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Das Spital für nicht infektiöse Kranke hatte einen Fassungsraum für 1 200 Personen und besondere Abteilungen für die verschiedenen Krankheiten. Die Einrichtung des Spitals und der Lagerapotheke war zeitgemäß. Die Abteilung für infektiöse Krankheiten war vom Spital durch einen breiten, völlig unverbauten Wiesengürtel getrennt und auch mit dem Sanitätsdienste und in Bezug auf sonstige Nebeneinrichungen selbständig. Das Infektionsspital war durch einen Stacheldrahtzaun abgeschlossen  und wurde vom eigenen Posten bewacht, sodass jeder Verkehr mit dem Lager ausgeschlossen war.
 
Das Spital für nicht infektiöse Kranke hatte einen Fassungsraum für 1 200 Personen und besondere Abteilungen für die verschiedenen Krankheiten. Die Einrichtung des Spitals und der Lagerapotheke war zeitgemäß. Die Abteilung für infektiöse Krankheiten war vom Spital durch einen breiten, völlig unverbauten Wiesengürtel getrennt und auch mit dem Sanitätsdienste und in Bezug auf sonstige Nebeneinrichungen selbständig. Das Infektionsspital war durch einen Stacheldrahtzaun abgeschlossen  und wurde vom eigenen Posten bewacht, sodass jeder Verkehr mit dem Lager ausgeschlossen war.
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=== Hygienemaßnahmen ===
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Um die Übertragung von Krankheiten (bspw. der Flecktyphus wird durch Kleiderläuse übertragen<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19150406&query=%22Flecktyphus%22+%22Gr%c3%b6dig%22&seite=6 ANNO], Salzburger Volksblatt, 6. April 1915, Seite 6</ref>) unter den Kriegsgefangenen zu verhindern, wurden präventive Maßnahmen ergriffen. ''"Die Fürsorge bei deren Entlausung wurde in Gruppen von 50 Mann mit folgendem Vorgang durchgeführt: Die Leute sitzen über Gruben, durch Mäntel geschützt, werden geschoren und rasiert, die Abfallhaare iu den Gruben mit Kalk überschüttet und verscharrt. Hierauf erfolgt die I Einreibung der Haarpartien mit einer Petroleum- und Terpentinmischung und Abgabe der Mäntel in die Schwefelungskammer. Nach Eintritt in den Baderaum kommt die Leibwäsche in ein bereitstehendes Fass, Soda und Seife wird beigegeben, und wenn das Fass voll ist, wird die Wäsche mit siedendem Wasser unter Beigabe von Petroleum und Terpentin übergossen, dicht abgeschlossen und hinausgetragen. Die Leute werden mit heißem Wasser unter Beigabe von Petroleum und Terpentin mit Seifenwascheln gewaschen, nach Abtrocknung mit frischer Wäsche, Holzschuhen und Decken versehen und in eine neu gereinigte Baracke gebracht. Die alten Strohsäcke werden von ungereinigten Leuten in den Kompostierungsstellen entleert, hierauf zur Desinfektion überbracht. Geräumte Baracken werden mit in Salzsäure getränkten Sägespänen reingefegt, mit Kalkmilch gespült, gereinigt, dann werden Petroleum und Terpentin zerstäubt und Fichtennadeln aufgelegt."''<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vfr&datum=19150313&query=%22Flecktyphus%22+%22Gr%c3%b6dig%22&seite=9 ANNO], Volksfreund, 13. März 1915, Seite 9</ref>
    
=== Baracken- und Latrinendesinfektion ===
 
=== Baracken- und Latrinendesinfektion ===