| − | Der Stall des Dürrnberger Einhof liegt dem nur einraumtiefen aber zweigeschossigen Wohnteil unmittelbar an. Über dem Stall befindet sich als Heuboden der Bergeraum, der über die von der Bergseite zugängliche Hochtenne in den Wohnteil reicht. Wohn- und Wirtschaftsteil waren daher nie eigenständige Einzweckbauten, die später zusammen gefügt wurden, sondern schon von Beginn an unter einem Dach in ein gemeinsames Gebäude zusammen gesetzt. Der Grundriss ist allerdings sehr unterschiedlich, was zwei Ursachen hat: die oft steilen Hanglagen, die einen geordneten Grundriss verunmöglichen, und die Tatsache, dass nicht selten aus Kostengründen zwei Familien unter einem Dach hausten. Diese Höfe nannte man >Gemeinhäuser<. Das Zusammenleben zweier Familien erfolgte jedoch in getrennten Wohnräumen und bei getrennter Wirtschaftsführung in je eigenen Stall- und Bergeräumen. | + | Der Stall des Dürrnberger Einhof liegt dem nur einraumtiefen aber zweigeschossigen Wohnteil unmittelbar an. Über dem Stall befindet sich als Heuboden der Bergeraum, der über die von der Bergseite zugängliche Hochtenne in den Wohnteil reicht. Wohn- und Wirtschaftsteil waren daher nie eigenständige Einzweckbauten, die später zusammen gefügt wurden, sondern schon von Beginn an unter einem Dach in ein gemeinsames Gebäude zusammen gesetzt. Der Grundriss ist allerdings sehr unterschiedlich, was zwei Ursachen hat: die oft steilen Hanglagen, die einen geordneten Grundriss verunmöglichen, und die Tatsache, dass nicht selten aus Kostengründen zwei Familien unter einem Dach hausten. Diese Höfe nannte man ''Gemeinhäuser''. Das Zusammenleben zweier Familien erfolgte jedoch in getrennten Wohnräumen und bei getrennter Wirtschaftsführung in je eigenen Stall- und Bergeräumen. |
| − | Die meisten Dürrnberger Einhöfe sind giebelseitig aufgeschlossene Mittelflurhäuser. Auf einer Seite lagen Küche, Stube, und >Stübl<, auf der anderen der sog. >Gaden<, in dem die Speisekammer und der Stall untergebracht waren. Vermutlich schon seit dem [[16. Jahrhundert]] waren die Stuben als Kachelstuben mit Hinterladeröfen aus graphitierten Topfkacheln ausgebildet. Die sog. >Riemlingdecke< mit dem >Wärmloch< wird von einem Trambalken getragen, in den das Baujahr eingeschnitzt ist. Das hintere Ende des Flurs schließt die Küche mit schliefbarem gemauertem Kamin, der den Rauch über das Dach ableitet. Bis ins späte [[19. Jahrhundert]] war der darunterliegende Herd offen. Sein Nachfolger wurde der in der Form des >Sesselherdes< aus Kacheln aufgesetzte Sparherd, der im [[20. Jahrhundert]] oft in die Stube “wanderte“, was diese zur Wohnküche umwandelte. Im Obergeschoß verläuft über dem Flur der Söller, von dem auch die Stubenkammer, die Stüblkammer, die kleine Tenne und der Heuboden zugänglich sind. Die kleinen Heumengen wurden vielfach nicht eingefahren sondern mit Heunetzen eingetragen. Die Wände des Wohnteile waren stets in Blockbauweise gezimmert, während der Stall in verschaltem Ständerbau ausgeführt war. | + | Die meisten Dürrnberger Einhöfe sind giebelseitig aufgeschlossene Mittelflurhäuser. Auf einer Seite lagen Küche, Stube, und ''Stübl'', auf der anderen der sog. ''Gaden'', in dem die Speisekammer und der Stall untergebracht waren. Vermutlich schon seit dem [[16. Jahrhundert]] waren die Stuben als Kachelstuben mit Hinterladeröfen aus graphitierten Topfkacheln ausgebildet. Die sog. ''Riemlingdecke'' mit dem ''Wärmloch'' wird von einem Trambalken getragen, in den das Baujahr eingeschnitzt ist. Das hintere Ende des Flurs schließt die Küche mit schliefbarem gemauertem Kamin, der den Rauch über das Dach ableitet. Bis ins späte [[19. Jahrhundert]] war der darunterliegende Herd offen. Sein Nachfolger wurde der in der Form des ''Sesselherdes'' aus Kacheln aufgesetzte Sparherd, der im [[20. Jahrhundert]] oft in die Stube “wanderte“, was diese zur Wohnküche umwandelte. Im Obergeschoß verläuft über dem Flur der Söller, von dem auch die Stubenkammer, die Stüblkammer, die kleine Tenne und der Heuboden zugänglich sind. Die kleinen Heumengen wurden vielfach nicht eingefahren sondern mit Heunetzen eingetragen. Die Wände des Wohnteile waren stets in Blockbauweise gezimmert, während der Stall in verschaltem Ständerbau ausgeführt war. |