| | Unter '''Steinmandl''' versteht man ein meist pyramidenförmiges Gebilde aus aufgeschichteten Steinen, das in den Bergen an wichtigen Punkten wie Wegkreuzungen die Orientierung ermöglichen soll. | | Unter '''Steinmandl''' versteht man ein meist pyramidenförmiges Gebilde aus aufgeschichteten Steinen, das in den Bergen an wichtigen Punkten wie Wegkreuzungen die Orientierung ermöglichen soll. |
| − | Auf festem Untergrund werden unterschiedlich große Klaubsteine, die in der näheren Umgebung aufgelesen werden, so aufeinander geschichtet, dass die Basis größer als die Spitze ist und so ein meist kegelförmiges Gebilde unterschiedlicher Höhe entsteht, das aufgrund sorgfältiger Schichtung und Form Stabilität erlangt. Die Steinmandln oder Dauben, wie sie auch genannt wurden ([[Tauernhaus Schößwend]]), wurden ursprünglich so aufgestellt, dass man bei schlechter Sicht den Weg entlang der Dauben finden konnte. Die Errichtung von Steinpyramiden, den Steinmandln, früher auch „Zaiger“ genannt (Tauernhaus Schößwend), als Wegweiser gehörte z. B. zu den Pflichten der Wirte der [[Tauernhäuser]]. Steinmandln können zu den universalen „Felszeichen“ gezählt werden, die man seit Jahrtausenden in aller Welt errichtet und genutzt hat. Ihr archaischer Charakter spricht offenbar den modernen Menschen an, anders wäre die gegenwärtige Entwicklung nicht denkbar. | + | Auf festem Untergrund werden unterschiedlich große Klaubsteine, die in der näheren Umgebung aufgelesen werden, so aufeinander geschichtet, dass die Basis größer als die Spitze ist und so ein meist pyramidenförmiges Gebilde unterschiedlicher Höhe entsteht, das aufgrund sorgfältiger Schichtung und Form Stabilität erlangt. Die Steinmandln oder Dauben, wie sie auch genannt wurden ([[Tauernhaus Schößwend]]), wurden ursprünglich so aufgestellt, dass man bei schlechter Sicht den Weg entlang der Dauben finden konnte. Die Errichtung von Steinpyramiden, den Steinmandln, früher auch „Zaiger“ genannt (Tauernhaus Schößwend), als Wegweiser gehörte z. B. zu den Pflichten der Wirte der [[Tauernhäuser]]. Steinmandln können zu den universalen „Felszeichen“ gezählt werden, die man seit Jahrtausenden in aller Welt errichtet und genutzt hat. Ihr archaischer Charakter spricht offenbar den modernen Menschen an, anders wäre die gegenwärtige Entwicklung nicht denkbar. |
| | In den letzten Jahren zeigt sich auch im Bundesland Salzburg ein Trend zum Steinmandl „Marke Eigenbau“. Ausflügler fahren mit Aufstiegshilfen in große Höhenlagen wie z. B. in [[Uttendorf]] [[Weißsee]], lassen sich mit der weiterführenden Sesselbahn auf den Medletzkopf bis in eine Höhe über dem [[Kalser Tauern]] transportieren und erblicken dort hingerissen die bereits vorhandenen Steinmandln. Flugs beginnen auch sie mit der Errichtung eines weiteren Steinmandls. Je nach Ausdauer und Können erreichen diese unterschiedliche Stabilität, Größe und Form. Eine Inflation an Dauben, errichtet von Menschen, die den ursprünglichen Sinn und die Bedeutung der Steinmandln vielleicht gar nicht kennen, jedenfalls diese aber nicht mehr zur Orientierung benötigen. | | In den letzten Jahren zeigt sich auch im Bundesland Salzburg ein Trend zum Steinmandl „Marke Eigenbau“. Ausflügler fahren mit Aufstiegshilfen in große Höhenlagen wie z. B. in [[Uttendorf]] [[Weißsee]], lassen sich mit der weiterführenden Sesselbahn auf den Medletzkopf bis in eine Höhe über dem [[Kalser Tauern]] transportieren und erblicken dort hingerissen die bereits vorhandenen Steinmandln. Flugs beginnen auch sie mit der Errichtung eines weiteren Steinmandls. Je nach Ausdauer und Können erreichen diese unterschiedliche Stabilität, Größe und Form. Eine Inflation an Dauben, errichtet von Menschen, die den ursprünglichen Sinn und die Bedeutung der Steinmandln vielleicht gar nicht kennen, jedenfalls diese aber nicht mehr zur Orientierung benötigen. |