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| | == Verlauf == | | == Verlauf == |
| − | Der in Salzburg bezeichnete ''Salzburger Jakobsweg'' verläuft von Osten kommend aus dem [[Oberösterreich|Oberösterreichischen]] [[Innviertel]] von der [[Jakobskirche Lengau]] über [[Frankenmarkt]] südlich von [[Neumarkt am Wallersee]] durch [[Henndorf am Wallersee]] und [[Eugendorf]] in die [[Stadt Salzburg]] nach [[Gois]] und [[Großgmain]] über [[Bayerisch-Gmain]] die [[Saalach]] entlang durch das [[Kleines Deutsches Eck|Kleine Deutsche Eck]] nach [[Unken]], [[Lofer]] und über den [[Pass Strub]] nach Sankt Johann in Tirol. | + | Der in Salzburg bezeichnete ''Salzburger Jakobsweg'' verläuft von Osten kommend aus dem [[Oberösterreich|Oberösterreichischen]] [[Innviertel]] von der [[Jakobskirche Lengau]] über [[Frankenmarkt]] südlich von [[Neumarkt am Wallersee]] durch [[Henndorf am Wallersee]] und [[Eugendorf]] in die [[Stadt Salzburg]] nach [[Gois (Wals-Siezenheim)|Gois]] und [[Großgmain]] über [[Bayerisch-Gmain]] die [[Saalach]] entlang durch das [[Kleines Deutsches Eck|Kleine Deutsche Eck]] nach [[Unken]], [[Lofer]] und über den [[Pass Strub]] nach Sankt Johann in Tirol. |
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| | == Der eigentliche Jakobsweg == | | == Der eigentliche Jakobsweg == |
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| | Irgendwo dort muss die Stadt Juvavia gelegen haben, wie uns eine Sage erzählt: Die Bewohner dieser Stadt hatten alles im Überfluss und schwelgten im Reichtum. Hoffart und Sünde herrschten vor. Doch eines Tages mussten die lasterhaften Einwohner dafür büßen, als die Glan und alle Bäche und Weiher über die Ufer traten und die Gegend überschwemmten. Alle Menschen ertranken und die Stadt versank im Morast. Übrig blieb das große Moor, das auch später noch manchen Wanderer versinken ließ. Darum strammen Schritts weiter über [[Viehhausen]] nach Gois. | | Irgendwo dort muss die Stadt Juvavia gelegen haben, wie uns eine Sage erzählt: Die Bewohner dieser Stadt hatten alles im Überfluss und schwelgten im Reichtum. Hoffart und Sünde herrschten vor. Doch eines Tages mussten die lasterhaften Einwohner dafür büßen, als die Glan und alle Bäche und Weiher über die Ufer traten und die Gegend überschwemmten. Alle Menschen ertranken und die Stadt versank im Morast. Übrig blieb das große Moor, das auch später noch manchen Wanderer versinken ließ. Darum strammen Schritts weiter über [[Viehhausen]] nach Gois. |
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| − | Der Ortsname [[Gois]], eigentlich Gols, hat sich aus lateinisch „''Collis''“, was Hügel bedeutet, entwickelt. Es handelt sich demnach um ehemals romanisch besiedeltes Land. Manchen Heimatfreunden ist die [[Römer]]zeit nicht altehrwürdig genug, weshalb sie den Ortsnamen auf [[Kelten|keltisch]] „gois“ („heilig“) zurückführen. Die [[Filialkirche zum heiligen Jakobus dem Älteren|Jakobskirche]] auf dem Hügel gilt als wichtige Station auf dem Pilgerweg. Das erstmals [[1242]] erwähnte Gotteshaus präsentiert sich heute als spätgotischer Bau aus der Zeit um 1500. Im Schrein des neugotischen Altars stehen die Figuren der Muttergottes, des Kirchenpatrons Jakobus des Älteren und seines Bruders, des Evangelisten Johannes. Außen sind auf einem Fresko über dem Südportal Jesus am Ölberg und die schlafenden Jünger dargestellt. Die Pilger können sich in ein Buch eintragen und einen Pilgerstempel abholen. An einem mit einer Jakobsmuschel verzierten Brunnen kann man seine Vorräte an Getränken auffüllen, bevor man weiterwandert. Eine Säule weist daraufhin, dass es noch 2 150 Kilometer bis nach Santiago de Compostela sind. | + | Der Ortsname [[Gois (Wals-Siezenheim)|Gois]], eigentlich Gols, hat sich aus lateinisch „''Collis''“, was Hügel bedeutet, entwickelt. Es handelt sich demnach um ehemals romanisch besiedeltes Land. Manchen Heimatfreunden ist die [[Römer]]zeit nicht altehrwürdig genug, weshalb sie den Ortsnamen auf [[Kelten|keltisch]] „gois“ („heilig“) zurückführen. Die [[Filialkirche zum heiligen Jakobus dem Älteren|Jakobskirche]] auf dem Hügel gilt als wichtige Station auf dem Pilgerweg. Das erstmals [[1242]] erwähnte Gotteshaus präsentiert sich heute als spätgotischer Bau aus der Zeit um 1500. Im Schrein des neugotischen Altars stehen die Figuren der Muttergottes, des Kirchenpatrons Jakobus des Älteren und seines Bruders, des Evangelisten Johannes. Außen sind auf einem Fresko über dem Südportal Jesus am Ölberg und die schlafenden Jünger dargestellt. Die Pilger können sich in ein Buch eintragen und einen Pilgerstempel abholen. An einem mit einer Jakobsmuschel verzierten Brunnen kann man seine Vorräte an Getränken auffüllen, bevor man weiterwandert. Eine Säule weist daraufhin, dass es noch 2 150 Kilometer bis nach Santiago de Compostela sind. |
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| | Nach dem Unterqueren der Autobahn wandert man durch die idyllische Landschaft der Walser Wiesen an Heustadeln und alten Eichen vorbei. Den Verkehrslärm von der nahen [[Tauernautobahn]] muss man dabei in Kauf nehmen. Am Fuße des Wartbergs schwenkt der Jakobsweg ein in einen Radweg neben der [[Großgmainer Landesstraße]], die gleichmäßig bergan steigt. In dem auf der Anhöhe gelegenen Gasthaus Wartberg waren Gäste aus dem nahen Bayern immer besonders gern gesehen, weshalb die Wirtin für diese einen eigenen Zugang zum Gastgarten einrichtete, das so genannte „''Marzoller Türl''“. Da die einstige Pilgerraststätte aber seit Jahren geschlossen ist, wandert man weiter und überquert fast unbemerkt den Schwarzbach. Ausblicke ins [[Reichenhaller Becken|Reichenhaller Tal]] und auf die östlichen [[Chiemgauer Alpen]] versüßen das kilometerlange Gehen auf hartem Asphalt. In der Ferne sind bereits der [[Wallfahrtskirche St. Valentin|Kirchturm]] und das Schloss von [[Marzoll]] auszumachen. Kurz vor dem Salzburger Freilichtmuseum gemahnt ein Marterl an einen jungen Mann, der dort 1950 beim Schmuggeln von Zollbeamten erschossen wurde. | | Nach dem Unterqueren der Autobahn wandert man durch die idyllische Landschaft der Walser Wiesen an Heustadeln und alten Eichen vorbei. Den Verkehrslärm von der nahen [[Tauernautobahn]] muss man dabei in Kauf nehmen. Am Fuße des Wartbergs schwenkt der Jakobsweg ein in einen Radweg neben der [[Großgmainer Landesstraße]], die gleichmäßig bergan steigt. In dem auf der Anhöhe gelegenen Gasthaus Wartberg waren Gäste aus dem nahen Bayern immer besonders gern gesehen, weshalb die Wirtin für diese einen eigenen Zugang zum Gastgarten einrichtete, das so genannte „''Marzoller Türl''“. Da die einstige Pilgerraststätte aber seit Jahren geschlossen ist, wandert man weiter und überquert fast unbemerkt den Schwarzbach. Ausblicke ins [[Reichenhaller Becken|Reichenhaller Tal]] und auf die östlichen [[Chiemgauer Alpen]] versüßen das kilometerlange Gehen auf hartem Asphalt. In der Ferne sind bereits der [[Wallfahrtskirche St. Valentin|Kirchturm]] und das Schloss von [[Marzoll]] auszumachen. Kurz vor dem Salzburger Freilichtmuseum gemahnt ein Marterl an einen jungen Mann, der dort 1950 beim Schmuggeln von Zollbeamten erschossen wurde. |