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| | == Beschreibung == | | == Beschreibung == |
| − | Mit der Salzburgleitung wird das letzte offene Teilstück in dem für die Stromversorgung Österreichs nötigen Übertragungsnetz (380-kV-Ring) geschlossen. Die zu geringe Kapazität der bestehenden, teilweise 60 Jahre alten Leitungen führt beim Stromtransfer zwischen dem Norden und dem Süden des Landes zu erheblichen Problemen. Erbauer ist die Verbund-[[Austrian Power Grid AG]] (APG), ein Tochterunternehmen des Verbunds. Dieses Unternehmen steht mit 51 Prozent im Eigentum der [[Republik Österreich]].
| + | Die Salzburgleitung ist als Teilstück des 380 KV-Übertragungsnetzes konzipiert. Sie soll einen doppelten Nutzen erfüllen. Einerseits als Element der Energieversorgung Österreichs, anderseits als leistungsfähige "merchant line" zum Transfer großer Strommengen zwischen den Windstrom- und Photovoltaikproduzenten im norddeutschen Raum und dem Pumpspeicherkraftwerkskomplex Kaprun (als Teil des europäischen TEN-Energienetzes). Letztere Aufgabe umfasst laut Vorschrift der Europischen Union mindestens 70 Prozent der transportierten Strommenge. Die zu geringe Kapazität der bestehenden, teilweise 60 Jahre alten Leitungen führt beim Stromtransfer zu erheblichen Problemen. Diese haben sich im Zuge der [[Energiewende]] erheblich verstärkt. Erbauer ist die [[Austrian Power Grid AG]] (APG), ein Tochterunternehmen der Verbund-AG. Dieses Unternehmen steht mit 51 Prozent im Eigentum der [[Republik Österreich]], weitere 30 Prozent befinden sich im Eigentum von Landesenergieversorgern. |
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| − | 142 Kilometer Kabel will die ''Austrian Power Grid'' zwischen den beiden Gemeinden auf 410 Masten aufhängen. Der Trassenkorridor führt direkt vorbei an ein paar Häusern in [[Fusch an der Großglocknerstraße]], durch [[Kuchl]], über ein [[Natura 2000]]-Gebiet bei [[Bad Vigaun]], an einer neu errichteten Wohnsiedlung in [[Elsbethen]] und über den [[Nockstein]]. 203 Häuser werden weniger als 200 Meter von der 380-kV-Leitung entfernt sein, weitere 300 liegen näher als 400 Meter. Das sind die Abstände, die das [[Landeselektrizitätsgesetz]] (LEG) für Häuser bzw. Siedlungen vorschreibt. | + | 142 Kilometer Leiterseile will die ''Austrian Power Grid'' zwischen den beiden Gemeinden auf 410 Masten aufhängen. Der Trassenkorridor führt direkt vorbei an ein paar Häusern in [[Fusch an der Großglocknerstraße]], durch [[Kuchl]], über ein [[Natura 2000]]-Gebiet bei [[Bad Vigaun]], an einer neu errichteten Wohnsiedlung in [[Elsbethen]] und über den [[Nockstein]]. 203 Häuser werden weniger als 200 Meter von der 380-kV-Leitung entfernt sein, weitere 300 liegen näher als 400 Meter. Das werden die Abstände, die das [[Landeselektrizitätsgesetz]] (LEG) für Häuser bzw. Siedlungen vorschreibt, vielfach nicht eingehalten. Aufgrund eines verfahrenstechnischen Kunstgriffes war jedoch das Starkstromwegegesetz des Bundes anzuwenden, das wesentlich geringere Schutzabstände vorsieht. |
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| | Das Projekt zwischen St. Peter am Hart und [[Elixhausen]] im [[Flachgau]]) wurde im März [[2007]] nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung von den Behörden der Länder Oberösterreich und Salzburg genehmigt. Gegen diese Entscheidung wurde von Gegnern der Freileitung berufen, eine endgültige Entscheidung musste der Umweltsenat innerhalb von sechs Monaten treffen. | | Das Projekt zwischen St. Peter am Hart und [[Elixhausen]] im [[Flachgau]]) wurde im März [[2007]] nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung von den Behörden der Länder Oberösterreich und Salzburg genehmigt. Gegen diese Entscheidung wurde von Gegnern der Freileitung berufen, eine endgültige Entscheidung musste der Umweltsenat innerhalb von sechs Monaten treffen. |
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| | Die Salzburgleitung ist durchgehend als Freileitung und größtenteils auf der bereits bestehenden Trasse geplant. Allerdings gibt es einige markante Abweichungen von der Bestandstrasse, z. B. im Bereich [[Heuberg (Koppl)|Heuberg]]-[[Guggenthal]]. Hier soll die Freileitung knapp östlich des Nocksteingipfels über den landschaftsprägenden Höhenrücken geführt werden - ein massiver Landschaftseingriff in einem stark frequentierten Erholungsgebiet im Umkreis der Stadt Salzburg. Eine – auch nur teilweise – unterirdische Verkabelung ist laut den Betreiber aus technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gründen nicht sinnvoll. | | Die Salzburgleitung ist durchgehend als Freileitung und größtenteils auf der bereits bestehenden Trasse geplant. Allerdings gibt es einige markante Abweichungen von der Bestandstrasse, z. B. im Bereich [[Heuberg (Koppl)|Heuberg]]-[[Guggenthal]]. Hier soll die Freileitung knapp östlich des Nocksteingipfels über den landschaftsprägenden Höhenrücken geführt werden - ein massiver Landschaftseingriff in einem stark frequentierten Erholungsgebiet im Umkreis der Stadt Salzburg. Eine – auch nur teilweise – unterirdische Verkabelung ist laut den Betreiber aus technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gründen nicht sinnvoll. |
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| − | Die Gegner der Freileitung fordern eine – zumindest teilweise – Verkabelung und berufen sich darauf, dass es weltweit zahlreiche Beispiele für unterirdische Verkabelungen von Leitungen mit 380 kV und mehr gibt. Die Betreiber der Salzburgleitung verweisen darauf, dass es sich bei den angeführten Fallbeispielen um Versorgungsleitungen (z. B. großer Städte) handelt, deren Kapazität bei einem Ausfall durch eine Vielzahl paralleler Zuleitungen ersetzt werden kann. Bei der Salzburgleitung handelt es sich jedoch um eine Übertragungsleitung. Bei einer Panne bestehe die Gefahr eines österreich- oder europaweiten ''Black-outs''. Die Reparatur einer unterirdischen Kabelleitung dauert im Schnitt zwanzig Mal so lange wie die einer Freileitung. | + | Die Gegner der Freileitung fordern eine – zumindest teilweise – Verkabelung und berufen sich darauf, dass es weltweit zahlreiche Beispiele für unterirdische Verkabelungen von Leitungen mit 380 kV und mehr gibt. Die Betreiber der Salzburgleitung verweisen darauf, dass es sich bei den angeführten Fallbeispielen um Versorgungsleitungen (z. B. großer Städte) handele, deren Kapazität bei einem Ausfall durch eine Vielzahl paralleler Zuleitungen ersetzt werden könne. Bei der Salzburgleitung handelt es sich jedoch um eine Übertragungsleitung. Bei einer Panne bestehe die Gefahr eines österreich- oder europaweiten ''Black-outs''. Auch sei die Reparatur einer unterirdischen Kabelleitung wesentlich aufwendiger und zeitraubender als die einer Freileitung. Neuere Studien relativieren diese Problematik aber deutlich. |
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| | Bereits am [[28. Jänner]] [[2008]] hatte Dipl.-Ing. [[Jörg Zillmer]] dem [[Salzburger Landtag]] ein Gutachten über die umstrittene 380-Kilovolt-Leitung vorgestellt. Darin kam er zum Schluss, dass eine unterirdische Teilverkabelung der Leitung sinnvoll und machbar ist. | | Bereits am [[28. Jänner]] [[2008]] hatte Dipl.-Ing. [[Jörg Zillmer]] dem [[Salzburger Landtag]] ein Gutachten über die umstrittene 380-Kilovolt-Leitung vorgestellt. Darin kam er zum Schluss, dass eine unterirdische Teilverkabelung der Leitung sinnvoll und machbar ist. |
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| | + | * Diverse Vorträge zur Erdkabeltechnik: [http://www.ig-erdkabel.at/de/technik/vortraege.html] |
| | * [http://www.fairkabeln.at], Offizieller Webauftritt von fairkabeln | | * [http://www.fairkabeln.at], Offizieller Webauftritt von fairkabeln |
| | {{homepage|http://www.salzburgleitung.at}} | | {{homepage|http://www.salzburgleitung.at}} |