| | Die Herren von Hagenau begannen sich dann nach ihrem Edelsitz und Forst Hagenau zu nennen, der bei Schrobenhausen lag, nordwestlich von Freising in Bayern. | | Die Herren von Hagenau begannen sich dann nach ihrem Edelsitz und Forst Hagenau zu nennen, der bei Schrobenhausen lag, nordwestlich von Freising in Bayern. |
| − | [[Datei:Ostarrichi-Urkunde.jpg|thumb|hochkant|Gottschalk von Hagenau, Bischof von Freising, Ostarrichi-Urkunde 996]] Der erste als "Hagenauer" genannte aus diesem Geschlecht war der Freisinger Bischof Gottschalk von Hagenau, der erstmals [[994]] urkundlich aufscheint. Zwischen 1006 und 1036 wurde mehrmals ein Guntpolt (von Hagenau?) in den Freisinger Urkunden erwähnt. Seit der Erblichkeit der Lehen im Jahr 1037 scheinen die Herren von Hagenau einen festen Familiennamen geführt zu haben, um ihre Erbansprüche geltend machen zu können. Als Stammvater der Hagenauer wird jedoch der 1068 in den Freisinger Urkunden genannte Guntpold von Hagenau gesehen. Ende des 11. Jahrhunderts siedelten sich Mitglieder des Geschlechts in [[Oberösterreich]] (Hartwicus von Hagenau 1088) und [[Niederösterreich]] (Reimprecht von Hagenau 1098) an und errichteten dort zwei weitere Sitze. Somit besaßen die in drei Linien (Stämme) verzweigten Hagenauer im [[12. Jahrhundert]] gleichzeitig drei Stammsitze; den ursprünglichen Edelsitz bei Schrobenhausen in Bayern, den Stammsitz bei [[Braunau am Inn]] in Oberösterreich, und den Stammsitz bei Böheimkirchen in Niederösterreich. Die Burg Hagenau in Oberösterreich wurde zusammen mit mehreren Lehen [[1239]] eingezogen und (wahrscheinlich) bereits im selben Jahrhundert erlosch diese Braunauer Linie. Der Stammsitz bei Böheimkirchen in Niederösterreich wurde im Jahr [[1347]] aufgegeben und im [[15. Jahrhundert]] erlosch auch der Böheimkirchner Stamm. Der Edelsitz Hagenau bei Schrobenhausen der bayrischen Linie wurde nach Verwüstungen verlassen und [[1364]] geschliffen, der neue Stammsitz befand sich dann bei Allershausen (nordwestlich von Freising). Allershausen verblieb bis [[1484]] im Familienbesitz und wurde von Stephan Hagenauer zu Allershausen verkauft. Das letzte Gut bei Allershausen in Bayern wurde um 1530 von Stephans Verwandten Georg Hagenauer aufgegeben. Um 1550 ließ sich dessen Sohn Sebastian Hagenauer de Allershausen im [[Erzbistum Salzburg]] bei [[Piding]] nieder. Sein Sohn Georg, Begründer der noch heute blühenden Salzburger Linie (als [[Wien]]er und [[Friaul-Julisch Venetien|Triester]] Zweig), wurde [[1568]] in einer Salzburger Urkunde mit seinem Gut am [[Högl]] genannt. Später waren sie in [[Ainring]] und der Stadt Salzburg beheimatet, bevor sich ein Zweig in Triest und ein anderer Zweig in Wien niederließ. | + | [[Datei:Ostarrichi-Urkunde.jpg|thumb|hochkant|Gottschalk von Hagenau, Bischof von Freising, Ostarrichi-Urkunde 996]] Der erste als "Hagenauer" genannte aus diesem Geschlecht war der Freisinger Bischof Gottschalk von Hagenau, der erstmals [[994]] urkundlich aufscheint. Zwischen 1006 und 1036 wurde mehrmals ein Guntpolt (von Hagenau?) in den Freisinger Urkunden erwähnt. Seit der Erblichkeit der Lehen im Jahr 1037 scheinen die Herren von Hagenau einen festen Familiennamen geführt zu haben, um ihre Erbansprüche geltend machen zu können. Als Stammvater der Hagenauer wird jedoch der 1068 in den Freisinger Urkunden genannte Guntpold von Hagenau gesehen. Ende des 11. Jahrhunderts siedelten sich Mitglieder des Geschlechts in [[Oberösterreich]] (Hartwicus von Hagenau 1088) und [[Niederösterreich]] (Reimprecht von Hagenau 1098) an und errichteten dort zwei weitere Sitze. Somit besaßen die in drei Linien (Stämme) verzweigten Hagenauer im [[12. Jahrhundert]] gleichzeitig drei Stammsitze; den ursprünglichen Edelsitz bei Schrobenhausen in Bayern, den Stammsitz bei [[Braunau am Inn]] in Oberösterreich, und den Stammsitz bei Böheimkirchen in Niederösterreich. Die Burg Hagenau in Oberösterreich wurde zusammen mit mehreren Lehen [[1239]] eingezogen und (wahrscheinlich) bereits im selben Jahrhundert erlosch diese Braunauer Linie. Der Stammsitz bei Böheimkirchen in Niederösterreich wurde im Jahr [[1347]] aufgegeben und im [[15. Jahrhundert]] erlosch auch der Böheimkirchner Stamm. Der Edelsitz Hagenau bei Schrobenhausen der bayrischen Linie wurde nach Verwüstungen verlassen und [[1364]] geschliffen, der neue Stammsitz befand sich dann bei Allershausen (nordwestlich von Freising). Allershausen verblieb bis [[1484]] im Familienbesitz und wurde von Stephan Hagenauer zu Allershausen verkauft. Das letzte Gut bei Allershausen in Bayern wurde um 1530 von Stephans Verwandten Georg Hagenauer aufgegeben. Um 1550 ließ sich dessen Sohn Sebastian Hagenauer de Allershausen im [[Erzbistum Salzburg]] bei [[Piding]] nieder. Sein Sohn Georg, Begründer der noch heute blühenden Salzburger Linie (als [[Wien]]er und [[Friaul-Julisch Venetien|Triester]] Zweig), wurde [[1568]] in einer Salzburger Urkunde mit seinem Gut am [[Högl (Berg)|Högl]] genannt. Später waren sie in [[Ainring]] und der Stadt Salzburg beheimatet, bevor sich ein Zweig in Triest und ein anderer Zweig in Wien niederließ. |
| − | Von Freising kommend, ließ sich Mitte des [[16. Jahrhundert]]s Sebastian Hagenauer de Allershausen (aus der bayrischen Linie der Herren von Hagenau) im [[Erzbistum Salzburg]] am Seyfriedengut unterhalb der [[Schloss Staufeneck|Burg Staufeneck]] (Mauthausen in Piding) nieder. Sein Sohn [[Georg Hagenauer I.|Georg]] wurde [[1568]] mit seinem Gut am [[Högl]] (damals Erzstift Salzburg) sowie einer Mühle genannt. Er gilt als der Begründer der Salzburger Linie (Ast) der Hagenauer. Dessen drei Söhne Wolfgang, Rupert und Georg waren in unmittelbarer Nähe ebenfalls begütert und hatten in alte Geschlechter des [[Rupertiwinkel]]s geheiratet. Ab Ende des [[16. Jahrhundert]]s findet man sie in den Salzburger Urkunden als Urbar-Verwalter von Gütern des [[Domkapitel]]s, des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstifts St. Peter]] sowie als Gutsverwalter von Schloss Staufeneck. Im [[17. Jahrhundert]] gelang ihnen durch den Handel mit Gewürzen, kostbaren Stoffen und Metallen erneut ein Aufstieg. Die Hagenauer von Hagenau erhielten 1671 eine Wappenbesserung und die Bestätigung ihres Adels durch den kaiserlichen Palatin. Durch enge Beziehungen zu den jeweiligen Erzbischöfen und zum Erzstift St. Peter, durch Ämter am [[Salzburger Fürstenhof]], sowie durch Reichtum und Nepotismus, erlangten sie Ansehen und Einfluss in Salzburg. Bekannt wurden die Hagenauer als Förderer und Freunde der [[Mozart]]s und [[Johann Michael Haydn|Haydn]]s, als Künstler von Erz- und Fürstbischöfen, sowie als einflussreiche Geistliche ([[Äbte von St. Peter|Abt von St. Peter]]). Zwischen 1800 und 1816 hatten jedoch die [[Salzburg unter Napoleon|napoleonischen Kriege]] das Erzbistum Salzburg und somit auch die Hagenauer hart getroffen. Einige Familienmitglieder wanderten vorerst in die neue Hauptstadt des [[Salzachkreis]]es nach [[Linz]] aus, deren Nachkommen dann nach Wien, die Hauptstadt der österreichisch-ungarischen Monarchie. Andere Hagenauer lebten bereits seit 1775 in der damaligen k.u.k. österreichischen Hafenstadt Triest. Der letzte in Salzburg geborene und dort lebende aus diesem Geschlecht war [[Josef Leopold Hagenauer]]. Josef Leopold war unter anderem Besitzer von Salzburgs größter Bierbrauerei, dem [[Steinbräu]]. Er starb im Jahr [[1850]] auf seinem Sitz [[Schloss Mönchstein]], das 1887 von seine Erben verkauft wurde. Die heute im Bundesland Salzburg lebenden Hagenauer sind jedoch nicht mit diesem Geschlecht derer von Hagenau verwandt. | + | Von Freising kommend, ließ sich Mitte des [[16. Jahrhundert]]s Sebastian Hagenauer de Allershausen (aus der bayrischen Linie der Herren von Hagenau) im [[Erzbistum Salzburg]] am Seyfriedengut unterhalb der [[Schloss Staufeneck|Burg Staufeneck]] (Mauthausen in Piding) nieder. Sein Sohn [[Georg Hagenauer I.|Georg]] wurde [[1568]] mit seinem Gut am [[Högl (Berg)|Högl]] (damals Erzstift Salzburg) sowie einer Mühle genannt. Er gilt als der Begründer der Salzburger Linie (Ast) der Hagenauer. Dessen drei Söhne Wolfgang, Rupert und Georg waren in unmittelbarer Nähe ebenfalls begütert und hatten in alte Geschlechter des [[Rupertiwinkel]]s geheiratet. Ab Ende des [[16. Jahrhundert]]s findet man sie in den Salzburger Urkunden als Urbar-Verwalter von Gütern des [[Domkapitel]]s, des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstifts St. Peter]] sowie als Gutsverwalter von Schloss Staufeneck. Im [[17. Jahrhundert]] gelang ihnen durch den Handel mit Gewürzen, kostbaren Stoffen und Metallen erneut ein Aufstieg. Die Hagenauer von Hagenau erhielten 1671 eine Wappenbesserung und die Bestätigung ihres Adels durch den kaiserlichen Palatin. Durch enge Beziehungen zu den jeweiligen Erzbischöfen und zum Erzstift St. Peter, durch Ämter am [[Salzburger Fürstenhof]], sowie durch Reichtum und Nepotismus, erlangten sie Ansehen und Einfluss in Salzburg. Bekannt wurden die Hagenauer als Förderer und Freunde der [[Mozart]]s und [[Johann Michael Haydn|Haydn]]s, als Künstler von Erz- und Fürstbischöfen, sowie als einflussreiche Geistliche ([[Äbte von St. Peter|Abt von St. Peter]]). Zwischen 1800 und 1816 hatten jedoch die [[Salzburg unter Napoleon|napoleonischen Kriege]] das Erzbistum Salzburg und somit auch die Hagenauer hart getroffen. Einige Familienmitglieder wanderten vorerst in die neue Hauptstadt des [[Salzachkreis]]es nach [[Linz]] aus, deren Nachkommen dann nach Wien, die Hauptstadt der österreichisch-ungarischen Monarchie. Andere Hagenauer lebten bereits seit 1775 in der damaligen k.u.k. österreichischen Hafenstadt Triest. Der letzte in Salzburg geborene und dort lebende aus diesem Geschlecht war [[Josef Leopold Hagenauer]]. Josef Leopold war unter anderem Besitzer von Salzburgs größter Bierbrauerei, dem [[Steinbräu]]. Er starb im Jahr [[1850]] auf seinem Sitz [[Schloss Mönchstein]], das 1887 von seine Erben verkauft wurde. Die heute im Bundesland Salzburg lebenden Hagenauer sind jedoch nicht mit diesem Geschlecht derer von Hagenau verwandt. |