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| − | '''Der Dürrnberger Einhof in und um [[Hallein]] im [[Tennengau]] war die Hofform der Dürnberger Knappen''', die Kleinbauern waren und als Zuerwerb das Recht hatten – und (theoretisch) heute noch haben – im Salzbergwerk zu arbeiten. | + | Der '''Dürrnberger Einhof''' in und um [[Hallein]] im [[Tennengau]] war die Hofform der Dürnberger Knappen, die Kleinbauern waren und als Zuerwerb das Recht hatten – und (theoretisch) heute noch haben – im Salzbergwerk zu arbeiten. |
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| | ==Einführung== | | ==Einführung== |
| − | Die Dürnberger Knappen erwirtschafteten den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien als Kleinbauern, die im Zuerwerb als Knappen tätig waren. Sie konnten nicht mehr als zwei bis drei Kühe füttern und nur wenig Getreide anbauen. Der an die Bauerngüter (Lehen) gebundene Arbeitsanspruch im [[Salzbergwerk]] bestand in einer bestimmten Anzahl von Arbeitsschichten. Die Hofform entsprach wie überall den wirtschaftlichen Verhältnissen und den geographischen Gegebenheiten. | + | Die Dürrnberger Knappen erwirtschafteten den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien als Kleinbauern, die im Zuerwerb als Knappen tätig waren. Sie konnten nicht mehr als zwei bis drei Kühe füttern und nur wenig Getreide anbauen. Der an die Bauerngüter (Lehen) gebundene Arbeitsanspruch im [[Salzwelten Hallein bei Salzburg|Salzbergwerk]] bestand in einer bestimmten Anzahl von Arbeitsschichten. Die Hofform entsprach wie überall den wirtschaftlichen Verhältnissen und den geographischen Gegebenheiten. |
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| | ==Die Bauweise== | | ==Die Bauweise== |
| − | Größe und Einteilung des Dürrnberger Einhof wird vom geringen Raumbedarf bestimmt. Es ist zu vermuten, dass dieser Wohnraum- und Wirtschaftsraumbedarf schon zu Beginn der Rodungstätigkeit durch kleine Einfirstanlagen gedeckt werden konnte. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich diese zu den heute noch bestehenden Formen entwickelt. Der Dürrnberger Einhof ist ein sog. primärer Einhof, der typologisch dem [[Tennengauer Einhof]] zuzuordnen ist. Diese Hofform hat sich im [[12. Jahrhundert]] und im [[13. Jahrhundert]] „an der sonnigen Ostflanke des Salzachtales und in den nördlichen Ausläufern der Osterhorngruppe als typische Kolonisationsform herausgebildet.“ | + | Größe und Einteilung des Dürrnberger Einhof wird vom geringen Raumbedarf bestimmt. Es ist zu vermuten, dass dieser Wohnraum- und Wirtschaftsraumbedarf schon zu Beginn der Rodungstätigkeit durch kleine Einfirstanlagen gedeckt werden konnte. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich diese zu den heute noch bestehenden Formen entwickelt. Der Dürrnberger Einhof ist ein sog. primärer Einhof, der typologisch dem [[Tennengauer Einhof]] zuzuordnen ist. Diese Hofform hat sich im [[12. Jahrhundert]] und im [[13. Jahrhundert]] „an der sonnigen Ostflanke des [[Salzachtal]]es und in den nördlichen Ausläufern der [[Osterhorngruppe]] als typische Kolonisationsform herausgebildet.“ |
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| | =====Der Stall===== | | =====Der Stall===== |
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| | =====Der Übergang zum Mauerwerk===== | | =====Der Übergang zum Mauerwerk===== |
| − | Der Übergang zum Mauerwerk setzte erst im [[18. Jahrhundert]] ein und zwar zunächst nur bei den erdgeschossigen Stallwänden. Die Blockwände des Wohnteiles wurden nach und nach innen und außen verputzt, um Mauerwerk vorzutäuschen. Schindeln als Außenverkleidung kamen erst im 19. Jahrhundert auf und diese haben sich aber in der Zwischenzeit zu einem charakteristischen Merkmal herausgebildet. Häuser mit Tür- und Fensterumrahmungen aus Marmor und mit steilen Schopfdächern standen im Besitz besser gestellter Bergleute, nämlich von Hutmännern und Bergmeistern. Die Legschindeln der flach geneigten Pfettendächer wichen im 20. Jahrhundert modernen Hartdachmaterialien. Das alte Pfettendach am Lechnerhaus Nr. 18 im Ortsteil Oberplaick, das jetzt Schaitbergerhaus genannt wird, hat sich sehr schön erhalten. Sein Hochfirst weist die Jahreszahl [[1614]] auf. Schaitberger, der seine Heimat [[1686]] verlassen musste, wurde jedoch in einem anderen Haus geboren, das durch einen Neubau ersetzt wurde. | + | Der Übergang zum Mauerwerk setzte erst im [[18. Jahrhundert]] ein und zwar zunächst nur bei den erdgeschossigen Stallwänden. Die Blockwände des Wohnteiles wurden nach und nach innen und außen verputzt, um Mauerwerk vorzutäuschen. Schindeln als Außenverkleidung kamen erst im 19. Jahrhundert auf und diese haben sich aber in der Zwischenzeit zu einem charakteristischen Merkmal herausgebildet. Häuser mit Tür- und Fensterumrahmungen aus Marmor und mit steilen Schopfdächern standen im Besitz besser gestellter Bergleute, nämlich von Hutmännern und Bergmeistern. Die Legschindeln der flach geneigten Pfettendächer wichen im 20. Jahrhundert modernen Hartdachmaterialien. Das alte Pfettendach am Lechnerhaus Nr. 18 im Ortsteil Oberplaick, das jetzt Schaitbergerhaus genannt wird, hat sich sehr schön erhalten. Sein Hochfirst weist die Jahreszahl [[1614]] auf. [[Joseph Schaitberger]], der seine Heimat [[1686]] verlassen musste, wurde jedoch in einem anderen Haus geboren, das durch einen Neubau ersetzt wurde. |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |