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[[Datei:Krimmer Tauern Judenflucht 01.jpg|thumb|Flug über die Passhöhe des Krimmler Tauern am 1. Juli 2020.]]
 
[[Datei:Gedenktafel am Krimmler Tauern.jpg|thumb|Gedenktafel am Krimmler Tauern]]
 
[[Datei:Gedenktafel am Krimmler Tauern.jpg|thumb|Gedenktafel am Krimmler Tauern]]
Als "'''Krimmler Judenflucht'''" wird die im Sommer [[1947]] von der jüdischen Organisation [[Bricha]] für 5 000 jüdische [[Asylwerber in Salzburg|Flüchtlinge]] aus Osteuropa organisierte Überquerung der [[Krimmler Tauern]] bezeichnet.
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Als "'''Krimmler Judenflucht'''" wird die im Sommer [[1947]] von der jüdischen Organisation [[Bricha]] für 5 000 jüdische Flüchtlinge aus Osteuropa organisierte Überquerung der [[Krimmler Tauern]] bezeichnet.
    
==Geschichtliche Hintergründe==
 
==Geschichtliche Hintergründe==
Nachdem vorher schon tausende heimatlos gewordene Juden aus Osteuropa (so genannte [[Displaced Persons]] ''DP'') über den Brenner und andere Alpenpässe nach Italien und schließlich nach Palästina gelangt waren, wurde auf Betreiben Englands, das zu dieser Zeit Mandatsmacht in Palästina war, den jüdischen Flüchtlingen dieser Weg abgeschnitten. [[Osttirol]] und [[Kärnten]] waren britische Besatzungszone, [[Nordtirol]] von den Franzosen kontrolliert, die sich aus ähnlichen Gründen weigerten, Juden durchziehen zu lassen.  
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Nachdem vorher schon tausende heimatlos gewordene [[Juden]] aus Osteuropa (so genannte [[Displaced Persons]] ''DP'') über den Brenner und andere [[Alpenübergang|Alpenpässe]] nach [[Italien]] und schließlich nach Palästina gelangt waren, wurde auf Betreiben [[Großbritannien]]s, das zu dieser Zeit Mandatsmacht in Palästina war, den jüdischen Flüchtlingen dieser Weg abgeschnitten. [[Osttirol]] und [[Kärnten]] waren britische Besatzungszone, [[Nordtirol]] von den [[Frankreich|Franzosen]] kontrolliert, die sich aus ähnlichen Gründen weigerten, Juden durchziehen zu lassen.  
    
[[Marko Feingold]], der seit [[1945]] bei der Betreuung jüdischer Flüchtlinge in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] mitgewirkt hatte, fand 1947 dieses einzige Schlupfloch in den [[Ostalpen]], wo die amerikanische Besatzungszone Österreichs an Italien grenzte.
 
[[Marko Feingold]], der seit [[1945]] bei der Betreuung jüdischer Flüchtlinge in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] mitgewirkt hatte, fand 1947 dieses einzige Schlupfloch in den [[Ostalpen]], wo die amerikanische Besatzungszone Österreichs an Italien grenzte.
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Vom zentralen Sammelpunkt Salzburg, wo es sechs Sammellager (plus eins in [[Puch]]) gab, ging es zunächst per Bahn nach [[Saalfelden]] in das DP-Lager [[Givat Avoda]]. Kam eine neue Gruppe von etwa 200 Personen in Saalfelden an, war das Lager bereits wieder von der Gruppe vorher verlassen worden. In kleinen Gruppen wurden dann nach 22 Uhr die Flüchtlinge vom Lager [[Saalfelden]] aus nach [[Krimml]] mit LKW's gebracht. Nach 22 Uhr deshalb, weil bis dahin die Pinzgauer Frächter ihre Fahrzeuge den Amerikanern zur Verfügung zu stellen hatten. In Krimml angekommen, ging es dann zu Fuß in das [[Krimmler Achental]] zum [[Krimmler Tauernhaus]], wo sie von der dortigen Wirtin [[Liesl Geisler-Scharfetter]] vorbildlich unterstützt und verpflegt wurden. Ohne entsprechende Ausrüstung traten die Flüchtlinge dann tags darauf den hochalpinen Fluchtweg über die [[Birnlücke]] mit Kind und Kegel an, um vom [[Südtirol]]er [[Ahrntal]] über Genua nach Palästina zu gelangen.
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Vom zentralen Sammelpunkt der [[Stadt Salzburg]], wo es sechs Sammellager (plus eins in [[Puch bei Hallein]]) gab, ging es zunächst per [[Salzburg-Tiroler-Bahn|Bahn]] nach [[Saalfelden]] in das DP-Lager [[Givat Avoda]]. Kam eine neue Gruppe von etwa 200 Personen in Saalfelden an, war das Lager bereits wieder von der Gruppe vorher verlassen worden. In kleinen Gruppen wurden dann nach 22 Uhr die Flüchtlinge vom Lager Saalfelden aus nach [[Krimml]] mit Lkw gebracht. Nach 22 Uhr deshalb, weil bis dahin die Pinzgauer Frächter ihre Fahrzeuge den Amerikanern zur Verfügung zu stellen hatten. In Krimml angekommen, ging es dann zu Fuß in das [[Krimmler Achental]] zum [[Krimmler Tauernhaus]], wo sie von der dortigen Wirtin [[Liesl Geisler-Scharfetter]] vorbildlich unterstützt und verpflegt wurden. Ohne entsprechende Ausrüstung traten die Flüchtlinge dann tags darauf den hochalpinen Fluchtweg durch das [[Windbachtal]] über den [[Krimmler Tauern]] mit ''Kind und Kegel'' an, um vom [[Südtirol]]er [[Ahrntal]] über Genua nach Palästina zu gelangen.
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Hofrat Feingold erinnert sich in einem Gespräch mit [[Benutzer:Peter Krackowizer]]<ref>Gespräch am 10. November 2009 in der [[Bibliotheksaula]] anlässlich des Konzerts von [[Majimaz]]</ref> noch recht genau daran, dass die Juden in Krimml von der [[Gendarmerie]] nicht gerne gesehen waren. Sie wollte keinen ''Menschenauflauf''. Doch da erging, so Hofrat Feingold, die Weisung von der obersten österreichischen Behörde, dem Innenministerium, an die Krimmler Gendarmerie ''nicht zum Fenster rauszuschauen...''. Die Amerikaner selbst wussten von diesen Transporten, tolerierten sie aber nach der Weisung, weder zu helfen noch sie zu behindern.  
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[[Hofrat]] Feingold erinnerte sich in einem Gespräch mit [[Benutzer:Peter Krackowizer]]<ref>Gespräch am 10. November 2009 in der [[Bibliotheksaula]] anlässlich des Konzerts von [[Majimaz]]</ref> noch recht genau daran, dass die Juden in Krimml von der [[Gendarmerie]] nicht gerne gesehen waren. Sie wollte keinen ''Menschenauflauf''. Doch da erging, so Hofrat Feingold, die Weisung von der obersten österreichischen Behörde, dem Innenministerium, an die Krimmler Gendarmerie ''nicht zum Fenster rauszuschauen...''. Die Amerikaner selbst wussten von diesen Transporten, tolerierten sie aber nach der Weisung, weder zu helfen noch sie zu behindern.
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Heute erinnern unter dem Titel [[Alpine Peace Crossing]] seit [[2007]] jährlich eine Überquerung des Krimmler Tauern an die Krimmler Judenflucht sowie die [[Krimmler Theaterwanderung "Flucht über die Berge"]]. Am [[1. Juli]] [[2020]] flog der Salzburger Journalist, Bergsteiger und Pilot [[Gerald Lehner]] mit der Witwe nach Feingold, [[Hanna Feingold]], [[Flug auf den Spuren der Krimmler Judenflucht|auf den Spuren dieses Fluchtweges]], den ihr Mann logistisch erschlossen hatte.
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==Siehe auch==
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* [[Alpine Peace Crossing]]
   
==Literatur==
 
==Literatur==
 
* ''Über die Berge dem Gelobten Land entgegen - Alpine Peace Crossing'', aus der Schriftenreihen des [[Landespressebüro]]s, Dokumentationen Nr. 117, Mai 2008, ISBN 978-3-85015-228-0
 
* ''Über die Berge dem Gelobten Land entgegen - Alpine Peace Crossing'', aus der Schriftenreihen des [[Landespressebüro]]s, Dokumentationen Nr. 117, Mai 2008, ISBN 978-3-85015-228-0
* [[Sabine Aschauer-Smolik]] / Mario Steidl (Hrsg.), ''Tamid Kadima - Immer vorwärts. Der jüdische Exodus aus Europa 1945 - 1948.''  StudienVerlag Innsbruck, Wien, Bozen [[2010]] Anmerkung: das Buch ist in deutscher und in englischer Sprache verfasst.
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* [[Sabine Aschauer-Smolik]]; Mario Steidl (Hrsg.): ''Tamid Kadima - Immer vorwärts. Der jüdische Exodus aus Europa 1945 - 1948.''  StudienVerlag Innsbruck, Wien, Bozen [[2010]] Anmerkung: das Buch ist in deutscher und in englischer Sprache verfasst.
    
== Quellen ==
 
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* [http://www.diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/324053/index.do?parentid=0&act=2&isanonym=1#kommentar0 Artikel in "Die Presse" vom 18. 8. 2007]
 
* [http://www.diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/324053/index.do?parentid=0&act=2&isanonym=1#kommentar0 Artikel in "Die Presse" vom 18. 8. 2007]
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==Einzelnachweise==
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====Einzelnachweise====
 
<references/>
 
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[[Kategorie:Religion]]
 
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[[Kategorie:Judentum in Salzburg]]
 
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[[Kategorie:Pinzgau]]
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[[Kategorie:Krimml]]
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[[Kategorie:Italien]]
 
[[Kategorie:Südtirol]]
 
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[[Kategorie:Hohe Tauern]]
 
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[[Kategorie:Alpen]]
 
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[[Kategorie:Geschichte]]
 
[[Kategorie:Geschichte]]
 
[[Kategorie:Nachkriegszeit]]
 
[[Kategorie:Nachkriegszeit]]