| | Das Lied hat viele Jahre „geschlummert“, ein Teil davon, nämlich die Strophen 2 und 3 wurden jedoch glücklicherweise im Gedächtnis mehrerer Generationen bewahrt. Die „Radauer-Kinder“, die das Liedgut von ihrer Enzinger- Großmutter übernommen hatten, gingen damals mit diesem Lied zu den Verwandten „[[Neujahr]]swünschen“. Vor 42 Jahren kam das Lied wieder ans „musikalische Tageslicht“, indem es durch Andreas Radauer und seinen Schwestern Johanna und Maria am 5. Mai 1976 im Gasthaus Spatzenegger in Seekirchen am Wallersee, gesungen und von Gerlinde Haid aufgeschrieben wurde. | | Das Lied hat viele Jahre „geschlummert“, ein Teil davon, nämlich die Strophen 2 und 3 wurden jedoch glücklicherweise im Gedächtnis mehrerer Generationen bewahrt. Die „Radauer-Kinder“, die das Liedgut von ihrer Enzinger- Großmutter übernommen hatten, gingen damals mit diesem Lied zu den Verwandten „[[Neujahr]]swünschen“. Vor 42 Jahren kam das Lied wieder ans „musikalische Tageslicht“, indem es durch Andreas Radauer und seinen Schwestern Johanna und Maria am 5. Mai 1976 im Gasthaus Spatzenegger in Seekirchen am Wallersee, gesungen und von Gerlinde Haid aufgeschrieben wurde. |
| − | Dr. Gerlinde Haid, geborene Hofer, 1943 in Bad Aussee geboren, 2012 in Innsbruck verstorben, zuletzt o. Professorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, berichtete, dass das Hirtenlied, bis zur Aufnahme in Seekirchen in der Literatur und Volksliedpflege nicht bekannt war. Sie meinte, dass es aus einer älteren Volksüberlieferung kommen könnte und älter sei als das berühmte „Stille Nacht“, dessen Anfangsmotiv es eines Tages übernommen habe. Unabhängig davon sagte Frau Prof. Gerlind Haid, dass dieses Lied es wert sei, besonders gewürdigt zu werden. „Nicht nur deswegen, weil es zu dem uns vertrauten Weihnachtslied offensichtlich in Beziehung steht, sondern weil es ein Schmucksteinchen aus dem Schatz der Volksüberlieferung sei, wie es Volksmusikforscher nur selten finden.“ | + | Dr. Gerlinde Haid, geborene Hofer (* 1943 in <span style="color:green">Bad Aussee</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Bad Aussee]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref>; † 2012 in Innsbruck), zuletzt o. Professorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, berichtete, dass das Hirtenlied, bis zur Aufnahme in Seekirchen in der Literatur und Volksliedpflege nicht bekannt war. Sie meinte, dass es aus einer älteren Volksüberlieferung kommen könnte und älter sei als das berühmte „Stille Nacht“, dessen Anfangsmotiv es eines Tages übernommen habe. Unabhängig davon sagte Frau Prof. Gerlind Haid, dass dieses Lied es wert sei, besonders gewürdigt zu werden. „Nicht nur deswegen, weil es zu dem uns vertrauten Weihnachtslied offensichtlich in Beziehung steht, sondern weil es ein Schmucksteinchen aus dem Schatz der Volksüberlieferung sei, wie es Volksmusikforscher nur selten finden.“ |
| | Nach einem Volksliedseminar 1986 kam in der Presse die Meldung, dass mit diesem Lied eine mundartliche Urfassung von "Stille Nacht Heilige Nacht!" gefunden worden wäre. Haid widersprach und die Sache regte nun den Musikwissenschaftler Mag. Hermann Fritz, geb.1954 in Linz, u.a. auch Lektor an der UNI Mozarteum, zu einer neuerlichen Untersuchung an. Er ließ sich dazu 1986 in Mattsee von Pfarrer Radauer und seiner Schwester Johanna Dürager (1930-2017), Bäuerin in Mattsee, das Lied noch einmal vorsingen. Die eingehende Untersuchung ergab, dass das Lied nicht älter sein konnte, als das berühmte „Stille Nacht“, sondern jünger sein musste, weil es sich gänzlich mit Ausnahme der drei Schlusstakte aus Grubers Komposition ableiten lässt. Dass Mohr der Schöpfer des Liedes gewesen sei, war für Pfarrer Radauer sehr wahrscheinlich, der eindeutige „Vaterschaftsnachweis“ dafür konnte aber von den Wissenschaftlern nicht erbracht werden. | | Nach einem Volksliedseminar 1986 kam in der Presse die Meldung, dass mit diesem Lied eine mundartliche Urfassung von "Stille Nacht Heilige Nacht!" gefunden worden wäre. Haid widersprach und die Sache regte nun den Musikwissenschaftler Mag. Hermann Fritz, geb.1954 in Linz, u.a. auch Lektor an der UNI Mozarteum, zu einer neuerlichen Untersuchung an. Er ließ sich dazu 1986 in Mattsee von Pfarrer Radauer und seiner Schwester Johanna Dürager (1930-2017), Bäuerin in Mattsee, das Lied noch einmal vorsingen. Die eingehende Untersuchung ergab, dass das Lied nicht älter sein konnte, als das berühmte „Stille Nacht“, sondern jünger sein musste, weil es sich gänzlich mit Ausnahme der drei Schlusstakte aus Grubers Komposition ableiten lässt. Dass Mohr der Schöpfer des Liedes gewesen sei, war für Pfarrer Radauer sehr wahrscheinlich, der eindeutige „Vaterschaftsnachweis“ dafür konnte aber von den Wissenschaftlern nicht erbracht werden. |