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, 09:53, 2. Mai 2010
'''Der Penninghof (Sitz Obkirchen) ist ein alter Salzburger Ansitz''' oberhalb des Marktes Taxenbach.
==Lage==
Der Penninghof – heute ein Bauernhof - mit der Adresse Gschwandtnerberg, Haus-Nr. 17, steht weithin sichtbar auf einer kleinen Hangterasse oberhalb der Pfarrkirche von Taxenbach.
==Entstehungsgeschichte==
[[Josef Lahnsteiner]] vermutet, dass der Penninghof jenes Schloss ist, das Erzbischof Friedrich supra forum, ober dem Markte in den Jahren [[1321]] und [[1322]] erbauen ließ, was dann Anlass zum Krieg mit Wulfing von Goldegg war. Da aber der Erzbischof im Jahr [[1323]] die alte Burg auf dem Taxenbacher Schlossberg von Wulfing kaufte, fiel der Grund für die Errichtung einer neuen Burg zum Schutz des Gebietes weg. Möglicherweise könnte daher aus der noch nicht vollendeten Burg oberhalb des Marktes der Penninghof entstanden sein.
==Gebäude==
Das schmucklose Gebäude ohne der sonst für die alten Salzburger Ansitze typischen Eckerker und Ecktürmchen (Beispiele sind u.a. [[Schloss Prielau]] in [[Zell am See]] und [[Schloss Saalhof]] in [[Maishofen]]) ist ein Nord-Süd ausgerichteter dreigeschossiger Bau mit Satteldach mit beidseitigem Schopf. Das heute existierende Gebäude stammt in den unteren Teilen etwa von [[1460]]. Der Penninghof hat gotisch abgefaste Fenster und in zwei Zimmern eine Kassettendecke. Oberhalb des Einganges befanden sich noch Reste eines gemalten Wappens der Penninger. Durch wiederholte Brände wurden im Laufe der Jahrhunderte innen und außen Baumaßnahmen ergriffen, die das Gebäude heute in einem etwas verfälschten Eindruck erscheinen lassen.
==Besitzer==
Die frühesten Erwähnungen stammen aus den Jahren [[1427]] bis [[1429]]. Hans Strasser zu Straß hat ein erzbischöfliches Lehen, „ain gut genant Obkirchen gelegen in Tachsenpacher gericht“ inne. Er übergibt den Hof als Morgengabe [[1433]] an seine Hausfrau Margaretha, Tochter des Mathensen des Thürndl. Nach Hans Strasser wird der Ansitz von seiner Witwe und Elspet Hoflingerin an die minderjährigen Kinder des Michael Emhofer , deren Lehensträger Wilhelm Penninger ist, veräußert. In der Zeit zwischen [[1466]] und [[1484]] wird Wilhelm Penninger in dieser Funktion mehrfach urkundlich erwähnt. Vor [[1490]] geht das Gut in seinen Besitz über. Ihm folgen als Besitzer seine Erben Ulrich Penninger, verheiratet mit Ursula, und dessen Bruder Andreas Penninger. Zwischen [[1540]] und [[1550]] erbt der Sohn des Ulrich, Gottfried, verheiratet mit Anna, geborene Kölderer zu Höch (siehe unter [[Schloss Höch]]), den Penninghof. Ulrich, der im Jahr [[1592]] stirbt, folgt Constantin Penninger. [[1613]] scheint Wilhelm Penninger, Bruder des verstorbenen Constantin, als Besitzer auf und der Penninghof wird erstmals als >Edelmannsitz zu Obkirchen< bezeichnet, als ihn Jakob Wilpenhofer zu Lerchen ([[Radstadt]]) erwirbt. [[1624]] erreicht Abel Wilpenhofer zu Lerchen und Obkirchen , salzburgischer Kastner zu [[Judenburg]], vom Erzbischof eine >Einfang-Bewilligung<. Seine Erben verkaufen [[1629]] das „Schlössl Penningberg“ an Johann Baptist Voglmayr, Land- und Bergrichter in der [[Rauris]]. [[1649]] verkaufen seine Kinder das Schloss an das Lodronsche Collegium Marianum zu [[Salzburg]]. Dieses erwirbt die Grundherrschaft im Jahr [[1654]] dazu. Ab [[1665]] wird der Penninghof von seinen Besitzern zuerst als Wohnhaus und später als Bauernhaus verwendet. Es waren dies:
* [[1665]] Ulrich Schläffer, Bürger und Schwarzfärber zu Taxenbach
* [[1692]] sein Sohn Christian Schläffer
* [[1726]] Christians Sohn Hans Schläffer
* [[1773]] Simon Schläffer, Sohn des Hans Schläffer
* [[1810]] Alexander Schläffer
* [[1842]] Peter Gschwandtner, Taxwirt zu Taxenbach, durch Kauf
* [[1879]] Julie, Maria und Anna Straubinger, Stieftöchter des Peter Gschwandtner
* [[1887]] Peter Schernthaner durch Kauf
* [[1912]] dessen Sohn Peter Schernthaner
* [[1941]] dessen Sohn Peter Schernthaner
* [[1965]] Tochter Elisabeth
Der Hof befindet sich heute noch im Besitz der Familie.
==Quellen==
* Josef Lahnsteiner, „Unterpinzgau - Zell am See, Taxenbach, Rauris“, Selbstverlag, Hollersbach 1960
* Friederike Zaisberger, Walter Schlegel „Burgen und Schlösser in Salzburg“, Pinzgau, Pongau, Lungau, S. 139, Birken-Verlag, Wien, 1978
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Historische Gebäude]]
[[Kategorie:Taxenbach]]
[[Kategorie:Pinzgau]]
[[Kategorie:Gerücht]]