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''Die Bäckereiabteilung besteht aus vier großen, gemauerten Backöfen und den erforderlichen Arbeits-, Magazins- und Nebenräumen. In einem Pumpenhause sind die Kanzleiräume für den Bäckereibetrieb, die Unterkunftsräume für das Sanitätspersonal, ein großer Schachtbrunnen und ein hochliegendes Reservoir untergebracht. Durch eine maschinelle Anlage wird das Wasser aus dem Schachbrunnen in das Reservoir gepumpt und gelangt von dort durch eine Rohrleitung zu den Verwendungsstellen in den Bäckereibaracken. Außerdem sind vier große Magazinbaracken vorgesehen.''
 
''Die Bäckereiabteilung besteht aus vier großen, gemauerten Backöfen und den erforderlichen Arbeits-, Magazins- und Nebenräumen. In einem Pumpenhause sind die Kanzleiräume für den Bäckereibetrieb, die Unterkunftsräume für das Sanitätspersonal, ein großer Schachtbrunnen und ein hochliegendes Reservoir untergebracht. Durch eine maschinelle Anlage wird das Wasser aus dem Schachbrunnen in das Reservoir gepumpt und gelangt von dort durch eine Rohrleitung zu den Verwendungsstellen in den Bäckereibaracken. Außerdem sind vier große Magazinbaracken vorgesehen.''
 
''Die Krankenabteilung besteht aus zwölf Krankenbaracken. In jeder Krankenbaracke befinden sich mehrere große, mittlere und kleine Krankenzimmer, ein Gang, der zugleich als Waschraum zu dienen hat und eine Klosettanlage. Die Sanitätsbaracke enthält zwei Operationsräume mit den erforderlichen Nebenräumen, ärztliche Dienstzimmer, Apotheke mit Laboratorium, Wohnräume für Wärter, ein Magazin für Spitalsgeräte, ein Depot für Desinfektionsmittel und eine Klosettanlage. Die Küchen sind ähnlich jener der Mannschaftsabteilung, doch ist Vorsorge getroffen, dass jede, Art Krankenkost bereitet werden kann.''</blockquote>''
 
''Die Krankenabteilung besteht aus zwölf Krankenbaracken. In jeder Krankenbaracke befinden sich mehrere große, mittlere und kleine Krankenzimmer, ein Gang, der zugleich als Waschraum zu dienen hat und eine Klosettanlage. Die Sanitätsbaracke enthält zwei Operationsräume mit den erforderlichen Nebenräumen, ärztliche Dienstzimmer, Apotheke mit Laboratorium, Wohnräume für Wärter, ein Magazin für Spitalsgeräte, ein Depot für Desinfektionsmittel und eine Klosettanlage. Die Küchen sind ähnlich jener der Mannschaftsabteilung, doch ist Vorsorge getroffen, dass jede, Art Krankenkost bereitet werden kann.''</blockquote>''
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Lager I (in Grödig) und Lager II (in [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]]) waren für Kriegsgefangene. Das [[Lager Niederalm|Lager III]] (in [[Niederalm]] war für Flüchtlinge aus den Gebieten der östlichen [[Habsburgermonarchie|Donaumonarchie]] in [[Galizien]] und der [[Bukowina]] vorgesehen.
      
=== Errichtung und Kosten ===
 
=== Errichtung und Kosten ===
 
Schon am Anfang des Ersten Weltkriegs begann man in Österreich mit der Errichtung von Kriegsgefangenenlager.  
 
Schon am Anfang des Ersten Weltkriegs begann man in Österreich mit der Errichtung von Kriegsgefangenenlager.  
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Die Arbeiten wurden an folgende Firmen vergeben: Baumeister [[Valentin Ceconi & Sohn|Ceconi]] und [[Franz Wagner (senior)|Franz Wagner]] für Beton- und Pflasterarbeiten, ferner Stadtzimmermeister I. Bachinger, Salzburg, Fürstenweg, und Heuberger, Thalgau, und Stadtzimmermeister M. Kirschbichler, Oberndorf-Salzburg; namens der übrigen Salzburger Zimmermeister und Unternehmer Pürmoser aus [[Kufstein]]. Einzelne Baracken haben 300, ein Teil der Baracken 400 Mann Belagsraum. Der Bezug der Anlage ist für Anfangs Februar festgesetzt.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vfr&datum=19150102&query=%22Baracken%22+%22Heuberger%22&seite=7 ANNO], Volksfreund, 2. Januar 1915, Seite 7]</ref>
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Lager I (in Grödig) und Lager II (in [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]]) waren nur für Kriegsgefangene. Das Lager I umfasste zunächst 50 Wohnbaracken. Es erstreckte sich östlich des Marktzentrums von Grödig. Zur Errichtung des Barackenlagers I wurden 92 Joch Grund in der Nähe der [[Pestkapelle Grödig]] gepachtet.
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Die meisten Gefangenen und Internierten waren [[Russland|Russen]], weshalb bald die Bezeichnung ''Russenlager'' aufkam. Davon abgeleitet ist wiederum der Beiname ''Russenfriedhof'' für den [[Lagerfriedhof Grödig|Lagerfriedhof]].
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Die Arbeiten wurden unter der Leitung des Architekten Gangl an folgende Firmen vergeben: Baumeister [[Valentin Ceconi & Sohn|Ceconi]] und [[Franz Wagner (senior)|Franz Wagner]] für Beton- und Pflasterarbeiten, ferner Stadtzimmermeister I. Bachinger, Salzburg, Fürstenweg, und Heuberger, Thalgau, und Stadtzimmermeister M. Kirschbichler, Oberndorf-Salzburg; namens der übrigen Salzburger Zimmermeister und Unternehmer Pürmoser aus [[Kufstein]]. Einzelne Baracken haben 300, ein Teil der Baracken 400 Mann Belagsraum. Der Bezug der Anlage ist für Anfangs Februar festgesetzt.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vfr&datum=19150102&query=%22Baracken%22+%22Heuberger%22&seite=7 ANNO], Volksfreund, 2. Januar 1915, Seite 7]</ref>
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Neben Menschen aus dem Osten, waren auch [[Serbien|Serben]] vom Balkan und später auch [[Italien]]er inhaftiert.  
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Die meisten Gefangenen und Internierten waren [[Russland|Russen]], weshalb bald die Bezeichnung ''Russenlager'' aufkam. Davon abgeleitet ist wiederum der Beiname ''Russenfriedhof'' für den [[Lagerfriedhof Grödig|Lagerfriedhof]]. Neben Menschen aus dem Osten, waren auch [[Serbien|Serben]] vom Balkan und später auch [[Italien]]er inhaftiert.  
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Das Lager I umfasste zunächst 50 Wohnbaracken für jeweils 300 Gefangene. Es erstreckte sich östlich des Marktzentrums von Grödig. Zur Errichtung des Barackenlagers I wurden in der Nähe der [[Pestkapelle Grödig]] 92 Joch Grund gepachtet. Die Baracken wurden von Zimmermeister Kirschbichler aus der [[Stadt Salzburg]] und Pürmoser aus [[Kufstein]] unter der Leitung des Architekten Gangl ausgeführt.  
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Am [[3. März]] 1915 begann man mit der Errichtung des Lagers II, das sich westlich des [[Almkanal]]s zwischen [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] im Süden von Grödig und dem [[Drachenloch]] erstreckte.
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Am [[3. März]] 1915 begann man mit der Errichtung des Lagers II, das sich westlich des [[Almkanal]]s zwischen [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] im Süden von Grödig und dem [[Drachenloch]] erstreckte.
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Das [[Lager Niederalm|Lager III]] (in [[Niederalm]] war für Flüchtlinge aus den Gebieten der östlichen [[Habsburgermonarchie|Donaumonarchie]] in [[Galizien]] und der [[Bukowina]] vorgesehen.  
    
=== Kriegsgefangene ===
 
=== Kriegsgefangene ===