| | : Der weitum berühmte Fürst Wolf Dietrich Erzbischof von Salzburg hat dieses unter göttlichem Schutz des Erzengels Gabriel stehende Gebäude umgeben von den Säulenhallen des Friedhofs zur Förderung der Frömmigkeit von Grund auf aus eigenen Mitteln errichtet und in jeder Weise ausgeschmückt. Dieses hier wie folgt zur Kenntnis den frommen Nachfahren hat er festgesetzt: zwei Priester sollen im Wechsel an jedem einzelnen Tag die heilige Messe sprechen, für die lebenden und verstorbenen Gläubigen beten, dem frommen Gedenken des Gründer als erstes und den Blutsverwandten. Als Entgelt sollen beide monatlich zehn, der Pförtner fünf Florentiner ([[Gulden]]) erhalten. Der Vorsteher des Krankenhauses soll die Verwaltung der Erträgnisse besitzen. Die zu erwartenden Ausgaben und Einnahmen sollen durch dazu im einzelnen bestimmte Personen jeweils jährlich vorher festgestellt und dieser zustehende Anspruch zur Sammlung durch die nachfolgenden Fürsterzbischöfe befolgt werden. Wer auch immer diesen Willen vorsätzlich verletzt, der hat in Gott den alles rächenden Richter zu erwarten. | | : Der weitum berühmte Fürst Wolf Dietrich Erzbischof von Salzburg hat dieses unter göttlichem Schutz des Erzengels Gabriel stehende Gebäude umgeben von den Säulenhallen des Friedhofs zur Förderung der Frömmigkeit von Grund auf aus eigenen Mitteln errichtet und in jeder Weise ausgeschmückt. Dieses hier wie folgt zur Kenntnis den frommen Nachfahren hat er festgesetzt: zwei Priester sollen im Wechsel an jedem einzelnen Tag die heilige Messe sprechen, für die lebenden und verstorbenen Gläubigen beten, dem frommen Gedenken des Gründer als erstes und den Blutsverwandten. Als Entgelt sollen beide monatlich zehn, der Pförtner fünf Florentiner ([[Gulden]]) erhalten. Der Vorsteher des Krankenhauses soll die Verwaltung der Erträgnisse besitzen. Die zu erwartenden Ausgaben und Einnahmen sollen durch dazu im einzelnen bestimmte Personen jeweils jährlich vorher festgestellt und dieser zustehende Anspruch zur Sammlung durch die nachfolgenden Fürsterzbischöfe befolgt werden. Wer auch immer diesen Willen vorsätzlich verletzt, der hat in Gott den alles rächenden Richter zu erwarten. |
| − | : ''Wolphgangus Theodoricus Raittenauius Salis:burgensium Archiep(i)s(copus) et Princeps Sacelli q(ue) huius et caemiterii fundator, plebem suam, dum viveret, enixè fovens, amans q(ue) inter eandem pariter in hac aedicula mortuus sepeliri Deo sic permittente statuit, ideo q(ue) et eos, penes quos post ipsius obitum suprema rerum huius Provinciae erit, vivus hoc Epitaphio hortatur et in D(omi)no rogat, vti defuncti cadaver ne exenterent, neve ultra viginti qua(r)dutor horas spectandum publice proponant, sed statim conditionib(us) hisce sepulturae mandent. Nimirum non aliis quam quotidianis viventis vestib(us) induunto. Famuli a cubiculo obscurioris sortis quod vivu(m) curabant corpus terrae inferunto; feretrum unius signu(m) crucis cum qua(r)dutor tantum cereis praecedunt q(ue): illud ipsum sex omnino religiosi ordinis d(e) Francisci de observantia neculii alii comitantor, id q(ue) non interdiu, sed noctu absq(ue) Campanarum pulsu, excepta ea, quae prope sacellum defuncti apud S. Sebastianum est exequuntur. nemo vestem lucumbrem funeris huius causa sumito, sed potius D. O. M. pro defuncti anima peccatis que exoranto et deprecantor. Singula haec ita integra et illae sa sunto et a posteris custodiuntor, atque conservantor, sicut D. O. M. et ipsi post eata sibi propitium orant exoptantq(ue).'' <ref>Quelle: Foto, vergleiche mit [[Lorenz Hübner]], Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden verbunden mit ihrer ältesten Geschichte, [http://books.google.at/books?id=e2YAAAAAcAAJ&pg=PA357#v=onepage&q=&f=false Erster Band (Topographie), S. 357] (Salzburg [[1792]])</ref> | + | : ''Wolphgangus Theodoricus Raittenauius Salis:burgensium Archiep(i)s(copus) et Princeps Sacelli q(ue) huius et caemiterii fundator, plebem suam, dum viveret, enixè favens, amans q(ue) inter eandem pariter in hac aedicula mortuus sepeliri Deo sic permittente statuit, ideo q(ue) et eos, penes quos post ipsius obitum suprema rerum huius Provinciae erit, vivus hoc Epitaphio hortatur et in D(omi)no rogat, uti defuncti cadaver ne exenterent, neve ultra viginti qua(r)dutor horas spectandum publice proponant, sed statim conditionib(us) hisce sepulturae mandent. Nimirum non aliis quam quotidianis viventis vestib(us) induunto. Famuli a cubiculo obscurioris sortis quod vivu(m) curabant corpus terrae inferunto; feretrum unius signu(m) crucis cum qua(r)dutor tantum cereis praecedunt q(ue): illud ipsum sex omnino religiosi ordinis d(e) Francisci de observantia nec ulii alii comitantor, id q(ue) non interdiu, sed noctu absq(ue) Campanarum pulsu, excepta ea, quae prope sacellum defuncti apud S. Sebastianum est exequuntur. nemo vestem lucubrem funeris huius causa sumito, sed potius D. O. M. pro defuncti anima peccatis que exoranto et deprecator. Singula haec ita integra et illae sa sunto et a posteris custodiuntor, atque conservator, sicut D. O. M. et ipsi post eata sibi propitium orant exoptantq(ue).'' <ref>Quelle: Foto, vergleiche mit [[Lorenz Hübner]], Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden verbunden mit ihrer ältesten Geschichte, [http://books.google.at/books?id=e2YAAAAAcAAJ&pg=PA357#v=onepage&q=&f=false Erster Band (Topographie), S. 357] (Salzburg [[1792]])</ref> |
| | + | : Wolf Dietrich von Raitenau, von Salzburg Erzbischof und Fürst, der Kapelle und des Friedhofes Gründer, bestimmt, dass er inmitten seines Volkes, das er solange er lebte eifrig gefördert und geliebt hat, unter ihnen auf gleiche Weise in diesem Gebäude, wenn er gestorben ist, bestattet werden soll, wenn Gott es so gestattet. Darum bittet er alle jene, die nach seinem Tod in den obersten Angelegenheiten über dieses Land die Gewalt ausüben werden, dazu aufgefordert durch dieses zu Lebzeiten erlassene Epitaph (Testament) und im Namen Gottes. Wenn er gestorben ist, möge sein Leichnam nicht ausgeweidet werden, dieser auch nicht länger als vierundzwanzig Stunden dem Volk zur Betrachtung ausgestellt werden, sondern sofort nach den hier geforderten Bedingungen zu Grabe getragen werden. Natürlich sollen ihn keine anderen als jene begleiten, mit denen er alltäglich auf der Festung lebte. Die Diener sollen dafür sorgen, dass der Sarg auf möglichst unerkannte Weise für die Lebenden dem Leib der Erde zugeführt werde. Der Leichentragbare soll ein Einziger mit einem Kreuz als Zeichen und vier mit großen Wachskerzen voranschreiten. Des weiteren: jene sollen von sechs besonders Gottesfürchtigen aus dem Orden der Franziskaner zur Beobachtung begleitet werden, damit nichts anderes geschehe. Solches geschehe nicht während des Tages, sondern in der Nacht und es soll auch keine Glocke geläutet werden, ausgenommen jene, welche nahe bei dem Grabmal des Verstorbenen bei St. Sebastian ist, soll ihn ins Grab begleiten. Niemand soll dazu bestimmt werden, ein über Nacht herzustellendes Trauergewand aus diesem Grund anlegen zu müssen, sondern vielmehr soll zu Gott, dem besten und größten, für den Verstorbenen und seine sündige Seele gebetet und als Fürsprecher angerufen werden. Die Einzelheiten mögen wie hier vollständig und wie sie sein sollen durch die Nachfolgenden beobachtet werden, und bewahrt werden, gleichwie vor Gott, dem besten und größten, |