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Im ausgehenden Jahr [[1800]] stürmten nach Ende der [[Schlacht am Walserfeld]] französische Truppen, die von [[Golling]] gekommen waren, in für die Hausleute unverständlicher fremder Sprache schreiend, am 19. Dezember 1800 gewaltsam in das Brucklehen und versuchten sich der in Truhen und Kästen gelagerten Besitztümer der ohnedies nicht mit Gütern gesegneten Familie zu bemächtigen. Wie schon am Vortag [[Bartholomäus Krimpelstätter]], Bauer in [[Hallwang]], den Versuch, Familie und Hab und Gut zu schützen, mit dem Leben bezahlen musste, geschah es nun auch dem Brucklehenbauern Martin Seywald. Auch er versuchte seine Familie und deren Habseligkeiten zu schützen, dabei kam es zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf er vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder niedergeschlagen wurde. Martin Seywald machte sodann einen Fluchtversuch über den ausgesetzten und gefährlichen >Geisensteig< und wurde von den Kugeln der ihm nachschießenden Franzosen tödlich getroffen. Er hinterließ seine unversorgte Familie, sein ältestes Kind war 16, sein jüngstes erst fünf Jahre alt. Dazu kamen noch die an diesem Tage erfolgten Plünderungen, denen das einzige Pferd, die Viktualien, die Kleidung, das Leinen und die vorhandene Barschaft zum Opfer fielen. Darüber hinaus musste bis zum Jahrestag [[1801]] mit allem von den französischen Soldaten Verlangtem „''zu Gebothe gestanden werden''“.
 
Im ausgehenden Jahr [[1800]] stürmten nach Ende der [[Schlacht am Walserfeld]] französische Truppen, die von [[Golling]] gekommen waren, in für die Hausleute unverständlicher fremder Sprache schreiend, am 19. Dezember 1800 gewaltsam in das Brucklehen und versuchten sich der in Truhen und Kästen gelagerten Besitztümer der ohnedies nicht mit Gütern gesegneten Familie zu bemächtigen. Wie schon am Vortag [[Bartholomäus Krimpelstätter]], Bauer in [[Hallwang]], den Versuch, Familie und Hab und Gut zu schützen, mit dem Leben bezahlen musste, geschah es nun auch dem Brucklehenbauern Martin Seywald. Auch er versuchte seine Familie und deren Habseligkeiten zu schützen, dabei kam es zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf er vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder niedergeschlagen wurde. Martin Seywald machte sodann einen Fluchtversuch über den ausgesetzten und gefährlichen >Geisensteig< und wurde von den Kugeln der ihm nachschießenden Franzosen tödlich getroffen. Er hinterließ seine unversorgte Familie, sein ältestes Kind war 16, sein jüngstes erst fünf Jahre alt. Dazu kamen noch die an diesem Tage erfolgten Plünderungen, denen das einzige Pferd, die Viktualien, die Kleidung, das Leinen und die vorhandene Barschaft zum Opfer fielen. Darüber hinaus musste bis zum Jahrestag [[1801]] mit allem von den französischen Soldaten Verlangtem „''zu Gebothe gestanden werden''“.
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Nach dem Tode von Martin Seywald oblag es seiner nunmehr verwitweten Frau Anna Pernhoferin, verheiratete Seywald, einen Weg zu finden, wie sie das Anwesen weiterführen konnte, bis ihr Sohn altersmäßig in der Lage war, den Hälfteanteil seines Vaters zu übernehmen und das Bauerngut zu bewirtschaften. Pfleger [[Anton Sauter (Pfleger)]] gab am 24. Dezember 1801 seinen schriftlichen Befund an die Hofkammer zu Salzburg, in dem er den gewaltsamen Tod des Bauern Martin Seywald schildert und  gehorsamst darum bittet, „..''der schwer betroffenen Witwe Anna Pernhoferin, dass ihren in Rücksicht auf das jugendliche Alter der Kinder eine 6 jährige Kommunhausung bewilligt werden möchte“'', da die Witwe im Interesse ihrer Kinder keine zweite Ehe schließen wollte. Daraufhin wurde Anna Pernhoferin bis zum Erreichen der Großjährigkeit ihres damals erst 16jährigen ältesten Sohnes (Anm.: mit 22 Jahren) für sechs Jahre das Wirtschaftsrecht zugesprochen. Der Witwe, deren Anwesen durch die geschilderten Kriegseinwirkungen wirtschaftlich geschwächt war und die ihre Kinder ohne Ehemann und Vater allein groß ziehen musste, wurde über ihren Antrag, der auch vom Pfleger unterstützt wurde, auch der dringend notwendige Steuernachlass gewährt.
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Nach dem Tode von Martin Seywald oblag es seiner nunmehr verwitweten Frau Anna Pernhoferin, verheiratete Seywald, einen Weg zu finden, wie sie das Anwesen weiterführen konnte, bis ihr Sohn altersmäßig in der Lage war, den Hälfteanteil seines Vaters zu übernehmen und das Bauerngut zu bewirtschaften. [[Anton Sauter (Pfleger)]] gab am 24. Dezember 1801 seinen schriftlichen Befund an die Hofkammer zu Salzburg, in dem er den gewaltsamen Tod des Bauern Martin Seywald schildert und  gehorsamst darum bittet, „..''der schwer betroffenen Witwe Anna Pernhoferin, dass ihren in Rücksicht auf das jugendliche Alter der Kinder eine 6 jährige Kommunhausung bewilligt werden möchte“'', da die Witwe im Interesse ihrer Kinder keine zweite Ehe schließen wollte. Daraufhin wurde Anna Pernhoferin bis zum Erreichen der Großjährigkeit ihres damals erst 16jährigen ältesten Sohnes (Anm.: mit 22 Jahren) für sechs Jahre das Wirtschaftsrecht zugesprochen. Der Witwe, deren Anwesen durch die geschilderten Kriegseinwirkungen wirtschaftlich geschwächt war und die ihre Kinder ohne Ehemann und Vater allein groß ziehen musste, wurde über ihren Antrag, der auch vom Pfleger unterstützt wurde, auch der dringend notwendige Steuernachlass gewährt.
    
==Quellen==
 
==Quellen==
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