| | Am [[5. Februar]] 1915 wurde das k.u.k. Kriegsgefangenenlager Grödig (Lager I) in Betrieb genommen und gleichzeitig mit der Errichtung von Lager II, bestehend aus 100 Baracken, begonnen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19150210&query=%22Gefangenenlager%22+%22Gr%c3%b6dig%22&seite=4 ANNO], Salzburger Chronik, 10. Februar 1915, Seite 4</ref> | | Am [[5. Februar]] 1915 wurde das k.u.k. Kriegsgefangenenlager Grödig (Lager I) in Betrieb genommen und gleichzeitig mit der Errichtung von Lager II, bestehend aus 100 Baracken, begonnen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19150210&query=%22Gefangenenlager%22+%22Gr%c3%b6dig%22&seite=4 ANNO], Salzburger Chronik, 10. Februar 1915, Seite 4</ref> |
| − | Am [[27 Februar]] 1915 trafen abends einige hundert russische Kriegsgefangene ein. Sie wurden in drei Güterzügen von der Station Parsch aus durch die Tramwaygesellschaft nach Grödig transportiert.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19150302&query=%22Gefangenenlager%22+%22Gr%c3%b6dig%22&seite=4 ANNO], Salzburger Chronik, 2. März 1915, Seite 4</ref> | + | Am [[27. Februar]] 1915 trafen abends einige hundert russische Kriegsgefangene ein. Sie wurden in drei Güterzügen von der Station Parsch aus durch die Tramwaygesellschaft nach Grödig transportiert.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19150302&query=%22Gefangenenlager%22+%22Gr%c3%b6dig%22&seite=4 ANNO], Salzburger Chronik, 2. März 1915, Seite 4</ref> |
| | Mit [[28. April]] 1915 kamen die ersten Gefangenentransporte mit der Lokalbahn am [[Bahnhof Grödig]] an, etwa 2 000 Personen. Später führte vom Bahnhof ein Schleppgleis bis in die Lager. Etwa 900 Gefangene wurden in einem [[Gefangenenlager Thalgau|Außenlager]] in Thalgau für Arbeiten in der Gemeinde (u. a. zur Errichtung der Russenstraße) untergebracht. | | Mit [[28. April]] 1915 kamen die ersten Gefangenentransporte mit der Lokalbahn am [[Bahnhof Grödig]] an, etwa 2 000 Personen. Später führte vom Bahnhof ein Schleppgleis bis in die Lager. Etwa 900 Gefangene wurden in einem [[Gefangenenlager Thalgau|Außenlager]] in Thalgau für Arbeiten in der Gemeinde (u. a. zur Errichtung der Russenstraße) untergebracht. |
| | Um die Übertragung von Krankheiten (bspw. der Flecktyphus wird durch Kleiderläuse übertragen<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19150406&query=%22Flecktyphus%22+%22Gr%c3%b6dig%22&seite=6 ANNO], Salzburger Volksblatt, 6. April 1915, Seite 6</ref>) unter den Kriegsgefangenen zu verhindern, wurden präventive Maßnahmen ergriffen. "''Die Fürsorge bei deren Entlausung wurde in Gruppen von 50 Mann mit folgendem Vorgang durchgeführt: Die Leute sitzen über Gruben, durch Mäntel geschützt, werden geschoren und rasiert, die Abfallhaare in den Gruben mit Kalk überschüttet und verscharrt. Hierauf erfolgt die Einreibung der Haarpartien mit einer Petroleum- und Terpentinmischung und Abgabe der Mäntel in die Schwefelungskammer. Nach Eintritt in den Baderaum kommt die Leibwäsche in ein bereitstehendes Fass, Soda und Seife wird beigegeben, und wenn das Fass voll ist, wird die Wäsche mit siedendem Wasser unter Beigabe von Petroleum und Terpentin übergossen, dicht abgeschlossen und hinausgetragen. Die Leute werden mit heißem Wasser unter Beigabe von Petroleum und Terpentin mit Seifenwascheln gewaschen, nach Abtrocknung mit frischer Wäsche, Holzschuhen und Decken versehen und in eine neu gereinigte Baracke gebracht. Die alten Strohsäcke werden von ungereinigten Leuten in den Kompostierungsstellen entleert, hierauf zur Desinfektion überbracht. Geräumte Baracken werden mit in Salzsäure getränkten Sägespänen reingefegt, mit Kalkmilch gespült, gereinigt, dann werden Petroleum und Terpentin zerstäubt und Fichtennadeln aufgelegt."''<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vfr&datum=19150313&query=%22Flecktyphus%22+%22Gr%c3%b6dig%22&seite=9 ANNO], Volksfreund, 13. März 1915, Seite 9</ref> | | Um die Übertragung von Krankheiten (bspw. der Flecktyphus wird durch Kleiderläuse übertragen<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19150406&query=%22Flecktyphus%22+%22Gr%c3%b6dig%22&seite=6 ANNO], Salzburger Volksblatt, 6. April 1915, Seite 6</ref>) unter den Kriegsgefangenen zu verhindern, wurden präventive Maßnahmen ergriffen. "''Die Fürsorge bei deren Entlausung wurde in Gruppen von 50 Mann mit folgendem Vorgang durchgeführt: Die Leute sitzen über Gruben, durch Mäntel geschützt, werden geschoren und rasiert, die Abfallhaare in den Gruben mit Kalk überschüttet und verscharrt. Hierauf erfolgt die Einreibung der Haarpartien mit einer Petroleum- und Terpentinmischung und Abgabe der Mäntel in die Schwefelungskammer. Nach Eintritt in den Baderaum kommt die Leibwäsche in ein bereitstehendes Fass, Soda und Seife wird beigegeben, und wenn das Fass voll ist, wird die Wäsche mit siedendem Wasser unter Beigabe von Petroleum und Terpentin übergossen, dicht abgeschlossen und hinausgetragen. Die Leute werden mit heißem Wasser unter Beigabe von Petroleum und Terpentin mit Seifenwascheln gewaschen, nach Abtrocknung mit frischer Wäsche, Holzschuhen und Decken versehen und in eine neu gereinigte Baracke gebracht. Die alten Strohsäcke werden von ungereinigten Leuten in den Kompostierungsstellen entleert, hierauf zur Desinfektion überbracht. Geräumte Baracken werden mit in Salzsäure getränkten Sägespänen reingefegt, mit Kalkmilch gespült, gereinigt, dann werden Petroleum und Terpentin zerstäubt und Fichtennadeln aufgelegt."''<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vfr&datum=19150313&query=%22Flecktyphus%22+%22Gr%c3%b6dig%22&seite=9 ANNO], Volksfreund, 13. März 1915, Seite 9</ref> |
| | + | Am [[2. März]] kamen 120 gefangene Russen mit einem Hauptmann, die die Kämpfe am Donbass mitgemacht hatten, hieran. Bei mehreren von ihnen, man spricht von drei, wurde Flecktyphus festgestellt. Über die Begleitmannschaft wurde eine 21 tägige Quarantäne verhängt. Die umfassendste» Vorkehrungen zur Verhütung der Weiterverbreitung der Seuche wurden sofort getroffen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vfr&datum=19150306&query=%22Gefangenenlager%22+%22Gr%c3%b6dig%22&seite=7 ANNO], Volksfreund, 6. März 1915, Seite 7</ref> |