4.767 Bytes hinzugefügt
, 10:08, 11. Mai 2010
[[Datei:Zenzlogo.gif|thumb|Logo der kija Salzburg]]
Die Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg''' ist eine weisungsfreie Einrichtung des Landes Salzburg, die sich - auf Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention - für die Rechte der Kinder und Jugendlichen im Bundesland Salzburg einsetzt und diese berät und unterstützt.
==Standort und Vorgeschichte==
Im Zuge der [[Protestantenvertreibung|Protestantenemigration]] wurden [[1732]] zwecks umfassender und nachhaltiger seelsorgerischer Tätigkeit inner Gebirg Missionsbezirke ausgewiesen, die unter Weltpriestern, Benediktinern, [[Kapuzinerorden|Kapuzinern]] und Augustiner Eremiten verteilt wurden. Den Franziskanern wurden die Gerichtsbezirke [[Taxenbach]], [[Rauris]] und [[Zell am See]] unterstellt. Mangels eigener Niederlassung war eine kontinuierliche Arbeit sehr beschwerlich. Man suchte daher nach einem geeigneten Klosterstandort. Nachdem sich verschiedene Vorschläge entweder wegen der Lage oder wegen des Widerstandes vor Ort als nicht machbar erwiesen haben, wurde ein im Pinzgau wirkender Missionar mit der Suche beauftragt. Er entschied sich für Hundsdorf bei Bruck. Für diesen Standort sprach die zentrale Lage, die Nähe der Hauptverkehrsstraße und die Überschwemmungssicherheit. Auch befand sich dort bereits ein kleines Haus, das schon vorher als ärmliche Unterkunft gedient hatte, und eine kleine Kapelle. Der vorgesehene Bauplatz gehörte zum Traunergut, damals Eigentum des [[Benediktinerstift Michaelbeuern|Stiftes Michaelbeuern]]. Unter tatkräftiger ideeller und vor allem finanzieller Hilfe von Wohltätern und Wohltäterinnen konnten Kloster und Kirche zwischen [[1736]] und [[1741]] errichtet werden.
==Gründung der Caritasanstalt==
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] herrschte große materielle Not. Viele Kinder litten an Unterernährung. [[1921]] wurde daher vom [[Caritasverband Salzburg]], unter dem damaligen Vorsteher [[Franz Fiala|Prälat Dr. Franz Fiala]], das sogenannte Traunergut in Hundsdorf, Gemeinde Bruck im Pinzgau, heute Bruck an der Großglocknerstraße, erworben. Das Gut lag unmittelbar neben dem Franziskanerkloster und gehörte dem Fürsten [[Johann von Liechtenstein]]. Es wurde als Kindererholungsheim adaptiert. Da aber mit den Jahren die Not der Nachkriegszeit etwas abgenommen hatte, wurde [[1922]] von der ursprünglichen Absicht, nachkriegsgeschwächten Kindern einen Erholungsaufenthalt zu ermöglichen, abgegangen und stattdessen eine Anstalt für so genannte ''schwachsinnige Kinder'' eingerichtet. Wohl über Vermittlung der vor Ort tätigen Franziskaner nahmen im gleichen Jahr die [[Vöcklabrucker Schulschwestern]], zum Orden der Franziskanerinnen gehörend, unter der Leitung des Caritasverbandes in St. Anton ihren Dienst auf. Die Franziskaner des nebenstehenden Klosters wurden mit der Seelsorge betraut.
==Betrieb und Entwicklung==
Die ersten Gemeindearmen wurden vertragsgemäß 1922 aufgenommen. Die ersten Kinder trafen [[1923]] ein. Im gleichen Jahr nahm die „Hilfsschule“ ihren Betrieb auf. Es folgten mehrere Erweiterungsschritte durch Ankäufe und Umbauten, bis im Jahre [[1955]] mit dem Bau des heute fertiggestellten Kinderdorfes St. Anton begonnen wurde. Damit zusammenhängend wurde die Aufnahme von sog. bildungsunfähigen Kindern beendet. Aufgrund der Anwesenheit der Vöcklabrucker Schulschwestern waren lange Zeit auch Kinder und Jugendliche aus [[Oberösterreich]] untergebracht. (Fünf von ihnen wurden [[1940]] Opfer des ersten Abtransportes auf Salzburger Boden zur sog. [[Euthanasie]] im Schloß Hartheim bei Linz ).
Heute werden in St. Anton zwischen 55 und 60 Kinder in familienähnlichen Gruppen betreut. Sie besuchen die im Areal des Kinderdorfes befindliche Allgemeine Sonderschule mit Öffentlichkeitsrecht. Die Vöcklabrucker Schulschwestern wurden am [[31. Juli]] [[2006]] von St. Anton abgezogen. Seither ist im Kinderdorf und in der Schule ausschließlich weltliches Personal tätig. Besondere Bemühungen der Caritasleitung gelten heute der Professionalisierung von Bildungs- und Betreuungsarbeit, sowie der Öffnung nach außen.
==Quellen==
*[[Caritasarchiv Salzburg]]
*[[Diözesanarchiv Salzburg]]
*Max Effenberger, „Brucker Heimatbuch“,
*[[Josef Lahnsteiner]] ''Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. Geschichtlich und heimatkundlich beschrieben.'', Hollersbach, Pinzgau, Selbstverlag 1960
*Artikel in Pöllinger Briefe Nr. 40/94, [[Christina Nöbauer]]
*Begleitpublikation zur Ausstellung der [[Laube GmbH|Laube sozialpsychiatrische Aktivitäten GmbH]] „Lebensunwert, NS-Euthanasie im Land Salzburg“, Walter Reschreiter, Mitarbeit Johannes Hofinger und Christina Nöbauer
[[Kategorie:Pinzgau]]
[[Kategorie:Bruck]]
[[Kategorie:Soziales]]
[[Kategorie:Jugend]]