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===Verbreitung und Lebensraum===
 
===Verbreitung und Lebensraum===
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Schmetterlinge findet man in Salzburg in praktisch allen Regionen, Höhenlagen und Lebensräumen, von der kühlen Waldschlucht bis zu trockenheißen Steppenhängen (von denen es aber in Salzburg kaum welche gibt !), vom Gletschervorfeld bis zu den Lager- und Vorratsräumen der Menschen. Letztere, bekannt und früher gefürchtet als Mehlmotte, Dörrobstmotte, Kleider- oder Pelzmotte sind allerdings heutzutage durch Hygiene und Bekämpfungsmaßnahmen oft schon recht selten geworden. Nicht alle Schmetterlinge die in Salzburg vorkommen, sind hier auch heimisch. Neben selten Irrgästen und Individuen, die durch menschliche Aktivitäten eingeschleppt werden, gibt es etliche Wanderfalter, die alljährlich in mehr oder weniger großen Beständen aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum zu uns auf Sommerfrische kommen, um sich hier fortzupflanzen. Dabei überfliegen sie oft nicht nur das Mittelmeer, sondern überwinden auch die höchsten Alpenpässe. Beispiele solcher Wanderer sind der bekannte Admiral oder der Distelfalter. Zu ihnen gehört aber auch der Totenkopfschwärmer, der es auf seinen Wanderzügen auf Geschwindigkeiten um 50 km/h bringt. In den letzten Jahrzehnten fanden aber auch einige regelrechte Eroberungen statt. Bekanntestes Beispiel ist die Kastanienminiermotte, die seit ihrem ersten Erscheinen in Mitteleuropa um das Jahr 1989 in nur rund 10 Jahren ganz Mitteleuropa eroberte. Noch raumgreifender erfolgte der Einfall der Lindenminiermotte, die aus Japan kommend ebenfalls in wenigen Jahren ganz Sibirien überwand und mittlerweile in weiten Teilen Europas etabliert ist. In Salzburg wurde sie erstmals im Jahr 2008 festgestellt.
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Schmetterlinge findet man in Salzburg in praktisch allen Regionen, Höhenlagen und Lebensräumen, von der kühlen Waldschlucht bis zu trockenheißen Steppenhängen (von denen es aber in Salzburg kaum welche gibt!), vom Gletschervorfeld bis zu den Lager- und Vorratsräumen der Menschen. Letztere, bekannt und früher gefürchtet als Mehlmotte, Dörrobstmotte, Kleider- oder Pelzmotte sind allerdings heutzutage durch Hygiene und Bekämpfungsmaßnahmen oft schon recht selten geworden. Nicht alle Schmetterlinge die in Salzburg vorkommen, sind hier auch heimisch. Neben selten Irrgästen und Individuen, die durch menschliche Aktivitäten eingeschleppt werden, gibt es etliche Wanderfalter, die alljährlich in mehr oder weniger großen Beständen aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum zu uns auf Sommerfrische kommen, um sich hier fortzupflanzen. Dabei überfliegen sie oft nicht nur das Mittelmeer, sondern überwinden auch die höchsten Alpenpässe. Beispiele solcher Wanderer sind der bekannte Admiral oder der Distelfalter. Zu ihnen gehört aber auch der Totenkopfschwärmer, der es auf seinen Wanderzügen auf Geschwindigkeiten um 50 km/h bringt. In den letzten Jahrzehnten fanden aber auch einige regelrechte Eroberungen statt. Bekanntestes Beispiel ist die Kastanienminiermotte, die seit ihrem ersten Erscheinen in Mitteleuropa um das Jahr 1989 in nur rund 10 Jahren ganz Mitteleuropa eroberte. Noch raumgreifender erfolgte der Einfall der Lindenminiermotte, die aus Japan kommend ebenfalls in wenigen Jahren ganz Sibirien überwand und mittlerweile in weiten Teilen Europas etabliert ist. In Salzburg wurde sie erstmals im Jahr 2008 festgestellt.
    
Schmetterlinge findet man in Salzburg fast das ganze Jahr über. Wanderfalter, wie der Admiral, versuchen noch an warmen Oktober- und Novembertagen wieder in den Süden zurückzukehren. Und manche Frostspanner kommen überhaupt erst im November und Dezember zum Vorschein, solange es am Abend zumindest nicht gefriert. Sie entgehen damit Fledermäusen und den meisten Singvögeln, die zu dieser Jahreszeit Winterschlaf halten bzw. in den Süden gezogen sind. Umgekehrt sind Schneespanner und manche überwinternde Eulen ([[Noctuidae]]) schon im Februar an den ersten frostfreien Abenden wieder unterwegs. Wenig später folgen weitere Überwinterer, wie der Zitronenfalter und auch die ersten Trugmotten ([[Eriocraniidae]]) schlüpfen um diese Zeit. Die Anzahl der Generationen ist sehr unterschiedlich. Während einige Arten überhaupt nur alle zwei Jahre als Imagines zu finden sind (besonders Hochgebirgsarten, die ja nur eine kurze Entwicklungszeit im Hochsommer zur Verfügung haben), bilden die meisten Arten ein oder zwei Generationen pro Jahr aus. Manche "Haustiere", wie die Kleidermotte, die sich in geheizten Räumen das ganze Jahr hindurch entwickeln können, bringen es aber auch auf mehr als 5 Generationen im Jahr.
 
Schmetterlinge findet man in Salzburg fast das ganze Jahr über. Wanderfalter, wie der Admiral, versuchen noch an warmen Oktober- und Novembertagen wieder in den Süden zurückzukehren. Und manche Frostspanner kommen überhaupt erst im November und Dezember zum Vorschein, solange es am Abend zumindest nicht gefriert. Sie entgehen damit Fledermäusen und den meisten Singvögeln, die zu dieser Jahreszeit Winterschlaf halten bzw. in den Süden gezogen sind. Umgekehrt sind Schneespanner und manche überwinternde Eulen ([[Noctuidae]]) schon im Februar an den ersten frostfreien Abenden wieder unterwegs. Wenig später folgen weitere Überwinterer, wie der Zitronenfalter und auch die ersten Trugmotten ([[Eriocraniidae]]) schlüpfen um diese Zeit. Die Anzahl der Generationen ist sehr unterschiedlich. Während einige Arten überhaupt nur alle zwei Jahre als Imagines zu finden sind (besonders Hochgebirgsarten, die ja nur eine kurze Entwicklungszeit im Hochsommer zur Verfügung haben), bilden die meisten Arten ein oder zwei Generationen pro Jahr aus. Manche "Haustiere", wie die Kleidermotte, die sich in geheizten Räumen das ganze Jahr hindurch entwickeln können, bringen es aber auch auf mehr als 5 Generationen im Jahr.
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===Artenzahlen in Salzburg===
 
===Artenzahlen in Salzburg===
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Die folgende Aufstellung wurde Embacher et al. entnommen. Sie ist nur als vorläufig anzusehen, da einerseits einige Gruppen in Salzburg noch nie systematisch bearbeitet wurden, andererseits, wie oben ausgeführt, immer auch wieder neue Arten in Salzburg einwandern. Zudem wuren viele Arten bisher nicht gezielt gesucht und dadurch einfach übersehen.
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Die folgende Aufstellung wurde Embacher et al. entnommen. Sie ist nur als vorläufig anzusehen, da einerseits einige Gruppen in Salzburg noch nie systematisch bearbeitet wurden, andererseits, wie oben ausgeführt, immer auch wieder neue Arten in Salzburg einwandern. Zudem wurden viele Arten bisher nicht gezielt gesucht und dadurch einfach übersehen.
    
[[Micropterigidae]] 7
 
[[Micropterigidae]] 7