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| | [[Datei:Söllheimerstraße.jpg|thumb|Talübergang Söllheim und Söllheimerstraße; Ansicht: West nach Ost]] | | [[Datei:Söllheimerstraße.jpg|thumb|Talübergang Söllheim und Söllheimerstraße; Ansicht: West nach Ost]] |
| | [[Datei:Autobahnbrücke in Söllheim, nördl. Ansicht.jpg|thumb|Talübergang Söllheim]] | | [[Datei:Autobahnbrücke in Söllheim, nördl. Ansicht.jpg|thumb|Talübergang Söllheim]] |
| | + | [[Datei:Söllheim.jpg|thumb|Söllheim mit Talübergang; Ansicht von Am Hochrain aus.]] |
| | Der '''Talübergang Söllheim''' ist eine [[Autobahnbrücke]] der [[Westautobahn]] in [[Söllheim]]. | | Der '''Talübergang Söllheim''' ist eine [[Autobahnbrücke]] der [[Westautobahn]] in [[Söllheim]]. |
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| | ''Zur Baustellen-Einrichtung gehören auch zwei Kabelkrane für Lasten bis zu eineinhalb Tonnen, mit einer Spannweite von je 360 Meter. Aus der Nußdorfer Seite stehen die Turmgerüste mit den Maschinenhäusern. In jedem Seilturm sitzt ein Mann, der eine verantwortungsvolle Arbeit zu leisten hat: Mit den Kabelkranen werden sowohl die Steinblöcke vom Lagerplatz, als auch die Betonmengen von den Mischmaschinen weg in ziemlicher Höhe zu den Einbaustellen an den Pfeilern transportiert. Diese Seilbahnführer müssen über 300 Meter hinweg die Tätigkeit der Kabelkrane auf den Meter genau beherrschen; keine Kleinigkeit, wenn man bedenkt, dass die Fahnensignale über solche Entfernungen hinweg beachtet und die Krane mit ihren Lasten genau an die Bestimmungsplätze dirigiert werden müssen. So wird ein Steinblock nach dem andern und ein Betonbehälter nach dem andern hochgehoben, das Seil entlang gezogen und an der Einbaustelle wieder niedergelassen. Die Signalgeber an den Entnahme- und Einbauplätzen winken mit ihren zwei Fahnen so lange, bis der Seilführer die gewünschte Stelle getroffen hat. Jede der beiden Seilbahnen schafft in der Stunde 12 bis 15 „Spiele": „Spiel" nennt man den Weg von der Mischmaschine zur Einbaustelle und zurück, oder von der Lagerstelle der Steinblöcke bis zur Einbaustelle und ebenfalls wieder zurück; also ein einmaliges Hin und Her. Tag und Nacht wird gearbeitet. Die Zufuhr von Beton darf nicht unterbrochen werden.''</blockquote> | | ''Zur Baustellen-Einrichtung gehören auch zwei Kabelkrane für Lasten bis zu eineinhalb Tonnen, mit einer Spannweite von je 360 Meter. Aus der Nußdorfer Seite stehen die Turmgerüste mit den Maschinenhäusern. In jedem Seilturm sitzt ein Mann, der eine verantwortungsvolle Arbeit zu leisten hat: Mit den Kabelkranen werden sowohl die Steinblöcke vom Lagerplatz, als auch die Betonmengen von den Mischmaschinen weg in ziemlicher Höhe zu den Einbaustellen an den Pfeilern transportiert. Diese Seilbahnführer müssen über 300 Meter hinweg die Tätigkeit der Kabelkrane auf den Meter genau beherrschen; keine Kleinigkeit, wenn man bedenkt, dass die Fahnensignale über solche Entfernungen hinweg beachtet und die Krane mit ihren Lasten genau an die Bestimmungsplätze dirigiert werden müssen. So wird ein Steinblock nach dem andern und ein Betonbehälter nach dem andern hochgehoben, das Seil entlang gezogen und an der Einbaustelle wieder niedergelassen. Die Signalgeber an den Entnahme- und Einbauplätzen winken mit ihren zwei Fahnen so lange, bis der Seilführer die gewünschte Stelle getroffen hat. Jede der beiden Seilbahnen schafft in der Stunde 12 bis 15 „Spiele": „Spiel" nennt man den Weg von der Mischmaschine zur Einbaustelle und zurück, oder von der Lagerstelle der Steinblöcke bis zur Einbaustelle und ebenfalls wieder zurück; also ein einmaliges Hin und Her. Tag und Nacht wird gearbeitet. Die Zufuhr von Beton darf nicht unterbrochen werden.''</blockquote> |
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| | + | In der Facebook-Gruppe "Historisches Salzburg" erzählte ein Mitglied folgende Geschichte: |
| | + | ''1946 oder 1947 hatten sein Vater zusammen mit einem Onkel und Freunden - alle noch im jugendlichen Alter - nicht weit von der Baustelle des Talübergangs einen angebohrten Felsbrocken gefunden. Die jungen Leute waren damals wie heute exerimentierfreudig und bauten mit Chemikalien aus Blindgängern und der Zündholzfabrik in [[Sam]] den Flesbrocken in eine Bombe um und legten eine 20 Meter lange Zündschnur. Nun explodierte aber die "Bombe" ungewollt genau in jenem Augenblick, als ein Jeep mit vier Besatzungssoldaten in der Nähe der Baustelle vorbeifuhren. Nachdem der Nebel der Explosion abgezogen war, lagen die die vier Soldaten hinter ihrem Jeep in voller Deckung. Den Burschen aber war das Herz so in die Hose gerutscht, dass sie einen riesigen Umweg für ihren Heimweg gewählt hatten. So kamen sie erst gegen 22 Uhr nach Hause, wo sie von der Oma des Erzählers "grün und blau geschlagen" wurden.''<ref>[https://www.facebook.com/photo?fbid=10224207160995078&set=gm.2664132360507941 www.facebook.com], abgefragt am 1. Oktober 2020</ref> |
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| | === Technische Daten === | | === Technische Daten === |
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| | * 3 800 Kubikmeter Schichtenmauerwerk; Gewicht: rund 9 100 Tonnen | | * 3 800 Kubikmeter Schichtenmauerwerk; Gewicht: rund 9 100 Tonnen |
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| | + | == Bilder == |
| | + | {{Bildkat}} |
| | == Weblink == | | == Weblink == |
| | * Lage auf [https://www.salzburg.gv.at/sagisonline/init.aspx?hotspot=landsbg|default|1:14218|430643.9|299762.7|pin1.png|Autobahnbr%C3%BCcke%20in%20S%C3%B6llheim&redliningid=44muii5bebdub2ege135abrb SAGIS] | | * Lage auf [https://www.salzburg.gv.at/sagisonline/init.aspx?hotspot=landsbg|default|1:14218|430643.9|299762.7|pin1.png|Autobahnbr%C3%BCcke%20in%20S%C3%B6llheim&redliningid=44muii5bebdub2ege135abrb SAGIS] |
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| | * {{Quelle SAGIS}} | | * {{Quelle SAGIS}} |
| | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19390706&seite=3&query=%22s%C3%B6llheim%22%2B%22autobahn%22&ref=anno-search ANNO], Salzburger Volksblatt, 6. Juli 1939, Seite 4 | | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19390706&seite=3&query=%22s%C3%B6llheim%22%2B%22autobahn%22&ref=anno-search ANNO], Salzburger Volksblatt, 6. Juli 1939, Seite 4 |
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| | + | ==== Einzelnachweis ==== |
| | + | <references/> |
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