Altstadt von Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

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Aus der Zeit der '''1. Stadtbefestigung''' (um 1280) stammen:
Aus der Zeit der '''1. Stadtbefestigung''' (um 1280) stammen:


* Stadtmauerreste in Altstadthäusern (nicht zugänglich; etwa im Keller des Rathauses)   
* Stadtmauerreste in Altstadthäusern (nicht zugänglich; etwa im Keller des [[Rathaus]]es)   
* Der ''Rote Turm'' (heute Villa Frey) und der ''Lambergturm'' am Mönchsberg (beide heute stark verändert) und weitere Wehrtürme auf dem Mönchsberg (Richterhöhe).
* Der ''Rote Turm'' (heute Villa Frey) und der ''Lambergturm'' am [[Mönchsberg]] (beide heute stark verändert) und weitere Wehrtürme auf dem Mönchsberg (Richterhöhe).
* Wehrmauern beim Kloster Nonnberg und Nonnbergtor (Stadttor)  
* Wehrmauern beim [[Stift Nonnberg]] und Nonnbergtor (Stadttor)  


Aus der Zeit der '''2. Stadtbefestigung''' (etwa 1470-1490) stammen:
Aus der Zeit der '''2. Stadtbefestigung''' (etwa 1470-1490) stammen:
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Aus der Zeit der '''3. Stadtbefestigung''' (um 1620-1648, der Zeit des Dreißigjährigen Krieges) stammen:
Aus der Zeit der '''3. Stadtbefestigung''' (um 1620-1648, der Zeit des Dreißigjährigen Krieges) stammen:


* Müllner Schanze als dreistufige Wehranlage mit Augustinerpforte und Monika-Pforte und nächstgelegen dem Gstätten-Kavalier (Humboldt-Terrasse). Der vordere Wehrgraben ist heute zugeschüttet und durch einen serpentinenartigen Straßenneubau stark beeinträchtigt.   
* [[Mülln]]er Schanze als dreistufige Wehranlage mit Augustinerpforte und Monika-Pforte und nächstgelegen dem Gstätten-Kavalier (Humboldt-Terrasse). Der vordere Wehrgraben ist heute zugeschüttet und durch einen serpentinenartigen Straßenneubau stark beeinträchtigt.   
* durchgehender Wehrmauernzug und skarpierte Felsen des Mönchsbergs (in der ersten Anlage älter) mit Wehrtürmen des Lodronschen Zwingers der heutigen Richterhöhe     
* durchgehender Wehrmauernzug und skarpierte Felsen des Mönchsbergs (in der ersten Anlage älter) mit Wehrtürmen des Lodronschen Zwingers der heutigen Richterhöhe     
* Die „Katze“ (in der ersten Anlage älter)   
* Die „Katze“ (in der ersten Anlage älter)   
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=== Domplatz mit der Mariensäule ===
=== Domplatz mit der Mariensäule ===
Der allseitig geschlossene Platz vor der Domfassade ist durch Arkaden, den von Giovanni Antonio Darios errichteten "Dombögen" mit dem Residenzplatz und dem Kapitelplatz, sowie mit weiteren Arkaden mit der Franziskanergasse verbunden. Südseitig schließt der Konventtraktes des Stiftes St. Peter an, nordseitig die Alte Residenz.  
Der allseitig geschlossene Platz vor der Domfassade ist durch Arkaden, den von Giovanni Antonio Darios errichteten "Dombögen" mit dem [[Residenzplatz]] und dem [[Kapitelplatz]], sowie mit weiteren Arkaden mit der Franziskanergasse verbunden. Südseitig schließt der Konventtraktes des [[Erzstift St. Peter|Stiftes St. Peter]] an, nordseitig die Alte Residenz.  


'''Die Mariensäule'''
'''Die Mariensäule'''
1776 bis 1771 wurde von [[Wolfgang Hagenauer]] und [[Johann Baptist Hagenauer]] aus Blei eine auf einem Wolkenberg und einer Weltkugel thronende Statue der Maria Immaculata errichtet, die an den vier Seiten von je einer allegorischen Figur (Engel, Teufel, Wahrheit und Kirche) umgeben ist. An den Sockelwänden finden sich Büste und Wappen des Erbauers, Erzbischof [[Sigismundus Christoph von Schrattenbach|Sigmund Graf Schrattenbach]] und weitere allegorische Darstellungen. Tafeln erklären hier auch den Zusammenhang der Figuren.  
[[1776]] bis [[1771]] wurde von [[Wolfgang Hagenauer]] und [[Johann Baptist Hagenauer]] aus Blei eine auf einem Wolkenberg und einer Weltkugel thronende Statue der Maria Immaculata errichtet, die an den vier Seiten von je einer allegorischen Figur (Engel, Teufel, Wahrheit und Kirche) umgeben ist. An den Sockelwänden finden sich Büste und Wappen des Erbauers, Erzbischof [[Sigismundus Christoph von Schrattenbach|Sigmund Graf Schrattenbach]] und weitere allegorische Darstellungen. Tafeln erklären hier auch den Zusammenhang der Figuren.  
Die Marienstatue wird im Blick von den Arkaden der Franziskanergasse mit der - schon früher angebrachten Krone bekrönt, die von zwei Engeln getragen auf der Domfassade angebracht ist.  
Die Marienstatue wird im Blick von den Arkaden der Franziskanergasse mit der - schon früher angebrachten Krone bekrönt, die von zwei Engeln getragen auf der Domfassade angebracht ist.  


Am Domplatz vor der Domfassade finden im Rahmen der Salzburger Festspiele seit 1920 alljährlich die Aufführungen des "[[Jedermann]]" von [[Hugo von Hofmannsthal]] statt.
Am Domplatz vor der Domfassade finden im Rahmen der [[Salzburger Festspiele]] seit [[1920]] alljährlich die Aufführungen des "[[Jedermann]]" von [[Hugo von Hofmannsthal]] statt.


=== Kapitelplatz mit Kapitelschwemme ===
=== Kapitelplatz mit Kapitelschwemme ===


Der weitläufige Platz blickt gegen Süden zum Dom, gegen Osten zur Domprobstei und zum Erzbischöflichen Palais und nach Süden zur Festung und zur Kapitelschwemme. Dahinter schließen Kardinal-Schwarzenberghaus, Domkapitel und der Mühlenhof des Stiftes St. Peter an. Im Westen des Platzes folgt der Noviziattrakt des Stiftes St. Peter.  
Der weitläufige Platz blickt gegen Süden zum Dom, gegen Osten zur Domprobstei und zum [[Erzbischöfliches Palais|Erzbischöflichen Palais ]]und nach Süden zur [[Festung Hohensalzburg|Festung]] und zur [[Kapitelschwemme]]. Dahinter schließen Kardinal-Schwarzenberghaus, [[Salzburger Dom|Domkapitel]] und der Mühlenhof des [[Erzstift St. Peter|Stiftes St. Peter]] an. Im Westen des Platzes folgt der Noviziattrakt des Stiftes St. Peter.  


'''Kardinal-Schwarzenberg-Haus:'''
'''Kardinal-Schwarzenberg-Haus:'''
Das ehemalige ''Granarium'', der fürsterzbischöfliche Kornspeicher wurde kürzlich zu einem ''Speicher des Wissens'' umgestaltet und nach dem späteren Kardinal Erzbischof Friedrich Fürst zu Schwarzenberg (1809-1880) benannt. Im Speicher des Wissens befindet sich neben dem Domarchiv und Räumen für das Dommuseum auch ein großer zeitgemäßer Übe-Raum für die Dommusik.  
Das ehemalige ''Granarium'', der fürsterzbischöfliche Kornspeicher wurde kürzlich zu einem ''Speicher des Wissens'' umgestaltet und nach dem späteren Kardinal Erzbischof [[Friedrich Johannes Jacob Cölestin von Schwarzenberg|Friedrich Fürst zu Schwarzenberg]] ([[1809]] - [[1880]]) benannt. Im Speicher des Wissens befindet sich neben dem Domarchiv und Räumen für das [[Dommuseum]] auch ein großer zeitgemäßer Übe-Raum für die Dommusik.  


'''Domprobstei:'''
'''Domprobstei:'''
Sie wurde unter Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau ]] um 1600 erbaut ist ein stattlicher Bau mit einer siebenachsigen Front und dadurch ein beherrschender Teil des Platzes. Die Einfahrtshalle zur Kapitelgasse mit ihren toskanischen Säulen stammt vermutlich auch aus der Zeit Wolf Dietrichs. Das Ruskikaportal zum Kapitelplatz wurde erst 1977 wieder freigelegt und teilweise rekonstruiert.     
Sie wurde unter Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau ]] um [[1600]] erbaut ist ein stattlicher Bau mit einer siebenachsigen Front und dadurch ein beherrschender Teil des Platzes. Die Einfahrtshalle zur Kapitelgasse mit ihren toskanischen Säulen stammt vermutlich auch aus der Zeit Wolf Dietrichs. Das Ruskikaportal zum [[Kapitelplatz]] wurde erst [[1977]] wieder freigelegt und teilweise rekonstruiert.     


'''Erzbischöfliches Palais:'''
'''Erzbischöfliches Palais:'''
Dieser Bau ist aus dem Zusammenschluss von zwei ursprünglich getrennten Kanonikalhöfen um 1690 entstanden. Im 19. Jahrhundert war hier die Residenz der Erzbischöfe. Das Portal wird von einem Wappen von Erzbischof Josef von Tarnoczy geziert. Das alte Portal zur Kapitelgasse trug ein Wappen von [[Markus Sittikus]] (1693).
Dieser Bau ist aus dem Zusammenschluss von zwei ursprünglich getrennten Kanonikalhöfen um [[1690]] entstanden. Im [[19. Jahrhundert]] war hier die Residenz der Erzbischöfe. Das Portal wird von einem Wappen von Erzbischof [[Josef von Tarnoczy]] geziert. Das alte Portal zur Kapitelgasse trug ein Wappen von [[Markus Sittikus Graf Hohenems|Markus Sittikus]] ([[1693]]).
   
   
'''Kapitelschwemme:'''
'''Kapitelschwemme:'''
Diese Pferdeschwemme stammt in der Anlage aus dem 17. Jahrhundert (einst mit dem Flügelross [[Pegasus]]) und wurde 1732 unter Erzbischof [[Leopold Anton Graf von Firmian |Firmian]] neu errichtet. Sie ist von einer marmornen Balustrade eingefasst und besitzt eine dem Brunnenhaus vorgebaute Nischenarchitektur. Doppelpilaster tragen hier eine hohe Rundbogennische, in der als monumentale Skulptur der Meeresgott Neptun mit Dreizack und Krone auf einem wasserspeienden Meeresross dargestellt wird. Diese Skulptur stammt von [[Josef Anton Pfaffinger]]. Die zwei seitlichen ebenfalls wasserspeienden [[Triton]]e stammen von 1691. Über dem Schaugebälg findet sich ein [[Chronogramm]] mit dem Prunkwappen von Erzbischof Firmian.
Diese Pferdeschwemme stammt in der Anlage aus dem [[17. Jahrhundert]] (einst mit dem Flügelross [[Pegasus]]) und wurde [[1732]] unter Erzbischof [[Leopold Anton Graf von Firmian |Firmian]] neu errichtet. Sie ist von einer marmornen Balustrade eingefasst und besitzt eine dem Brunnenhaus vorgebaute Nischenarchitektur. Doppelpilaster tragen hier eine hohe Rundbogennische, in der als monumentale Skulptur der Meeresgott Neptun mit Dreizack und Krone auf einem wasserspeienden Meeresross dargestellt wird. Diese Skulptur stammt von [[Josef Anton Pfaffinger]]. Die zwei seitlichen ebenfalls wasserspeienden [[Triton]]e stammen von [[1691]]. Über dem Schaugebälg findet sich ein [[Chronogramm]] mit dem Prunkwappen von Erzbischof Firmian.


=== Residenzplatz mit Residenzbrunnen ===
=== Residenzplatz mit Residenzbrunnen ===


Der Residenzplatz (in seiner heutigen Größe) ist unter Schleifung von Bürgerhäusern und Entfernung des alten Domfriedhofes durch Erzbischof Wolf Dietrich entstanden und ist ein repräsentativer prunkvoller Vorplatz der fürsterzbischöflichen Residenz. Er wird im Westen von der Alten Residenz, im Osten von der Neuen Residenz mit dem kunstvollen Glockenspiel und im Süden vom Dom begrenzt. Im Norden schließen in einer geschlossenen Fassade Bürgerhäuser an, die im Kern auf mittelalterliche Bauten zurückgehen.  
Der [[Residenzplatz]] (in seiner heutigen Größe) ist unter Schleifung von Bürgerhäusern und Entfernung des alten Domfriedhofes durch Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrich]] entstanden und ist ein repräsentativer prunkvoller Vorplatz der fürsterzbischöflichen Residenzen. Er wird im Westen von der [[Alte Residenz|Alten Residenz]], im Osten von der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]] mit dem kunstvollen [[Glockenspiel]] und im Süden vom [[Salzburger Dom|Dom]] begrenzt. Im Norden schließen in einer geschlossenen Fassade Bürgerhäuser an, die im Kern auf mittelalterliche Bauten zurückgehen.  


'''Der Residenzbrunnen''' ist ein monumentaler Brunnen, der zwischen 1656 und 1661 im Auftrag von Erzbischof [[Guidobald von Thun]] geschaffen wurde und wohl von ''Tommaso di Garona'' ausgeführt wurde. Das untere Brunnenbecken auf allseitigen stufenartigen Sockeln ist vierseitig symmetrisch und besitzt eine ausgebogene und geknickte barocke Formgebung. Ein mittiger Felsen darauf ist von vier wasserspeienden Meerrossen umgeben. Der Felsen trägt vier nackte athletische Männer mit einer weiteren flachen Wasserschale, in denen drei Delphine wiederum ein flaches Wasserbecken halten. Dieses oberste Becken trägt einen Trioton, der aus einer Tritonschnecke Wasser senkrecht in die Luft stößt.
'''Der Residenzbrunnen''' ist ein monumentaler Brunnen, der zwischen [[1656]] und [[1661]] im Auftrag von Erzbischof [[Guidobald Graf von Thun]] geschaffen wurde und wohl von ''Tommaso di Garona'' ausgeführt wurde. Das untere Brunnenbecken auf allseitigen stufenartigen Sockeln ist vierseitig symmetrisch und besitzt eine ausgebogene und geknickte barocke Formgebung. Ein mittiger Felsen darauf ist von vier wasserspeienden Meerrossen umgeben. Der Felsen trägt vier nackte athletische Männer mit einer weiteren flachen Wasserschale, in denen drei Delphine wiederum ein flaches Wasserbecken halten. Dieses oberste Becken trägt einen Trioton, der aus einer Tritonschnecke Wasser senkrecht in die Luft stößt.


=== Mozartplatz und Waagplatz ===
=== Mozartplatz und Waagplatz ===
   
   
Der Mozartplatz ist ein repräsentativer rechteckiger Platz vor der Neuen Residenz, der durch den Abbruch verschiedene Bürgerhäuser unter Wolf Dietrich von Raitenau angelegt wurde. Das Haus 4 ist der ehemalige Stadtpalais des Adelsgeschlechtes Rehlingen. Daran schließt das 1620 erbaute niedrige Imhofstöckl an. Die Häuser Mozartplatz 8,9 und 10 mit ihrer einheitlichen Fassade sind ehemalige Kanonikalhäuser aus dem 17-. Jahrhundert. Das Haus 9 trägt das Wappen von Sigismund von Schrattenbach. Unter dem Mozartplatz wurde bei der Aufstellung der Mozartstatue ein großes Mosaik des Archeloos mit einem Athlethenkampfbild geborgen. In der Mitte des Platz steht heute auf einem hohen Sockel das Denkmal von Wolfgang Amadeus Mozart, das 1842 von Ludwig Schwanthaler geschaffen wurde und von Johann Stiglmaier gegossen.  
Der [[Mozartplatz]] ist ein repräsentativer rechteckiger Platz vor der Neuen Residenz, der durch den Abbruch verschiedene Bürgerhäuser unter [[Wolf Dietrich von Raitenau]] angelegt wurde. Das Haus Nr. 4 ist der ehemalige Stadtpalais des Adelsgeschlechtes Rehlingen. Daran schließt das [[1620]] erbaute niedrige Imhofstöckl an. Die Häuser Mozartplatz 8,9 und 10 mit ihrer einheitlichen Fassade sind ehemalige Kanonikalhäuser aus dem [[17. Jahrhundert]]. Das Haus Nr. 9 trägt das Wappen von [[Sigismund Christian Graf Schrattenbach|Sigismund von Schrattenbach]]. Unter dem Mozartplatz wurde bei der Aufstellung der Mozartstatue ein großes Mosaik des Archeloos mit einem Athlethenkampfbild geborgen. In der Mitte des Platz steht heute auf einem hohen Sockel das Denkmal von [[Wolfgang Amadeus Mozart]], das [[1842]] von [[Ludwig Schwanthaler]] geschaffen wurde und von [[Johann Stiglmaier]] gegossen.  


Der im Nordwesten angrenzende kleine '''Waagplatz''' ist ein unregelmäßiger Platz, der ursprünglich als ältester Marktplatz und Gerichtspatz diente. Das Haus Waagplatz 1 wurde nach 1328 Gerichtsgebäude und später Stadttrinkstube. Die dortigen Bürgerhäuser stammen im Kern aus dem Mittelalter. Das Waaghaus (Waagpl. 3) war vor 1328 Gerichtsgebäude, der heutige Bau stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Der im Nordwesten angrenzende kleine '''Waagplatz''' ist ein unregelmäßiger Platz, der ursprünglich als ältester Marktplatz und Gerichtspatz diente. Das Haus Waagplatz 1 wurde nach [[1328]] Gerichtsgebäude und später Stadttrinkstube. Die dortigen Bürgerhäuser stammen im Kern aus dem Mittelalter. Das Waaghaus (Waagpl. 3) war vor [[1328]] Gerichtsgebäude, der heutige Bau stammt aus dem [[17. Jahrhundert]].


=== Getreidegasse ===
=== Getreidegasse ===


Diese uralte Gasse liegt in der Altstadt und ist heute Salzburgs berühmteste Einkaufsstraße. Ihr besonderer Charakter ergibt sich auch durch die zahlreichen schmiedeeisernen Zunftzeichen. Die Getreidegasse war bereits zur Römerzeit ein bedeutender Verkehrsweg und einzige Verkehrsader durch die Stadt, die nach Norden bzw. Westen an dem heutigen Schloss Klessheim bzw. am heutigen Liefering in heutige Bayern führte. Im Mittelalter wurde die Straße erstmals 1150 als „Trabegasse“ erwähnt. (Das Wort leitet sich vom Traben der Pferde her und nicht vom Getreide). Gereinigt wurde die belebte Getreidegasse im Mittelalter einmal wöchentlich durch das Aufstauen des Almkanals, durch das kurzzeitige Fluten der Gasse, wodurch die Gasse ausgeschwemmt wurde. Ihre Bekanntheit hat die Getreidegasse vor allem Wolfgang Amadeus Mozart zu verdanken, der hier 1756 im Hagenauerhaus (Getreidegasse 9) zur Welt kam.
Diese uralte Gasse liegt in der Altstadt und ist heute Salzburgs berühmteste Einkaufsstraße. Ihr besonderer Charakter ergibt sich auch durch die zahlreichen schmiedeeisernen Zunftzeichen. Die Getreidegasse war bereits zur Römerzeit ein bedeutender Verkehrsweg und einzige Verkehrsader durch die Stadt, die nach Norden bzw. Westen an dem heutigen Schloss Klessheim bzw. am heutigen Liefering in heutige Bayern führte. Im Mittelalter wurde die Straße erstmals [[1150]] als „Trabegasse“ erwähnt.
 
Das Wort leitet sich vom Traben der Pferde her und nicht vom Getreide. Gereinigt wurde die belebte Getreidegasse im Mittelalter einmal wöchentlich durch das Aufstauen des [[Almkanal]]s, durch das kurzzeitige Fluten der Gasse, wodurch die Gasse ausgeschwemmt wurde. Ihre Bekanntheit hat die Getreidegasse vor allem [[Wolfgang Amadeus Mozart]] zu verdanken, der hier [[1756]] im Hagenauerhaus (Getreidegasse 9) zur Welt kam.


=== Kaigasse und Kaiviertel ===
=== Kaigasse und Kaiviertel ===


Das Kaigassenviertel entwickelte sich entlang des einstigen Hauptstraßenzuges vom Domplatz über den Kajetanerplatz über das Erentrudistor (später Kajetanertor) nach Hallein und Berchtesgaden. Die Gasse setzt sich aus mehreren mittelalterlichen Gassen zusammen und  wurde ab dem 12. Jahrhundert allmählich bebaut. Der verwinkelte Straßenzug ergibt sich auch aus einer römischen Tempelanlage (den Göttern Asclepios, Hygieia und Kybele geweiht) die einst zwischen den heutigen Gassen Kaigasse und Krotachgasse stand und dessen Grundmauern 1945-1955 und 1987 ergraben wurden. Das vorspringende Haus Nr. 4 ist aus der ehemaligen Salvatorkirche hervorgegangen, das Haus Nr. 20 (Ecke Herrengasse) aus der ehemaligen Nicolaikirche. Das Haus Nr. 12 ist die ehemalige Domdechantei, in dessen quadratischen Innenhof heute der Traklbrunnen steht, den [[Toni Schneider-Manzell]] 1957 geschaffen hat. In der Pfeifergasse findet sich das Wohnhaus des Komponisten und Organisten [[Paul Hofhaimer]]. Auch [[Paracelsus]] lebte hier einige Jahre. Der dortige Papagenoplatz entstand durch schwere Bombentreffer 1944. Heute steht dort ein hübscher Brunnen, den 1960 die Salzburger Bildhauerin [[Hilde Heger]] geschaffen hat. Im "Chiemseehof", ehemals Sitz der Bischöfe von Chiemsee ist heute der Sitz der Salzburger Landesregierung.
Das Kaigassenviertel entwickelte sich entlang des einstigen Hauptstraßenzuges vom [[Domplatz]] über den [[Kajetanerplatz]] über das Erentrudistor (später Kajetanertor) nach [[Hallein]] und [[Berchtesgaden]]. Die Gasse setzt sich aus mehreren mittelalterlichen Gassen zusammen und  wurde ab dem [[12. Jahrhundert]] allmählich bebaut. Der verwinkelte Straßenzug ergibt sich auch aus einer römischen Tempelanlage (den Göttern Asclepios, Hygieia und Kybele geweiht) die einst zwischen den heutigen Gassen Kaigasse und Krotachgasse stand und dessen Grundmauern 1[[945]]] - [[1955]] und [[1987]] ergraben wurden. Das vorspringende Haus Nr. 4 ist aus der ehemaligen Salvatorkirche hervorgegangen, das Haus Nr. 20 (Ecke Herrengasse) aus der ehemaligen Nicolaikirche. Das Haus Nr. 12 ist die ehemalige Domdechantei, in dessen quadratischen Innenhof heute der [[Georg Trakl|Traklbrunnen]] steht, den [[Toni Schneider-Manzell]] [[1957]] geschaffen hat. In der Pfeifergasse findet sich das Wohnhaus des Komponisten und Organisten [[Paul Hofhaimer]]. Auch [[Paracelsus]] lebte hier einige Jahre. Der dortige Papagenoplatz entstand durch schwere Bombentreffer [[1944]]. Heute steht dort ein hübscher Brunnen, den [[1960]] die Salzburger Bildhauerin [[Hilde Heger]] geschaffen hat. Im "[[Chiemseehof]]", ehemals Sitz der [[Bischöfe von Chiemsee]] ist heute der Sitz der [[Salzburger Landesregierung]].


=== Alter Markt mit Michaelsbrunnen ===
=== Alter Markt mit Michaelsbrunnen ===


Der alte Handelsplatz wurde im Frühmittelalter (13. Jh.) planmäßig angelegt. An diesen städtischen Marktplatz schlossen einst der Milchmarkt und Kräutermarkt, der Rüben- und Krautmarkt und der Hafnermarkt an. Er besteht heute aus stattlichen Zeilen von Bürgerhäusern, deren Kern meist ins Mittelalter reicht, die aber vielfach frühneuzeitlich überprägt sind.  
Der alte Handelsplatz wurde im Frühmittelalter (13. Jh.) planmäßig angelegt. An diesen städtischen Marktplatz schlossen einst der Milchmarkt und Kräutermarkt, der Rüben- und Krautmarkt und der Hafnermarkt an. Er besteht heute aus stattlichen Zeilen von Bürgerhäusern, deren Kern meist ins Mittelalter reicht, die aber vielfach frühneuzeitlich überprägt sind.  
In der Mitte des Alten Marktes steht heute der Marktbrunnen, der urkundlich anstelle eines alten Ziehbrunnens 1488 hier errichtet wurde, als erstmals Wasser vom Gaisberg über die Stadtbrücke bis zum Alten Markt geleitet werden konnte. Das erhaltene achtseitige Brunnenbecken wurde 1685-87 gefertigt und ist ringsum mit einem zwei marmornen Treppenstufen umgeben. Es besitzt [[Akanthus (Ornament)|akanthusgeschmückte]] Eckpfeiler und Rosetten sowie ein zierliches Spiralgitter, das auf das Wasserbecken aufgesetzt ist und von Wolf Guppenberger 1583 geschaffen wurde. Die Brunnensäule trägt ebenso wie das schmiedeeiserne Gitter als städtischer Brunnen das Wappen der Stadt Salzburg. Die Statue an der Spitze der Brunnensäule stellt den Heiligen Florian dar und wurde 1734 von Josef Anton Pfaffinger geschaffen.
In der Mitte des Alten Marktes steht heute der Marktbrunnen, der urkundlich anstelle eines alten Ziehbrunnens [[1488]] hier errichtet wurde, als erstmals Wasser vom [[Gaisberg]] über die Stadtbrücke bis zum Alten Markt geleitet werden konnte. Das erhaltene achtseitige Brunnenbecken wurde [[1685]]-[[1687|87]] gefertigt und ist ringsum mit einem zwei marmornen Treppenstufen umgeben. Es besitzt [[Akanthus (Ornament)|akanthusgeschmückte]] Eckpfeiler und Rosetten sowie ein zierliches Spiralgitter, das auf das Wasserbecken aufgesetzt ist und von [[Wolf Guppenberger]] [[1583]] geschaffen wurde. Die Brunnensäule trägt ebenso wie das schmiedeeiserne Gitter als städtischer Brunnen das Wappen der [[Salzburg|Stadt Salzburg]]. Die Statue an der Spitze der Brunnensäule stellt den Heiligen Florian dar und wurde [[1734]] von [[Josef Anton Pfaffinger]] geschaffen.


== Historische Friedhöfe und Gärten ==
== Historische Friedhöfe und Gärten ==


=== Petersfriedhof ===
=== Petersfriedhof ===
Dieser Friedhof ist neben dem Friedhof des Stiftes Nonnberg die älteste christliche Begräbnisstätte Salzburgs. Er wurde bereits in nachrömisch-antiker Zeit als Begräbnisstätte benützt.  
Der [[Erzstift St. Peter|Petersfriedhof]]ist neben dem Friedhof des [[Stift Nonnberg|Stiftes Nonnberg]] die älteste christliche Begräbnisstätte Salzburgs. Er wurde bereits in nachrömisch-antiker Zeit als Begräbnisstätte benützt.  
Durch seine Lage am Fuß des Festungsberges und sein „malerisches“ Gelände war der Petersfriedhof ein bevorzugtes Thema der Malerei und Dichtung des 19. Jahrhunderts.
 
Durch seine Lage am Fuß des Festungsberges und sein „malerisches“ Gelände war der Petersfriedhof ein bevorzugtes Thema der Malerei und Dichtung des [[19. Jahrhunderts]].
Im Petersfriedhof finden sich in den Berg hinein gehauene sogenannte „Katakomben“. Sie dienten nicht als Begräbnisort und sind vermutlich spätantiken Ursprungs. Hier sind die Gertraudenkapelle und die Maximuskapelle zu finden.
Im Petersfriedhof finden sich in den Berg hinein gehauene sogenannte „Katakomben“. Sie dienten nicht als Begräbnisort und sind vermutlich spätantiken Ursprungs. Hier sind die Gertraudenkapelle und die Maximuskapelle zu finden.


=== Botanischer Garten  (Furtwänglergarten) ===
=== Botanischer Garten  (Furtwänglergarten) ===


Bis ins 16. Jahrhundert befand sich hier ein großer Garten mit einer weitläufigen Obstbaumwiese und Gemüsebeeten, genannt der Frauengarten der St. Peter Frauen oder Frohngarten.  Er diente wesentlichen landwirtschaftlichen Zwecken und reichte von den Häusern der Getreidegasse und der heutigen Sigmund-Haffner-Gasse bis zum Klausentor. Unter Fürsterzbischof Paris Graf Lodron wurde (schon 1617 war ein akademisches Gymnasium errichtet worden) 1622 im Bereich dieses Gartens die Benediktineruniversität unter maßgeblicher Leitung des Stiftes St. Peter errichtet. Von 1632 bis 1820 wurde das Grünareal als Kollegiumsgarten der Universität genutzt. In den Baumgarten hinein wurde 1694-1707 nach Plänen Fischer von Erlachs die Kollegienkirche errichtet, der verkleinerte Baumgarten blieb aber auch danach lange bestehen. Nach Auflassung des Kollegiumsgartens im Jahr 1780 pflegte bis 1820 der Salzburger Kaufmann und der Pflanzensammler Franz Anton Ranfftl einen privaten botanischen Garten und trieb dabei Handel mit seiner Pflanzensamenbörse. Zwischen 1820 und 1941 war der Garten wieder botanischer Garten. 1835 wurde er offiziell zum ''k. k. botanischen Garten'' der medizinisch-chirurgischen Lehranstalt. Die Kustoden betrieben die Anlage bis zum Jahr 1941. In den Nachkriegsjahren wurde endlich der heutige öffentliche Park errichtet, der im Jahre 1954 in posthumer Ehrung der Verdienste des großen Dirigenten [[Wilhelm Furtwängler]] (1886–1954) in ''Wilhelm-Furtwängler-Garten'' umbenannt wurde. Eine Besonderheit sind der große Ginkgobaum und die Tränen-Kiefer, beide um etwa 1850 gepflanzt und Relikte es alten Botanischen Gartens.
Bis ins [[16. Jahrhundert]] befand sich hier ein großer Garten mit einer weitläufigen Obstbaumwiese und Gemüsebeeten, genannt der Frauengarten der [[Petersfrauen|St. Peter Frauen]] oder Frohngarten.  Er diente wesentlichen landwirtschaftlichen Zwecken und reichte von den Häusern der Getreidegasse und der heutigen Sigmund-Haffner-Gasse bis zum Klausentor. Unter Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]] wurde (schon [[1617]] war ein akademisches Gymnasium errichtet worden) [[1622]] im Bereich dieses Gartens die [[Universität|Benediktineruniversität]] unter maßgeblicher Leitung des [[Erzstift St. Peter|Stiftes St. Peter]] errichtet.  
 
Von [[1632]] bis [[1820]] wurde das Grünareal als Kollegiumsgarten der [[Universität]] genutzt. In den Baumgarten hinein wurde [[1694]] bis [[1707]] nach Plänen [[Fischer von Erlach]]s die [[Kollegienkirche]] errichtet, der verkleinerte Baumgarten blieb aber auch danach lange bestehen. Nach Auflassung des Kollegiumsgartens im Jahr [[1780]] pflegte bis [[1820]] der Salzburger Kaufmann und der Pflanzensammler [[Franz Anton Ranfftl]] einen privaten botanischen Garten und trieb dabei Handel mit seiner Pflanzensamenbörse.  
 
Zwischen [[1820]] und [[1941]] war der Garten wieder botanischer Garten. [[1835]] wurde er offiziell zum ''k. k. botanischen Garten'' der medizinisch-chirurgischen Lehranstalt. Die Kustoden betrieben die Anlage bis zum Jahr [[1941]]. In den Nachkriegsjahren wurde endlich der heutige öffentliche Park errichtet, der im Jahre [[1954]] in posthumer Ehrung der Verdienste des großen Dirigenten [[Wilhelm Furtwängler]] ([[1886]] – [[1954]]) in ''Wilhelm-Furtwängler-Garten'' umbenannt wurde. Eine Besonderheit sind der große Ginkgobaum und die Tränen-Kiefer, beide um etwa [[1850]] gepflanzt und Relikte es alten Botanischen Gartens.


== Alte Klöster ==
== Alte Klöster ==
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=== Das Franziskanerkloster ===
=== Das Franziskanerkloster ===


Nach Aufhebung des Klosters der Petersfrauen 1583 stand das dortige Kloster leer. Erzbischof-Coadjutor Georg von Kuenburg rief darauf 1587 zur Fortsetzung der inneren Mission und zur Seelsorge nach Salzburg. Die Gründungspatres kamen dabei aus verschiedenen bayrischen Klöstern. Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] übergab dem neugewidmeten Kloster dann 1592 die alte Stadtpfarkirche, die seither Franziskanerkirche heißt, als neue Ordenskirche. Seit damals sind die Franziskaner als Orden in der Stadt ununterbrochen seelsorgerisch tätig.  
Nach Aufhebung des Klosters der [[Petersfrauen]] [[1583]] stand das dortige Kloster leer. Erzbischof-Coadjutor [[Georg von Kuenburg]] rief darauf [[1587]] zur Fortsetzung der inneren Mission und zur Seelsorge nach Salzburg. Die Gründungspatres kamen dabei aus verschiedenen bayrischen Klöstern. Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] übergab dem neugewidmeten Kloster dann [[1592]] die alte Stadtpfarkirche, die seither Franziskanerkirche heißt, als neue Ordenskirche. Seit damals sind die Franziskaner als Orden in der Stadt ununterbrochen seelsorgerisch tätig.  


Der heutige Klosterbau ist mit einem Bogengang mit der Fransiskanerkirche verbunden. Der gemäß dem Ordensgrundgedanken sehr schlichte Klosterbau fand mit dem Umbau 1686 bis 1689 im Wesentlichen seine heutigen Gestalt. Das Kloster besitzt neben wertvollen Gemälden von Rottmayr auch eine wertvolle Bibliothek.   
Der heutige Klosterbau ist mit einem Bogengang mit der Fransiskanerkirche verbunden. Der gemäß dem Ordensgrundgedanken sehr schlichte Klosterbau fand mit dem Umbau [[1686]] bis [[1689]] im Wesentlichen seine heutigen Gestalt. Das Kloster besitzt neben wertvollen Gemälden von [[Johann Michael Rottmayr|Rottmayr]] auch eine wertvolle Bibliothek.   


Einer der bekanntesten Ordensangehörigen ist Pater ''Peter Singer'', der Erfinder des Panharmoniums.
Einer der bekanntesten Ordensangehörigen ist Pater ''[[Peter Singer]]'', der Erfinder des [[Panharmoniums]].


== Die Altstadt heute ==
== Die Altstadt heute ==