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Wiedereröffnung der Klamm am 11. Juni 2020!
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[[Datei:Liechtensteinklamm Sankt Johann 01.jpg|thumb|Treppenanlage "''Helix''"]]
[[Datei:Liechtensteinklamm.jpg|thumb|Blick in die Klamm]]{{Googlemapsort|Liechtensteinklamm}}
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{{Googlemapsort|Liechtensteinklamm}}
[[Datei:Liechtensteinklamm_02.jpg|thumb|Blick in die Klamm]]
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[[Datei:Liechtensteinklamm Sankt Johann 02.jpg|thumb|Liechtensteinklamm]]
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[[Datei:Liechtensteinklamm Sankt Johann 03.jpg|thumb|Blick auf die Große Arl]]
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[[Datei:Liechtensteinklamm Sankt Johann 04.jpg|thumb|Aussichtsplattform mit Blick auf den Wasserfall]]
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[[Datei:Liechtensteinklamm Sankt Johann 06.jpg|thumb|Aussichtsplattform]]
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[[Datei:Liechtensteinklamm Sankt Johann 10.jpg|thumb|tobendes Wildwasser]]
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[[Datei:Liechtensteinklamm Sankt Johann 11.jpg|thumb|Blick in das vom Großarler Gebirgsbach über Jahrtausende durch den Felsen gefressene Bachbett]]
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[[Datei:Liechtensteinklamm Sankt Johann 12.jpg|thumb|In einer Felsnische verlaufender Besuchersteg]]
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[[Datei:Gasthof Klammwirtin.jpg|thumb|Gasthof Klammwirtin im Eingangsbereich der Liechtensteinklamm]]
 
Die '''Liechtensteinklamm''' befindet sich im südlichen Stadtgebiet von [[St. Johann im Pongau]] am Eingang zum [[Großarltal]] an der [[Große Arl|Großen Arl]].
 
Die '''Liechtensteinklamm''' befindet sich im südlichen Stadtgebiet von [[St. Johann im Pongau]] am Eingang zum [[Großarltal]] an der [[Große Arl|Großen Arl]].
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==Geschichte==
 
==Geschichte==
===Allgemeines===
   
Es hatte mehrerer Anläufe bedurft, bis diese wildromantische Klamm [[1875]] von Mitgliedern des [[Pongau]]er [[Alpenverein]]s für Publikum erschlossen werden konnte. Baumeister war der Tiroler Alois Larcher aus Grins-Pians bei Landeck. Im Laufe der Arbeiten aber ging den Männern das Geld aus. Auch weil die Arbeiter für ihre gefährliche Tätigkeit mehr Lohn forderten. Zwar wurden 1.000 [[Gulden]] über Anteilsscheine gesammelt, aber es war immer noch zu wenig. In ihrer Not wandten sie sich an [[Johann II. von Liechtenstein|Fürst Johann II. von Liechtenstein]], der im nahen [[Großarl]] eine Jagdwirtschaft betrieb. Bei einem Empfang in [[Zell am See]] wandte sich eine Delegation aus St. Johann an ihn mit der Bitte um eine finanzielle Unterstützung. Spontan erklärte sich der Fürst zu einer  Spende von 600 Gulden bereit, mit der das Werk [[1876]] vollendet werden konnte. Als Dank dafür war dann auch für die bedeutendste Schlucht der österreichischen Alpen der Namensgeber gefunden: Die Liechtensteinklamm.
 
Es hatte mehrerer Anläufe bedurft, bis diese wildromantische Klamm [[1875]] von Mitgliedern des [[Pongau]]er [[Alpenverein]]s für Publikum erschlossen werden konnte. Baumeister war der Tiroler Alois Larcher aus Grins-Pians bei Landeck. Im Laufe der Arbeiten aber ging den Männern das Geld aus. Auch weil die Arbeiter für ihre gefährliche Tätigkeit mehr Lohn forderten. Zwar wurden 1.000 [[Gulden]] über Anteilsscheine gesammelt, aber es war immer noch zu wenig. In ihrer Not wandten sie sich an [[Johann II. von Liechtenstein|Fürst Johann II. von Liechtenstein]], der im nahen [[Großarl]] eine Jagdwirtschaft betrieb. Bei einem Empfang in [[Zell am See]] wandte sich eine Delegation aus St. Johann an ihn mit der Bitte um eine finanzielle Unterstützung. Spontan erklärte sich der Fürst zu einer  Spende von 600 Gulden bereit, mit der das Werk [[1876]] vollendet werden konnte. Als Dank dafür war dann auch für die bedeutendste Schlucht der österreichischen Alpen der Namensgeber gefunden: Die Liechtensteinklamm.
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[[1988]] stürzte der bekannte Alpinist und Sportkletterer [[Thomas Bubendorfer]] in der Liechtensteinklamm bei Werbeaufnahmen ab und verletzte sich schwer.
 
[[1988]] stürzte der bekannte Alpinist und Sportkletterer [[Thomas Bubendorfer]] in der Liechtensteinklamm bei Werbeaufnahmen ab und verletzte sich schwer.
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Im Winter 2011/12 entstand auf 500 Quadratmetern ein Besucherzentrum beim Eingang zur Klamm. Kassa, Drehkreuze, Kiosk und Souvenirladen, Gastwirtschaft mit Gartenbetrieb, Küche, Technik und Kühlräume, Toiletten, Wohnräume für Pächter und Personal, Büro, Platzvorsorge für Ausstellungen und ein Kinderspielraum wurden um 1,7 Millionen Euro errichtet. Davon befinden sich 300 m² oberirdisch, der Rest unterirdisch, was aufgrund der Flächenwidmung (Grünland) notwendig war.  
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Im Winter 2011–2012 entstand auf 500 Quadratmetern ein Besucherzentrum beim Eingang zur Klamm. Kassa, Drehkreuze, Kiosk und Souvenirladen, Gastwirtschaft mit Gartenbetrieb, Küche, Technik und Kühlräume, Toiletten, Wohnräume für Pächter und Personal, Büro, Platzvorsorge für Ausstellungen und ein Kinderspielraum wurden um 1,7 Millionen Euro errichtet. Davon befinden sich 300 m² oberirdisch, der Rest unterirdisch, was aufgrund der Flächenwidmung (Grünland) notwendig war.  
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Im Sommer wird seit einigen Jahren ein besonderes mystisches Ereignis angeboten: "Liechtensteinklamm im Fackelschein“. Untermalt von den Klängen klassischer Musik können die Besucher durch die mit Fackeln beleuchtete Klamm bis zum Wasserfall wandern.  
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Im Sommer wird seit einigen Jahren ein besonderes mystisches Ereignis angeboten: "Liechtensteinklamm im Fackelschein". Untermalt von den Klängen klassischer Musik können die Besucher durch die mit Fackeln beleuchtete Klamm bis zum Wasserfall wandern.  
    
Die Klamm zählt durchschnittlich 150&nbsp;000 Besucher jährlich, 2012 waren es über 170&nbsp;000.<br />
 
Die Klamm zählt durchschnittlich 150&nbsp;000 Besucher jährlich, 2012 waren es über 170&nbsp;000.<br />
 
[[2015]] konnte die Klamm mit ihrem bisher besten Saisonergebnis abschließen. Von Mai bis Oktober wurden 189&nbsp;594 Gäste gezählt. Mit diesem Rekordergebnis in nur 5&nbsp;Monaten ist die Liechtensteinklamm die meist besuchte Sehenswürdigkeit im Pongau.<ref>St. Johann Journal, Dezember 2015</ref> <br />
 
[[2015]] konnte die Klamm mit ihrem bisher besten Saisonergebnis abschließen. Von Mai bis Oktober wurden 189&nbsp;594 Gäste gezählt. Mit diesem Rekordergebnis in nur 5&nbsp;Monaten ist die Liechtensteinklamm die meist besuchte Sehenswürdigkeit im Pongau.<ref>St. Johann Journal, Dezember 2015</ref> <br />
 
[[2016]] wurde dieses Rekordergebnis eingestellt. Noch vor Saisonende, wurde bereits am am [[9. Oktober]] die Rekordbesucherzahl von 200&nbsp;000 erreicht. <ref>St. Johann Journal, Oktober 2016</ref> Insgesamt durchwanderten in diesem Jahr 210&nbsp;006 Gäste die Liechtensteinklamm. <ref>St. Johann Journal, Dezember 2016</ref>
 
[[2016]] wurde dieses Rekordergebnis eingestellt. Noch vor Saisonende, wurde bereits am am [[9. Oktober]] die Rekordbesucherzahl von 200&nbsp;000 erreicht. <ref>St. Johann Journal, Oktober 2016</ref> Insgesamt durchwanderten in diesem Jahr 210&nbsp;006 Gäste die Liechtensteinklamm. <ref>St. Johann Journal, Dezember 2016</ref>
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Am [[14. Dezember]] [[2020]] stürzte ein 33-jähriger Arbeiter tödlich in der Klamm ab. Der Industriekletterer war mit Felssicherungsarbeiten im hintersten Teil der Klamm beschäftigt, als er plötzlich rund 40 Meter tief in das Bachbett abstürzte. Zwei Arbeiter hörten den Schrei des Mannes, zogen ihn auf eine Sandbank und leisteten Erste Hilfe. Trotz der Reanimationsversuche erlag der [[Kroatien|Kroate]] noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.<ref>[https://www.sn.at/panorama/oesterreich/arbeiter-in-liechtensteinklamm-bei-absturz-toedlich-verletzt-97006822 www.sn.at], 14. Dezember 2020</ref>
    
===Felssturz 2017===
 
===Felssturz 2017===
 
Am [[27. Mai]] [[2017]] ereignete sich ein massiver [[Felssturz]] von der Großarler Landesstraße in die Liechtensteinklamm. Dabei wurden Stege zerstört und 17 Menschen im hinteren Teil der Klamm eingeschlossen. Diese wurden von der Bergrettung über Notsteige geborgen. Es blieben alle unverletzt. Die Klamm wurde auf unbestimmte Zeit gesperrt. <ref>ORF-Interview mit dem Katastrophenreferenten der Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau, Norbert Passrugger</ref>
 
Am [[27. Mai]] [[2017]] ereignete sich ein massiver [[Felssturz]] von der Großarler Landesstraße in die Liechtensteinklamm. Dabei wurden Stege zerstört und 17 Menschen im hinteren Teil der Klamm eingeschlossen. Diese wurden von der Bergrettung über Notsteige geborgen. Es blieben alle unverletzt. Die Klamm wurde auf unbestimmte Zeit gesperrt. <ref>ORF-Interview mit dem Katastrophenreferenten der Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau, Norbert Passrugger</ref>
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===Sanierung nach dem Felssturz===
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====Sanierung nach dem Felssturz====
 
Nach einem einstimmigen Gemeindevertretungsbeschluss investierte die Gemeinde über 3,5 Millionen Euro in die Sanierung. <ref>[http://www.stjohannimpongau.at/Sanierung_in_der_Liechtensteinklamm_laeuft_auf_Hochdruck Homepage der Stadtgemeinde St. Johann im Pongau]</ref> <br>
 
Nach einem einstimmigen Gemeindevertretungsbeschluss investierte die Gemeinde über 3,5 Millionen Euro in die Sanierung. <ref>[http://www.stjohannimpongau.at/Sanierung_in_der_Liechtensteinklamm_laeuft_auf_Hochdruck Homepage der Stadtgemeinde St. Johann im Pongau]</ref> <br>
 
Die Umsetzung des Liechensteinklammprojektes war eines der umfangreichsten und anspruchsvollsten Bauvorhaben dieser Art in Österreich.
 
Die Umsetzung des Liechensteinklammprojektes war eines der umfangreichsten und anspruchsvollsten Bauvorhaben dieser Art in Österreich.
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Die neuen Tunnel- und Galeriestrecken sowie Aussichtsplattformen und Steganlagen wurden architektonisch an das Landschaftsbild der Klamm angepasst.<br>
 
Die neuen Tunnel- und Galeriestrecken sowie Aussichtsplattformen und Steganlagen wurden architektonisch an das Landschaftsbild der Klamm angepasst.<br>
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[[2020]] wurden noch Restmontagearbeiten für die Stahlbaukonstruktion und Anschlussarbeiten zum bestehenden Weg sowie die jährlich notwendigen Felsräumungsarbeiten durchgeführt. Auf Grund der Situation rund um das [[Infektionskrankheit Covid-19|Corona-Virus]] konnten die Arbeiten im Frühjahr 2020 erst verspätet aufgenommen werden und so musste der ursprünglich geplante Eröffnungstermin neuerlich verschoben werden. Mit der Fertigstellung wird in der zweiten Junihälfte gerechnet.
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[[2020]] wurden noch Restmontagearbeiten für die Stahlbaukonstruktion und Anschlussarbeiten zum bestehenden Weg sowie die jährlich notwendigen Felsräumungsarbeiten durchgeführt. Auf Grund der Situation rund um das [[Infektionskrankheit Covid-19|Coronavirus]] konnten die Arbeiten im Frühjahr 2020 erst verspätet aufgenommen werden und so musste der ursprünglich geplante Eröffnungstermin neuerlich verschoben werden.  
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Am [[11. Juni]] 2020 wurde die Liechtensteinklamm wieder für Besucher geöffnet. Aufgrund der [[Coronapandemie]] war die Anzahl der Besucher, die sich gleichzeitig in der Liechtensteinklamm aufhalten dürfen, begrenzt und es war das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben. Die Sommermonate 2020 brachten trotzdem einen großen Besucheransturm.
    
==Die Klamm heute==
 
==Die Klamm heute==
Mit der Sanierung bekam die Liechtensteinklamm eine neue Attraktion, die zirka 30 Meter hohe spiralförmige Treppenanlage mit dem Namen "Helix". Sie führt in die Tiefe, wo die Besucher atemberaubende Eindrücke des Naturschauspiels erleben können.
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Mit der Sanierung bekam die Liechtensteinklamm eine neue Attraktion, die zirka 30 Meter hohe spiralförmige Treppenanlage mit dem Namen "Helix". Sie führt in die Tiefe, wo die Besucher atemberaubende Eindrücke des Naturschauspiels erleben können. Am [[6. Mai]] [[2021]] wurde das Projekt "Helix-Liechtensteinklamm" mit dem Österreichischen Stahlbaupreis ausgezeichnet.
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2022 schaffte es die Liechtensteinklamm als Vertreter für das Bundesland Salzburg auf Platz 2 der ORF-Sendung "9 Plätze – 9 Schätze", in der jährlich der schönste Platz Österreichs gekürt wird.
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==Öffnungszeiten 2020 <ref>[https://www.josalzburg.com/de/sommer/liechtensteinklamm/oeffnungszeiten-preise Tourismusinfo St.Johann im Pongau]</ref>==
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==Öffnungszeiten 2022==
* 11. Juni 2020 bis 30. September 2020 täglich von 09.00 bis 18.00 Uhr (letzter Einlass: 18.00 Uhr)
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Die Klamm ist bis 31. Oktober von 09.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.
* 1. Oktober 2020 bis voraussichtlich 30. Oktober 2020 täglich von 09.00 bis 16.00 Uhr (letzter Einlass: 16.00 Uhr)
      
==Klammgasthof==
 
==Klammgasthof==
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{{Bildkat|Sanierung Liechtensteinklamm|Bilder vom Tunnelanschlag "Karin Stollen"}}
 
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==Weblinks==
 
==Weblinks==
 
{{homepage|http://www.liechtensteinklamm.at/}}
 
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* St. Johann Journal, Ausgabe Februar 2020
 
* St. Johann Journal, Ausgabe Februar 2020
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====Einzelnachweise====
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==Einzelnachweise==
 
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