Baiern, Bayern und Salzburg - eine Übersicht'''</big>
+
         <big>'''Baiern, Bayern und Salzburg - eine Übersicht'''
   −
== Regionen mit Salzburg-Bezügen ==
+
</big>== Regionen mit Salzburg-Bezügen ==
Bis [[1802]] war die Enklave [[Mühldorf am Inn]] bei Salzburg. Der bis [[1816]] zu Salzburg gehörende [[Rupertiwinkel]] galt als die ''Kornkammer'' der Stadt Salzburg.
+
Bis [[1802]] gehörte die Enklave [[Mühldorf am Inn]] zu Salzburg. Der bis [[1816]] zu Salzburg gehörende [[Rupertiwinkel]] galt als die ''Kornkammer'' der Stadt Salzburg.
    
==Städte mit Salzburg-Bezügen==
 
==Städte mit Salzburg-Bezügen==
Zeile 81: Zeile 81:  
* [[Augsburg]], Heimat von Persönlichkeiten wie [[Fürsterzbischof]] [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und [[Leopold Mozart]];
 
* [[Augsburg]], Heimat von Persönlichkeiten wie [[Fürsterzbischof]] [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und [[Leopold Mozart]];
 
* [[Nürnberg]] als eine der historisch bedeutendsten Städte Deutschlands; bei der [[Protestantenvertreibung]] [[1738]] blieben etliche Salzburger in dieser Stadt;
 
* [[Nürnberg]] als eine der historisch bedeutendsten Städte Deutschlands; bei der [[Protestantenvertreibung]] [[1738]] blieben etliche Salzburger in dieser Stadt;
* [[Würzburg]], 1806 bis 1814 Kurfürstentum unter der Regierung des Erzherzogs [[Ferdinand III. von Toskana|Ferdinand]], der zuvor (1803 - 1806) [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst von Salzburg]] gewesen war;
+
* [[Würzburg]], 1806 bis 1814 Kurfürstentum unter der Regierung des Erzherzogs [[Ferdinand III. von Toskana|Ferdinand]], der zuvor (1803–1806) [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst von Salzburg]] gewesen war;
 
* [[Freising]], [[Passau]] und [[Regensburg]] als Zentren anderer, lange Zeit zur Salzburger Kirchenprovinz gehörender Bistümer und Zentren geistlicher Reichsfürstentümer
 
* [[Freising]], [[Passau]] und [[Regensburg]] als Zentren anderer, lange Zeit zur Salzburger Kirchenprovinz gehörender Bistümer und Zentren geistlicher Reichsfürstentümer
   Zeile 88: Zeile 88:     
== Klöster mit Salzburgbezügen ==
 
== Klöster mit Salzburgbezügen ==
Aus [[Benediktiner]]<nowiki>klöster</nowiki> stammten viele Professoren, die an der [[Benediktineruniversität]] in Salzburg unterrichteten, so beispielsweise aus den Klöstern [[Benediktinerabtei Ettal|Ettal]], [[Kloster Benediktbeuern|Benediktbeuern]] oder [[Benediktinerabtei St. Emmeram|St. Emmeram]].
+
Aus [[Benediktiner]]<nowiki>klöstern</nowiki> stammten viele Professoren, die an der [[Benediktineruniversität]] in Salzburg unterrichteten, so beispielsweise aus den Klöstern [[Benediktinerabtei Ettal|Ettal]], [[Kloster Benediktbeuern|Benediktbeuern]] oder [[Benediktinerabtei St. Emmeram|St. Emmeram]].
    
==Geschichtliche Salzburg-Bezüge==
 
==Geschichtliche Salzburg-Bezüge==
Zeile 95: Zeile 95:  
Die Beziehungen Salzburgs zu Bayern gehen mehr als 2000 Jahre in die [[Römer|römische]] Zeit zurück. Der Verwaltungsbezirk von [[Iuvavum]] (Salzburg) umfasste auch das heute bayerische Gebiet östlich des [[Inn]]s.
 
Die Beziehungen Salzburgs zu Bayern gehen mehr als 2000 Jahre in die [[Römer|römische]] Zeit zurück. Der Verwaltungsbezirk von [[Iuvavum]] (Salzburg) umfasste auch das heute bayerische Gebiet östlich des [[Inn]]s.
   −
Ab dem [[6. Jahrhundert]] gehörte der [[Salzburggau]] zum Herzogtum Bayern, ebenso der [[Pinzgau]] und der [[Pongau]] im Gebirge, die ab der Mitte des [[7. Jahrhundert]] bayerisch besiedelt wurden. Der [[Lungau]] war ursprünglich ein Teil Kärntens ([[Karantanien]]), das vom [[8. Jahrhundert]] bis [[976]] zum Herzogtum Bayern gehörte und in dieser Zeit teilweise bayerisch besiedelt wurde. Ab [[955]] besiedelten die Bayern auch das „Ostland“ ([[Niederösterreich]]) dauerhaft, das bis [[1156]] ein Teil des Herzogtums Bayern war.
+
Ab dem [[6. Jahrhundert]] gehörte der [[Salzburggau]] zum Herzogtum Bayern, ebenso der [[Pinzgau]] und der [[Pongau]] im Gebirge, die ab der Mitte des [[7. Jahrhundert]]s bayerisch besiedelt wurden. Der [[Lungau]] war ursprünglich ein Teil Kärntens ([[Karantanien]]), das vom [[8. Jahrhundert]] bis [[976]] zum Herzogtum Bayern gehörte und in dieser Zeit teilweise bayerisch besiedelt wurde. Ab [[955]] besiedelten die Bayern auch das „Ostland“ ([[Niederösterreich]]) dauerhaft, das bis [[1156]] ein Teil des Herzogtums Bayern war.
    
Der [[Bayerische Herzöge in Salzburg|Baiernherzog]] [[Theodo II.]] holte [[Rupert von Worms]] [[696]] nach Salzburg und beauftragte ihn mit der Missionierung seiner Untertanen und der Organisation der bayerischen Kirche. Als Grundausstattung seines Klosters [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] erhielt Rupert vom Herzog etwa ein Drittel der [[Saline Reichenhall]]. Im frühen [[Mittelalter]] war die [[Reichenhaller Saline]] die leistungsfähigste im [[Ostalpen]]<nowiki>raum</nowiki>. Sie bildete über Jahrhunderte hinweg die wirtschaftliche Basis der [[Salzburger Kirche]]. Das kam auch durch den seit etwa [[755]] verwendeten deutschen Namen für ''Iuvavum'' zum Ausdruck: „Salzburg“ ist abgeleitet vom Salz aus den Reichenhaller Salinen und der Herzogsburg der Agilolfinger auf dem [[Festungsberg]], der [[Salzpurch]].
 
Der [[Bayerische Herzöge in Salzburg|Baiernherzog]] [[Theodo II.]] holte [[Rupert von Worms]] [[696]] nach Salzburg und beauftragte ihn mit der Missionierung seiner Untertanen und der Organisation der bayerischen Kirche. Als Grundausstattung seines Klosters [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] erhielt Rupert vom Herzog etwa ein Drittel der [[Saline Reichenhall]]. Im frühen [[Mittelalter]] war die [[Reichenhaller Saline]] die leistungsfähigste im [[Ostalpen]]<nowiki>raum</nowiki>. Sie bildete über Jahrhunderte hinweg die wirtschaftliche Basis der [[Salzburger Kirche]]. Das kam auch durch den seit etwa [[755]] verwendeten deutschen Namen für ''Iuvavum'' zum Ausdruck: „Salzburg“ ist abgeleitet vom Salz aus den Reichenhaller Salinen und der Herzogsburg der Agilolfinger auf dem [[Festungsberg]], der [[Salzpurch]].
Zeile 103: Zeile 103:  
Der bayerische Herzog Heinrich wurde zum deutschen König gewählt und schenkte im Jahr [[1002]] [[Erzbischof]] [[Hartwig]] als Dank für seine Unterstützung umfangreichen Besitz im [[Lungau]].
 
Der bayerische Herzog Heinrich wurde zum deutschen König gewählt und schenkte im Jahr [[1002]] [[Erzbischof]] [[Hartwig]] als Dank für seine Unterstützung umfangreichen Besitz im [[Lungau]].
   −
Erzbischof [[Konrad III. von Wittelsbach]] war der erste Kardinal und päpstliche Legat in Salzburg. Er begann [[1177]] mit dem Bau des [[Romanik|romanischen]] Doms, den [[Salzburger Dom#Geschichte|Hartwig-Dom]].
+
Erzbischof [[Konrad III. von Wittelsbach]] war der erste Kardinal und päpstliche Legat in Salzburg. Er begann [[1177]] mit dem Bau des [[Romanik|romanischen]] Doms, des [[Salzburger Dom#Geschichte|Hartwig-Doms]].
    
Otto, der Bruder des Salzburger Erzbischofs [[Konrad III. von Wittelsbach]], wurde [[1180]] als erster [[Wittelsbacher]] Herzog von Bayern.
 
Otto, der Bruder des Salzburger Erzbischofs [[Konrad III. von Wittelsbach]], wurde [[1180]] als erster [[Wittelsbacher]] Herzog von Bayern.
Zeile 111: Zeile 111:  
Nach dem Aussterben der [[Grafen von Peilstein]] (um 1218) entbrannte ein über Jahrzehnte dauernder Kampf zwischen dem bayerischen Herzog und dem Salzburger Erzbischof um die Herrschaft über die Salinenstadt Reichenhall, den sie mit einem regelrechten „Burgenkrieg“  ausfochten. Im Jahr [[1262]] entschied Herzog Heinrich XIII. von Niederbayern den Kampf für sich, er zerstörte die erzbischöflichen Burgen Kirchberg in Reichenhall, [[Burgstall Amerang|Amerang]] und [[Burgstall Vager|Vager]] im [[Reichenhaller Becken|Reichenhaller Tal]].
 
Nach dem Aussterben der [[Grafen von Peilstein]] (um 1218) entbrannte ein über Jahrzehnte dauernder Kampf zwischen dem bayerischen Herzog und dem Salzburger Erzbischof um die Herrschaft über die Salinenstadt Reichenhall, den sie mit einem regelrechten „Burgenkrieg“  ausfochten. Im Jahr [[1262]] entschied Herzog Heinrich XIII. von Niederbayern den Kampf für sich, er zerstörte die erzbischöflichen Burgen Kirchberg in Reichenhall, [[Burgstall Amerang|Amerang]] und [[Burgstall Vager|Vager]] im [[Reichenhaller Becken|Reichenhaller Tal]].
   −
Die Erzbischöfe waren bestrebt, ein geschlossenes Herrschaftsgebiet zu schaffen, was durch den Erwerb von Grafschaften und Hochgerichtsbezirken geschah. Salzburg hatte unter anderem [[1213]] alle Rechte im Lungau erworben und den Pinzgau, der zuvor ein an den Baiernherzog vergebenes Lehen war, [[1228]] erhalten. Nachdem [[1229]] die [[Grafen von Lebenau]] ausgestorben waren, konnte sich der Salzburger Erzbischof [[Eberhard II. von Regensburg]] deren Grafschaft sichern. Mit dem Aussterben der [[Grafen von Plain]] im Jahre [[1260]] fiel ihr Herrschaftsgebiet schließlich an die Nachfolger Eberhards. Damit verfügten die Salzburger Erzbischöfe über ein verhältnismäßig großes geschlossenes Herrschaftsgebiet. Mit der weitgehenden Anerkennung der Grenzen der erzbischöflichen Besitzungen durch den Baiernherzog im Jahr [[1275]] war eine wichtige Voraussetzung für die Landeswerdung Salzburgs geschaffen. [[1297]] verkauften die Herzöge von Bayern das [[Gasteiner Tal]] an Erzbischof [[Konrad IV. von Fohnsdorf]].
+
Die Erzbischöfe waren bestrebt, ein geschlossenes Herrschaftsgebiet zu schaffen, was durch den Erwerb von Grafschaften und Hochgerichtsbezirken geschah. Salzburg hatte unter anderem [[1213]] alle Rechte im Lungau erworben und den Pinzgau, der zuvor ein an den Baiernherzog vergebenes Lehen gewesen war, [[1228]] erhalten. Nachdem [[1229]] die [[Grafen von Lebenau]] ausgestorben waren, konnte sich der Salzburger Erzbischof [[Eberhard II. von Regensburg]] deren Grafschaft sichern. Mit dem Aussterben der [[Grafen von Plain]] im Jahre [[1260]] fiel ihr Herrschaftsgebiet schließlich an die Nachfolger Eberhards. Damit verfügten die Salzburger Erzbischöfe über ein verhältnismäßig großes geschlossenes Herrschaftsgebiet. Mit der weitgehenden Anerkennung der Grenzen der erzbischöflichen Besitzungen durch den Baiernherzog im Jahr [[1275]] war eine wichtige Voraussetzung für die Landeswerdung Salzburgs geschaffen. [[1297]] verkauften die Herzöge von Bayern das [[Gasteiner Tal]] an Erzbischof [[Konrad IV. von Fohnsdorf]].
    
Die Erzbischöfe waren zwar Reichsfürsten, aber ihr Herrschaftsgebiet galt immer noch als ein Teil des Herzogtums Bayern. Als [[Fürsterzbischof]] [[Friedrich III.]] [[1328]] eine eigene [[Salzburger Landesordnung|Landesordnung]] erließ, löste er damit seine Besitzungen vom Mutterland Baiern. Aus Salzburg war ein eigenständiges Land innerhalb des „[[Reich#Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]]" geworden. In einer [[1342]] ausgestellten Urkunde sprach Erzbischof [[Heinrich von Pirnbrunn]] erstmals von seinem „Land“.
 
Die Erzbischöfe waren zwar Reichsfürsten, aber ihr Herrschaftsgebiet galt immer noch als ein Teil des Herzogtums Bayern. Als [[Fürsterzbischof]] [[Friedrich III.]] [[1328]] eine eigene [[Salzburger Landesordnung|Landesordnung]] erließ, löste er damit seine Besitzungen vom Mutterland Baiern. Aus Salzburg war ein eigenständiges Land innerhalb des „[[Reich#Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]]" geworden. In einer [[1342]] ausgestellten Urkunde sprach Erzbischof [[Heinrich von Pirnbrunn]] erstmals von seinem „Land“.
Zeile 117: Zeile 117:  
=== Bayern und Salzburg als Nachbarn ===
 
=== Bayern und Salzburg als Nachbarn ===
   −
Spätestens seit dem [[12. Jahrhundert]] wurde [[Holz]] aus den so genannten [[Bayerische Saalforste|Bayerischen Saalforste]] zur Saline Reichenhall [[Holztrift|getriftet]]. Die im salzburgischen Pinzgau gelegenen Wälder gehörten seit alters her den Salinenbetreibern und ab Anfang des [[16. Jahrhundert]]s dem bayerischen Staat. Kaiser Ludwig der Baier ordnete [[1333]] an, dass das Salz aus [[Hallein]] nur mehr zu Wasser transportiert werden dürfe. [[Laufen an der Salzach]] gewann damit als Schifferstadt an Bedeutung. Kaiser Maximilian I. ließ das Heilige Römische Reich Deutscher Nation im Jahr [[1500]] in so genannte Reichskreise einteilen. Das [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] gehörte daraufhin bis [[1806]] zum Bayerischen Reichskreis.  
+
Spätestens seit dem [[12. Jahrhundert]] wurde [[Holz]] aus den so genannten [[Bayerische Saalforste|Bayerischen Saalforste]] zur Saline Reichenhall [[Holztrift|getriftet]]. Die im salzburgischen [[Pinzgau]] gelegenen Wälder gehörten seit alters her den Salinenbetreibern und ab Anfang des [[16. Jahrhundert]]s dem bayerischen Staat. Kaiser Ludwig der Baier ordnete [[1333]] an, dass das Salz aus [[Hallein]] nur mehr zu Wasser transportiert werden dürfe. [[Laufen an der Salzach]] gewann damit als Schifferstadt an Bedeutung. Kaiser [[Maximilian I.]] ließ das Heilige Römische Reich Deutscher Nation im Jahr [[1500]] in so genannte Reichskreise einteilen. Das [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] gehörte daraufhin bis [[1806]] zum Bayerischen Reichskreis.  
    
Herzog Ludwig X. von Bayern kam [[1525]] dem von aufständischen Bauern belagerten Erzbischof [[Matthäus Lang]] mit Militär zu Hilfe. Im [[1529]] geschlossenen [[Vertrag von Mühldorf]] vereinbarten Fürsterzbischof [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und der bayerische Herzog die Holznutzungsrechte der Reichenhaller Saline im Pinzgau.  
 
Herzog Ludwig X. von Bayern kam [[1525]] dem von aufständischen Bauern belagerten Erzbischof [[Matthäus Lang]] mit Militär zu Hilfe. Im [[1529]] geschlossenen [[Vertrag von Mühldorf]] vereinbarten Fürsterzbischof [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und der bayerische Herzog die Holznutzungsrechte der Reichenhaller Saline im Pinzgau.  
Zeile 127: Zeile 127:  
Zwischen Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]]  und Herzog Maximilian I. von Bayern entbrannte [[1611]] der so genannte „[[Salzkrieg 1611|Salzkrieg]]“ um die Dominanz im Salzhandel. Dieser Konflikt wurde mit gegenseitigen Wirtschaftsboykotten, Lebensmittel-Embargos und militärischen Operationen ausgetragen. Bayern konnte schließlich den Salzhandel zu seinen Gunsten steuern, nachdem Maximilian als Sieger aus dem Salzkrieg hervorgegangen war.  
 
Zwischen Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]]  und Herzog Maximilian I. von Bayern entbrannte [[1611]] der so genannte „[[Salzkrieg 1611|Salzkrieg]]“ um die Dominanz im Salzhandel. Dieser Konflikt wurde mit gegenseitigen Wirtschaftsboykotten, Lebensmittel-Embargos und militärischen Operationen ausgetragen. Bayern konnte schließlich den Salzhandel zu seinen Gunsten steuern, nachdem Maximilian als Sieger aus dem Salzkrieg hervorgegangen war.  
   −
Der bayerische Kurfürst Maximilian I. flüchtete im April [[1648]] aus München vor den anrückenden Schweden und Franzosen nach Salzburg, wo er von Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] aufgenommen wurde. [[Wolfgang Amadé Mozart]]s Oper „''La finta giardiniera''“ wurde [[1775]] in München uraufgeführt, sechs Jahre später auch die Oper „''Idomeneo''“.
+
Der bayerische Kurfürst Maximilian I. flüchtete im April [[1648]] aus München vor den anrückenden [[Schweden]] und [[Frankreich|Franzosen]] nach Salzburg, wo er von Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] aufgenommen wurde.  
 +
[[Wolfgang Amadé Mozart]]s Oper „''La finta giardiniera''“ wurde [[1775]] in München uraufgeführt, sechs Jahre später auch die Oper „''Idomeneo''“.
    
Der [[Salinen-Hauptvertrag]] zwischen Bayern und Salzburg ([[1781]]) regelte Angelegenheiten des [[Salz]]<nowiki>abbaus</nowiki> und des Holzbezuges.
 
Der [[Salinen-Hauptvertrag]] zwischen Bayern und Salzburg ([[1781]]) regelte Angelegenheiten des [[Salz]]<nowiki>abbaus</nowiki> und des Holzbezuges.
   −
Die Stadt [[Mühldorf am Inn]] fiel [[1802]] an Bayern, nachdem sie zuvor fast 900 Jahre zum Salzburger Erzbistum gehörte. Das [[Erzbistum Salzburg|Fürsterzbistum Salzburg]] wurde durch den Reichsdeputationshauptschluss ([[1803]]) in ein weltliches [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]] umgewandelt. Der frühere Großherzog von Toskana, [[Ferdinand III. von Toskana|Ferdinand III.]], ein Bruder Kaiser [[Franz II.|Franz' II.]], trat nun die Regierung in Salzburg an. Zu seinem räumlich aufgesplitterten Kurfürstentum gehörten neben Salzburg noch weitere säkularisierte Länder wie die [[Fürstpropstei Berchtesgaden]], ein Teil von [[Passau]] und [[Eichstätt]] (alle heute Bayern), die ehedem geistliche Fürstentümer waren. Dieses Staatsgebilde bestand bis [[1806]].
+
Die Stadt [[Mühldorf am Inn]] fiel [[1802]] an Bayern, nachdem sie zuvor fast 900 Jahre zum Salzburger Erzbistum gehört hatte. Das [[Fürsterzbistum Salzburg|Erzstift Salzburg]] wurde durch den Reichsdeputationshauptschluss ([[1803]]) in ein weltliches [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]] umgewandelt. Der frühere Großherzog von Toskana, [[Ferdinand III. von Toskana|Ferdinand III.]], ein Bruder Kaiser [[Franz II.|Franz' II.]], trat nun die Regierung in Salzburg an. Zu seinem räumlich aufgesplitterten Kurfürstentum gehörten neben Salzburg noch weitere säkularisierte Länder wie die [[Fürstpropstei Berchtesgaden]], ein Teil von [[Passau]] und [[Eichstätt]] (alle heute Bayern), die zuvor geistliche Fürstentümer gewesen waren. Dieses Staatsgebilde bestand bis [[1806]].
    
Das „[[Reich#Heiliges Römisches Reich|Heilige Römische Reich Deutscher Nation]]“, dem Salzburg und Bayern angehörten, wurde [[1806]] aufgelöst.
 
Das „[[Reich#Heiliges Römisches Reich|Heilige Römische Reich Deutscher Nation]]“, dem Salzburg und Bayern angehörten, wurde [[1806]] aufgelöst.
   −
=== Salzburg als Teil des Königreichs Bayern 1810 - 1816 ===
+
=== Salzburg als Teil des Königreichs Bayern 1810−1816 ===
 
: Hauptartikel: [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern]]''
 
: Hauptartikel: [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern]]''
 
Das [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] kam am [[19. September]] [[1810]] zusammen mit der ehemaligen [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] an das Königreich Bayern. Der [[Salzachkreis]] war einer der neun bayerischen Verwaltungsbezirke, der neben altbayerischen Gebieten das Land Salzburg, einen Teil [[Oberösterreich]]s (darunter das südliche [[Innviertel]]) und das Landgericht Kitzbühel in Tirol umfasste. Geführt wurde die Verwaltung des Salzachkreises vom Generalgouverneur Kronprinz [[Ludwig von Bayern]], dem späteren König Ludwig I., welcher im [[Schloss Mirabell]] in Salzburg, der Hauptstadt des Salzachkreises, residierte.  
 
Das [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] kam am [[19. September]] [[1810]] zusammen mit der ehemaligen [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] an das Königreich Bayern. Der [[Salzachkreis]] war einer der neun bayerischen Verwaltungsbezirke, der neben altbayerischen Gebieten das Land Salzburg, einen Teil [[Oberösterreich]]s (darunter das südliche [[Innviertel]]) und das Landgericht Kitzbühel in Tirol umfasste. Geführt wurde die Verwaltung des Salzachkreises vom Generalgouverneur Kronprinz [[Ludwig von Bayern]], dem späteren König Ludwig I., welcher im [[Schloss Mirabell]] in Salzburg, der Hauptstadt des Salzachkreises, residierte.  
   −
Die neue Staatszugehörigkeit und die damit verbundenen einschneidenden Veränderungen wurden aber vor allem von der Bevölkerung im Gebirge abgelehnt. Diese projizierte ihren Reichspatriotismus auf den österreichischen Kaiser Franz I., der zuvor als Franz II. Kaiser des 1806 untergegangenen „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ gewesen war. Zudem hatten in der österreichischen Zeit von [[1806]] bis [[1809]] die Behörden im Land selbst kaum Veränderungen vorgenommen. Die Beibehaltung des so genannten „alten Herkommens“ war den Bauern weitaus lieber als die Reformflut der bayerischen Verwaltung. In der Stadt Salzburg machten sich die Bayern unter anderem durch die Auflösung der [[Hohe Salzburger Landschaft]] und der [[Universität Salzburg]] unbeliebt. Dabei dürfte der Anschluss an Bayern anfangs im ''Flachen Land'' weitgehend akzeptiert und in der Stadt sogar begrüßt worden sein. In der Stadt Salzburg waren nämlich private Transparente mit Aufschriften wie etwa „''Retour nach Baiern''“ zu lesen und die [[Salzburger Zeitung]] erblickte den Tag, „''...wo uns der Zeitenlauf wieder zu dem alten Vaterhause bringt, dem wir einst angehörten''“.  
+
Die neue Staatszugehörigkeit und die damit verbundenen einschneidenden Veränderungen wurden aber vor allem von der Bevölkerung im Gebirge abgelehnt. Diese projizierte ihren Reichspatriotismus auf den österreichischen Kaiser Franz I., der zuvor als Franz II. Kaiser des 1806 untergegangenen „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ gewesen war. Zudem hatten in der österreichischen Zeit von [[1806]] bis [[1809]] die Behörden im Land selbst kaum Veränderungen vorgenommen. Die Beibehaltung des so genannten „alten Herkommens“ war den Bauern weitaus lieber als die Reformflut der bayerischen Verwaltung. In der Stadt Salzburg machten sich die Bayern unter anderem durch die Auflösung der [[Hohe Salzburger Landschaft|Hohen Salzburger Landschaft]] und der [[Benediktineruniversität Salzburg|Universität Salzburg]] unbeliebt. Dabei dürfte der Anschluss an Bayern anfangs im ''Flachen Land'' weitgehend akzeptiert und in der Stadt sogar begrüßt worden sein. In der Stadt Salzburg waren nämlich private Transparente mit Aufschriften wie etwa „''Retour nach Baiern''“ zu lesen und die [[Salzburger Zeitung]] erblickte den Tag, „''...wo uns der Zeitenlauf wieder zu dem alten Vaterhause bringt, dem wir einst angehörten''“.  
    
Die Reformen des Ministers Maximilian von Montgelas basierten auf der Bayerische Konstitution vom 1. Mai 1808, die einerseits eine Vereinheitlichung und Konzentration des Staates, andererseits demokratische Grundrechte wie Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz (gleiche Steuerpflicht, gleicher Zutritt zu allen Staatsämtern), Sicherheit der Person und des Eigentums, Gewissens- und Religionsfreiheit, Pressefreiheit im Rahmen bestimmter Zensurgesetze beinhaltete. Dazu kamen Bestimmungen über Beamte, die Unabhängigkeit der Richter, eine neue Gerichtsverfassung sowie die Schaffung einheitlicher Bestimmungen über Straf- und Zivilrecht für das ganze Königreich und schließlich das Militär.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Konstitution_(Bayern) Wikipedia.de/Konstitution (Bayern)]</ref>  
 
Die Reformen des Ministers Maximilian von Montgelas basierten auf der Bayerische Konstitution vom 1. Mai 1808, die einerseits eine Vereinheitlichung und Konzentration des Staates, andererseits demokratische Grundrechte wie Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz (gleiche Steuerpflicht, gleicher Zutritt zu allen Staatsämtern), Sicherheit der Person und des Eigentums, Gewissens- und Religionsfreiheit, Pressefreiheit im Rahmen bestimmter Zensurgesetze beinhaltete. Dazu kamen Bestimmungen über Beamte, die Unabhängigkeit der Richter, eine neue Gerichtsverfassung sowie die Schaffung einheitlicher Bestimmungen über Straf- und Zivilrecht für das ganze Königreich und schließlich das Militär.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Konstitution_(Bayern) Wikipedia.de/Konstitution (Bayern)]</ref>  
Zeile 168: Zeile 169:  
Der Münchner Komponist und Dirigent [[Richard Strauss]] war dann [[1920]] einer der Mitbegründer der [[Salzburger Festspiele]].  
 
Der Münchner Komponist und Dirigent [[Richard Strauss]] war dann [[1920]] einer der Mitbegründer der [[Salzburger Festspiele]].  
   −
Durch den so genannten „[[Anschluss]]“ Österreichs an das [[[Nationalsozialismus|nationalsozialistische Deutsche Reich]] im Jahre [[1938]] gehörten Salzburg und Bayern zum selben Staat bis [[1945]].
+
Durch den so genannten „[[Anschluss]]“ Österreichs an das [[[Nationalsozialismus|nationalsozialistische Deutsche Reich]] im Jahre [[1938]] gehörten Salzburg und Bayern bis [[1945]] zum selben Staat.
    
Die Salinenkonvention von 1829 wurde 1958 durch einen neuen Vertrag bestätigt.
 
Die Salinenkonvention von 1829 wurde 1958 durch einen neuen Vertrag bestätigt.
   −
Die gemeinsame bayerisch-salzburgische [[Landesausstellung Die Bajuwaren]] fand [[1988]] in [[Mattsee (Ort)|Mattsee]] und Rosenheim statt.
+
Die gemeinsame bayerisch-salzburgische [[Landesausstellung Die Bajuwaren| Landesausstellung „Die Bajuwaren“]] fand [[1988]] in [[Mattsee (Ort)|Mattsee]] und Rosenheim statt.
    
1995 wurde die [[EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein]] gegründet.  
 
1995 wurde die [[EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein]] gegründet.  
Zeile 181: Zeile 182:  
[[Rupert von Worms]], der Gründer der [[Salzburger Kirche]] ([[696]]) und erfolgreichster Missionar im Herzogtum Bayern gilt als „Apostel der Bayern“. Der Überlieferung  nach hat er den bayerischen Herzog [[Theodo II.]] in Regensburg getauft.
 
[[Rupert von Worms]], der Gründer der [[Salzburger Kirche]] ([[696]]) und erfolgreichster Missionar im Herzogtum Bayern gilt als „Apostel der Bayern“. Der Überlieferung  nach hat er den bayerischen Herzog [[Theodo II.]] in Regensburg getauft.
   −
Die [[739]] gegründete Diözese Salzburg wurde [[798]] zum [[Erzdiözese Salzburg|Erzbistum]] erhoben und war damit zum Mittelpunkt der neuen bairischen Kirchenprovinz ([[Salzburger Kirchenprovinz]]) geworden. Dem Erzbistum Salzburg unterstanden die [[Suffraganbistum|Suffraganbistümer]] [[Regensburg]], [[Passau]], [[Freising]] und [[Brixen|Säben (Brixen)]]. Die Salzburger Kirchenprovinz deckte damit fast das gesamte Gebiet des Herzogtums Bayern ab. Die [[Erzdiözese Salzburg]] selbst umfasste auch Gebiete im heutigen Bayern. Von [[1816]] bis [[1822]] wurden die Diözesangrenzen an die Staatsgrenzen angeglichen. Der [[Rupertiwinkel]] und das bayerische Gebiet östlich des Inns, die seit jeher kirchlich zur Erzdiözese Salzburg gehört hatten, fielen nun in die Zuständigkeit des Erzbistums München-Freising.  
+
Die [[739]] gegründete Diözese Salzburg wurde [[798]] zum [[Erzdiözese Salzburg|Erzbistum]] erhoben damit zum Mittelpunkt der neuen bairischen Kirchenprovinz ([[Salzburger Kirchenprovinz]]). Dem Erzbistum Salzburg unterstanden die [[Suffraganbistum|Suffraganbistümer]] [[Regensburg]], [[Passau]], [[Freising]] und [[Brixen|Säben (Brixen)]]. Die Salzburger Kirchenprovinz deckte damit fast das gesamte Gebiet des Herzogtums Bayern ab. Die [[Erzdiözese Salzburg]] selbst umfasste auch Gebiete im heutigen Bayern. Von [[1816]] bis [[1822]] wurden die Diözesangrenzen an die Staatsgrenzen angeglichen. Der [[Rupertiwinkel]] und das bayerische Gebiet östlich des Inns, die seit jeher kirchlich zur Erzdiözese Salzburg gehört hatten, fielen nun in die Zuständigkeit des Erzbistums München-Freising.  
    
Innerhalb der Erzdiözese Salzburg existierte von [[1215]] bis [[1817]] das Salzburger [[Bistum Chiemsee]]. Der Sitz der [[Bischöfe von Chiemsee]] war das [[Kloster Herrenchiemsee|Augustiner-Chorherrenstift Herrenwörth]] auf der [[Herreninsel]] im [[Chiemsee]]. Sie waren die [[Weihbischof|Weihbischöfe]] der Salzburger Erzbischöfe und hatten deshalb in Salzburg eine ständige Residenz, den [[Chiemseehof]]. Das Bistum Chiemsee umfasste nur zehn Pfarreien westlich und südlich des Chiemsees: [[Herrenchiemsee]], Prien, Eggstätt, Söllhuben und Grassau in Bayern, Söll, Kirchdorf, St. Johann in Tirol, [[Brixen im Thale]] und St. Ulrich am Pillersee in [[Tirol]].
 
Innerhalb der Erzdiözese Salzburg existierte von [[1215]] bis [[1817]] das Salzburger [[Bistum Chiemsee]]. Der Sitz der [[Bischöfe von Chiemsee]] war das [[Kloster Herrenchiemsee|Augustiner-Chorherrenstift Herrenwörth]] auf der [[Herreninsel]] im [[Chiemsee]]. Sie waren die [[Weihbischof|Weihbischöfe]] der Salzburger Erzbischöfe und hatten deshalb in Salzburg eine ständige Residenz, den [[Chiemseehof]]. Das Bistum Chiemsee umfasste nur zehn Pfarreien westlich und südlich des Chiemsees: [[Herrenchiemsee]], Prien, Eggstätt, Söllhuben und Grassau in Bayern, Söll, Kirchdorf, St. Johann in Tirol, [[Brixen im Thale]] und St. Ulrich am Pillersee in [[Tirol]].
Zeile 234: Zeile 235:     
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]
[[Kategorie:Geografie]][[Kategorie:Deutschland]]
+
[[Kategorie:Geografie]]
 +
[[Kategorie:Deutschland]]
 
[[Kategorie:Bayern|!]]
 
[[Kategorie:Bayern|!]]