5.361 Bytes hinzugefügt
, 10:31, 20. Jun. 2020
{{Salzburgbezug}}[[File:Wald-neu.jpg|thumb|Schloss Wald an der Alz nach einem Stich von Michael Wening (1721)]]'''Schloss Wald an der Alz''' ist ein historisches Gebäude in der [[Oberbayern|oberbayerischen]] Gemeinde [[Garching an der Alz]] im Landkreis Altötting in [[Deutschland]].
== Salzburgbezug ==
Urkundlich wird das Gericht Wald erstmals in einer Urkunde des [[Zisterzienserkloster Raitenhaslach|Zisterzienserklosters Raitenhaslach]] vom [[17. März]] [[1283]] erwähnt, in der die Gebrüder Kuno und Otto von Wald dem [[Äbte des Zisterzienserklosters Raitenhaslach|Abt]] Konrad IV. Hallerbrucker von Raitenhaslach geloben, Burg und Gericht Wald nicht zu veräußern. Da das Kloster Raitenhaslach bereits [[788]] nach der [[Notitia Arnonis]] dem [[Erzbistum Salzburg]] angehörte, lag Wald also im Gebiet des Erzbistums.
Aus dem Jahr 1283 ist auf einem Rotulus ein Beistandspakt zwischen Herzog Friedrich von Österreich und [[Erzbischof]] [[Friedrich II. von Walchen]] von [[Erzdiözese Salzburg|Salzburg]] beurkundet, in dem der Herzog dem Erzbischof gelobt, ihm bei der Durchsetzung seiner Rechte ''ouf Wald und dem gericht, daz da zu gehoert'' zu helfen. Offensichtlich haben also die niederbayerischen Herzöge dieses Gebiet auch beansprucht. Zwei Jahre später werden ähnliche Beschwerden durch den Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]] gegen den niederbayerischen Herzog Heinrich XIII. gerichtet. Dabei wird davon ausgegangen, dass Ortlieb von Wald Inhaber eines Salzburger Lehens war, das von diesem aber als herzogliches Lehen behandelt wurde. Zwar konnte dem Ortlieb [[1303]] ein Lehensbekenntnis zu Salzburg abgerungen werden, letztlich konnte sich Salzburg aber nicht gegen den herzoglichen Herrschaftsanspruch durchsetzen.
Der erste gesicherte Ahnherr der Herren von Wald ist Adelprht de Silva, der [[1139]] in einer Urkunde des [[Salzburger Domkapitel]]s zusammen mit seinem Bruder Luitpold und seinem gleichnamigen Sohn erwähnt wird. Ein Luitpold de Walde erscheint Mitte des [[12. Jahrhundert]]s mehrfach in den Traditionen des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Klosters St. Peter]] inmitten anderer Salzburger [[Ministerialen]]. Ein Konrad von Wald († zwischen [[1167]] und [[1183]]) lässt ein Gut bei [[Anthering]] an das Domkapitel übergeben. Ein Kuno von Wald erscheint zwischen [[1199]] und [[1231]] mit seinen Söhnen Otto und Ortlieb in mehreren [[Archiv der Erzabtei St. Peter|Urkunden von St. Peter]]. Um [[1240]] wird von Rechtsübergriffen der beiden auf das Kloster Raitenhaslach berichtet, vermutlich weil beide von ihrer Burg aus einen Herrschaftsausbau betrieben haben. Die Herren von Wald dürften als ''ministeriales majores'' anzusehen sein, da sie selbst Lehen an ihre Gefolgschaft ausgaben. Unklar bleibt, von wem die Herren von Wald die Gerichtsrechte, die sie ausübten, erhalten hatten. Trotz eines Urteils durch Herzog Otto zugunsten des Klosters scheint dies für die Herren von Wald wenig Bedeutung gehabt zu haben. [[1242]] ordnet Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] die Exkommunikation der Brüder Otto und Ortlieb von Wald an, was diese aber nicht besonders beeindruckt haben muss. [[1259]] und [[1260]] erreicht Herzog Heinrich eine Verzichtserklärung der beiden hinsichtlich angemaßter Grafschaftsrechte, die aber auch nicht eingehalten wurde, wie ein Gerichtsverfahren unter dem Vorsitz des Elekts Philipp von Spanheim in Raitenhaslach zeigt.
Ortlieb der Ältere kämpfte erfolgreich auf wittelsbachischer Seite zusammen mit Heinrich von Rohr und des Alram von Uttendorf gegen Truppen des Bischofs Albert von [[Regensburg]] und Bertold von [[Bischof von Passau|Passau]]. [[1255]] ist dieser Ortlieb in niederbayerischen Diensten zu finden. [[1273]] wird Ortlieb in [[Reichenhall]] als Viztum bezeichnet. [[1275]] begleitet er Herzog Heinrich XIII. nach Straubing und bei dessen Kriegszug nach [[Wien]]. Bei dieser Unternehmung verstarb Ortlieb in Linz. Ortlieb der Ältere war mit Agnes von [[Überacker]] verheiratet, wobei auch diese Familie abwechselnd in bayrischen wie salzburgischen Diensten stand. Auch Ortlieb der Jüngere (* [[1259]]; † [[1317]]) erscheint als herzoglicher Parteigänger und ist [[1288]] wie sein Vater Viztum. Dennoch bekannte er [[1303]], das Gericht Wald von der [[Salzburger Kirche]] als Lehen erhalten zu haben. Offensichtlich hatte er neben dem Gericht Wald auch das von Mörmoosen inne und stand auch dem Gericht von [[Plainburg|Plain]] vor. Die Tochter dieses Ortlieb war mit Heinrich von Rohr vermählt.
Nach einer Urkunde des Klosters Raitenhaslach vom [[12. Dezember]] [[1317]] erscheint Ludwig der alte Grans als Inhaber der Gerichte Wald und Mörmoosen, die er von König Otto von [[Ungarn]], dem früheren Herzog von Niederbayern erhalten hatte. Er verspricht, die Niedergerichtsbarkeit dem Kloster Raitenhaslach zu überlassen, behält sich aber den Blutbann vor. Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg erhielt Herzog Friedrich das Gericht Wald am [[30. Juli]] [[1505]] zur Sicherung seiner Ansprüche aus den Kriegskosten zugesprochen.
== Quelle ==
* {{wikipedia-de}}
{{SORTIERUNG: Wald an der Alz}}
[[Kategorie:Deutschland]]
[[Kategorie:Bayern]]
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Geschichte (Erzbistum)]]
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Kunst]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Verteidigungsanlage]]
[[Kategorie:Burg]]